Wanderung mit Kindern in der Zugspitzregion in Oberbayern: Brunnbergkamm

wir
Kofel-Nordseite, Rappenköpfe (1408, 1389), Brunnberg (1529), Zahn-Ostgipfel (1611)
Mai 2013
Ausgangspunkt:Kostenfreier Wanderparkplatz im Kofelauweg unterhalb der Kolbenalm, gut 1 Stunde Autofahrt vom Südwesten Münchens.
Wanderkarte des Bayerischen Vermessungsamts mit Wegverlauf
Google-Map
KML-File
Der Streckenverlauf und die Positionsmarken sind freihändig eingezeichnet. Mit Hilfe von Karten und der Fotos versuche ich aber, den Weg so genau wie möglich nachzuvollziehen, so dass die Längenangaben im Großen und Ganzen stimmen sollten. Manchmal gibt es Abweichungen zwischen den Koordinaten in Google und beim Vermessungsamt, so dass die Linien und Marken auf der Vermessungsamtskarte ein kleines bisschen daneben liegen können.
Länge:ca. 9½ km mit etwa 820 hm inkl. aller Gegenanstiege. Der Kofel-Gipfel sind ca. 30 hm zusätzlich.
Unsere Zeit: 8 ½ Stunden. Wir haben nicht getrödelt, aber man muss auf dieser Tour für die Kinder doch recht viele, zumindest kurze Erholungspausen einlegen.
Die Etappen zur besseren Einschätzung (ohne Pausenzeiten zwischen den Etappen):
  • Parkplatz bis Raststelle beim Kofel (mit kurzen Verschnaufpausen): 1½ Stunden
  • Raststelle beim Kofel bis zur Waldlichtung: 20 Minuten
  • Von der Waldlichtung bis auf den Vorderen Rappenkopf (inkl. kurzer Verschnaufpausen): 45 Minuten
  • Über die Rappenköpfe bis zur Hütte: 40 Minuten
  • Hütte bis Brunnberg-Gipfel: 20 Minuten
  • Brunnberg bis Zahn-Ostgipfel: 35 Minuten
  • Zahn-Ostgipfel bis Zahnfelsen mit Gipfelkreuz (Beginn des Abstiegs): 15 Minuten
  • Abstieg bis zur Straße inkl. 2 Pausen: 2 Stunden
  • Über die Straße zum Auto: ca. 20 Minuten, bei wegloser Variante etwa 10 Minuten länger
Alter unserer Kinder: 8 und 10
Sonstiges: Da ich aus den vorliegenden, teils recht knappen Beschreibung schon vorgewarnt war, dass der Pfad an manchen Stellen nicht ganz eindeutig ist, bin ich die Tour erstmal alleine gelaufen (darum weisen die Fotos auch unterschiedliche Schneemengen oder Baumfärbungen auf :-)). Tatsächlich musste ich an manchen Stellen ziemlich lange suchen, um nicht nur irgendwie durchzukommen, sondern einen für Kinder möglichst einfachen und ungefährlichen Pfad zu finden. Viele Markierungen sieht man erst im Nachhinein und den besten Pfad manchmal erst im Rückblick. Daher hab ich eine entsprechende Wegbeschreibung gebastelt, die Wanderer mit Kindern hoffentlich vor allen unnötigen Schwierigkeiten bewahrt.
Zusätzlich empfehle ich einen Ausdruck der Vermessungsamtskarte mit unserem kml-File, damit man sich im Abstieg nicht mit den vielen Wegen verfranst.
Schwierigkeit: Auf dieser Tour braucht man ein bisschen Durchhaltevermögen, denn es geht immer wieder nochmal und nochmal nach oben. Dafür werden aber die steilen und anstrengenden Abschnitte im Verlauf immer kürzer und weniger steil. Weglose Anteile gibt es fast nicht, nur manchmal ist der Pfad durch Bruchholz versperrt oder in den steileren Abschnitten stellenweise weggerutscht. Nach jedem steilen Anstieg kann man sich aber auf einer ziemlich einfachen Passage mit angenehmem Pfad recht gut erholen. Dadurch war es insgesamt trotz der 820 Höhenmeter viel weniger anstrengend als befürchtet und wir waren überrascht, wie problemlos die Kinder durchgehalten haben. Dieser Wechsel zwischen An- und Entspannung, den wir ja schon auf dem Norissteig und Oberlandsteig angenehm fanden, scheint ihnen auch beim Wandern sehr entgegenzukommen. Allerdings war es auch eher kühl, und der Rückweg ist zudem leicht und erholsam. Mit kleineren Kindern oder bei hohen Temperaturen sind die Anforderungen sicherlich höher, auch wenn man die meiste Zeit im Schatten läuft.
Auch die schwierigen oder gefährlichen Stellen verteilen sich über die ganz Tour, so dass man sich immer wieder mal sehr konzentrieren muss. Aber dafür sind sie auch jedesmal nur ganz kurz und darum recht einfach zu meistern. Die schwierigste Passage, der ausgesetzte Grat, kommt erst am Ende der Überschreitung. Aber da es vorher recht lange entspannt durch einfaches Gelände ging, gab es auch hier kein Problem, dass die Kinder nach so vielen Stunden nochmal für 15 Minuten ihre volle Aufmerksamkeit auf den Weg richten. Man sollte natürlich ausreichend Zeit mitbringen, damit man genug Erholungspausen einlegen oder auf den einfachen Abschnitten ein bisschen trödeln kann.
Der Aufstieg zum Kofel ist die längste steile Passage, dafür ist der Pfad aber trotz der vielen kleinen Felsen und Wurzeln ziemlich gut zu laufen und nur bei Feuchtigkeit stellenweise rutschig. Gefährlich ist es bei diesem Aufstieg nicht, nur bei den mit Ketten versicherten Passagen könnte man ein paar Meter abstürzen. Oberhalb der Ketten kommt man zweimal etwas näher an die Kante, aber man müsste sich schon noch mindestens 2 m vom Pfad entfernen, um runterfallen zu können.
Der Abstieg über die drahsteilversicherten Passagen unterhalb des kleinen Kofel-Klettersteigs ist für bergerfahrene, trittsichere Kinder auch ohne Ansicherung zu meistern (vor 1½ Jahren waren wir hier ja noch mit unterwegs), wenn sie konzentriert gehen und sich möglichst immer am Drahtseil festhalten (nur am Ausstieg unten ist es leichter weiter links ohne Seil). Es besteht hier aber immer Steinschlaggefahr, wenn sich jemand über einem befindet! Dieser gefährlichen Erfahrung ist Florians Kopf nur um 50 cm entgangen.
Nach einer entspannenden Passage über die Lichtung folgt der erste Steilaufschwung auf den Vorderen Rappenkopf. Das ist der steilste und vielleicht schwierigste Abschnitt, da der Pfad sich immer stärker verliert oder teilweise weggerutscht ist. Hier den Weg zu suchen, ist es sehr unangenehm, wenn man an der falschen Stelle ins Rutschen gerät. Aber da wir beim zweiten Mal ja wussten, wo man lang muss, ging es auch mit den Kindern überraschend einfach (drum empfehle ich auch eine Ausdruck der Wegbeschreibung, s.o.). Die kurzen Kraxeleinlage bei der Felsstufe ist nicht sonderlich schwierig, danach ist es bis zum Rappenkopf zwar weiter steil aber einfacher.
Der Vordere Rappenkopf bricht an einer Seite steil ab, und an dieser Abbruchkante, hinter der es stellenweise bis zu 20 m senkrecht nach unten geht, bewegt man sich in den nächsten 20 Minuten immer wieder entlang. Wem der Pfad zu nah daran verläuft, kann ein paar Meter weiter in den Wald absteigen, dort ist aber manchmal etwas schwerer durchzukommen. Nach wenig anstrengendem Auf und Ab zwischen den Rappenköpfen (mit teilweise durch Bruchholz versperrtem Weg) folgt der Aufstieg zum Brunnbergkamm über Wurzeln und einen Wiesenhang mit ein paar Felsen am Ende. Weniger steil und lang als der Aufschwung zum Vorderen Rappenkopf, aber trotzdem kommt man kurz ins Schnaufen. Die Felsstufe ist zwar steil, lässt sich aber gut überwinden, wenn man nicht gerade das erste Mal mit Händen und Füßen kraxelt.
Nach der Hütte wird es erstmal wieder entspannter, auf einfachem Pfad ohne viel Steigung (hier gibt es auch einen Pfad, auf dem man die Tour deutlich abkürzen und Brunnberg und Zahn-Ostgipfel umgehen kann). Zum Brunnberg geht es dann wieder nach oben, allerdings erneut weniger steil und lang als bei den beiden bisherigen Aufschwüngen. Dafür aber stellenweise sehr rutschig, der Pfad ist vom Regen oder Schnee etwas weggespült worden. Nach dem Vorgipfel folgt eine sehr kurze, aber etwas unangenehme ausgesetzte Abstiegsstelle über rutschtige Felsen. Der Brunnberg selbst bricht steil ab, ist aber groß genug, dass man sich gefahrlos und ohne Tiefblick entspannt darauf niederlassen kann. Direkt nach ihm führt der Pfad ein paar Meter sehr ausgesetzt weiter, danach wird es bis zum Ostgipfel des Zahn immer ungefährlicher. Die Steigung ist moderat, nur kurz vor dem Ostgipfel muss man nochmal kurz etwas steiler durch eine Wiese nach oben. Das schwierigste hier war die Schafherde, die uns neugierig umdrängte :-)
Am Zahn-Ostgipfel geht es ausgesetzt und etwas rutschig vorbei, mit Konzentration lässt sich die kraxelige Stelle aber gut überwinden. Das kurze Gratstück ist dann nur etwas für wirklich schwindelfreie Kinder! Links blickt man weit nach unten, rechts ist es zwar deutlich weniger steil und tief, aber runterfallen sollte man da auch nicht. Der Grat ist aber immer mindestens 1 m breit und hat eine Pfadspur, auf der man recht gut laufen kann. Nur ein ganz kurzen Stück muss man ein bisschen kraxeln, danach heißt es beim Abstieg aufpassen, dass man auf dem Gras nicht ins Rutschen gerät! Man läuft auf sehr schmalem Pfad mal mehr, mal weniger ausgesetzt an den Felsen vorbei. Wenn man auf die rechte Seite quert, ist alles Gefährliche vorüber! Der weitere Abstieg durch den Wald wird nach unten hin immer leichter, man muss nur hier und da auf Stolper-Wurzeln und -Steine achten.
Vorbereitung:
Als Voraussetzung sollten Kinder neben entsprechender Kondition sehr hohe Trittsicherheit (sowohl auf kraxeligen Wegen als auch im Grasgelände → z.B. Reichenbachklamm oder Wilde Fräulein) und vielleicht etwas Erfahrung im Kraxeln mitbringen. Wie immer empfehle ich dafür den Leonhardstein als Vorbereitung. Über die Schwindelfreiheit der Kinder muss aber Klarheit herrschen! Wenn man an der Ausgesetztheit hinter dem Zahn-Ostgipfel scheitert, muss man ziemlich weit wieder zurück, und das könnte mit Kindern dann wirklich unangenehm werden. Wer mit Ansicherung unterwegs ist, kann auf dem Oberlandsteig oder dem Burgberger Hörnle nicht nur das Kraxeln üben, sondern zugleich die Schwindelfreiheit relativ ungefährdet testen. Ohne Ansicherung bietet sich der Stangensteig mit dem ausgesetzten, aber anfangs breiten Weg an, über den man wieder zurück kann, wenn es im hinteren, schmaleren Teil zu schwierig wird.
Als "Konditionsprüfer" ist vielleicht vorher eine Tour wie der Siplinger Kopf oder die Gaisalpseen vernünftig, wo man problemlos einen Teil auslassen kann, wenn die Kondition nicht reicht. Hier geht das nur durch den Abstieg zwischen Hütte und Brunnberg, aber das wäre schade, weil man dann sehr schöne Teile verpasst!
Bitte beachtet die Gefahrenhinweise.
Attraktivität: Eine richtige Abenteuertour, unglaublich wild und schön, und sehr abwechslungsreich! Aber nur was für Leute, die die Einsamkeit in den Bergen zu schätzen wissen und dafür anstrengende und schwierige Steilanstiege, kleine Kraxeleinlagen und leicht ausgesetzte Stellen gerne in Kauf nehmen (oder noch besser: Spaß daran haben). Belohnt wird man mit stundenlangen spannenden und einsamen Pfaden.
Schon der Aufstieg zum Kofel ist durch die Felswände, an die man immer wieder heranläuft, und die vielen großen und kleinen Felsbrocken, an denen es vorbeigeht, sehr spannend. Der obere Abschnitt, wo man zwischen die Felswände gelangt, ist eine der schönsten Stellen auf der ganzen Tour und bietet mit der kleinen Grotte und den kettenversicherten Kraxelstellen auch zwei Attraktionen für Kinder, die (wie bei uns) noch nicht so den Blick für Naturschönheiten haben :-)
Die Überschreitung des Brunnbergkamms ist dann eine ausgesprochen abwechslungsreiche Angelegenheit. Nach dem Hocbetrieb am Kofel bietet die stille Lichtung eine wunderschöne Rast- und Spielmöglichkeit. Danach wird es abwechselnd mal steil, dann wieder flach, ab und zu geht es fast weglos weiter, dann wieder auf einfachen Pfaden. Manchmal hat man tolle Aussichten, dann wieder muss man sich im dichten Wald durch umgestürzte Bäume schlängeln. Kurze kraxelige Wiesen- oder Felspassagen gibt es genauso wie kleine Lichtungen mit uralten und wunderschönen Buchen. Und die Gratpassage vor dem Zahn ist für Leute, die so etwas mögen, nochmal ein besonders spannendes und attraktives Highlight zum Schluss.
Selbst der Abstieg ist wunderschön, erst durch den Altmutterboden mit den tollen alten Buchen, dann durch den Wald am Brunnberggraben entlang, auf den man einige beeindruckende Ausblicke bekommt. Wer geschickt den immer kleiner werdenden Pfaden folgt, muss am Ende nur knapp 1 km über die Straße und kann selbst davon noch fast 500 m weglos oder über winzige Pfade vermeiden (siehe Fotos).
Diese Wanderung war wohl unsere abwechslungsreichste bisher und definitiv auch eine der schönsten!
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Bitte beachtet bei allen Wanderungen mit weglosen Anteilen unbedingt die Hinweise zum Naturschutz. Die gesamte Tour liegt im "Naturschutzgebiet Ammergebirge", darum sollte man besonders darauf achten, auf dem Pfad zu bleiben und nicht weglos durchs Unterholz zu streifen!
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Parkplatz im Kofelauweg am Beginn des Grottenwegs. Warum der jetzt auch Rätselweg heißt, konnten wir nicht herausfinden. Vermutlich ist das das Rätsel :-) Im Hintergrund sieht man die Kolbenalm, über die wir zurückkommen.

Man hat von hier den besten Überblick über die Tour, denn vom Kofel aus kann man den Brunnberg hinter dem Hügel mit der Hütte nicht mehr sehen.

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Hier gibt's noch Nahaufnahmen von der Hütte mit dem steilen Schroffenaufschwung am linken Rand, dem Brunnberg und den Zähnen mit dem Ostgipfel links (wo wir die Schafe trafen) und dem Zacken mit erkennbarem Gipfelkreuz.

Der Grottenweg führt über die Wiese in den Wald hinein und an beeindruckenden Felsbrocken vorbei. In der Nähe der Felsen gibt es auch ein oder zwei Trampelpfade den Hang hinauf, aber das sind die falschen.

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Etwa 100 m, nachdem man einen riesigen Felsbrocken passiert hat, quert ein unübersehbarer Graben den Weg. Direkt hinter ihm, an dem markanten Baum mit dem Knubbel, beginnt der Pfad zum Kofel. Er ist eindeutig zu erkennen, und die pinken Flecken, die sich ab und zu an den Bäumen finden, sind tatsächlich Wegzeichen und keine Baumfällmarkierungen, wie ich zuerst dachte. Sie sind sehr spärlich, aber immer dann vorhanden, wenn man grübelt, ob man rechts oder links weiter soll :-)

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Grundsätzlich gilt, dass man nie links in die Schotterfelder einsteigt, sondern an hoch aufragenden Felsen immer rechts vorbeigeht (mit einer Ausnahme weiter oben). Die oft deutlich erkennbaren Spuren ins Geröll führen an die Kletterrouten in den Felswänden.

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An diesem Felsen kann man die Spuren nach links mal verfolgen und kommt zu einem tollen Aussichtspunkt auf Oberammergau.

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Der Aufstieg ist steil, aber durch den häufigen Wechsel zwischem dichterem Wald und offenem Geländen an den Felsen ausgesprochen schön! Daher überwindet man die Höhenmeter relativ leicht. Im rechten Foto die einzige große Felswand, die man links umgeht. Direkt dahinter...

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...läuft man an ein Schotterfeld mit diesem tollen Blick heran. Der Pfad macht vor dem Feld aber eine Kehre und leitet wieder in den Wald hinein. Den kleinen Felsturm, den man oben sieht, treffen wir gleich nochmal wieder. Die Kletterrouten in der Felswand sind nichts für uns, aber es gibt hier genug andere Kraxelmöglichkeiten :-)

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Vor lauter Bestaunen der wunderschönen Landschaft hier oben darf man nicht die Suche nach dem Pfad vergessen, der kurz etwas undeutlicher wird. Dafür gibt es aber auch mehr Markierungen. An diesem Felsen (der Turm aus dem Bild mit dem Schotterfeld oben) muss man links vorbei, dort findet sich auch ein roter Pfeil. Dann gelangt man in einen äußerst beeindruckenden Einschnitt zwischen den Felsen, in dem man, nun wieder auf eindeutigem Pfad, zu der kleinen Höhle hochsteigt.

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Die Höhle ist aber leider nur 2 m tief und überhaupt nicht dunkel, obwohl es auf dem Foto so aussieht. Sie ist nicht ganz ungefährlich, denn von oben fallen immer wieder spitze Felsbrocken herunter. Einer war den noch nicht getrockneten Spritzern am Boden zufolge ziemlich neu.

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Am oberen Ende des Felseinschnitts geht es mit Hilfe der Ketten heraus. Die Verankerungen waren ziemlich neu, der Weg wird also offensichtlich gepflegt, auch wenn er in der Vermessungsamtskarte nicht auftaucht. Die Ketten sind an manchen Stellen durchaus hilfreich, weil der Fels teilweise etwas rutschig ist. Insgesamt ist diese Stelle nicht allzu schwer, aber wenn die Kinder hier unsicher sind, dann ist der Brunnbergkamm noch nichts.

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Hinter der Kraxelstelle hat man einen schönen Blick auf Oberammergau, in die andere Richtung erkennt man deutlich die Hütte. Die zweite Kette etwas später braucht man eigentlich nicht, da boten die Wurzeln einen besseren Halt.

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Der Pfad endet zwischen dem kleinen Kofel-Klettersteig und den seilversicherten Serpentinen, die man jetzt runtersteigen muss. Wenn man auf den Kofel will, das den Kindern aber nicht ohne Ansicherung zutraut, kann man auch hinten herum über die Hütte gehen, siehe unseren Tourenbericht von 2011.

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Wir haben uns den Kofel diesmal gespart und uns stattdessen rechts auf einem schönen und einsamen Rastplatz niedergelassen, den ich bei meiner Test-Begehung ein paar Wochen vorher entdeckt hatte. Von dort hat man einen schönen Blick auf den Kofel und kann auch den Rest der Wanderung erkennen, wenn man zwischen den Bäumen ein bisschen hin und her geht. Aber Vorsicht, es bricht zu fast allen Seiten mehr oder weniger steil ab. Vom Kofel selbst hat man natürlich den schöneren Blick, und da war ich auch, als ich alleine hier war. Man sieht links den Grat oberhalb der Lichtung und den steilen Aufstieg zum Vorderen Rappenkopf, dessen Gipfel in der Vergrößerung zu erkennen ist. Die Hütte verdeckt leider den Brunnberg, aber von den Zähnen zeigen sich wieder sowohl der Ostgipfel als auch der Zacken mit dem Gipfelkreuz, unter dem der Rückweg vorbeiführt.

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Da wir im letzten Jahr einiges an kraxeligen Touren gemacht haben, kamen die Kinder problemlos ohne Ansicherung runter. Wer sich das genau anschauen will, findet die Bilder im Bericht von 2011. Auf dem Sattel unterhalb des Kofels kommt von links der normale Aufstieg herauf, rechts geht es am Unterstand vorbei Richtung Kolbensattelhütte.

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Etwa 10 m nach dem Unterstand zweigt links ein Pfad ab. Er ist am Weg selbst nicht erkennbar, aber wenn man ein paar Meter in den Hang hineinschaut, sieht man ihn. Und sobald man ein paar Meter links in den Wald hineingeht, ist er ganz eindeutig auszumachen. Ich hatte auch ein kleines Steinmandl an einen Baum gebaut, aber das war 3 Wochen später schon wieder entfernt worden. Die Kinder haben nochmal ein größeres errichtet, aber vermutlich soll dieser Einstieg nicht von jedem gesehen werden. Dabei ist der Pfad sogar in der Vermessungsamtskarte verzeichnet, er führt aber nach der Lichtung über den Südhang wieder ins Tal.

Rechts die Lichtung, die man nach 150 m erreicht. Man folgt ihr nach links bis ans Ende. Es gibt zwei Tourenberichte von Leuten, die von der Lichtung aus an ganz unterschiedlichen Stellen direkt den Hang zum Rücken (den man hinten erkennt) hochgestiegen sind und dabei beide der Meinung waren, den Pfad gefunden zu haben. Ich rate davon ab, denn ich bin den Hang 3x auf der Suche hochgestiegen, und es ist einfach nur sausteil und anstrengend. Und einen Pfad gibt es defintiv nicht. Oben auf dem Rücken findet man hingegen einen, und dem bin ich dann mal abwärts gefolgt, bis der mit dem kleinen Tal zusammentrifft .

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Rückblick auf die Lichtung. Auch ein wunderschöner Rastplatz, auf dem man nicht nur am Hochsitz spielen kann. Am Ende der Lichtung verlieren sich die Pfadspuren. Es geht rechts immer am Fuß des Hangs entlang in den Wald...

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...bis man geradeaus runtersteigen müsste. Jetzt rechts leicht den Hang hoch auf einer wieder sichtbaren Pfadspur. Sobald man den Rücken erreicht hat, biegt man rechts ab und steigt ihn nach oben. Nach kurzer Zeit findet man auf dem Rücken diesen ersten roten Punkt. Es gibt in der Folge viele verblasste, aber auch einige (wie diese) recht frische Markierungen.

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Sobald es im rechten Bild steiler wird, ist der Pfad nicht mehr gut erkennbar. Hier helfen die roten Markierungen auf Bämen und Felsen. Man bleibt immer auf dem Rücken, nichts rechts in die Wiese ausweichen!

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Nach der noch einfachen Kraxelei durch die Felsbrocken wird es immer steiler und rutschiger. Wer hier mit Kindern auf Nummer Sicher gehen will, schaut sich lieber die Wegbeschreibung an, in der der Pfadverlauf ausführlicher abgebildet ist. Ich hab mehrere Anläufe gebraucht, um einigermaßen gut nach oben zu kommen. Besonders, wenn es vom Tau noch etwas feucht ist, kann das Suchen hier sehr unangenehm werden. Wenn man weiß, wo es lang geht, ist es hingegen ziemlich einfach.

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Es gibt hier einige rote Punkte zu entdecken. In die Felsstufe im rechten Foto steigt man erst etwas nach oben und umgeht sie dann links über eine kleine Kraxelstelle. Das geht leichter, als es hier aussieht, weil man den relativ guten Pfad von unten nicht erkennen kann.

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Die kleine Kraxelstelle ist gut gestuft. Dahinter muss man etwas aufpassen:

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Da fällt der Hang nämlich sehr steil ab. Weiter den Rücken nach oben ist es aber weniger gefährlich. Die direkt folgende Felsstelle ist tatsächlich einfacher zu durchsteigen als links zu umgehen.

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Etwa bei den dunklen Fichten im Hintergrund steigt man rechts hoch und erreicht den Vorderen Rappenkopf. Die Stelle im rechten Bild kann man vom Kofel aus sehen (siehe die Vergrößerung weiter oben).

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Logischerweise hat man von hier also einen tollen Blick auf den ziemlich vollen Kofel. In der anderen Richtung erkennt man den Brunnberg und den rutschigen Aufstiegshang davor. Der Brunnberg ist nur 120 m höher als der Vordere Rappenkopf, aber man steigt erst nochmal 50 m ab.

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Vom Rappenkopf geht es in Blickrichtung des Brunnbergs ein paar Meter steil hinunter, dann sieht man rechts in den Wald hinein einen ganz deutlichen Pfad. Jetzt beginnt mit der schönste Abschnitt der Wanderung. Bis man zum "Hubbel" zwischen den Rappenköpfen hinuntersteigt, führt der Pfad dicht an der Abbruchkante entlang, man kann aber auch immer etwas weiter unterhalb durch den Wald steigen, wenn man sich oben zu unsicher fühlt.

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Den "Hubbel" steigt man erst hinauf, weicht beim Abstieg aber etwas nach rechts aus. Das ganze Geländer hier ist sehr wild und urig.

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Nach dem Hubbel geht es den nächsten Hang an der linken Seite hoch, durch viele umgefallene Bäume. Es gibt hier tatsächlich ab und zu rote Punkte. Dann steigt man im rechten Foto wieder Richtung Grat und kann entweder rechts kraxeln oder links einfacher umgehen.

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Natürlich sind wir rechts lang :-) Jetzt wird es noch schöner!

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Der Pfad verläuft meist sehr nah an der Kante, neben der es an manchen Stellen senkrecht bzw. leicht überhängend bis zu 20 m runter geht. Irgendwo hier passiert man den Hinteren Rappenkopf, dessen Gipfel sich laut Karte nicht am höchsten Punkt befindet, sondern über 100 m daneben...

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Nachdem man wieder etwas abgestiegen ist, landet man auf dieser wunderschönen Lichtung. Hier musste ich lange suchen, denn die offensichtlichste Pfadspure links vorbei ist die falsche. Man quert wieder in die Mitte (ziemlich verblasste Markierung am Fels) und über eine Wurzeltreppe nach oben. Danach links und im großen Bogen um die Felsstufe herum...

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...und man landet wieder auf dem nun kurze Zeit ziemlich steilen Rücken, der mit ein paar Schroffen endet. In die steigt man am besten rechts ein und quert dann nach links oben. Vergleichbar mit den Kraxeleien am Roten Stein oder an der Brecherspitz nach der Kletterstelle. Also nicht besonders schwierig, aber unterhalb ist es durchaus steil.

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Der Grat unmittelbar nach der Schroffenkraxelei ist einer der schönsten Stellen der Tour. Perfekt für eine Rast mit Kofel-Blick! Wir mussten leider rasch weiter zur Hütte, dem "Karl-Geisenhof-Haus" :-), weil es gerade anfing zu regnen. Der Pfad geht links hinten weiter. Dem Holzstapel und der Größe der Feuerstelle nach werden bei der Hütte vermutlich Sonnenwendfeuer entzündet.

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Man hat von der Hütte eine tolle Aussicht auf Oberammergau und unseren Aufstiegspfad zum Kofel. In der Vergrößerung erkennt man den Felseinschnitt nach dem Felsturm oberhalb des Schotterfelds. Auf dem kleinen bewaldeten Hügel vor dem Kofel befindet sich die einsame Raststelle.

Der Weiterweg über den Grat ist jetzt deutlich lichter, aber genauso schön wie bisher.

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Knapp 300 m nach der Hütte zweigt unmittelbar vor dem Hang im rechten Bild ein Pfad nach rechts unten ab. Er ist in der Kompasskarte verzeichnet und trifft unterhalb der Zahnfelsen mit unserem Rückweg zusammen. Wer mag, kann hier also abkürzen und den ausgesetzten Grat umgehen.

Umgehung von Brunnberg und Zahn-Ostgipfel

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Der Pfad im oberen Teil des Hangs war ziemlich rutschig und vom Regen oder Schnee teilweise weggespült. Ende Mai ging es aber wegen des zunehmenden Grasbewuchs schon deutlich besser als noch 3 Wochen vorher. Im Rückblick hab ich leider den Vorderen Rappenkopf nicht mit drauf, man sieht rechts noch den Hang nach oben. Man kann mit scharfen Augen tatsächlich die kleine Lichtung auf dem Gipfel erkennen, von der aus wir den Brunnberg gesehen haben.

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Direkt hinter dem Felsdurchlass im oberen Foto muss man ein paar Meter sehr rutschig nach unten. Diese Stelle ist tatsächlich nicht ganz einfach und muss vorsichtig überwunden werden, denn links geht es schon recht steil den Hang hinunter (aber längst nicht so schlimm wie es im linken Foto aussieht, das ist mehr die Verzerrung des Weitwinkels). Am besten quert man möglichst weit oben rüber zum Baum.

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50 m nach der rutschigen Stelle erreicht man den Brunnberg und muss dazu ein paar Meter links hochsteigen. Der Hügel im rechten Bild ist der Brunnberg-Gipfel. Der Pfad führt rechts an den Felsen vorbei weiter.

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Man hat vom Brunnberg einen tollen Blick in alle Richtungen. Nach Osten erkennt man das Kloster Ettal und den Hohen Fricken (mit einem Fernglas würde man vermutlich die Hütte oberhalb der Frickenhöhle entdecken) und im Süden lugt hinter den Ammergauer Alpen sogar die Zugspitze hervor. Nach Westen blickt man auf den Zahn-Ostgipfel und muss feststellen, dass es noch höher hinaufgeht, und zwar 100 m, da man vom Brunnberg erst wieder 20 hm absteigt. Es geht sehr sanft los und wird erst zum Ende hin deutlich steiler.

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Diese Stelle direkt nach dem Brunnberg ist die ausgesetzteste vor dem Zahn-Ostgipfel. Der Pfad ist hier aber gut ausgebildet.

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Es kommen noch ein paar schmale Gratstellen, die durch die Bäume erschwert werden, aber solange man trittsicher ist und konzentriert geht, ist es alles nicht so wild. Andersherum betrachtet ist es natürlich ein unglaublich spannender Pfad, der uns sehr viel Spaß gemacht hätte...

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...wenn es in dem Moment nicht gedonnert hätte :-( 5 Wetterdienste hatten wir morgens um halb 8 noch gecheckt, keiner sagte Regen vor 19:00 Uhr voraus. Und Gewitter schon gar nicht. Aber so ist es halt in den Bergen. Aufgrund der Windrichtung war aber klar, dass das Gewitter hinter uns vorbei über Ettal ziehen würde. Also sind wir nicht zurück zur Hütte, sondern möglichst rasch weiter gegangen, denn hinter dem Zahn sah es schon wieder viel heller aus. Rechts im Vordergrund die letzte schmale Stelle, danach wird es bis zum Ostgipfel vollkommen ungefährlich.

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Viel zu schön, um einfach nur durchzumarschieren :-( Aber wir wollten aus dem Regen raus, der allerdings nicht so stark war. Im Tal hat es so geschüttet, dass man die nächste Bergkette zeitweise nicht mehr sehen konnte.

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Nach ein paar Minuten kam die Sonne schon wieder raus, und nun konnten wir das erste Mal ein kleines Stück Regenbogen von oben sehen, das im Tal über Unterammergau hing.

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Am Grashang unterhalb des Gipfels bleibt man am besten direkt möglichst weit rechts oben, denn hinter der großen Fichte in der Mitte muss man steil rechts die Wiese hinauf. Weiter geradeaus sieht es zwar verlockend wenig steil aus, aber da landet man in den Felsabbrüchen.

Hier bekamen wir auf einmal unerwartete Gesellschaft! Kaum waren wir zu sehen, stürmte die ganze Herde unter ihren "Regenunterstandsbäumen" hervor auf uns zu! 10 m entfernt blieben sie stehen und das Leitschaf ging erstmal gucken, ob wir auch nicht gefährlich sind. Dann kam der Rest langsam nach. Nun sind Schafe ja liebe Tiere, aber wenn man so von einer ganzen Herde umringt wird, ist das schon ein bisschen ein komisches Gefühl :-) Vielleicht versteht so ein junger Schafbock ja unter "Spielen" auch was anderes als unsere Kinder... Es blieb aber alles ganz friedlich, irgendwann zog die Herde wieder ab, vermutlich enttäuscht, dass wir keine Leckereien anzubieten hatten.

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Das letzte steile Stück ist geschafft :-) Links der Zahn-Ostgipfel. Von dort geht es nicht weiter, man muss wieder zurück und links unterhalb vorbei. Aber man sollte ihn wegen des Blicks auf die Gratstelle unbedingt besuchen. Ganz rechts unten im Tal sieht man schon den markierten Pfad zwischen Kolbenalm/Kolbensesselhütte und Sonnenberg/Pürschling, auf dem wir zurückgehen. Für einen Rückblick auf die bisherige Wanderung muss man im linken Foto zu dem Felszacken am rechten Rand hochsteigen, vom Zahn-Ostgipfel aus ist der Blick verdeckt.

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Das Gewitter hat sich ins Loisachtal verzogen... Die Festivaltour-Jungs sind vom Gipfel direkt links runter gestiegen, das hab ich mir auch angeschaut, fand das aber zu schwierig. Ich habe einige Abstiege versucht, aber es ist überall steil und rutschig. Am besten geht man wirklich weit zurück und unten an dem liegenden Baumstamm entlang. Die Stufe darüber sieht von hier auch einfach aus, bietet weiter hinten bei den Felsen aber keinen Halt.

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Man sieht auf dem vorigen Foto, dass es neben der Kraxelstelle recht steil ist, man muss hier also vorsichtig sein. Es war nach dem Regen etwas rutschig, aber die Felsen bieten genug Halt für Hände und Füße.

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Nach der Kraxelstelle taucht der Pfad überraschend deutlich wieder auf. Es wird nach dem toten Baum, wo der Pfad mit der unteren Spur zusammenläuft, ein bisschen ausgesetzt, der Hang ist dort wirklich sehr steil und tief.

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Der Grat ist auf allen Abschnitten gut zu laufen, es gibt immer eine Spur und es ist nirgends so schmal, dass man Probleme hat, sicher aufzutreten. Aber die Kinder müssen absolut schwindelfrei sein!

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So sieht es nämlich links und rechts neben der Stelle aus, wo Florian im vorigen Bild gerade geht. Besonders nach links darf man nicht abrutschen. Die Baustelle der neuen Oberammergauer Bergattraktion, der Rollercoaster an der Kolbensattelhütte, konnte man vorher schon oft genug sehen und hören. Aber das ist das einzige Foto, auf dem die Entstehung des "großen Plus für den gesamten Tourismus" zu bewundern ist, das "innovativen Schwung ins Ammertal" bringen wird. Die nächste Sommerrodelbahn in Unterammgergau befindet sich Luftlinie zwar nur 2 km entfernt auf der Rückseite des Steckenbergs, aber vielleicht hört das Ammertal dazwischen ja irgendwo auf... Vermutlich werden in Zukunft das Gewusel und der Lärm dort unten ein merkwürdiger Kontrast nach der einsamen Grattour sein.

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Der erste kleine Hügel im Hintergrund des vorigen Florian-Bilds ist aus der Nähe betrachtet viel breiter und einfacher, als man zunächst denkt. Von dort oben hat man einen guten Blick zurück in den Hang auf der linken Gratseite.

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Rückblick vom ersten Hügel. Weiter geht's zum 2. Hügel...

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...den man ein bisschen erklimmen muss. Danach geht es runter, man weicht am besten ein bisschen nach rechts aus. An dem Felsen weiter unten sollte man aber unbedingt links vorbei. Rechts herum wird in anderen Beschreibungen empfohlen, aber ich vermute, dass da zwischenzeitlich ein Stück abgerutscht ist. Ich konnte zwar den Pfad auf der anderen Seite eines kleinen Einschnitts sehen, wäre da aber nur mit unangenehm wackeliger Kletterei rübergekommen.

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Links geht es zwar auch steil nach unten, aber deutlich leichter und weniger gefährlich. Nur an der Stelle rechts, die unmittelbar nach dem linken Bild folgt, muss man aufpassen. Hier wird der Pfad von einem Felsbrocken unterbrochen und der Hang links unterhalb ist sehr steil.

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Im nächsten Grashang gibt es mehrere schwache Pfadspuren, man muss vorsichtig absteigen, um nicht ins Rutschen zu kommen. Bei der nächsten Felsnase kann man beide Pfade nehmen, der untere ist einfacher, der obere weniger ausgesetzt.

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20 m nach dem Doppelpfad aus dem vorigen Bild steigt man rechts den Hang hoch zum Zacken mit dem Gipfelkreuz. Das sind die letzten Höhenmeter des Tages :-) Und ab jetzt kommen auch keine ausgesetzten oder gefährlichen Stellen mehr! Auf der anderen Seite sieht man rechts unten wieder den Weg zur Kolbenalm. Man geht noch kurz an den Felswänden entlang, dann folgt man einer Pfadspur in einer Kehre nach unten zu dem Laubbaum und dort weiter in Blickrichtung bis zu einer großen "Wegweiser-Fichte", die ihren knorrigen Arm nach rechts in Richtung unseres Rückwegs streckt :-)

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Es lohnt sich, vorher nochmal kurz rechts hochzusteigen (auf dem Pfad, der zu der vermutlich abgerutschen Stelle führt), um einen schönen Blick auf die Zähne zu erhaschen. Rechts sind wir schon nach dem Wegweiser-Baum, von dem aus man ein paar Meter weglos absteigen muss, auf dem markierten Pfad angelangt.

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Der Kofel schiebt sich wirklich überall ins Bild :-) Hier mal mit dem Heimgarten im Hintergrund, und dazwischen ist tatsächlich der Osterfeuerkopf zu sehen, erkennbar an dem hellen Grashang, den man unterhalb des Gipfels in einigen Serpentinen durchquert.

Der Abstieg führt jetzt durch ein wirklich schönes offenes Gelände mit tollen alten Buchen.

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Man erkennt gut, dass der Pfad Anfang Mai noch ein Bachbett für den schmelzenden Schnee war. An der großen Doppel-Fichte stößt von rechts der Pfad hinzu, der zwischen Hütte und Brunnberg abzweigt. Er ist hier nicht markiert, aber man findet ihn leicht, wenn man rechts ein bisschen schaut. Wir gehen weiter geradeaus Richtung Kolbenalm.

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Zu Beginn des Abstiegs sieht man nochmal den Brunnberg. Der Pfad geht einige Zeit durch den Wald, dann kommt man an die etwas gemeine Stelle rechts, wo man von oben schon den Pfad nach links weitergehen sieht. Denkt man. Tatsächlich geht es aber rechts durch die Bäume den Hang hinunter, direkt auf den Brunnberggraben zu...

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..in den man diesen schönen Blick hat, wenn man in der ersten Kehre noch ein paar Meter weiter geht. Danach übersteigt man den Zaun und sieht rückblickend das Schild. Wenn man bedenkt, wo wir die Schafe getroffen haben, kann man wohl zu recht sagen: Glückliche Schafe!

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Der Pfad trifft auf den Hinteren Königssteig zwischen Kolbensattelhütte und Kofel, gleich danach gelangt man an den Unterstand. Danach beginnt die Suche nach den Straßen-Vermeidungspfaden :-) Gleich nach der Hütte versuchen rote Pfeile einen auf die Straße zwischen Kolbensattelhütte und Kolbenalm zu schicken. Der Pfad geht aber rechts weiter. Hier ist ein Kartenausdruck hilfreich, damit man nicht durcheinander kommt. Man geht eine Weile oberhalb des Brunnberggrabens entlang, dann wird der Pfad wieder schmaler.

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Auch dieser breitere Weg wird nach 10 m gleich wieder nach rechts verlassen und man steigt weiter durch den sehr schönen Fichtenwald hinab.

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Wenn es flacher wird, muss man die Augen offenhalten. 2x biegt der Pfad nach links Richtung Straße ab. Im linken Bild erkennt man noch eindeutig den Pfad, der nach rechts abzweigt. Kurz danach steht man im rechten Bild, wo der Pfad nach links führt. Hier wollten Ariane und ich nur mal testweise schauen, ob es nicht auch noch rechts am Bach entlanggeht, der ja kurz danach die Straße quert. Wir sind hinter dem Baum rechts auf halbe Höhe zum Bach runtergestiegen und dann waagerecht weiter. 10m weiter sind wir auf einen eindeutigen Pfad gestoßen, der vermutlich irgendwo weiter links vom Hauptpfad abzweigt.

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Dieser Pfad, auf dem es sogar einen Wegweiser nach Oberammergau gibt, ist auf der Vermessungsamtskarte verzeichnet. Er führt kurz am Bach entlang und erspart immerhin nochmal 100 m Straße.

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Wer nun gar keine Lust auf die Straße hat, kann sie nach 50 m gleich wieder nach links verlassen und zum Bach runtersteigen. Man kann erst direkt an ihm entlang gehen, dann muss man leicht nach oben ausweichen. Wenn man auf einen Graben trifft (zumindest diesmal ausgetrocknet), steigt man nach ihm schräg rechts hoch in den Wald und trifft dort auf einen Trampelpfad, der einen erst kurz vor der Kolbenalm auf die Straße führt. In die Wegbeschreibung hab ich ein paar Bilder dazu aufgenommen.

Damit aber noch nicht genug :-) Zwischen Kolbenalm und Straße führt ein Fahrweg in die Wiese hinein. Er umrundet die Kolbenalm und geht am Waldrand...

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... in einen Trampelpfad über (auch in der Karte verzeichnet), der in einigen Serpentinen hinunter zum Kolbenbach führt. Hier kann man der Straße nicht mehr entkommen, aber es sind auch nur noch 400 bis zum Parkplatz. Von dem Regen, der jetzt einsetzen sollte, war weit und breit nichts zu sehen, nicht eine Wolke zeigte sich über dem Brunnbergkamm. Wettervorhersagen :-) Aber selbst wenn das Gewitter die Freude unterwegs ein bisschen trübte, war das doch ein unglaublich schöne, einsame und spannende Tour!

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Frank Steiner (Email)

Last modified: Wed Oct 26 09:08:36 CEST 2016

Gefahrenhinweis/Haftungsausschluss: Bei vielen der vorgestellten Wanderungen gibt es durchaus ausgesetzte und gefährliche Stellen. Die Wege sind teilweise in schlechtem Zustand, und die Gefahr eines Absturzes besteht bei schmalen Pfaden am Hang immer. Typische Gefahren wie Steinschlag oder schlechtes Wetter sind zudem in den Bergen jederzeit vorhanden. Wir bemühen uns, in der Darstellung jeder Wanderung zu vermitteln, wie anstrengend und gefährlich sie aus unserer persönlichen Sicht war und wie gut unsere Kinder damit zurecht gekommen sind.

Trotzdem übernehmen wir natürlich für keine der vorgestellten Wanderungen eine Garantie für die Richtigkeit der Darstellung, für die Ungefährlichkeit oder die Eignung für andere Kinder als unsere eigenen. Jeder wandert auf eigene Gefahr und auf eigene Verantwortung und muss vor Ort selbst entscheiden, ob die vorgestellten Routen gefahrlos zu begehen sind oder nicht. Die Verwendung der Informationen dieser Webseite erfolgt auf eigenes Risiko. Für Unfälle, welche eventuell auf unsere Informationen zurück zu führen wären, wird nicht gehaftet.

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