Der Speibenkäs - auf der Suche nach Wegen von 1864
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Wegloser Aufstieg im Speibenkäs auf der Suche nach dem historischen Pfadverlauf

Hierher gelangt man vom weglosen Zustieg im Speibenkäs.

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Nach der Rinne wurde der Rücken rechts flacher, also habe ich den Ausstieg gewagt. Spuren gibt es im Grashang nicht. Ich bin vor allem deshalb rechts hinauf, weil ich nach dem alten Pfad suchen wollte. Besser für die Füße ist es vermutlich, noch möglichst weit im Bachbett hinaufzusteigen, denn die folgenden Grashänge waren nicht sehr angenehm.

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Auf dem Rücken erreichte ich genau die Stelle, wo der alten Karte zufolge der Pfad den Einschnitt durchqueren und vom linken auf den rechten Rücken wechseln sollte (siehe Foto von oben). Leider konnte ich nichts entdecken. Auch die untere Stufe, die ich in den Felsen zu sehen glaubte, entpuppte sich als zu glatt. Mir verging auch allmählich die Lust, denn mit dem Suchen der unteren Querung im Speibenkäs und dem bisherigen sehr mühsamen Verfolgen des alten Aufstiegspfads war ich immerhin schon 7 Stunden am Suchen. Also bin ich nun einfach auf den linken Rücken hoch, bis der felsige Einschnitt verschwunden war und ich gefahrlos hinüber konnte.

Direkt von meiner "Aussichtsposition" aus war der Hang so steil, dass das direkte Hinaufkraxeln mit Händen und Füßen angenehmer war, als das Laufen in Serpentinen, wo die Füße zu stark seitlich kippten.

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Etwas weiter oben fanden sich ab und zu Möglichkeiten für eine Serpentine. Als Ziel hatte ich mir den großen querliegenden Baumstamm gesetzt.

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Als der Baumstamm in Reichweite kam, dachte ich immer "Bis dahin gehst Du noch, da ist eine Stufe, da ist es flacher!", aber es wurde nie so wirklich flacher :-) Oberhalb des zerbrochenen Baums glaubte ich nun eine Spur zu sehen und bin hinüber und dann leicht links hoch bis zum nächsten Einschnitt. Vorher aber...

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... nochmal der wirklich schöne Blick zurück. Wär ich nicht so außer Atem gewesen, hätte ich es sicher mehr genießen können :-) Am roten Pfeil ist das "Aussichtsfenster", an dem der andere Aufstiegspfad an den Felsabbrüchen endet und man stattdessen weglos auf das Schürpfeneck oder über die obere Querung zum Speibenkäsgraben gelangen kann.

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Nach Durchquerung des kleinen Grabens am zerbrochenen Baum bin ich also weiter leicht links hinauf bis zum nächsten Einschnitt gestiegen, wo sich nun die vielen (von der Nässe) schwarzen Felsen aus der Nähe zeigen. Auf dem Rücken muss man nun weiter hinauf und hält sich dabei am besten immer in Nähe des rechten Rands.

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Das war nun der Beweis, dass der Pfad verschwunden war: Er konnte nur genau auf diesem ganz schmal werdenden Rücken verlaufen. Aber es war nichts mehr zu sehen. Man bleibt einfach ganz stur genau auf dem Rücken, es geht relativ angenehm hinauf. Links sieht man den schönen Aussichtspunkt mit dem "Fahnenmast".

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Der kleine Rücken führt einen schließlich an diese Stelle. Man sieht ganz oben an einer Stelle schon den Himmel durch die Bäume schimmern, da ist der Rücken. Man könnte sicher auch von hier aus einfach weiter hochsteigen, aber ich hatte noch die Hoffnung, die alte Querung Richtung Ostgipfel zu finden, die gleich oberhalb der Felsen verlaufen sollte. Vorher bin ich aber nach links zum Aussichtspunkt gestiegen, und das darf man keinesfalls verpassen! Unterhalb des Felsens rechts kam früher der andere Aufstiegspfad an, der nach dem "Aussichtsfenster" leider nicht mehr existiert.

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Der Aussichtspunkt ist eine der "magischen" Stellen im Speibenkäs. Dort ganz alleine zu "thronen" und die Aussicht zu genießen ist wirklich wundervoll. Rechts nochmal der Blick auf das "Aussichtsfenster". Von dort sieht mein wegloser Aufstieg so aus:

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Am blauen Punkt die Aussichtsstelle und rechts die Felsen, wo der Pfad zum Ostgipfel früher unmittelbar oberhalb verlief.

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Wer nicht direkt hinauf zum Rücken will, muss nach der Überquerung des kleines Bachs aufpassen, dass er weit genug hochsteigt, sonst landet man in den Felsabbrüchen. Ich bin an dem Baumstamm hinüber, und dann im Hang ein bisschen hochgestiegen, bis ich etwa auf Höhe des unten auch schon gelb markierten Laubbaums gelandet war.

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Von dort weiter müsste man sich etwas weiter oben halten, ich bin versehentlich zu weit nach rechts unten gestiegen, weil ich nicht genau wusste, wo die richtigen Felsabbrüche losgingen. Das lohnt sich als Abstecher...

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...denn man erreicht bald diesen kleinen Grashang, und an der kleinen weißen Schuttstelle rechts...

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...sieht man die Felsen, die ich schon von der allerersten Aussichtsstelle vor dem Abstieg ins Bachbett so schön fand, endlich einmal aus der Nähe. Und hat auch nochmal einen tollen Blick hinab in den Speibenkäs. Ich mag diese Art von Landschaft mit Felsen, Gras und wenigen Bäumen einfach sehr. Und hier hat man sie in Hülle und Fülle, ohne dass man sich in die Nähe der Baumgrenze begeben muss.

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Der einzige Nachteil an der Aussicht ist, dass man danach wieder zurück und hinauf steigen muss. Ich bin einfach den Grashang hinaufgekraxelt und habe oben noch ein letztes Mal gesucht, denn die Felsen waren eindeutig auf der alten Karte zu identifizieren. Aber auch hier waren keine Pfadreste mehr auszumachen. Da hat's mir dann gereicht und ich bin in großen Serpentinen links hinauf zum Rücken gestiegen. Es ist hier nicht mehr so steil, auf jeden Fall aber gestuft und daher gut zu überwinden.

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An dieser lichteren Stelle im rechten Bild bin ich nach meinem ersten weglosen Aufstieg durch den Speibenkäs herausgekommen und auf dem Rücken weiter Richtung Spitzberg gestiefelt. Damals allerdings noch mit ziemlich viel Schnee hier oben.

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Man nähert sich allmählich dem Gipfel, gut erkennbar daran, dass die hohen Bäume verschwinden und der Rücken ziemlich breit wird. Auch wenn der Hang auf der linken Seite kurz vor dem Gipfel so aussieht, als käme man gut herunter, sollte man hier nicht den Weg nach unten suchen. Man landet sehr leicht in den Felsabbrüchen.

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Hier steht man ungefähr auf dem höchsten Punkt. In den heutigen Karten ist das der Spitzberg, in den historischen wird aber der etwas niedrigere östliche Gipfel so bezeichnet. Wenn man von hier hinuntersteigen will, dann muss man den Laubbaum in der Bildmitte links anpeilen. Eindeutig identifizierbar, wenn man an einer 3er-Fichtengruppe steht (beide Male links am Bildrand) und den Laubbaum in Richtugn Sylvensteinsee sieht. Und zwischen Laubbaum und der 3er-Gruppe hindurch auf den Staffel schaut.

Von hier aus kann man einen Abstecher zum Ostgipfel unternehmen und entweder hierher zurückkehren, oder auch vom Ostgipfel hinunter auf den Pfad oder Richtung Almwiesen steigen. Deutlich der kürzeste Rückweg.
Oder man nimmt den Abstieg vom Spitzberg und geht über den spannenden, aber schwierigen Pfad Richtung Achneralmwiese oder über die Luitpolderalm auf langweiligen, aber sicheren Wege zurück.
 

Frank Steiner (Email)

Last modified: Thu Jan 29 15:56:38 CET 2015

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