Weglose einsame Wanderung mit Kinder bei Ettal

wir
Rund um den Scheinberg
Juli 2019
Ausgangspunkt:Parkplatz oder Parkbucht (beide kostenlos) an der Straße zwischen Ettal und Plansee unmittelbar vor der Grenze, ca. 1¼ Stunden Autofahrt vom Südwesten Münchens
Wanderkarte des Bayerischen Vermessungsamts. Per Klick auf eine Linie öffnet man die Beschreibung inkl. Längenangabe und kann sich auch ein Höhenprofil anzeigen lassen.
Google-Map
KML-File
Der Streckenverlauf und die Positionsmarken sind freihändig eingezeichnet. Mit Hilfe von Karten und der Fotos versuche ich aber, den Weg so genau wie möglich nachzuvollziehen, so dass die Längenangaben im Großen und Ganzen stimmen sollten.
Länge/Unsere Zeit:
Insgesamt (hin und zurück) ca. 4½ km mit 200 hm, inkl. Badestelle, die 200 m/20 hm von der Spielstelle entfernt liegt.
Die Etappen beim Start vom Wanderparkplatz (Erwachsenenzeiten, mit kleinen Kindern je nach Alter vermutlich das 2-3fache rechnen):
  • vom Wanderparkplatz über Straße zum Jägerpfad: <5 Minuten, 225 m/paar hm
  • hinauf zur und über die Wiese: 10 Minuten, 320 m/40hm
  • steilerer Aufstiegsteil: 10 Minuten, 350 m/80 hm
  • Pfad mit nur noch sanftem Anstieg bis Spielstelle: 20 Minuten, gut 1km m/70 hm
  • von der Spiel- zur Badestelle: 5 Minuten, 200 m/15 hm
  • am Rückweg von der Wiese über Fahrweg zum Bach: gut 10 Minuten, 300m zum Bach, 150 zum Parkplatz
gut 14½ km mit 1050 hm (inkl. aller auch kleinen Gegenanstiege), wenn man beide Male den kurzen Pfad zur Hütte nimmt, 15½ km mit 1x langem Hüttenpfad. Es gibt 3 Möglichkeiten zum vorzeitigen Abbruch, siehe unten beim PDF.
Wir haben 11½ Stunden gebraucht (12, wenn wir wie geplant den langen Hüttenabstieg genommen hätten), dabei haben wir 2 lange Pausen von jeweils 50 Minuten am Gipfel und am Bach unterhalb der Scheinberg-Alpe gemacht, und natürlich einige kleine 10-Minuten-Auszeiten an Bächen oder im Schatten hier und da, die sich auf gut 2 Stunden summieren. Unsere reine Gehzeit ohne Pausen lag bei ca. 7½ Stunden.
Wer's drauf anlegt und auf lange Pausen verzichtet, kann also sicherlich 3-4 Stunden schneller sein. Unsere Zeit ist eine, bei der man neben den beiden großen Pausen auch zwischendrin immer genug Erholung findet und sich nie hetzen muss, sondern ein angenehmes Tempo anschlagen kann, das Zeit zum Fotografieren und Genießen der schönen Umgebung lässt.
Man sollte diese Tour also ruhig einem langen Sommertag unternehmen und nicht zu spät starten, denn es kann passieren, dass man auf vielen Abschnitten deutlich weniger rasch vorankommt als gedacht. Auf dem Pfad in die Weidentalalpe ist man wegen der schwierigen Rinnen sehr langsam, aber auch der Abstieg vom Grat bis zum Erreichen des Walds (wo es dann wieder hinauf geht) erlaubt wegen des schwierigen Untergrund nur ein ziemlich geringes Tempo. Zudem ist die Tour mit 14½-15½ km deutlich länger als unsere bisherigen Wanderungen mit vergleichbar schwierigen Pfaden. Lieber ist man schneller als geplant und kann dann noch ein bisschen zum Ausklang an der Spielstelle die Füße (oder mehr) in den Bach stellen :-), als dass man unerwartet im Dunkeln zurück muss.
Die Etappen zur besseren Einschätzung (ohne Pausenzeiten zwischen den Etappen):
  • Parkbucht bis Verzweigung langer/kurzer Hüttenzustieg: 25 Minuten
  • kurzer Hüttenzustieg: 30 Minuten
  • langer Hüttenzustieg: ¾-1 Stunde (je nach Suchzeit/Grashöhe)
  • anstrengender Aufstieg nach Hütte: 15-20 Minuten
  • Querung in die Weidentalalpe: 1 Stunde
  • Aufstieg bis zum Grat: 1 Stunde
  • Abstieg durchs Latschenlabyrinth bis Waldrand: 1¼ Stunde
  • Gegenanstieg zur Scheinberg-Alpe: 25 Minuten
  • Abstieg zum Bach: 10 Minuten
  • Rückweg bis zum Normalweg: knappe Stunde
  • Querung und Abstieg zur Hütte: 25 Minuten
  • kurzer Hüttenabstieg: 25 Minuten
  • langer Hüttenabstieg: ¾-1 Stunde (man ist im Abstieg nicht wirklich schneller)
  • Abstecher zur Spielstelle nach kurzem Hüttenabstieg: ca. 10-15 Minuten
  • Rückweg ab Treffpunkt langer/kurzer Hüttenabstieg bis Bach/Parkplatz: knapp 25 Minuten
Alter unserer Kinder: Florian war 14¼.
Schwierigkeit:
Die 2 km und 180 hm bis zur ersten Spielstelle lassen sich auch von kleineren Kindern schon gut bewältigen. Die Höhenmeter verteilen sich auf kurze Abschnitte: von der Straße aus geht es gleich steil hinauf, da können Kinder auch schon mal die Hände einsetzen, dann läuft man bequem über die große Wiese. Alternativ kann man dorthin auch über den Waldweg zusteigen, der deutlich einfacher, aber vielleicht zu langweilig ist. Nach der Wiese geht es deutlich verwachsener und zu Beginn noch recht steil weiter, wird aber bald flacher und führt mit nur noch sehr sanfter Steigung bis zur Spielstelle.
Das Spielen dort ist gefahrlos, solange man etwas Abstand von der ersten Stufe hält, an der ein umgestürzter Baum im Wasser liegt. Die erste Stufe geht "nur" 2 Meter hinunter, aber dann werden die Abbrüche schnell immer tiefer. Rutschig ist es nur an wenigen Stellen, und das ist an der orangen Färbung eindeutig erkennbar, ansonsten bewegt man sich auf den Felsplatten sehr sicher. Wer auf den kleinen Wasserfall klettert, muss natürlich aufpassen, dass er dort nicht runterfällt. Man kann hier als Erwachsener jedenfalls bequem in Sonne oder Schatten sitzen und dabei den gesamten Bereich im Auge behalten.
An der Badestelle mit den Gumpen am westlichen Bach sollte man ebenfalls eine "untere Grenze" für die Kinder ziehen, um Abstand von den immer tiefer abfallenden Stufen zu halten. Es gibt neben flachen Stellen auch tiefere Gumpen und viele Möglichkeiten, auf den kleinen Stufen herumzuklettern. Badeschuhe mit Gummisohlen sind hier sicherlich hilfreich. Etwas oberhalb liegt eine lange, gefährlich rutschige Platte (wieder orange erkennbar), dahinter kann man den Bach noch ein ganzes Stück weiter aufwärts verfolgen. Hier muss man also ggfs. mehr auf die Kinder achten, da man nicht alles überblicken kann.
An der untersten Bachstelle (vor Erreichen der Spielstelle) kann das Wasser nach dem Zusammenfluss der beiden Bäche etwas reißend sein. Wenn überhaupt, ist das Spielen dort nur bachaufwärts möglich, das müsste aber mal jemand erkunden und mir eine Rückmeldung geben. Ich hab den Bereich nicht weiter untersucht.
Diese Tour ist zwar ziemlich lang, so dass man schon ein bisschen Kondition braucht, aber die Anstrengung hält sich selbst bei warmem Wetter in Grenzen, da die Anstiege nur selten (und dann nur kurz) wirklich steil sind. Auch die 250 hm Gegenanstiege, die man leider am Rückweg absolvieren muss, gestalten sich aufgrund der immer bequemer werdenden Pfade weniger schlimm als befürchtet und fallen teilweise gar nicht auf. Technisch schwierige Stellen gibt es nur wenige, aber die sind teilweise sehr anspruchsvoll und erfordern hohe Trittsicherheit. Die nur selten vorhandene, leichte Ausgesetztheit findet sich genau an diesen Stellen, so dass die Tour für Leute mit Höhenangst möglicherweise nicht geeignet ist. Die Umknickgefahr ist auf einigen, meist kurzen (mit Ausnahme des langen Hüttenzustiegs) und über die ganze Tour verstreuten Abschnitten sehr hoch, der Rest geht sich aber meist überraschend angenehm. Zudem gibt es an mehreren Stellen die Möglichkeit, auf Normal- und Fahrwege auszusteigen.
Vorbereitung
Man braucht schon ein bisschen Übung auf kippeligen Pfade oder in unwegsamem Gelände, auch das Kraxeln mit Händen und Füßen sollte einem nicht fremd sein. Der Abstieg vom Gipfel im rutschigen Geröllhang kann auch sehr schwierig sein, wenn man noch keine Erfahrung mit so einem Untergrund hat, aber für diese kurze Stelle gezielt irgendwo zu üben wirkt auch übertrieben. Wichtiger ist, dass man genug Kondition für so eine lange Strecke mitbringt, und wenn man vorher vielleicht mal anstrengendere Touren wie den Pendling, lange wie die Schergenwieser Schneid, und kraxelige wie den Mineckergrat oder das Zundereck gemacht hat, ist man hier gut gerüstet.
Zustieg: alter Pfad oder neuer Pfad?
Der Jägersteig beginnt etwas steil und rutschig, wird nach der ersten Wiese aber sanfter, obwohl er nun deutlich verwachsener und kippeliger ist. Dann gibt es zwei Pfade zur Hütte: der neue ist sehr bequem und führt rasch hinauf bzw. hinunter. Nur die wenigen Höhenmeter zum Fahrweg, wo der neue Pfad beginnt, müssen weglos durchstiegen werden, aber das ist nicht wirklich schwierig.
Der alte Pfad führt erst bequem bis zur Spielstelle (s.o.), ist dann im Aufstieg an vielen Stellen kippelig und manchmal nicht ganz leicht zu finden. Wenn im Juli/August das Gras sehr hoch steht, ist besonders der Abstieg schwierig, da man oft nicht sieht, wo man hintreten kann, und einige Kurven fast unsichtbar sind. Wer diesen sehr schönen Pfad nicht verpassen will, muss sich entscheiden, ob man ihn mit Auf- oder Abstieg nehmen will (Argumente siehe unten bei der Verzweigungsmöglichkeit)
In die Weidentalalpe
Der renovierte Pfad nach der Hütte beginnt bequem, wird dann aber sehr steil und bei warmem Wetter richtig unangenehm. Der Abschnitt ist aber rasch absolviert, danach wird's für lange Zeit waagerecht. Auf der langen Querung zur Weidentalalpe ist der Pfad manchmal gut erkennbar und bequem, manchmal fast verschwunden und extrem kippelig. Die schwierigsten Abschnitte finden sich alle hier und müssen teilweise sehr vorsichtig und langsam durchstiegen werden, ohne Zuhilfenahme der Hände geht's an einigen Stellen nicht. Es gibt keine stark ausgesetzten Stellen, aber man kann einige Male mehrere Meter in Felsrinnen stürzen oder steile Grashänge mit gefährlich scharfkantigen Felsen hinabkullern. Wer die Weidentalalpe nach der letzten großen Rinne erreicht, hat das Schwierigste hinter sich, selbst der Gipfelabstieg ist weniger anspruchsvoll.
Aufstieg in der Weidentalalpe
Die Überraschung des Tages: aus der Ferne denkt man "Oh Gott, da hinauf? In der prallen Sonne?", ist dann aber überrascht, wie angenehm der Aufstieg in dem sehr stufigen Gelände gelingt. Es ist nur an wenigen und kurzen Stellen mal etwas steiler, ansonsten spaziert man mehr hinauf, so dass es selbst bei warmem Wetter mit Sonne nicht schlimm ist. Kein Vergleich mit dem steilen Anstieg nach der Hütte. Und auch in den langen Querungen finden sich immer gute Stufen und teilweise alte Pfade, so dass es nie sonderlich kippelig ist. Der kurze Abstecher zum Grat ist lohnend, Leute mit Höhenangst sollten rechtzeitig vor der Kante stoppen. Es besteht hier die erste Möglichkeit, auf einen Normalweg zu wechseln.
Der letzte Teil des Anstiegs durch die Latschengassen ist dann allerdings teilweise sehr steil, und dort ist es wegen der Latschen auch deutlich wärmer. Vergleichbar mit dem Anstieg nach der Hütte, aber durch bessere Stufigkeit etwas angenehmer und dank kleiner Erholungsquerungen zwischendrin nicht zu anstrengend. Den Abstecher auf den Gipfel kann man machen, wenn man die Aussicht nicht vorher vom Grat aus genossen hat, aber selbst mit nur leichter Höhenangst geht das auf keinen Fall, denn der Pfad führt direkt an tiefen Abbruchkanten entlang.
Gratabstieg
Bei der Gratüberquerung kann man bequem und sicher rasten und sogar im Schatten liegen. Beim Abstieg durch den teilweise sehr steilen Hang muss man an 2-3 Stellen aufpassen, dass man auf dem Gebrösel nicht ausrutscht, ansonsten führen ein Pfad und eine quasi unsichtbare, aber überraschend einfache Spur durch Geröll und kleine Felsen. Danach muss man in der großen Grasrinne gut auf verborgene Steine achten, die Umknickgefahr ist hier mit am höchsten, obwohl es überhaupt nicht danach aussieht.
Im folgenden Latschenlabyrinth ist die Gefahr, sich zu verirren, enorm hoch, daher sollte man genau der Anleitung folgen (es gibt auch hier eine Möglichkeit, auf den Normalweg abzusteigen). Obwohl es stellenweise etwas steiler hinabgeht, ist es nie rutschig, sondern immer angenehm stufig, so dass der ganze Abstieg ziemlich angenehm ist. Beim Übergang in die neu angelegte Querung wird das leider anders, dort ist es teilweise schräg, sehr kippelig, in einer Steinrinne arg rutschig, und am Beginn des letzten großen Hang sind Ausrutsch- und Umknickgefahr extrem. Florian hat's hier trotz aller Vorwarnungen gelegt und auch ich bin beim ersten Besuch übelst auf dem Knie gelandet. Hat man die schwierigen Meter hinter sich, landet man wieder auf einem Pfad, und ab jetzt wird der Rückweg insgesamt sehr angenehm zu gehen. Es gibt nur noch ganz wenige Stellen, wo es mal kippelig oder rutschig ist.
Aufstieg zur Scheinberg-Alpe
Zum alten Almgelände geht es jetzt wieder 135 hm hinauf, das sind schon über die Hälfte des gesamten Gegenanstiegs am Rückweg. Auf dem ersten Abschnitt bis zur Waldwiese, wo man erneut zu Wald- und Fahrwegen absteigen kann, ist die Steigung stellenweise schon recht hoch, aber der Pfad ist so gut und bequem, dass es trotzdem fast eine Erholung ist. Auf jeden Fall kein Vergleich mit dem Anstieg nach der Hütte oder vor der Gratüberquerung. Im zweiten Abschnitt ist es weniger steil, dafür etwas verwachsener, aber weiterhin sehr angenehm, so dass man die Höhenmeter ziemlich rasch und überraschend leicht überwindet.
Rückweg
Vom Almgelände muss man beinahe weglos hinab zur Wiese mit dem Jägersitz (auch dort kann man wieder auf den Normalweg aussteigen), der alte Pfad ist im Hangabstieg nur noch ganz schwach zu erahnen, hilft aber deutlich. Im Waldgelände ist es dann ganz einfach, obwohl der eigentlich Pfad durch Lawinenschäden teilweise versperrt ist.
Nach der Wiese ist dann wieder ein stark verwachsener Pfad vorhanden, der auf vielen Abschnitten sehr bequem und vor allem zügig begehbar ist. Nur gelegentlich muss man wegen Holzbruch ein bisschen ausweichen, dort ist es manchmal rutschig oder kippelig, insgesamt ist der Pfad aber recht erholsam. Am letzten großen Einschnitt vor dem Normalweg ist die Umknickgefahr trotz klarer Pfadtrasse aufgrund von versteckten Steinen und Unebenheiten deutlich erhöht, ansonsten ist es wenig kippelig. Die insgesamt 75 hm verteilen sich gut und werden zum großen Teil gar nicht wahrgenommen.
Abstieg
Entweder steigt man über den Normalweg ab (im Dunkeln ist auch hier eine Taschenlampe wegen einiger Stolperstellen notwendig) und geht dann über Fahrweg und Straße zurück, oder man quert wieder zur Hütte. Dazu muss man 20 hm auf dem Normalweg hinauf und auch die Querung steigt nochmal 40 Meter an, auf einem kurzen Abschnitt sogar recht steil. Der alte Pfad ist zwar stark verwachsen und anfangs etwas kippelig, läuft sich aber (abgesehen von einer rutschigen Umgehung eines umgestürzten Baums) trotzdem sehr angenehm und ist daher auch mit müden Beinen problemfrei machbar.
Dann landet man auf dem renovierten Pfad oberhalb der Hütte und kann sich den Abstieg aussuchen: auf dem alten und schönen Pfad zur Badestelle, oder auf dem neuen Pfad rasch und bequem hinab, siehe oben.
Bitte beachtet die Gefahrenhinweise.
Attraktivität:
Schon der Weg zum Bach ist für Kinder ausgesprochen schön, es gibt nach den 100 Metern von der Parkbucht zum Einstieg (225 vom großen Parkplatz aus) keinen Meter langweilige Wege mehr, nur kleine, teilweise sehr verwachsene Pfade mit einigen Bachquerungen in schönem Waldgelände. Die Spielstelle ist mit den schrägen Platten, der Wasserrinne und dem kleinen Wasserfall ein absolutes Paradies, das auch für Playmobilfiguren oder kleine Schiffchen perfekt geeignet ist.
Zur Abwechslung gibt's die untere Bachstelle, in der man weniger gut spielen, dafür aber bequem sitzen und dabei den etwas wilderen und hier wirklich schönen Bach bewundern kann. Und zum Baden lädt der westliche Bach ein, an dem es verschieden tiefe Gumpen für Kinder und Erwachsene gibt, und der (bei Vermeidung der rutschigen Algen-Platten) noch ein ganzes Stück bachaufwärts erkundet werden kann. Mit ein bisschen Phantasie sind den verschiedenen Spielmöglichkeiten keine Grenzen gesetzt.
Als unsere Kinder noch klein waren, hätten wir hier mit genügend Essen, Spielzeug und Büchern problemlos den ein oder anderen Sommertag verbringen können.
Eine wirklich beeindruckende Tour mit viel Abwechslung, wunderschönen Blicken nah und fern, tollen, verwilderten Pfaden mit einer wunderbaren Atmosphäre und vielen schönen Stellen, die zum Hinsetzen und genießen einladen.
Die Kraxeleien auf dem Pfad in die Weidentalalpe geben die nötige Würze, der Gratbereich oberhalb der Baumgrenze gibt einen Schuss alpines Flair hinzu, das Latschenlabyrinth ist der Abenteuerteil (vor allem, wenn man die Wegbeschreibung verliert :-)), und der Bereich um die alte Scheinberg-Alpe herum bietet mit seinen einsamen Almflächen, den versteckten kleinen Waldwiesen oder der "bloß nicht einschlafen!"-Bachstelle zahlreiche friedliche Entspannungsorte, die einen schönen Kontrast zur riesigen Weidentalalpe bieten, in der das weite und freie Gefühl ein ganz anderer, aber nicht weniger schöner Eindruck ist.
Am Rückweg dominiert dann das teilweise arg verwilderte und dadurch wunderschöne Waldgelände, es ist hier ruhig und friedlich, so dass man nicht nur körperlich wunderbar entspannen kann. Und wem das zu viel Ruhe wird, der kann mit dem alten Hüttenabstieg und der Spielstelle am Bach noch zwei zusätzliche Highlights genießen.
Normalerweise schreibe ich an dieser Stelle mehr und detaillierter, aber man kann die schönen Details nicht alle aufzählen. Man muss einfach hingehen und es selbst erleben. Obwohl uns durch das Gewitter der alte Hüttenabstieg verwehrt blieb, hatten Florian und ich einen rundum wunderschönen Tag, den wir in vollen Zügen genossen haben und sicherlich noch einmal wiederholen werden.
 
Sonstiges:
Wegbeschreibung
Es gibt ein eigenes PDF für die Spielstelle, und natürlich die Beschreibung der langen Tour. Darin werden der kurze Aufstieg zur und der lange Abstieg von der Hütte beschrieben. Für die umgekehrte Richtung braucht man dieses Zusatz-PDF.
Es gibt vor dem planmäßigen Überqueren des Normalwegs am Rückweg 3 Möglichkeiten abzubrechen und auf Normal-/Fahrwege auszusteigen: nach 2/3 des Aufstiegs in der Weidentalalpe, nach dem Latschenlabyrinth und auf halbem Aufstieg zur Scheinberg-Alpe. Alle 3 sind in der Karte eingezeichnet und auch im PDF gezeigt. Man sollte sich das ruhig vorher mal auf der Wanderkarte von 2008 im Bayernatlas anschauen und vielleicht einen entsprechenden Ausschnitt ausdrucken, damit man im Zweifel von den Abbruchmöglichkeiten zurück zur Straße findet.
Wetter
Bei unserer Tour waren für Ettal je nach Wetterdienst fast wolkenlose 26-30 Grad bei Windstärke 3-4 vorhergesagt, Anfang Juli also schon recht knuffig. Wir sind mit 8 Uhr extra etwas früher gestartet, um es vor Mittag auf den Grat zu schaffen, waren dann aber trotz des kurzen Hüttenzustiegs erst um halb 12 an der Hirschlache und 50 Minuten später am Grat. Im kurzen Latschenabschnitt vor dem Grat war es auch tatsächlich unerfreulich warm, aber bis dahin ging alles ausgesprochen angenehm, obwohl in der Weidentalalpe nur ab und zu ein ganz leichter Wind wehte. Ab dem Grat hatten wir bedeckten Himmel, dadurch wurde es zwar leicht drückend, aber der Wiederanstieg bis zur Scheinberg-Alpe im nicht aufgeheizten, waldigen Nordhang war ohne Sonne sehr angenehm und nicht wirklich anstrengend.
Die Tour ist also prinzipiell auch bei heißem Wetter möglich, aber ein bisschen Wind oder Wolken wären schon gut.
Tageszeit
Man sollte es in der Dämmerung bis zur großen Kurve schaffen, an der der Rückweg von der Nordost- auf die Südost-Seite wechselt. Ab dort ist der Pfad deutlich besser zu erkennen und man es kann mit Taschenlampe problemlos bis zum Normalweg schaffen. Vom Normalweg hinüber Richtung Hütte zu queren, ist mit Taschenlampe zwar möglich, aber man muss aufpassen, dass man sich auf den letzten 100 Metern nicht verläuft, wenn's undeutlich wird. Wenn man sich eher ein bisschen nach oben orientiert, stößt man aber auf jeden Fall auf die Wiese mit dem schiefen Jägersitz und dort auf den deutlichen Pfad hinab zur Hütte.
Nach der Hütte ist der blaue Pfad im Dunkeln hervorragend machbar, der kurze Abstieg vom Fahrweg auf den Pfad vom Hinweg lässt sich mit Taschenlampe gut bewältigen, und ab da schafft man es problemlos (wenn man auf die eine, im PDF beschriebe Stelle achtet) bis zur Wiese mit dem Fahrweg zum Parkplatz. Wer den langen Hüttenabstieg zur Spielstelle nehmen will, muss auf jeden Fall noch in der (helleren) Dämmerung an der Spielstelle landen, ab dort geht es im Dunkeln. Aber der Abstieg zur Spielstelle ist zu undeutlich und zu umknickgefährdet, das geht bei Dunkelheit nur, wenn man ihn schon sehr gut kennt.
Man merkt sich also am besten die Sonnenuntergangszeit, und wenn es aus irgendeinem Grund völlig schief läuft, kann man ja sogar schon aus dem Latschenlabyrinth auf einen Normalweg aussteigen, der rasch auf einen Fahrweg führt.
Jahreszeit
Der geröllige Abstieg vom Grat lag selbst Mitte Juni noch unter einer dicken Schneedecke, die mir im Abstieg große Schwierigkeiten bereitete, obwohl sonst nirgendwo mehr Schneereste zu entdecken waren. Wer nur bis in die Weidentalalpe und von dort wieder zurück gehen will, kann sich auf der Webcam der Zugspitze tatsächlich die Weidentalalpe ansehen. Auf diesem Screenshot sieht man, wie man die Webcam ausrichten muss, und wenn man dann maximal reinzoomt, sieht man hier die Weidentalalpe.
Für die schneefreie Nordseite kann man auf die Kreuzeck-Webcam zurückgreifen, die eine ähnlich hohe Nordlage zeigt. Am 13. Juni 2019 sah's dort so aus und da musste ich durch dieses Schneefeld rückwärts absteigen, indem ich mit den Schuhspitzen Tritte in den Schnee hackte, statt dem blauen Pfad folgen zu können. Machbar, aber unangenehm. Am 29. Juni war alles schneefrei, da sah das Kreuzeck so aus. Die Schneefelder ganz am rechten und ganz am linken Rand (um die Rechtskurve der Straße herum) sollten also verschwunden sein, wenn man die ganze Tour schneefrei machen möchte.
Der lange Hüttenweg ist mit ganz hohem Gras zwar mit Hilfe des PDFs auch noch zu finden, aber dann würde ich ihn lieber im Aufstieg machen. Im Abstieg sieht man in den Grashängen nicht mehr gut, wo man hintritt, und muss bei dem oft unwegsamen Boden ein entsprechend langsames Tempo anschlagen. Das haben Steffi und ich gemerkt, als wir im August dort waren und im Abstieg mehr Zeit benötigten als ich Anfang Juni im Aufstieg.
Ausrüstung
  • Um bei Bedarf abbrechen und auf einen Normalweg aussteigen zu können, sollte man sich die bei den Fotos immer gezeigten Ausstiegsmöglichkeiten klarmachen und einen entsprechend großen Ausstieg der Bayernatlas-Karte von 2008 ausdrucken (Zeitreise-Funkion, oben in der verlinkten Bayernatlas-Karte links bei "Dargestellte Karten" schon eingebunden, muss man nur noch anhaken).
  • Taschenlampen unbedingt, weil man selbst auf dem Normalwegabstieg an einigen Stellen böse stolpern oder umknicken kann.
  • Wenn man verschiedene Wanderschuhe hat, dann die steifsten mit den härtesten Kanten nehmen, damit man in den schwierigen Einschnitten und gerölligen Abstiegen gut reinkanten kann.
  • Regenhosen könnten nötig sein, falls auf der Wiese am Anfang das Gras nicht gemäht ist und man so früh startet, dass noch alles voller Tau ist. Sonst hat man nicht nur nasse Beine, sondern auch Füße, weil einem von oben alles reinläuft. Man kann die Hosen ja dann an der Hütte deponieren und am Rückweg wieder mitnehmen.
  • An sonnigen Tagen unbedingt sehr gut einschmieren, denn in der Weidentalalpe läuft man eine Stunde in der prallen Sonne. Und beim Abstieg im Latschenlabyrinth wird einem der Nacken nochmal kräftig gegrillt.
  • Trinkwasser braucht man an warmen Tagen bei der Länge natürlich viel, aber wer nicht alles schleppen will, kann eine zusätzliche 1.5l-Flasche in der Hand bis zur Hütte mitnehmen und dort an der Rückseite verstecken. Dann muss man es nur bis dorthin mit den Rucksack-Vorräten schaffen. Ich hab das 2x gemacht und war nach den jeweils 15 Stunden sehr dankbar, dass ich dann an der Hütte nicht mehr haushalten musste :-)
    Ansonsten sollte man wassermäßig beachten, dass der Bach im letzten Einschnitt vor Erreichen der Weidentalalpe die letzte Erfrischungsmöglichkeit für die nächsten knapp 3 Stunden (ohne Pausen) bis zum Bach nach dem Abstieg von der Scheinberg-Alpe darstellt, falls das Mini-Rinnsal im Latschenlabyrinth versiegt sein sollte (keine Ahnung, ob das eine Dauerquelle ist oder nur von Schneeresten gespeist wurde).
Misc
  • Der Bach vor dem Parkplatz, den man überquert, wenn man den Fahrweg von der Wiese hinunter nimmt, ist eine hervorragende Waschmöglichkeit. Im Dunkeln aber gut aufpassen, weil der Weg zwischen Bach und Parkplatz von einigen Campingbus-Übernachtern leider mit einer Toilette verwechselt wird.
  • Wer's aus irgendeinem Grund überlegt: Die Tour *nicht* in der anderen Richtung machen! Es gibt keine Anleitung für das Latschenlabyrinth von unten, und man kann das PDF nicht wirklich rückwärts lesen, wie ich schmerzhaft feststellen musste, als ich mich zum 3. Mal dort verirrt habe. Zudem ist der Aufstieg in der prallen Sonne fürchterlich und viel viel unangenehmer als von der anderen Seite. Ich bin die Tour einmal "falsch herum" gelaufen und werd's nie wieder tun...
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Bitte beachtet bei allen Wanderungen mit weglosen Anteilen unbedingt die Hinweise zum Naturschutz. Die gesamte Tour liegt im Naturschutzgebiet Ammergebirge, darum sollte man besonders darauf achten, auf den beschriebenen Pfaden zu bleiben und nicht weglos durchs Unterholz zu streifen.
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Lange Tour

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Frank Steiner (Email)

Last modified: Wed May 13 13:39:26 CEST 2020

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