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Schergenwieser Schneid
Juni 2017
Ausgangspunkt:Parkbucht/-streifen an der B307 am östlichen Sylvensteinsee, ca. 1¼ Stunden Autofahrt vom Südwesten Münchens.
Wanderkarte des Bayerischen Vermessungsamts. Per Klick auf eine Linie öffnet man die Beschreibung inkl. Längenangabe und kann sich auch ein Höhenprofil anzeigen lassen. Die blauen Linien sind unser Hinweg, die türkisen der Rückweg (lange Runde mit Florian).
Google-Map
KML-File
Der Streckenverlauf und die Positionsmarken sind freihändig eingezeichnet. Mit Hilfe von Karten und der Fotos versuche ich aber, den Weg so genau wie möglich nachzuvollziehen, so dass die Längenangaben im Großen und Ganzen stimmen sollten.
Länge: Die lange Runde, die ich mit Florian gegangen bin, ist 12½ km lang mit 780 hm. Die kleinere Variante mit direktem Abstieg zur Röthenbachalm (inkl. Abstecher zum Aussichtspunkt) hat 8 km mit 500 hm. Die Längen klingen nicht so wild, man muss aber bedenken, dass es viele sehr verwachsene Pfade oder fast weglose Abschnitte gibt, besonders auf der langen Runde. Das Tempo ist also nicht hoch, und darum sollte man mit Kindern für die große Runde einen langen Sommertag einplanen, um sich nicht hetzen zu müssen.
Wer nur die kleine "Spielrunde" zum schönen Bacheinschnitt und der alten Almwiese plant, kommt hin- und zurück auf etwa 3 km mit 300 hm. Der optionale Abstecher zum Aussichtspunkt an der kleinen Diensthütte ist hin- und zurück 750 m lang mit max. 10 Höhenmetern. Unten bei "Sonstiges" gibt's ein eigenes PDF für diese kleine Runde.
Unsere Zeit: Florian und ich haben für die große Runde 11 Stunden gebraucht. Eine lange Pause von über einer Stunde haben wir uns am "Fenster" gegönnt und jeweils (Hin- und Rückweg) ca. 20 Minuten an der Bachkreuzung gespielt, ansonsten einige kleine Pausen. Bei den vielen schlecht erhalten Pfaden bzw. weglosen Abschnitten ist man nicht schnell unterwegs und braucht zwischendurch schon ein bisschen Erholung, darum sollte man mit Kindern vermutlich nicht unter 10 Stunden planen. Lieber hat man am Ende noch Spielzeit übrig als sich hetzen zu müssen.
Die kleine Runde haben Steffi und ich in 8 Stunden absolviert. Da waren wir bei den hohen Temperaturen tatsächlich nicht ganz so schnell unterwegs und haben die Mittagshitze mit gut einer Stunde Pause am Aussichtspunkt überdauert.
Die Etappen zur besseren Einschätzung (ohne Pausenzeiten zwischen den Etappen):
  • Ausgesetzter Aufstieg zur Bachkreuzung/Wasserfall-Aufstieg: jeweils knappe Stunde
  • Ungefährlicher Aufstieg: vermutlich ca. 10 Minuten weniger
  • Spieleinschnitt:
  • Von der Bachkreuzung zum Spieleinschnitt und der Almwiese: 5-10 Minuten
  • Vom Spieleinschnitt zum Aussichtspunkt an der Diensthütte: gut 10 Minuten
  • Von der Bachkreuzung auf die Schergenwieser Schneid zum Jägersitz: ½ Stunde
  • Abstecher zum nahen/entfernten Aussichtspunkt hin und zurück: 5/15 Minuten
  • vom Jägersitz über die Schneid bis zum "Tiefenthal": gute Stunde
  • Abstecher zum Aussichtspunkt: 5-10 Minuten
  • weiter zur Scheiterloh-Alm: gut 20 Minuten
  • weiter bis zum Normalweg der Hochalm: 35 Minuten
  • hinauf zum Gerstenrieder Kopf: knapp 10 Minuten
  • Rückweg über die Schneid bis zum "Tiefenthal": ca. 1 Stunde
  • Abstieg zur Röthenbach-Alm/Fahrweg: ca. ¼ Stunde
  • Rückweg zur Diensthütte/Aussichtspunkt: 40 Minuten
  • zur Bachkreuzung direkt/über Spieleinschnitt: < 10 Minuten / 15 Minuten
  • Wasserfallabstieg/einfacher Abstieg: ca. 50 Minuten/40 Minuten
  • Straßenrückweg: 3 Minuten
Alter unserer Kinder: Florian war 11¼.
Schwierigkeit: Anstrengung und Schwierigkeit lassen sich durch Wahl verschiedener Auf- und Abstiegsvarianten sowie der Länge der Tour variieren. Grundsätzlich ist es auf der Schergenwieser Schneid ungefährlich und auch nicht so anstrengend, da sich die Höhenmeter angenehm verteilen bzw. es zwischen steileren und erholsamen Abschnitten wechselt. Zudem läuft man fast immer im Schatten des angenehm kühlen Mischwalds und findet an heißen Tagen immer wieder kleine Bäche zum Abkühlen. Nur wer die große Runde laufen will, braucht einiges an Kondition und zudem Füße, die an kippeliges und unwegsames Gelände schon ein bisschen gewöhnt sind.
Wer unter Höhenangst leidet, kann eine Variante ganz ohne ausgesetzte Stellen (aber mit Straßenanteil) wählen oder eine sehr schöne mit nur minimalen Tiefblicken, die Steffi als nicht besonders problematisch empfunden hat.
Vorbereitung/"Wasserspieltag"
Wer für sich oder die Kinder mal in verwachsene und kippelige Pfade und wegloses Gelände "reinschnuppern" möchte, ist hier genau richtig.
Da die "Bachkreuzung" und der anschließende, zum Spielen und Herumkraxeln im Bach bestens geeignete Einschnitt mit den angrenzenden Wiesen schon ein lohnendes Ziel ist, können sich auch Leute mit wenig Erfahrung im weglosen Wandern hier hertrauen. Die 300 Höhenmeter lassen sich auf einem ganz ungefährlichen und nur teilweise kippeligen Pfad zurücklegen (siehe "Aufstiegsvarianten") und dürfte auch für kleinere Kinder machbar sein. Die nahe Diensthütte mit dem grandiosen Ausblick kann als Abstecher besucht werden (im PDF beschrieben), und wer die Schneid doch noch ausprobieren will (dann braucht man aber das andere PDF auch!), kann auf halbem Weg am "Tiefenthal" absteigen und zur Not auch einen bequemen Straßenrückweg wählen.
Für die längeren oder schwierigeren Varianten sind hingegen einige "Vorübungen" empfehlenswert, siehe folgende Abschnitte.
Aufstiege
Es gibt 3 Varianten: eine sehr schöne, aber stark ausgesetzte; eine schöne, nur minimal ausgesetzte, aber etwas anstrengendere; und eine ganz unspektakuläre, aber auch völlig ungefährliche. Wer keine extreme Höhenangst hat, kann den Wasserfall-Aufstieg als Hin- und den ungefährlichen als Rückweg nehmen, diese Variante ist "Steffi-approved" ;-)
Felswand-Aufstieg
Wer den ausgesetzten Aufstieg unter der Felswand nehmen möchte, sollte schon mal auf ungefährlicheren Wegen getestet haben, ob Tiefblicke ein Problem für Kinder sind (z.B. auf dem Stangensteig, wo man zu Beginn einen breiten Weg hat und jederzeit umkehren kann; oder auf dem Pfad am Graseck/Jochberg; oder angesichert am Burgberger Hörnle etc.). Auch Trittsicherheit auf schmalen Pfaden muss vorhanden sein, das sollte man auf kraxeligen Aufstiegen wie der Höllschlucht, dem Leonhardstein oder dem Roten Stein probiert haben.
Der Aufstieg beginnt direkt am Parkplatz und führt in vielen Serpentinen auf einer sehr guten Pfadstufe zügig hinauf. Es ist durchgängig steil, aber immer so, dass es gerade noch angenehm zu gehen ist und die Füße nicht übermäßig nach oben knicken.
Hinein in den Einschnitt unter der Felswand gibt es die ersten, leicht ausgesetzten Stellen mit ein paar Stolperwurzeln. Wem da schon unwohl wird, der sollte wieder absteigen, denn beim Verlassen des Einschnitts wird der Hang immer steiler. Der Tiefblick in der kleinen Außenkurve an der ausgesetztesten Stelle ist furchteinflößend und die Überlebenschancen bei einem Absturz sicherlich minimal. Der Pfad ist dort aber hervorragend ausgebildet, er sitzt richtig "satt" im Hang, waagerecht (eher zum Berg kippend) und ohne Stolpersteine. Niemand käme überhaupt auf die Idee, dass man hier stolpern oder ausrutschen könnte, wäre daneben nicht dieser Abgrund. Wenn die Kinder sich konzentrieren können, keine Angst haben und trittsicher sind, kann man hier auch kurz stehenbleiben und die Aussicht und den Tiefblick bewundern.
Nach der ausgesetzten Stelle quert man eine Weile ohne Höhenmeter durch weiterhin steiles Gelände, das nun aber entweder dicht bewachsen ist oder in den Grashängen kleine, weniger steile Vorstufen hat. Es ist nicht mal annähernd so gefährlich wie nach dem Einschnitt, und bald trifft man mit dem ungefährlichen Aufstieg zusammen.
Ungefährlicher Aufstieg
Das gefährlichste sind die 200 Meter, die man vom Parkplatz bis zum Einstieg an der Bundesstraße entlang muss, auf der die Autos und Lastwagen ziemlich vorbeirasen (im Zweifel geht man hinter der Leitplanke entlang). Der Pfad schlängelt sich dann anfangs sehr steil, aber schnell nachlassend durch den Wald hinauf, ist immer gut erkenn- und begehbar, es gibt keine ausgesetzten oder sonstwie gefährlichen Stellen.
Nach dem Zusammentreffen mit dem Felswand-Aufstieg wird es allerdings schwieriger, denn obwohl das Gelände sanft und ungefährlich bleibt, verschwindet der Pfad allmählich und man muss gut hinschauen, um die Spur nicht zu verlieren. Selbst die blauen Punkte helfen aus der Entfernung nur wenig, und das, was an Pfad noch vorhanden ist, kippelt und strengt die Füße an. Ein winziger Vorgeschmack auf das, was einen bei der großen Runde über die Scheiterloh-Alm erwartet. Aber dieser Abschnitt ist mit 80 hm nur kurz und nicht sonderlich anstrengend, und so ist die Bachkreuzung schnell erreicht.
Wasserfall-Aufstieg
Wer es nicht so mit Tiefblicken hat, aber schon mal einen Vorgeschmack auf den schwierigen Weg zwischen Scheiterloh-Alm und Gerstenrieder Kopf haben möchte, nimmt diese Variante. Sie beginnt wie der ungefährliche Aufstieg, zweigt dann unterhalb einer beeindruckend hohen Wasserfallstufe ab und schlängelt sich neben ihr hinauf. Im kleinen, etwas ausgesetzten Hang ist der Pfad zwar kippelig, aber im Aufstieg ist das kein großes Problem und man schaut, anders als beim Abstieg, auch nicht an der schwierigsten Stelle in die Tiefe.
Die Überquerung des Bachs ist ungefährlich, wenn man konzentriert geht, der senkrechte Abbruch, den man von unten gesehen hat, lauert erst hinter der nächsten Stufe. Nach dem Bach zieht die Steigung mächtig an und man gerät schnell ins Schwitzen. Die letzten 50 Höhenmetern überwindet man auf Pfadresten, die teilweise zwar noch erkennbar sind, aber sich nicht stark von weglosem Wandern unterscheiden. Eine etwas schwierige, abgerutschte Stelle ist zu überwinden, dann geht es steil und kraxelig hinauf, so dass man dankbar die erste "Wasch & Rast"-Stelle an der Bachkreuzung erreicht :-)
Schergenwieser Schneid, westlicher Teil
Um auf die Schneid zu gelangen, geht man erst in die "falsche" Richtung nach Westen über einen alten, verfallenen, aber noch gut begehbaren Pfad. Nach dem Abzweig hinauf zum jetzt nähergekommenen Rücken pendelt der Pfad zwischen "eindeutig" und "unsichtbar", aber mit Hilfe alter Markierungen steht man bald auf der Schneid, die hier in viele kleine "Nebenrücken" zerfällt. Orange Punkte und eine anfangs eindeutige Trampelspur leiten einen immer auf den richtigen Rücken und vermeiden unnötige Steigungen.
Das Laufen auf dem breiten Rücken ist ungefährlich und ausgesprochen angenehm, selbst nachdem die Pfadspur und zuletzt auch die Markierungen verschwunden sind. Die 160 Höhenmeter verteilen sich gut und die wenigen, sehr steilen Abschnitte sind auch nur sehr kurz. Selbst an heißen Tagen ist es im Wald kühl, zudem kommt meist ein leichter Wind von einer der Seiten herauf.
Erst nach dem Brandkopf wird es etwas schwieriger, da man im nun teilweise steil abfallenden Gelände unbedingt den sicheren Weg finden muss, um nicht in gefährlichen Abbrüchen zu landen. Wer "im Tiefenthal" angekommen ist, kann sich entscheiden, ob er direkt zu den Rückwegen absteigt, oder die große Runde angeht. Es lohnt sich auf jeden Fall, noch die 280 Meter zum Aussichtspunkt zurückzulegen, und auch ein Abstecher zur Scheiterloh-Alm und zurück ist eine Überlegung wert, denn die anstrengendsten Teile kommen erst danach.
Über die Scheiterloh-Alm
Der kurze Abschnitt zum schönen Aussichtspunkt, der sich hervorragend für eine Mittagsrast eignet, ist ziemlich unwegsam und kippelig. Eine kraxelige Stelle in einem etwas steilen Grashang muss überwunden werden, aber laut Steffi keine problematische Höhenangst-Stelle. Wer hier gut durchkommt, kann auch den Abstecher bis zur Scheiterloh-Alm unternehmen, denn die meisten Abschnitte bis dorthin sind angenehmer zu gehen. Es gibt nur eine etwas kraxelige und leicht ausgesetzte Wegstelle, die sich oben durch den Wald umgehen lässt. Auch wenn es eher leichter ist als bis zur Aussichtsstelle, sind die 850 Meter zur Alm anstrengender als das Laufen auf dem breiten Rücken der Schneid, denn man bewegt sich jetzt wieder im Hang und darum kippeln die Füße auf manchen Abschnitt wieder zur Seite. Richtige Wanderschuhe mit guter Profilsohle und stabilem Knöchelhalt sind hier unverzichtbar. Im Zweifel kann man es einfach mal versuchen und dreht um, wenn's zu viel wird. Höhenmeter sind hier fast keine zu überwinden.
Die beiden Wiesen an der Scheiterloh-Alm sowie die Bach-Wiese davor sind ein ungefährliches Spielgelände zum Herumtollen für Kinder. Wer dann weiter zum Gerstenrieder Kopf will, braucht trittsichere Kinder mit gut trainierten Beinen und Füßen. Der Pfad wird schlechter, das Gelände unwegsamer, die 2-3 kraxeligen Stellen sind etwas schwieriger (mit bisschen mehr Absturztiefe) und die Steigung zieht im selben Maß immer weiter an wie der Pfad schlechter wird. Selbst nach Erreichen des große Plateaus fällt zwar das seitliche Kippeln im Hang weg, dafür wird es auf der Kuhweide nochmal richtig steil, und das merkt man nach der schon langen Tour sehr! 190 Höhenmeter sind es von der Scheiterloh-Alm bis zum oberen Ende der Weide.
Wenn man konditionell völlig erledigt ist, kann man zum Rückweg auf den Normalweg der Hochalm ausweichen. Das sind 1.4 km Pfad und 1.2 km Fahrweg bis ins Tal, dann noch 1.6 km über die Bundesstraße zurück zum Parkplatz.
Schergenwieser Schneid, östlicher Teil
Wenn man es bis zum Abzweig des Normalwegs der Hochalm geschafft hat, sollte man die Zähne zusammenbeißen: es sind nur noch 50 Höhenmeter auf den Gerstenrieder Kopf! Die sind zwar nach der bisherigen Tour extrem anstrengend, da weglos und sehr steil, aber danach geht es auf der Schneid (mit einer ganz kurzen Ausnahme am Geißkopf) nur noch hinunter. Und obwohl es hier viel wilder und verwachsener ist als im westlichen Teil, wird das Laufen immer entspannter und angenehmer. Auch gefährlich ist es nirgendwo, solange man sich von den Abbrüchen zu beiden Seiten fernhält (was problemlos möglich ist). Nur vor dem "Tiefenthal" muss man auch von dieser Seite aufpassen, dass man den ungefährlichen Abstieg durch die weniger steile Flanke findet.
Rückwege
Zünächst muss man vom "Tiefenthal" hinunter zum Ende des Fahrwegs unter der Jagdhütte. Vom Pfad ist nur noch ein ganz kleines Stück erhalten, das aber perfekt durch den einzigen kleinen Steilhang leitet. Danach lassen sich mit etwas Gespür und viel Suchen noch die uralten Trassen finden, auf denen der Pfad verlief, und die erleichtern das quasi-weglose Absteigen deutlich! Trotzdem ist es insgesamt kippelig und unwegsam und man sollte aufpassen, dass man mit etwas müden Füßen nicht umknickt.
Straßenrückweg
Nach dem Abstieg kann man über den Fahrweg der Jagdhütte absteigen. Das sind 2.5 km Straße und nochmal 290 Meter undeutliche Waldpfade am Ende. Da ich die Straße auf einer meinen zahlreichen Suchen mal hinaufgehen musste, kann ich berichten, dass sie furchtbar langweilig ist und sich zieht. Also wirklich nur eine Alternative, wenn die Knöchel keine weiteren kippeligen Pfade mehr ertragen.
Rückwege über die Diensthütte
Alle anderen Varianten führen zunächst an der Jagdhütte vorbei zur kleinen Diensthütte der Forstarbeiter. An warmen, sonnigen Tagen ist der Aufstieg vom Ende des Fahrwegs vorbei an der Jagdhütte der einzige "heiße" Abschnitt, denn der Kessel der früheren Röthenbach-Alm heizt sich ziemlich auf. Erst wenn man nach 40 Höhenmetern wieder auf die Südseite der Schneid wechselt, kommt kühlere Luft vom See herauf. Da es nun fast keine Höhenmeter mehr gibt, sind die zunehmend sonnigen Abschnitte nicht schlimm.
Das Laufen hier ist außerdem extrem erholsam, denn seit 2016 wird der Weg (von Hand!) renoviert und ist damit, obwohl immer noch ein kleiner, unebener Pfad, im Vergleich zum Rest der Tour ein Luxus für die Füße. Man ist fast die ganze Zeit ungefährdet unterwegs (zwei etwas steilere Hänge an Bacheinschnitten wurden durch die Renovierung deutlich entschärft), aber kurz vor Erreichen der Diensthütte wird es dann in einem steilen Grashang etwas ausgesetzt. Der Pfad ist zwar schmal, aber es gibt immer gute waagerechte Trittstufen oder Grasballen, so dass man sicher hindurchkommt und Steffi die Stelle in Hinblick auf Höhenangst zwar ein bisschen schwierig, aber wegen der Kürze als gut machbar empfand. Sobald die Renovierung bis hierher vorgedrungen ist, sollte es noch einfacher sein.
Im Bereich der Diensthütte ist es ungefährlich, wenn man auf dem Pfad und damit von der Kante wegbleibt. Zur perfekten Aussicht muss man hier und da ein bisschen an sie heran, und da ist Vorsicht geboten, weil es senkrecht abbricht.
Abstieg von der Diensthütte
Der schnellste, direkte Weg hinunter zweigt kurz vor der Diensthütte ab. Er ist nur für Leute ohne Höhenangst geeignet, denn zu Beginn muss man durch einen steilen Grashang. Der Pfad ist dort zwar nicht toll, aber schon noch waagerecht und für Trittsichere kein Hindernis. Das Problem ist aber die mögliche Absturztiefe, die einem, da die Neigung nach unten immer stärker wird, sehr luftig vor Augen geführt wird. Steffi wäre hier niemals freiwillig durchgegangen.
Wer kein Problem mit der Tiefe hat und die Stelle vorsichtig überwindet, steigt danach auf einem sehr kippeligem und stellenweise auch steilen Pfad mit für die Knie und Füße unangenehmen Stufen hinunter. Abstürzen kann man nicht mehr, aber hier und da abrutschen und ein paar Meter kullern. Nach 140 Höhenmetern landet man unterhalb des Felseinschnitts (und der ausgesetzten Stellen) auf dem Felswand-Aufstieg.
Ein Abstieg für Leute ohne Höhenangst, die es eilig haben.
Wasserfall-Abstieg/ungefährlicher Abstieg
Von der Diensthütte zurück zur Bachkreuzung ist es ungefährlich und anfangs einfach, dann ein bisschen kippeliger und fast weglos. Der Schlenker zum Spieleinschnitt (mit Bach und Wiesen) ist zwar nur kurz, auf den uralten Pfadspuren aber wieder ziemlich kippelig und dadurch anstrengend für die Füße. Man kann aber auch direkt zur Bachkreuzung absteigen und spart sich so etwa 200 Meter.
Zum Abstieg bieten sich 2 Möglichkeiten an (vom Felswand-Aufstieg rate ich als Abstieg ab): der ganz ungefährliche Weg (vgl. Aufstiege oben) ist am Anfang unwegsam, schwer zu finden und kippelig, geht dann aber rasch in einen guten Pfad über, der im Abstieg immer angenehm und selbst im Stockdunkeln ohne Taschenlampe problemlos zu finden ist. Nur die letzten 5 Meter hinab zur Straße sind gefährlich, denn dort ist es extrem steil, und wer vornüber kippt, fällt knapp 10 Meter tief in den Bach. Man kann sich aber einfach hinsetzen und die paar Stufen auf dem Hosenboden überwinden oder gleich links durch die Böschung hinunterrutschen.
Der Wasserfall-Weg ist im Abstieg zwar viel weniger anstrengend, aber dafür etwas schwieriger und gefährlicher als im Aufstieg. Der erste Teil das ganz alten Pfads ist steil und muss vorsichtig abgestiegen werden. Genauso wie der steile Hang oberhalb der Bachüberquerung, in dem der Pfad zwar gut ist, aber auch ein paar matschige Stellen hat, auf denen man nicht ausrutschen sollte. Die Bachüberquerung ist wie gesagt ungefährlich, aber in den kleinen ausgesetzten Hang danach steigt man nun von oben über ein paar Baumwurzeln hinein, und da muss man sehr vorsichtig sein, dass man nicht stürzt. Für Höhenängstliche ist diese Geh-Richtung wegen des Tiefblicks kaum geeignet! Nach dem Hang trifft man bald mit dem ungefährlichen Pfad zusammen und muss also am Ende ebenfalls die letzten Meter zur Straße sehr vorsichtig sein.
Bitte beachtet die Gefahrenhinweise.
Attraktivität:
Der Spieleinschnitt...
Hier gibt es eine wirklich schöne, einsame Spielmöglichkeit mit viel Platz! Mit zwei für Kinder geeigneten Zustiegen kann man sich aussuchen, ob man etwas spektakulärer über den Wasserfall, oder lieber ganz entspannt und ungefährlich zusteigen möchte, wobei in beiden Varianten die Pfadsuche schon ein kleines Abenteuer für Kinder ist.
Oben angelangt kann man nicht nur ausführlich im Bach herumklettern, auch der umliegende mal steile, mal flache Wald und die angrenzende Wiese mit einem etwas flacheren Areal bieten unzählige Möglichkeiten zum Spielen, Erkunden, Kraxeln oder einfach nur faul Herumliegen. Wer nur mal 5 Stunden in Ruhe lesen und dabei ab und zu seine Füße ins Wasser halten will, ist hier genauso richtig wie eine Familie mit Kindern, die gerne herumtoben (ok, wenn beide gleichzeitig da sein sollten, hat der mit der Ruhe halt Pech gehabt :-)). Und wem's zu langweilig wird, der unternimmt noch den Abstecher zur kleinen Diensthütte und genießt die Aussicht.
Und zum Abschluß des Ganzen badet man abends noch im Sylvensteinsee...
...und der Rest
Hier kann man nur schwärmen :-) Im Isarwinkel liegen 3 meiner 4 Lieblingstouren dicht beieinander und sind doch ganz unterschiedlich. Sie lassen sich jeweils gut mit einem Adjektiv charakterisieren: Der Speibenkäs ist "wild", das Brünsteck "still", und die Schergenwieser Schneid trifft am besten das Attribut "lieblich". Und während man Speibenkäs und Brünsteck auch hervorragend bei Nebel oder an einem trüben, wolkenverhangenen Herbsttag genießen kann, ist die Schergenwieser Schneid definitiv eine Tour für schönes Wetter, wenn die Sonne durch das lichte Blätterdach scheint, der Wind in den Bäumen raschelt, die Insekten um die vielen Blumen herumsummen, die Bäche leise vor sich hin plätschern, die Vögel vergnügt durch die Gegend zwitschern und es abwechselnd nach Laub, Fichten, Blumen oder vermodernden Baumstämmen riecht.
Ich müsste jetzt richtig viel schreiben, um jeden einzelnen Abschnitt ausreichend zu würdigen, aber es ist wohl besser, man schaut sich einfach die Fotos an. Man kann hier auf jeden Fall nichts falsch machen, denn jeder Abschnitt ist schön. Wer die Kondition für die lange Runde hat, wird den verwilderten Pfad in der etwas raueren Nordseite mit seinen schönen kleinen Bacheinschnitten und der ruhigen, fast etwas geheimnisvollen Wiese mit der Almruine genauso genießen wie den wilderen Ostteil der Schneid mit seinem gänzlich anderen Charakter (und seinem tollen "Aussichtsfenster"). Und wer nur die kleine Tour unternimmt, hat viel mehr Zeit, an den Bächen zu sitzen, den wunderschönen Mischwald zu genießen oder eine Stunde am Aussichtspunkt in der Sonne zu liegen.
Selbst wer "nur" zum Spieleinschnitt oberhalb der Bachkreuzung (und vielleicht noch zur Aussicht an der Diensthütte) steigt und dort mit den Kindern herumkraxelt und spielt, dürfte einen wunderschönen Tag haben. Genauso wie Wegsucher, die sich die Pfade oberhalb der Treppe anschauen, den Abstieg nach West untersuchen (auch wieder tolle Aussichtsstellen) oder den Nordabstieg zur Lange-Wand-Alpe...
Steffi (kleine Runde) und Florian (große Runde) waren jedenfalls beide absolut begeistert, und auch mir ging es selbst beim 4. Besuch immer noch genauso.
Die Schergenwieser Schneid ist ein perfektes Wandergebiet, um schöne Sommertage in absoluter Einsamkeit und wunderschöner, friedlicher Natur zu verbringen.
Sonstiges:
  • Zumindest die kleine Tour mit vorzeitigem Abstieg vom Tiefenthal ist wegen des Südhangs und der geringen Höhe schon früh im Jahr möglich. Aber auch bei heißem Wetter kommt man dank des ständigen (Halb-)Schattens nur selten ins Schwitzen.
  • Es gibt hier im Sommer sehr viele Zecken, überwiegend die großen Holzböcke, die man leicht erkennt. Daher lohnt es sich, immer wieder mal Arme und Beine zu kontrollieren, um die Zecken noch vor dem Festsaugen wegzuwischen.
  • Wasserdichte und knöchelhohe Schuhe sind nicht nur wegen der vielen Bäche empfehlenswert, es gibt auf manchen Abschnitten auch ein paar unter Laub versteckte Matsch-Wasserlöcher, in die man bis zum Knöchel einsinkt. Wer den Wasserfallabstieg nimmt, kann die Überquerung über dem Wasserfall als Schuh-Waschanlage nutzen, danach kommt nichts mehr.
  • Wegen der Matschlöcher sind Ersatzschuhe, -socken und -hose sinnvoll, aber wegen der Zecken würde ich sogar eine komplette Wechselgarnitur inkl. Unterwäsche empfehlen (und einen Müllbeutel für den Transport der Wanderkleidung zur Waschmaschine).
  • Badesachen einpacken! 100 Meter westlich der Parkbucht führt der Fahrweg hinunter zum Badestrand. Wenn man den Weg vom Pfadende zurück zur Parkbucht auf der Seite mit der Leitplanke zurücklegt, kommt man an einem Trampelpfad hinunter zum Strand vorbei und muss nicht bis zum Fahrweg laufen.
  • Es gibt eine eigene Beschreibung für die kleine Runde zum Spieleinschnitt, damit man die ganzen überflüssigen Wegteile nicht drucken muss. Der Abstecher zum Aussichtspunkt an der kleinen Diensthütte ist enthalten.
    Die Wegbeschreibung für die lange Runde über die Schergenwieser Schneid ist leider ein bisschen dicker geraten, sorry! Aber wer das an einem Tag schaffen will, darf keine Zeit mit Wegsuche verschwenden. Ich hab ja nicht umsonst 2½ Tage gebraucht, um alle Pfade zu finden :-) Zudem kann man im April bei bedecktem Wetter den Pfad auf vielen Abschnitten problemlos erkennen, im Juni ist hingegen mit hohem Gras und im ständigen Wechsel von Licht und Schatten oftmals keinerlei Spur auszumachen, selbst wenn man genau weiß, wo sie verlaufen müsste. Die Bilder stammen darum zum großen Teil aus dem April, damit man die Baumstämme sehen und identifizieren kann (das klappt auch im Sommer, wenn die Buchen manche Lichtung in eine dunkle Höhle verwandeln).
    Wer Lust hat, den Pfad zur Scheiterloh-Alm selbst zu suchen, druckt sich im Bayernatlas in der Zeitreise den passenden Ausschnitt der Karte von 1924 aus, der Verlauf stimmt sehr genau.
    Für die "Notfall-Abstiege" über den Normalweg der Hochalm oder die Straße ab der Röthenbach-Alm kann man sich einen Ausdruck der aktuellen Bayernatlas mitnehmen.
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Hinweise zum Naturschutz
Die gesamte Wanderung liegt im Landschaftsschutzgebiet Sylvensteinsee. In einem Landschaftsschutzgebiet gelten geringere Nutzungseinschränkungen als im Naturschutzgebiet, so dass auch hier das weglose Wandern nicht verboten ist.
Es wird aber dieselbe Rücksichtnahme auf den Lebensraum der Tiere und Pflanzen gefordert, der sowieso bei jeder Wanderung selbstverständlich sein sollte. Wer sich an die beschriebenen Routen hält, läuft fast die ganze Zeit auf (wenn auch manchmal fast völlig verschwundenen) alten Pfaden. Und auch auf den weglosen Teilen oben auf der Schergenwieser Schneid bewegt man sich immer in lichtem Wald und durchquert keine typischen, dichtbewachsenen Wild-Rückzugsgebiete.
Ansonsten gilt natürlich wie immer, dass man sich von Wild (insbesondere Kitzen) fernhält, nicht unnötig herumlärmt, kein Feuer macht, keine lebenden Pflanzen ausreißt und natürlich keinerlei Müll zurücklässt.
Allgemeine Hinweise zum Naturschutz.
Die Bilder wachsen ein bisschen mit, ein großes Browser-Fenster lohnt sich also :-)
Bilder mit rotem Rahmen können durch Anklicken vergrößert und wieder verkleinert werden (dazu bitte Javascript einschalten).

Man kann sich gleich zu Beginn entscheiden, wie man hinaufkommen möchte. Die schönste Variante direkt vom Parkplatz aus, bei der man unter den Felsen entlang aufsteigt und durch die Steinschlagverbauungen quert, ist an einer Stelle stark ausgesetzt. Der Pfad ist dort zwar hervorragend ausgeprägt, aber wer mit Höhenangst zu kämpfen hat, ist hier eher falsch.

Nur 200 m vom Parkplatz entfernt findet sich aber gleich die nächste Aufstiegsmöglichkeit, die sich nochmal gabelt: eine Variante ist absolut ungefährlich und auch für ganz empfindliche Gemüter geeignet. Die andere ist etwas wilder und anstrengender, bietet eine schöne Wasserfallquerung, aber auch einen leicht ausgesetzten Abschnitt, der im Aufstieg deutlich angenehmer ist als im Abstieg (in Bezug auf die Ausgesetztheit). Diese Variante ist "Steffi-approved", denn als ich mit ihr hier hochgestiegen bin, empfand sie die ausgesetzte Stelle nicht als problematisch. Wer also empfindlich auf Ausgesetztheit reagiert, kann die Wasserfall-Variante hinauf und die gar nicht ausgesetzte hinunter nehmen. Zwar nicht so spektakulär wie unter der Felswand, aber dank des Waldgeländes und des Wasserfalls auch sehr schön!

Eine dritte Aufstiegsmöglichkeit beginnt in der Nähe des Staudamms. Die ist aber mindestens so gefährlich wie die Felswand-Variante und lässt sich zudem nicht mit einem alternativen Rückweg verbinden. Wen's interessiert (oder wer gar keine Rundtour machen möchte), kann sich die Bilder hier auch anschauen.

Wer nur die ganz kleine Runde zum Spieleinschnitt plant, muss sich durchklicken bis zu den "Rückwegen über die Diensthütte" und findet dort ein paar Bilder.

Zur Auswahl auf das jeweilige Bild klicken.

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Ausgesetzter Felswandaufstieg
  • spannendster Aufstieg
  • nur für trittsichere, absolut schwindelfreie Kinder
Wasserfallaufstieg/ungefährlicher Aufstieg
  • nur leicht ausgesetzte Stelle am Wasserfallaufstieg
  • ungefährlicher Aufstieg ohne ausgesetzte Stellen
Westlicher Zustieg
  • eine ungefährliche Variante, eine mit ausgesetzten Stellen
  • kein sinnvoller Rundweg möglich

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Frank Steiner (Email)

Last modified: Tue Apr 24 15:19:15 CEST 2018

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Gefahrenhinweis/Haftungsausschluss: Bei vielen der vorgestellten Wanderungen gibt es durchaus ausgesetzte und gefährliche Stellen. Die Wege sind teilweise in schlechtem Zustand, und die Gefahr eines Absturzes besteht bei schmalen Pfaden am Hang immer. Typische Gefahren wie Steinschlag oder schlechtes Wetter sind zudem in den Bergen jederzeit vorhanden. Wir bemühen uns, in der Darstellung jeder Wanderung zu vermitteln, wie anstrengend und gefährlich sie aus unserer persönlichen Sicht war und wie gut unsere Kinder damit zurecht gekommen sind.

Trotzdem übernehmen wir natürlich für keine der vorgestellten Wanderungen eine Garantie für die Richtigkeit der Darstellung, für die Ungefährlichkeit oder die Eignung für andere Kinder als unsere eigenen. Jeder wandert auf eigene Gefahr und auf eigene Verantwortung und muss vor Ort selbst entscheiden, ob die vorgestellten Routen gefahrlos zu begehen sind oder nicht. Die Verwendung der Informationen dieser Webseite erfolgt auf eigenes Risiko. Für Unfälle, welche eventuell auf unsere Informationen zurück zu führen wären, wird nicht gehaftet.

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Das Hintergrundbild stammt von http://www.grsites.com.

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