Bergwandern mit Kindern im Estergebirge: Zundereck und Zunderstein

wir
Zundereck (1478) und "Zunderstein" (1565)
August 2013
Ausgangspunkt: Kostenlose Stellplätze kurz vor dem Sportgelände am südlichen Ortsrand von Eschenlohe, ca. 50 Minuten Autofahrt vom Südwesten Münchens.
Wanderkarte des Bayerischen Vermessungsamts mit Wegverlauf. Die Linien weichen wieder etwas ab, da sie auf den Google-Bildern basieren.
Google-Map
KML-File
Der Streckenverlauf und die Positionsmarken sind freihändig eingezeichnet. Mit Hilfe von Karten und der Fotos versuche ich aber, den Weg so genau wie möglich nachzuvollziehen, so dass die Längenangaben im Großen und Ganzen stimmen sollten.
Länge:Knapp 8½ km mit ca. 880 hm in unserer Variante.
Bis zum Abzweig aufs Zundereck sind es etwa 3 km. Wenn man von dort auf das Zundereck hoch und wieder runter steigt (~ 1 km) und denselben Weg zurück ins Tal nimmt, hat die Tour gut 7.3 km mit 790 hm (der Rückweg über den Fahrweg ist ~ 300 m länger als der Hinweg).
Wer am Abzweig weiter durch die 3. Rinne geht, unserem Aufstieg zum "Zunderstein" folgt und nach dem Abstieg vom Zundereck denselben Weg zurück geht, kommt auf unsere nicht ganz 8½ km mit 880 hm.
Vom Abzweig durch die 3. Rinne bis zur Hütte sind es knapp 1.4 km mit vielleicht 30 hm durch Gegenanstiege. Von der Hütte über die Teufelskapelle hinab ins Tal und zum Auto legt man 4½ km zurück.
Unsere Zeit: 9¾ Stunden. Das war keine Trödelei, wir haben die vielen Erholungspausen wirklich gebraucht. Natürlich muss jeder selbst schauen, wann er eine längere Rast benötigt, aber es gibt einige wirklich schöne und gut geeignete Stellen, die ich nur kurz erwähnen möchte, damit man nicht 10 Minuten vorher irgendwo ungemütlich sitzt und sich dann hinterher ärgert :-)
  • Die erste ist die Feuerstelle mit den Sitzblöcken.
  • Danach bietet sich der Jägersitz kurz nach dem Abzweig zum Zundereck an, von dem aus man den tollen Blick in die 3. Rinne genießen kann.
  • Nach dem Aufstieg durch die felsige Rinne lohnt es sich unbedingt, noch bis zur Kuppe weiterzugehen, wo man plötzlich den Blick auf den Nordhang des Archtalkopfs hat. Dort ist es absolut still und man kann friedlich in der Sonne liegen.
  • Der "Zunderstein" bietet wunderschöne Ausblicke und ist der beste Rastplatz zwischen der Kuppe und dem Zundereck.
Die Etappen zur besseren Einschätzung (ohne Pausenzeiten zwischen den Etappen):
  • Parkplatz bis Feuerstelle: gut 1 Stunde
  • Weiter bis zur 1. Rinne: gut 50 Minuten
  • Von dort bis zum Jägersitz am Abzweig zum Zundereck: 20 Minuten
  • Durchquerung der 3. Rinne bis zum Abzweig in "unsere" felsige Aufstiegsrinne: 25 Minuten
  • Aufstieg durch die Rinne bis zur Kuppe: 30 Minuten
  • Von der Kuppe auf den Grat mit vielen kurzen Verschnaufpausen: 35 Minuten
  • Vom Grat aus auf den "Zunderstein": knapp 10 Minuten
  • Vom "Zunderstein" zum Zundereck: knapp 45 Minuten
  • Abstieg vom Zundereck auf den normalen Pfad: 40 Minuten
  • Rückweg bis zum Auto: 1½ Stunden
Bei meiner Wegsuch-Begehung alleine habe ich nach dem Abstieg vom Zundereck von dort bis zur Hütte eine halbe Stunde benötigt. Der Abstieg dauerte 40 Minuten, der Rückweg im Tal nochmal 45 Minuten. Mit Kinder dürfte man für Abstieg und Rückweg etwa eine Stunde mehr benötigen, aber davon rate ich sowieso ab, s.u.
Alter unserer Kinder: Florian war fast 8½.
Schwierigkeit:
Diese Tour ist für so ein einsames, wildes und teilweise schwierig zu laufendes Gelände überraschend ungefährlich. Zwar gibt es in den Rinnen einige ausgesetzte Pfadstellen, an denen man auf keinen Fall abrutschen darf, doch die sind zum einen viel weniger luftig, als man bei den ersten Blicken aus der Ferne vermuten würde. Und zum anderen befinden sich überall dort Drahtseile, wo man das Bedürfnis nach ihnen hat. Es ist hier also perfekt für diejenigen, die es zwar gerne abenteuerlich mögen, denen aber Gratstellen wie am Lahnerkopf, auf dem Brunnbergkamm oder der Schrofennäs zu ausgesetzt sind (Steffi empfand es hier im Vergleich zu diesen Touren als deutlich leichter und entspannter!). Allerdings braucht man eine sehr gute Kondition, perfekte Trittsicherheit und Erfahrung mit stark unwegsamem Gelände.
Ähnlich wie bei modernen Klettersteigen kommt gleich zu Beginn eine kurze Referenzstelle, die einen erahnen lässt, was man zu erwarten hat :-) Zwar geht es vom Parkplatz zunächst noch über einfache Wege; nach dem kurzen Abstecher ins Bachbett wird der Pfad dann aber stellenweise rutschig und vor allem sehr steil. Hier muss man schon die Hände zu Hilfe nehmen, und wem das letzte Hangstück vor dem breiten Weg zu steil und schwierig ist, der sollte den "Normalweg" zum Zundereck nehmen und nicht den Aufstieg durch die Felsrinne. Da es vom Tau noch feucht war, sind wir hier schon mächtig ins Schwitzen gekommen, obwohl es nicht heiß war und man die ganze Zeit im Schatten läuft. Nachdem man nur kurz dem breiten Fahrweg gefolgt ist, geht der schmale Pfad aber weniger steil und deutlich besser ausgebildet weiter.
Nach Verlassen des Pfads zum Archtal-Jagdhaus wird es zeitweise wieder deutlich steiler, die Spur ist zudem nicht immer ganz eindeutig zu finden, hier allerdings ab und zu mit roten Punkten markiert. Erst wenn man den Grat erreicht hat, wird es deutlich flacher und bleibt, abgesehen von 2-3 steilen, aber ganz kurzen Anstiegen, bis zum Aufstieg Richtung Zundereck die meiste Zeit sehr entspannt. Nur vor den beiden etwas schwierigeren schluchtartigen Rinnen wird der Hang jeweils steiler und der Pfad zu einer nicht einfach zu laufenden schmalen Spur, die im hohen Gras manchmal nur noch zu erahnen ist.
Der kurze Abstieg in die erste Rinne ist fast die schwierigste Stelle, weil man auf dem schmalem und schon ausgesetzten Pfad an einer von oben herabhängenden Kiefernwurzel vorbei muss. Kindern sollte man hier helfen, weil sie das Drahtseil zum Umgehen loslassen müssen, aber auch als Erwachsener muss man hier vorsichtig sein, damit man nicht mit dem Rucksack (oder den Wanderstöcken daran) an der Wurzel hängenbleibt und ins Stolpern kommt. Wer diese Stelle problemlos schafft, hat aber auch mit dem Rest der Gräben keine Schwierigkeiten.
Die Durchquerung der ersten Rinne selbst stellt dann kein Problem dar, auch wenn man erst aus der Nähe erkennt, wo genau es hindurchgeht. Der Hang danach ist noch kurzzeitig ausgesetzt, aber an den entsprechenden Stellen auch noch mal mit einem Seil gesichert. Danach gelangt man wieder in den dichten und sicheren Wald.
Die zweite Rinne ist nicht der Rede wert, nur der kurze steile Aufstieg danach bietet die Gefahr eines Abrutschens und wieder Hinunterkullerns. Vor dem dritten Einschnitt warnt einen wieder der beginnende steile Grashang. Hier zweigt der Aufstieg zum Zundereck ab, den man sehr gut erkennt, wenn man weiß dass er genau dort ist. Wer hier hoch und wieder runter will, kann sich also entweder die dritte Rinne ganz sparen, oder sie nach dem Besuch des Zunderecks überqueren und über die Hütte und die Teufelskapelle zurückgehen (durchaus schön, aber mit Kindern nicht empfehlenswert). Der direkte Aufstieg sowie der Hüttenrückweg sind in der PDF-Wegbeschreibung ebenfalls enthalten. Mit Florian sind wir erst durch die dritte Rinne, danach durch die Felsrinne nach oben, über den "normalen" Pfad zum Zundereck wieder runter und denselben Weg zurückgegangen.
Direkter Aufstieg zum Zundereck. Man kann anschließend vom Zundereck auf dem Grat weiter zum Zunderkopf und "Zunderstein" gehen, sollte aber denselben Weg zurück nehmen. Unseren Aufstieg als Abstieg zu wählen, ist sicherlich sehr schwierig und in der Rinne auch nicht ungefährlich.
Rückweg über die Hütte. Bis zur Hütte lohnt es sich mit Kindern unbedingt, aber dann sollte man denselben Weg zurück gehen. Der Abstieg und Rückweg durchs Tal sind für Kinder sehr unangenehm und extrem langweilig.
Unsere Wegvariante:
Wer wie wir den spannenderen und wilderen Aufstieg durch die Felsrinne (und den normalen Aufstieg als Abstieg) nehmen will, muss die dritte Rinne vorher durchqueren, die aus zwei Einschnitten besteht. Im ersten ist wiederum der Abstieg durch steile Grashänge schwieriger als die Durchquerung selbst. Danach ist der Pfad zwar gut zu gehen, aber der Abgrund lauert immer recht nah, wenn auch selten direkt neben dem Weg.
Der Haupteinschnitt wirkt aus der Ferne viel schwieriger als er ist! Wer vielleicht schon vom Jägerstand vor dem ersten Einschnitt einen Blick dorthin geworfen hat, kann sich kaum vorstellen, wie jemand mit Höhenangst da durch kommen soll. Und Steffi wollte mir das auch nicht glauben. Auch wenn man sich nähert, sieht das alles sehr steil, ausgesetzt und schwierig, ja fast bedrohlich aus. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, erkennt aber schnell, dass die nächsten paar Meter immer viel einfacher sind als erwartet. Die Drahtseile sind immer genau da, wo man sie benötigt. Und wenn keine da sind, braucht man auch keine, weil der Pfad einfach ist oder weit genug entfernt vom Abgrund verläuft. Man sieht die Seile teilweise sehr spät, aber immer wenn man das Gefühl hat, jetzt müsste man sich festhalten oder irgendwo hochziehen, liegt das Seil fast direkt vor einem im Gras oder baumelt schwer erkennbar am Felsen von oben hinunter. Man sollte übrigens beim Seil immer umgreifen und es nicht durch die Hand rutschen lassen, dazu hat es zu viele aufgesplissene Stellen, an denen man sich kräftig stechen kann.
Wenn man an der falschen Stelle das Seil loslässt oder neben den Weg stolpert, ist es hier natürlich gefährlich! Wenn man den Hang hinunterstürzt, landet man sehr weit unten. Darum sind absolute Trittsicherheit, Erfahrung beim Kraxeln mit Händen und Füßen auf felsigem Untergrund, Schwindelfreiheit und die Fähigkeit, sich sicher und kräftig an einem Drahtseil festhalten zu können, für Kinder unerlässliche Voraussetzungen. Dann ist die gesamte Durchquerung aber auch kein großes Problem. Florian hatte hier keinerlei technischen Schwierigkeiten.
Nach der dritten Rinne gelangt man rasch wieder in den Wald und kann entspannt weiterlaufen, ausgesetzter wird es ab jetzt nicht mehr. Dafür nun aber deutlich schwieriger und vor allem sehr anstrengend. Nach ein paar Metern durch steiles Grasgelände gelangt man in die kleine Felsrinne, die einem den Aufstieg durch den Hang überhaupt erst ermöglicht. Seitlich neben der Felsrinne ist es zu steil und schwierig, aber in ihr geht es erstaunlich gut voran, da die Felsen meisten gestuft oder zumindest so griffig sind, dass man mit Händen und Füßen gut durchklettern kann. Nur an zwei Stellen ist es so glatt, dass man besser die Latschen am Rand zu Hilfe nimmt.
Der Ausstieg aus der Rinne ist der schwerste Teil, da man hier den enorm steilen und vollständig spurlosen Grashang nicht mehr vermeiden kann und sich besser mit den Händen etwas ins Gras krallt, um nicht die ganze Rinne wieder hinunterzukullern. Wer wissen will, wie es im letzten Hang am Kitzstein zugeht, bekommt hier einen passenden Eindruck. Diese schwierige Passage ist aber nur sehr kurz. Danach bleibt es zwar bis zum Grat fast durchgehend sehr steil, aber man befindet sich in sicherem Gelände und kann höchstens mal ein paar Meter bis in die nächsten Latschen abrutschen. Überraschenderweise gibt es jetzt auch einen freigeschnittenen Pfad durch die Latschenkiefern, den man mit ein bisschen Suchen auch an den undeutlichen Stellen immer wieder findet. Weniger anstrengend wird es dadurch allerdings nicht, so dass wir zwangsläufig genügend Möglichkeiten hatten, die wunderschöne Landschaft (schnaufend) zu betrachten, da auch Florian jetzt die Puste ausging ;-)
Wenn man schließlich oben auf dem Grat ankommt, sind alle Anstrengungen überwunden und es geht es mit minimalen Ausnahmen nur noch nach unten. Außer man steigt für die wohlverdiente Rast noch rasch auf den namenlosen Gipfel, den Florian und ich "Zunderstein" getauft haben. Auf- und Abstieg sind nochmal etwas schwierig und man muss gut achtgeben, dass man nicht ins Rutschen kommt oder zu nah an die Abbruchkante gerät. Der weitere Weg bis zum Zundereck ist dann vergleichsweise einfach und nicht ausgesetzt, nur an 2-3, teils kraxeligen Stellen muss man im Abstieg etwas aufpassen, dass man nicht ausrutscht. Allerdings ist der Gratweg ziemlich uneben mit vielen Wurzeln und Steinen, so dass man die ganze Zeit konzentriert gehen muss, um nicht umzuknicken.
Das Erklimmen des Zunderkopf kann man sich übrigens sparen, der "Zunderstein" ist da von der Aussicht her deutlich lohnender. Der Zundereck-Gipfel ist nur an einer Seite etwas stärker ausgesetzt, man hat aber genug Platz zum entspannten Sitzen. Der Abstieg zurück auf den bekannten Pfad vor der dritten Rinne ist anfangs so unkenntlich, dass ich bei der ersten Begehung lange Zeit nicht sicher war, ob das wirklich der Pfad sein soll. Erst weiter unten wird es allmählich eindeutiger, aber im hohen Gras sieht man selbst von oben oft nur die nächsten paar Meter. Von unten ist der Effekt noch stärker, vor allem kann man dann den längeren waagerechten Schwenk verpassen. Die Wegbeschreibung ist also gerade für den Aufstieg sehr empfehlenswert. Obwohl der Pfad so undeutlich ist, läuft er sich aber ziemlich angenehm, so dass der Abstieg nicht weiter schwierig ist. Wie das von unten nach oben ist, kann ich natürlich nicht beurteilen.
Mit Florian sind wir nach dem Abstieg vom Zundereck denselben Weg wieder zurückgegangen, wobei man sich beim Abstieg nach der ersten Rinne in dieser Richtung tatsächlich einmal verfransen kann, siehe Fotos/Wegbeschreibung. Unten sind wir dann aber dem Fahrweg weiter gefolgt, statt von dort den steilen und rutschigen Pfad zum Bachbett hinabzusteigen, und am Sportplatz vorbei zurück gelaufen. Diese Variante ist im Abstieg deutlich einfacher und knieschonender.
Hinweise und Vorbereitung:
  • Obwohl man die meiste Zeit im Schatten bleibt, sollte man die Tour nicht bei zu heißem Wetter unternehmen. Denn nach der Kuppe steigt man im steilsten Abschnitt in der Sonne durch die Latschen, und da wird es dann plötzlich ganz schön warm. Wir hatten morgens 18, nachmittags dann 23 Grad im Tal und da war das alles sehr angenehm.
  • Sehr viel früher als im Juli sollte man die Wanderung aber auch nicht angehen, denn laut anderen Beschreibungen halten sich in den Felsrinnen wohl noch sehr lange einige Schneereste, die die Durchquerung gefärlich machen.
  • Die größte Herausforderung dieser Tour ist die Kondition. Wer sichergehen will, dass er unterwegs nicht völlig erschöpft liegenbleibt, versucht sich vielleicht vorher besser an Touren wie Gaisalpseen oder Köglhörndl, wo man jederzeit umkehren kann (was hier schwierig ist, sobald man durch die felsigen Rinne wieder absteigen müsste).
  • Ein bisschen Laufen in steilen oder weglosen Grashängen ist auch eine gute Vorübung für die Pfade vor der 1. und 3. Rinne bzw. das weglose Gelände oberhalb der Felsrinne. Die Reichenbachklamm bietet sich dafür an, der Rückweg vom Schafkopf und vor allem der Lahnerkopf. Aber auch der Rote Stein ist eine sehr gute Vorbereitung. Dort ist das weglose Gelände ähnlich schwierig, aber weniger steil und lang und auch nicht so anstrengend. Ähnliche schmale und geröllige Pfade mit Drahtseil sowie grasige und etwas steilere Hänge findet man (jeweils nur sehr kurz) auf der Dötzenkopf-Tour, ausgesetzte aber gute Pfade mit Drahtseil auf dem Stangensteig nach der Brücke. Dass die Kinder keine Höhenangst haben, muss man jedenfalls vorher unbedingt getestet haben. Denn auch wenn die ausgesetzten Stellen hier nur sehr kurz und alle versichert sind: schwindelig werden darf einem da trotzdem nicht!
  • Ansonsten braucht man: Durchhaltevermögen, den unbedingten Willen, oben anzukommen, egal wie anstrengend es ist, viel Wasser und viiiiel Zeit für Pausen :-) Juli/August ist daher wohl die beste Zeit, da es abends noch lange genug hell ist, die Rinnen aber mit Sicherheit schon schneefrei sind.
Bitte beachtet die Gefahrenhinweise.
Attraktivität: Ein unglaublich schönes Bergerlebnis! Man kraxelt auf der spannenden Suche nach dem Pfad durch schönste und unberührte Natur und wird dabei begleitet vom lauten Summen der Bienen, dem Zirpen der Grillen oder Scharen von Schmetterlingen. Die Ausblicke auf die Hohe Kisten vermitteln ein alpines Flair, bei dem man sich selbst 1000 m höher wähnt. Zugleich wirkte diese Wanderung aus irgendeinem Grund viel einsamer als Touren wie Brunnberg, Lahnerkopf, Brecherspitz oder Schrofennäs. Dort waren wir zwar auch ganz alleine, aber hatten trotzdem irgendwie das Gefühl, dass die Zivilisation direkt nebenan lauert. Vielleicht deshalb, weil es meist Blickkontakt zu sehr belebten (oder lauten) Stellen gab. Zwar schaut man hier auch immer wieder auf Eschenlohe oder Richtung Garmisch, aber man kommt sich trotzdem irgendwie viel "weiter weg" vor. Vielleicht weil das Gelände um einen herum ständig sehr steil und wild ist und ein außerplanmäßiges Absteigen unmöglich erscheint. Es ist schwer zu erklären, aber wer die Wanderung unternimmt, wird vielleicht verstehen, was ich meine. Durch diesen "Einsamkeitseffekt" war diese Wanderung beide Male ein ganz besonders schönes Erlebnis.
Nach einem besonders für Kinder lohnenden Besuch am kleinen Wasserfall der Urlaine beginnt sofort ein kraxeliger spannender Pfad, der (abgesehen von den 150 m auf dem Fahrweg) die nächsten Stunden nicht mehr langweiliger werden wird. Er schlängelt sich wunderschön und abwechslungsreich nach oben, dDichter Wald wechselt mit blumenreichen Lichtungen, dann ist es (insbesondere nach dem Feuerplatz) auch immer wieder mal sehr schmal und verwachsen, so dass man sich durch die Bäume hindurchzwängen muss. Nach dem Abzweig aus dem Archtal hinaus, ändert sich die Landschaft langsam und der Wald wird lichter und sonnendurchfluteter.
Auch wenn der Pfad alleine schon die Wanderung wert wäre, waren die Rinnenquerungen gerade für Florian eine willkommene und aufregende Abwechslung. Schon die erste wirkt mit den aufragenden Felsen sehr beeindruckend und führt sehr spannend auf schmalem Steig an der Felswand entlang, ist aber nur ein kleiner Vorgeschmack auf den abenteuerlichen Blick in die 3. Rinne. Man kann erstmal gar nicht glauben, dass man da durch kommt. Umso mehr Spaß macht es, den Weg nach und nach zu erkennen und überraschend gefahrlos durch den wirklich beeindruckend schönen und aufregenden Hang zu steigen.
Wem das noch nicht genug Abenteuer war, der kommt beim Aufstieg auf den Grat zwischen Zundereck und Archtalkopf voll auf seine Kosten! Erst darf man in der felsigen Rinne herumklettern, was Florian im Vergleich zum normalen Laufen so einen Spaß gemacht, dass er uns davon gedüst ist und ich ständig "Florian, warte mal auf uns!" schnaufen musste, während Steffi und ich wegen der Steilheit schwitzend und keuchend versuchten, Schritt zu halten. Nach der Kraxelei taucht man in eine noch einsamere und schönere, sehr wilde und abwechslungsreiche Landschaft am Rand der Baumgrenze ein, in der man die minimalen Pfadspuren oft nur an kleinen abgesägten Ästen identifizieren kann. Der Aufstieg bis zum Grat war zwar der anstrengendste, aber auch der schönste Teil der Wanderung. Neben den skurrilen kleinen Felstürmchen ist vor allem der Blick auf den Nordhang des Archtalkopfs faszinierend, der sich ganz unvermittelt vor einem auftut, während im selben Moment die Geräusche aus dem Tal verschwinden. Man vergäße sofort alle Mühen, würde man nicht so laut schnaufen :-) Es gibt hier viele Stellen, wo man sich stundenlang ins Gras legen und einfach nur die Umgebung genießen könnte.
Wenn man sich durch die kleinen kraxeligen Latschengassen bis auf den Grat durchgekämpft hat, ist die Belohnung der noch tollere Blick auf den Westhang der Hohe Kisten mit dem langen Kar darunter, in der man den Aufstiegsweg und mit ein bisschen Glück ein paar Wanderer erkennen kann. Der namenlose, von uns "Zunderstein" getaufte Gipfel ist ein perfekter Rastplatz, von dem aus man noch einmal die Ausblicke in alle Richtung und hinab aufs Zundereck genießen sollte, bevor man sich über den wunderschönen und sehr spannenden Gratweg zu ihm begibt. Auf dem Zundereck selbst sind die Ausblicke nicht toller als bisher, aber wer es nicht ausgesetzt mag, kann hier deutlich entspannter rasten. Der "Lärm", der hier aus dem Tal herauf dringt, stammt nicht von Autos, sondern nur von der Urlaine :-)
Der Abstieg vom Zundereck, der normalerweise auch als Aufstieg genommen wird, führt dann nochmal durch ein wunderschönes und ganz anderes Gelände als bei unserem Aufstieg. Zwar muss der richtige Weg erneut mit scharfen Augen gesucht werden, nach der Übung im Aufstieg ist das aber eher leicht, so dass man die Umgebung in vollen Zügen genießen kann. Es macht so viel Spaß hier zu wandern, dass man unten, wieder auf dem Pfad vor der 3. Rinne angekommen, fast versucht wäre, die Runde nochmal zu drehen :-) Wer so langsam unterwegs war wie wir, hat nun auf dem bekannten Rückweg die Sonne von der anderen Seite, so dass der Wald erneut vom Licht durchflutet wird. Der Pfad geht sich runter überraschend angenehm, nur das letzte steile Stück Richtung Bachbett haben wir über den Fahrweg umgangen. Das war zwar ein bisschen langweilig, aber es dauert nur gut 10 Minuten, bis man vor dem Sportplatz wieder auf einen kleineren Waldweg trifft.
Insgesamt eine unglaublich schöne Tour in einsamer, wilder, unberührter Natur, mit verwachsenen, kraxeligen, spannenden Pfaden und stellenweise nur zu erahnenden Steigen. Genau das Richtige für Abenteurer und Entdecker.
Und hier kann man noch die Einschätzungen zur Attraktivität des Rückwegs über Jagdhütte und Teufelskapelle finden.
Sonstiges:
  • Die Idee zu dieser Wanderung mit "normalem" Zundereck-Aufstieg stammt aus der Zeitschrift "Bergsteiger". Die spannende Route durch die Felsrinne zum "Zunderstein" habe ich auf gamssteig.de entdeckt, wo sich viele einsame Touren finden lassen. Wer Freude am Suchen hat, der nimmt sich nur die gamssteig-Beschreibung und nicht unsere mit. So anstrengend es auch war, es hat mir wirklich viel Spaß gemacht, den Pfad nur aufgrund dieser sehr rudimentären Hinweise Stück für Stück zu finden!
  • Wer aber nicht lange suchen (und sich vor allem mit Kindern nicht in gefährliches Gelände versteigen will) kann sich unsere Wegbeschreibung ausdrucken, in der insbesondere der schwer zu findende Aufstieg durch die Felsrinne eindeutig mit Fotos beschrieben wird.
  • Seit etwa Juni 2014 ist fast die gesamte Tour in den Vermessungsamtskarten nachgetragen worden: der Pfad durch die Felsrinnen bis zur Hütte, der Anstieg auf's Zundereck, der Abstieg von der Hütte über die Teufelskapelle und sogar der Weiterweg (Martinisteig) von der Hütte bis zum Pfad zwischen Hohe Kisten und Rißkopf.
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Bitte beachtet bei allen Wanderungen mit weglosen Anteilen unbedingt die Hinweise zum Naturschutz.
Die Bilder wachsen ein bisschen mit, ein großes Browser-Fenster lohnt sich also :-)
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Achtung: Da ich sowohl die landschaftlich schönen als auch ausführlich die für Wanderer mit Kindern schwierigen Stellen dokumentieren wollte, musste ich aus Platzgründen auf die Fotos verzichten, die man nur zur Wegfindung benötigt. Diese Seite kann also nicht wie sonst üblich als Anleitung verwendet werden, um die (fast) weglosen Abschnitte ohne Fehlversuche zu meistern; dazu ist die PDF-Wegbeschreibung notwendig.

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Wir starten auf dem kleinen Parkplatz unmittelbar vor den Sportanlagen. Tatsächlich sieht man von hier aus schon das Zundereck rechts hinter dem bewaldeten Hügel hervorragen (in der Vergrößerung ist sogar das Gipfelkreuz erkennbar). Weiter rechts kann man auch den Felszacken entdecken, der sich ab der 3. Rinne während des Aufstiegs zum Grat immer wieder in den Blick schiebt und quasi als "Wie hoch sind wir schon?"-Marker dienen kann. Rechts der Blick vom Zwölferköpfl. Der Pfad verläuft nach dem Waldrücken vollständig auf der Rückseite.

Kurz vor dem Eingang zum Sportplatz zweigt ein kleiner Trampelpfad ab, der aber leider den Bauarbeiten im Bachbett der Urlaine zum Opfer gefallen ist. Der alternative Weg führt erst am Sportgelände entlang und dann etwas später Richtung Bach (siehe Wegbeschreibung oder Vermessungsamtskarte).

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Der Abzweig hinunter zum Bach ist genauso unscheinbar wie der Pfad selbst. Wie das hier mal aussehen wird, wenn die Bagger abgezogen sind, ist schwer zu sagen. In den nur 4 Tagen zwischen meiner "Testbegehung" und der Wanderung mit Steffi und Florian hatte sich dieser Abschnitt schon wieder völlig verändert. Das Wasser versickert im Moment am Ausgang der Schlucht im Kies, aber wenn man hinten, wo es enger wird, mal um die Ecke schaut...

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...trifft man auf diesen schönen kleinen Wasserfall und kann ein bisschen im Bach herumklettern und spielen. Im rechten Foto sind wir wieder zurück auf dem Pfad. Unmittelbar nach der Abzweigung zum Bach geht es rechts den Hang hinauf, und da ist es plötzlich sehr steil, kraxelig und rutschig.

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Auf der kleinen Anhöhe biegt man links ab. Hier stoßen von rechts und geradeaus die beiden anderen Pfade hinzu, sie sind in der Wegbeschreibung zur Archtallaine beschrieben.

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Der kleine Pfad ist wunderschön wild und verwachsen. Quasi als Vorübung auf später kann man auch hier den weiteren Wegverlauf oft erst aus der Nähe erkennen.

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Der Aufstieg auf den Fahrweg führt durch einen rutschigen und sehr sehr steilen Hang hinauf. Ein ganz kurzer Vorgeschmack auf den Aufstieg in und nach der felsigen Rinne. Uns ist hier bereits der Schweiß von der Stirn getropft (lag aber ganz bestimmt nur an der hohen Luftfeuchtigkeit ;-)). Um hier nicht wieder absteigen müssen, sind wir auf dem Rückweg dem Fahrweg weiter gefolgt.

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Nach knapp 150 m endet der Fahrweg auf dieser kleinen Lichtung, an deren Ende (vor dem Auto im Hintergrund) ein kleiner Trampelpfad nach rechts abzweigt. Der schlängelt sich mal mehr, mal weniger steil, aber immer sehr schön und abwechslungsreich durch den Wald nach oben.

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Einer von zwei "Wegweisern", denen wir heute begegnen. Hier Richtung "Hohe Kisten".

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Wenn man nach dem Grashang der vorigen 2 Bilder aus dem Wald herauskommt, trifft man auf diese offenbar neue Feuerstelle links am Bildrand. Der Pfad geht etwas versteckt rechts weiter nach oben, aber es lohnt sich, erst noch eine zumindest kurze Rast einzulegen. Erstens ist der Ausblick auf Eschenlohe sehr schön und zweitens werden wir den Rest der Tour nicht mehr so komfortabel sitzen wie auf den eigens dafür gesägten Holzklötzen :-)

Rechts der Blick ins Archtal. Der Pfad wird nach der Feuerstelle schmaler und verwachsener, dafür befindet man sich zeitweise in einem laut summenden Blütenmeer.

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Im rechten Bild der zweite unübersehbare Wegweiser :-), diesmal zum Zundereck. Geradeaus geht es Richtung Hohe Kisten und zum Archtal-Jagdhaus, von wo aus man auch wunderschön durch die Archtallaine absteigen kann. Wer auch hier wieder zurückkommt und noch Zeit hat, sollte sich das überlegen, denn das lohnt sich wirklich!

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Bevor man nach der Abzweigung in den Wald eintaucht, hat man nochmal einen schönen Blick auf Eschenlohe und den Osterfeuerkopf, den wir ein Jahr zuvor bestiegen haben. In der Vergrößerung sieht man die Grashänge, durch die sich der Pfad kurz vor dem Gipfel schlängelt. Damals hab ich auch unwissentlich ein schönes Foto von "Zunderstein" und Zundereck gemacht.

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Im dem schönen lichten Mischwald verliert sich die Pfadspur, bzw. es gibt so viele Spuren, dass man nicht mehr weiß, welches die richtige ist. Wer ausführlich schaut, findet ab und zu einen blassen roten Punkt. Verlaufen kann man sich aber nicht, wenn man schon weiß, dass man zwar erst spät, aber dann doch irgendwann oben auf dem Rücken landet (rechtes Foto). Ab dort ist der Pfad ziemlich eindeutig (in dieser Richtung zumindest; auf dem Rückweg muss man an einer Stelle aufpassen).

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Man wechselt auf dem flachen Bergrücken ganz allmählich auf die rechte Seite. Vermutlich ist das hier der bewaldete Hügel, den man vom Parkplatz aus vor dem Zundereck liegen sieht.

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Kurz vor der ersten Rinne verschwindet der Pfad beinahe im hohen Gras, ist zudem nur noch sehr schmal und kippt etwas nach rechts. Der Hang ist hier schon sehr steil, und wer dort abrutscht, findet zumindest bei Nässe im Gras vermutlich nur schwer wieder Halt. Den über dem Weg liegenden Baumstamm hinten im linken Bild hab ich darum auch sicherheitshalber unter- statt überquert.

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Unmittelbar vor den ersten ausgesetzten Stellen wird der Weg wieder besser. Beim Blick auf die andere Seite, wo der Pfad am Hang zu kleben scheint, kann einem schon etwas mulmig werden. Es geht sich dort aber viel besser, als man von hier aus vermuten würde. Abrutschen darf man natürlich nicht.

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Die mit Kinder vielleicht heikelste Stelle überhaupt kommt gleich zu Beginn beim Abstieg zur Rinne. Zwar gibt es ein Drahtseil an der Wand, aber die hereinragende Wurzel zwingt einen, das Seil loszulassen. Und direkt neben dem schmalen Pfad geht es ziemlich steil nach unten. Rechts das Ganze im Rückblick.

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Hier hat Florian (beim Rückweg) gerade das Drahtseil losgelassen und testet die Wurzel auf Haltbarkeit. Der linke, abgesägte Teil ist schon recht stabil. Trotzdem hat Florian dann lieber mit seiner rechten Hand meine linke genommen, während ich mich mit rechts am Seil festhielt, und ist seitlich mit dem Gesicht zur Felswand um die Wurzel herum und mit der linken Hand wieder ans Seil. Achtung: Hohe Rucksäcke oder Stöcke am Rucksack können einen hier gefährlich aus dem Tritt bringen, wenn man an der Wurzel hängenbleibt! Steffi hat sich darum auch lieber seitwärts um die Wurzel "herumgedreht" (mit meinem Hüftrucksack gab's da keine Probleme). Man schafft es als Erwachsener dabei, um die Wurzel herumzugreifen und so immer mindestens eine Hand am Drahtseil zu behalten.

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Die erste Rinne ist mit den hoch aufragenden Felsen schon sehr beeindruckend. Leider ist man nach der Wurzel schon zu nah dran, um (ohne extremen Weitwinkel) das gesamte Panorama auf ein Bild zu bekommen. Das linke Foto hab ich darum aus zweien zusammenmontiert, daher fehlt oben rechts die Ecke und der Pfad macht hinter der Fichte einen Sprung nach unten. In der Vergrößerung sieht man den Pfad durch die Rinne aus der Nähe. Es ist nicht gefährlich, da sich unterhalb ein kleiner Absatz befindet.

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Der Ausstieg aus der Rinne ist ein bisschen schwierig, da der Boden hier nicht aus Geröll, sondern verhärtetem Schlamm besteht, so dass man keine Stufen treten kann und gut aufpassen muss, dass man nicht wegrutscht. Wie man rechts sieht, ist der weitere Pfad dann recht gut zu laufen, aber man ist ja vom Blick über die Schlucht gewarnt und nimmt die Kinder im Zweifel an die Hand. Hinten am Felsen gibt es nochmal ein Drahtseil.

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Blick zurück in die Rinne. Direkt nach der Kurve, wo im Foto darüber das lila Drahtseil endet, ist der Weg abgerutscht. Das Drahtseil hängt lose links oben (der Stift in der Mitte baumelt in der Luft!), aber der untere Weg befindet sich direkt am Rand. Ich hab hier Florian oben am Seil langgehen lassen und ihm von unten die Hand gegeben.

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Immer wenn der Pfad im Grashang schlechter wird, folgt eine Rinne :-) Die zweite ist aber kaum der Rede wert.

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Leider sind die Bäume links oben im Weg, sonst könnte man irgendwo da oben das Zundereck sehen. Die zweite Rinne führt nämlich fast direkt bis unter den Gipfel. Neben der Rinne geht der Pfad ziemlich steil den Grashang hinauf und wird oben etwas kraxelig und rutschig. Hier muss man sehr konzentriert gehen, um den Hang nicht wieder hinunterzupurzeln.

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Pfad verschwindet im Grashang? Genau, die dritte Rinne kündigt sich an :-) Vorher hat man einen grandiosen Blick ins Loisachtal, bei dem ganz links hinten sogar die Zugspitze erkennbar ist. Rechts sieht man den Schafkopf, unsere erste Tour in 2013.

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Der abgestorbene Baum aus dem Zugspitzfoto ist übrigens die beste Markierung für den Aufstiegspfad zum Zundereck. Hier die Stelle im Rückblick. Auf den abgesägten Baum hat auch noch jemand einen Stein gelegt, quasi ein Baum-Stein-Mandl. Wenn man dort steht und den Hang hinauf schaut, erkennt man den Pfad weiter oben nur, wenn man weiß, dass er da ist. Ich hab ihn auf dem Hinweg nicht gefunden, weil ich weiter hinten beim Jägerstand geschaut hab, und war dann beim Abstieg völlig überrascht, dass ich hier rauskam.

Hier geht's zur Beschreibung des direkten Aufstiegs zum Zundereck.

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Der kleiner Jägerstand ein paar Meter weiter ist ein toller Rastplatz mit Aussicht auf die Zugspitze und Blick in die Ausstiegswand aus dem hinteren Einschnitt der dritten Rinne. Mit ganz scharfen Augen kann man den Pfad in der Felswand finden (siehe Foto unter diesem Absatz). Wenn man vom Pfad neben dem Jägerstand an der richtigen Position nach oben schaut, sieht man links den "Zunderstein" und rechts den Felszacken, der schon vom Parkplatz aus erkennbar war. Direkt hinter der bewaldeten "Pyramide" links vom Felszacken führt uns der Pfad nachher vorbei.

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Auf dem Weg hinunter zum ersten Einschnitt wird der Pfad wieder schlechter und sehr schmal, der Grashang daneben ist wieder ziemlich steil. Die Felsrinne selbst ist aber wieder völlig gefahrlos zu durchqueren. In der Vergrößerung des linken Fotos kann man den Wegverlauf in der hinteren Felswand genauer sehen.

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Beim Ausstieg muss man wieder vorsichtig über verhärteten Boden kraxeln, aber erneut schützt einen ein kleiner Absatz. Für eine Montage der beiden Bilder hat's hier leider nicht gereicht ;-) Der Pfad wirkt oben im Hang nicht so gefährlich, aber von hier unten erkennt man, wie steil es hinuntergeht. Man muss also weiterhin vorsichtig sein!

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Diese kleine Kraxelstelle überwindet man so weit wie möglich links. Sie ist nicht schwierig, aber rechts geht es fast senkrecht hinunter.

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Kurz nach der Kraxelstelle hat man diesen tollen Blick auf den Felsvorsprung und die gegenüberliegende Seite des hinteren Einschnitts. Auch hier hab ich wieder zwei Fotos zusammengeklebt, da 24mm nicht weitwinkelig genug waren, um diese Szenerie einzufangen (Vorder- und Hintergrund sind farblich etwas abgesetzt, damit man sie unterscheiden kann). Auf den Fotos sieht das alles recht harmlos aus, aber vor Ort hat man einen ganz anderen Eindruck von einer riesigen, undurchquerbaren Felswand mit einem gähnenden Abgrund darunter. Da kann man leicht das Gefühl bekommen "Oh Gott, wie sollen wir denn da durchkommen?" Aber keine Angst :-) Es geht letztendlich doch recht einfach, und jeder kleine Abschnitt wirkt aus der Nähe betrachtet gleich viel weniger dramatisch.

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Da, wo im vorherigen Foto das lila Drahtseil hinter dem kleinen Gräserbusch abtaucht, hängt der Anker nicht mehr in der Wand. An dieser Stelle unproblematisch, die restlichen Anker steckten zumindest rüttelfest in massivem Fels. Florian befindet sich rechts an der ausgesetztesten Stelle, dort wo im Foto drüber das lila Drahtseil und der Pfad hinter den Felsvorsprung abbiegen. Hier ist das Seil definitiv eine große (psychologische) Hilfe.

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Sieht schwierig aus, aber nur weil man Wegverlauf und die Drahtseile von hier noch nicht richtig erkennt. Am rutschigsten Teil, wo man am Felsen vorbei muss, gibt es sogar einen Trittstift, auf dem Steffi im nächsten Foto steht (der abgebogene im Vordergrund ist leider nicht mehr hilfreich).

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Rechts der Blick vom roten Punkt aus Richtung Ausstiegshang. Sieht von hier gleich viel weniger bedrohlich aus als von der Seite gegenüber. Es gibt im Folgenden nur noch 2 recht ausgesetzte kurze Stellen, ansonsten ist der Pfad immer gut ausgebildet und ein kleines Stück vom Rand entfernt.

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Blick vom roten Punkt nach unten. Der nahe, rettende Absatz, den man unten zu sehen glaubt, ist leider eine optische Täuschung, wenn man sich die Position des orangen Punkts im Übersichtsfoto oben anschaut. 10 Meter fällt man locker, und der Absatz ist in Wirklichkeit eine Schräge :-(

Im rechten Foto der Weg aus der kleinen Vertiefung, in die man nach dem roten Punkt hinuntersteigt (im nächsten Foto im Rückblick zu sehen). Hier muss man genau hinschauen, um das leicht rostige und daher mit dem Hintergrund farbgleiche Drahtseil zu entdecken :-) Es hängt vom grünen Punkt aus lose herunter und ist definitiv eine gute Hilfe, um den Anfang des etwas rutschigen Absatzes zu überwinden.

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Hier der Rückblick in die kleine Vertiefung. Weiter oben war das Drahtseil für Florian zu hoch, aber da hat der Pfad auch schon wieder einen recht guten Absatz. Rechts im Foto stehe ich kurz hinter dem Ende des Drahtseil. Die erste ausgesetzte Stelle aus dem nächsten Foto befindet sich an dem lila Punkt (die zweite am gelben), dort beginnt aber auch direkt wieder ein von hier aus nicht sichtbares Drahtseil.

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Es geht sehr steil nach unten, aber mit Hilfe des Seils ist die Stelle kein Problem. Auf der kleinen Schuttreiße dahinter darf man natürlich nicht ins Rutschen kommen. Es gibt aber ganz am Rand einen im Foto nicht so gut erkennbaren gestuften Pfad.

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Die zweite ausgesetzte Stelle mit abgerutschtem Pfad, direkt nachdem man beim gelben Punkt um die Ecke gebogen ist. Auch hier ist das Drahtseil eine große Hilfe! Allerdings sieht es in dieser Perspektive auch steiler aus, als es ist. Das erkennt man im Rückblick auf dem nächsten Foto rechts.

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Links der Jägerstand am roten Pfeil. Die Vorrinne ist hinter dem Rücken verdeckt, der etwa an der roten Linie verläuft. Auf dem Rücken ganz im Hintergrund steigt der Pfad nach oben zum Zundereck. Am blauen Pfeil befindet sich die ausgesetzte Stelle, an der Florian oben auf dem Foto nach dem losen Drahtseil-Anker zu sehen ist.

Rechts im Rückblick auf die 3. Rinne befindet sich die ausgesetzte Stelle aus den Fotos darüber am blau umkringelten Stein. Natürlich auch mit der Neigung immer noch gefährlich genug... Zum Vergleich nochmal die farbigen Markierungspunkte aus dem Übersichtsfoto oben.

Es ist leider völlig unmöglich den wunderschönen Blick von dieser Stelle auf Fotos einzufangen. Das muss man in natura sehen!

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Nach der Rinne geht es noch kurz und ungefährlich durch den Wald, dann gelangt man an diesen Grashang. Hier beginnt das Aufstiegsabenteuer :-) Gemeinerweise leitet einen die vordere Pfadspur nach einiger Zeit in dichtes Gestrüpp, die richtige beginnt erst weiter hinten. Gelb eingezeichnet ist der "offizielle" Weg weiter zur Hütte und zum Abstieg über die Teufelskapelle. Interessanterweise gibt es (im rechten Foto zu erahnen) hier noch eine recht deutliche Pfadspur, die einen zur Rinne leitet.

Hier geht's zur Beschreibung des Rückwegs über Jagdhütte und Teufelskapelle.

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Da ist sie, die Felsrinne, die sich durch ein wirklich wunderschönes Gelände nach oben zieht. Die Gamssteig-Beschreibung hat absolut recht, es wäre ohne Felsrinne hier an vielen Stellen sauschwer und gefährlich, durchs steile Grasgelände zu steigen. Durch die Rinne wird der Aufstieg aber zu einer schönen (wenn auch immer noch steilen und anstrengenden) Kraxelei, die uns allen viel Spaß gemacht hat. Insbesondere Florian, der hier plötzlich ein Klettertempo vorlegte, dass ich nur noch mit Mühe ab und zu ein "Florian... warte... mal" japsen konnte ;-)

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Es gibt einige glatte Felsstellen, an denen man bei Nässe Probleme bekommen dürfte.

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Die schwierigste Stelle kommt zum Schluss. Gute Tritte und Griffe fehlen plötzlich und man muss sich am Ende mit Hilfe einer kleinen Latsche (im Foto links von Steffi) nach oben herausziehen.

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Am Ende der Rinne wird es oberhalb so steil, dass man unbedingt nach rechts zu den Felsen hochsteigen und dann zurück queren sollte. Der Ausstieg ist wohl die gefährlichste Passage auf dem gesamten Aufstieg, denn es gibt keine Spur im Gras und wie man im rechten Foto sieht, ist der Hang wirklich enorm steil, so dass die Füße leicht weg knicken. Man sollte sich hier zusätzlich mit den Händen tief im Gras festkrallen. Wer testen will, ob er den Kitzstein-Aufstieg bewältigen kann, bekommt hier genau den passenden Eindruck. Bei Nässe sollte man hier auf keinen Fall entlang! Nach dieser Passage wird es dann aber ungefährlich.

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Die Rück-Querung oberhalb der Fichte ist schon wieder vergleichsweise einfach, da es hier kleine Absätze gibt. Ab hier beginnt übrigens die spannende Suche nach dem Pfad, wenn man nur die textuelle Beschreibung von gamssteig.de verwendet. Die erkennbare Pfadspur im Hintergrund im linken Bild führt auch zum Ziel, aber deutlich ausgesetzter und noch anstrengender als die Variante links herum, wie ich aus leidvoller Erfahrung berichten kann. Das ist hier definitiv kein Gelände, wo man mal zum Spaß irgendwo unnötig hochsteigt, außer man hat die Kondition eines Langstreckenläufers...

Links an den Felsen vorbei führt die Rinne nochmal ein kurzes, sehr steiles Stück weiter nach oben bis man im rechten Foto landet. Dass sich hier rechts übrigens unter dem hohen Gras tatsächlich eine kleine Spur verbirgt, ist mir erst beim zweiten Mal aufgefallen. Man erkennt sie nur, wenn man direkt darauf steht. Die Versuchung, einfach durch den breiten Einschnitt weiter hochzusteigen, ist zwar groß, aber rechts herum geht es deutlich einfacher, da sich auf dem Rücken wieder ein Pfad findet.

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Immer wieder öffnen sich unvermittelt unglaubliche schöne Ausblicke, hier rechts von dem kleinen Einschnitt am blauen Pfeil im linken Bild aus. Der Hohe Fricken (mit den Kuhfluchtfällen unterhalb) ist leider hinter dem Kareck verborgen; dafür sieht man ganz hinten nochmal die Zugspitze.

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Was da im Hintergrund hervorlugt, ist der Felszacken, den wir vom Parkplatz und vor der dritten Rinne gesehen haben (über die in der Vergrößerung sichtbare obere Rampe vermutlich sogar besteigbar). Daran sieht man, wie viele Höhenmeter der steile Aufstieg in so kurzer Zeit gebracht hat. Nach dem schönen Ausblick beginnt ganz überraschend der freigeschnittene Pfad durch die Latschen. Dank der Gamssteig-Beschreibung wusste ich ja schon, dass ich nach abgesägten Latschenzweigen Ausschau halten muss, und das hilft ab jetzt immer, wenn man mal gar keine Spur mehr erkennt oder zu viele Gassen zur Auswahl hat.

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Nur 20 m nach dem vorigen Foto kommt man unerwartet auf eine kleine Kuppe und hat einen tollen Blick auf den Nordhang des Archtalkopfs. Hier lohnt es sich, ein Weile in der Sonne im Gras zu liegen, denn nur 2 Meter unterhalb der Kuppe ist es plötzlich totenstill, weil die Geräusche aus dem Tal abgeschnitten werden. Eine wirklich wunderschöne Raststelle!

Wenn man von der Kuppe aus nach rechts den Grat entlang schaut, entdeckt man übrigens 20 m weiter einen kleinen Jägerstand. Vermutlich der Grund für die Existenz des folgenden Pfads. Leider hab ich ihn nicht fotografiert. Nach unten schaut man übrigens in die 5. Rinne, die man noch überquert, wenn man weiter zur Jagdhütte geht.

Unser Pfad führt links weiter den Rücken hinauf. Hier war einiges Suchen notwendig, bis ich die richtigen Spuren wieder mit Hilfe abgeschnittener Äste entdeckt hatte.

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Es gibt immer wieder mehrere Gassen zwischen den Latschen, aber wenn man gut schaut, entdeckt man ein paar Meter weiter entweder eine Trittspur oder einen abgesägten Ast in einer der Gassen. Und ganz plötzlich steht man unmittelbar vor dem bekannten Felszacken! Folgerichtig erkennt man von hier auch den Parkplatz.

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Es ist hier ein so wunderschöne Strecke, dass ich richtig dankbar bin, dass wir gezwungenermaßen öfters stehenbleiben und verschnaufen mussten. Sonst wäre man viel zu schnell durch. Rechts sieht man jetzt schon den "Zunderstein", aber obwohl er gar nicht mehr viel höher scheint, brauchten wir doch noch eine Weile bis dorthin. Diesen Blick hat man, wenn hinter der bewaldeten "Pyramide" (s.o.) heraus kommt.

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Das hier ist das Ende der 3. Rinne! Man hätte also auch... Nee, lieber nicht ;-) Im Hintergrund sieht man jetzt sehr schön das Zundereck und rechts davon den etwas höheren Zunderkopf, vor dem der Pfad vorbeiführt. Rechts in der Nahaufnahme. Das Gipfelkreuz des Zunderecks ist gut sichtbar, und daneben sitzt sogar jemand! Völlig überlaufen, dieses Estergebirge :-D

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Es ist tatsächlich genauso steil, wie es auf den beiden Fotos aussieht.

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Schon deutlich oberhalb des Felszackens und der bewaldeten Pyramide links davon.

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Hier endete mit Blick auf den "Zunderstein" im Hintergrund auf einmal die Gasse bzw. wurde nach links unten sehr verwachsen. Nur wenn man zwischen den vielen abgebrochenen Ästen die wenigen abgesägten sucht, entdeckt man den etwa 2m langen Kriech-Ausgang auf den Grat. Wer einen Rucksack trägt, insbesondere mit angeschnallten Stöcken hinten drauf, zieht den besser aus und schiebt ihn vor sich her, wie Steffi aus Erfahrung berichten kann ;-)

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Auf dem Grat erhält man die Belohnung für den mühsamen Aufstieg in Form eines unglaublichen Blicks auf die Hohe Kisten und das Kistenkar darunter (mit dem allerdings wohl nicht ungefährlichen Abstiegsweg). Man kann dem Gratweg auch nach rechts zum Archtalkopf folgen, wir sind aber nach links gegangen und landeten wenige Meter später vor dem "Zunderstein". Man hat von ihm tatsächlich den noch schöneren Blick als vom Zundereck, daher lohnt sich die kurze Besteigung durchaus. Weiter geht es danach rechts zwischen Gipfel und dem kleinen Zacken hindurch.

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Obwohl die vertrockneten Latschen allesamt brüchig und nicht zum Festhalten geeignet sind, geht der Aufstieg recht gut. Aber es ist enorm steil und daher nicht ganz ungefährlich.

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Dass ein Gipfel mit Gipfelkreuz (aber ohne Buch) keinen Namen hat, der niedrigere Zunderkopf ohne Kreuz aber schon, fand Florian in höchstem Maße unfair :-) Also haben wir den Gipfel "Zunderstein" getauft! Man hat von hier aus in alle Richtungen einen tollen Blick, rechts hinab auf Zunderkopf und Zundereck, im Hintergrund rechts der Osterfeuerkopf. Der Gipfel bricht hinter Florian steil ab (das hat man ja von unten gesehen), aber es gibt ausreichend Platz, um gefahrlos zu sitzen und Rast zu machen.

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Wenn man sich wieder hinab stürzt, kann einem schon mal schwindelig werden, aber dafür gibt es genug dichtes Latschengestrüpp, das einen bei einem Sturz halten würde. Das Hindurchkommen ist dafür aber auch etwas mühsam.

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Auf dem Gratweg geht es dann zwischen Gipfel und dem kleinen Zacken hindurch. Die Stelle sieht zwar schwierig und gefährlich aus, sie ist es aber nicht!

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Vom kleinen Zacken aus hat man nochmal einen schönen Blick zurück auf den Archtalkopf, bevor der Pfad hinter dem "Zunderstein" etwas rutschig und steil nach unten verläuft.

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Der Abstieg hinter dem "Zunderstein".

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Der Zunderkopf. Sehr leicht zu erklimmen, aber es lohnt sich wirklich nicht. Wenn man neben dem Zundereck noch einen Gipfel besteigen will, dann lieber den "Zunderstein", dort ist die Aussicht wesentlich attraktiver. Neben dem Felsen, etwa an dem roten Punkt, bricht es unvermittelt ab. Die Pfadspur führt in 1-2 m Abstand vorbei, also keine unmittelbare Gefahr. Man sollte es nur vielleicht wissen.

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Bald nach dem Zunderkopf muss etwas gekraxelt werden. Hinab natürlich deutlich unangenehmer als hinauf, dadurch ist diese Stelle tatsächlich nicht ganz trivial. Im Zweifel lieber rückwärts. In die Tiefe stürzen kann man hier zwar nicht, aber 3-4 m können ja auch schon enorm schmerzhaft werden.

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Das Zundereck naht! Den kleinen Mini-Vorhügel kann man entweder überklettern oder links umgehen. Wegen des steilen Grashangs fand ich oben drüber einfacher. In jedem Fall macht es dort mehr Spaß! Aus dem Hang links zweigt die Pfadspur für den Rückweg nach unten ab.

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Das Zundereck! Von hier aus ist der Blick aufs Kistenkar nochmal schöner, weil sich der Archtalkopf nicht mehr ins Bild schiebt. Dem Gipfelbuch zufolge ist es voll, wenn mal 3 Leute in einer Woche oben waren. Es gibt aber auch immer wieder Lücken von 14 Tagen ohne Eintrag.

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Links der Blick über Eschenlohe auf den Staffelsee, rechts kann man nochmal schön die Lage des "Zunderstein", der bewaldeten "Pyramide" und ganz rechts des Felszackens erkennen, der in der Tat ein Doppelzacken ist, was man aber nur aus dieser Perspektive sieht. Bisher konnte man von unten nur den kleineren rechten, von oben nur den höheren linken sehen. Links von der "Pyramide" erkennt man einen winzigen Ausschnitt des Pfads über dem Ende der 3. Rinne.

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Der Abstieg über den "Normalweg" ist sehr schön! Der Hang ist zwar genauso wild, aber doch völlig anders als beim Aufstieg, weil man schon wieder unterhalb der Baumgrenze läuft. Am Anfang ist man noch etwas unsicher, was den Pfadverlauf angeht, aber mit der Zeit wird die Spur immer deutlicher. Wegen des hohen Gras ist der Pfad aber oft genug nur aus der Nähe wirklich erkennbar, so dass man beim Blick den Hang hinunter keine Idee hat, wo es weiter gehen wird. Wenn man nach oben schaut, ist dieser Effekt noch stärker.

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Am Ende einer etwas längeren fast waagerechten Querung nach rechts landet man im rechten Foto, und wenn man da ein bisschen rechts oben durch die Bäume schaut, sieht man in die zweite Rinne.

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Ich hab hier nicht so viele Fotos vom Abstieg eingebunden, weil sich die Bilder gleichen. Wenn man dann auf einmal den bekannten Pfad entdeckt, kommt das irgendwie ganz unerwartet :-) Ich hielt den zunächst für einen Abstecher-Pfad zu dem Jägerstand, bis mir klar wurde, dass das unser Rastplatz vom Hinweg war und ich schon wieder unten bin. Dass der Abstieg 90 Höhenmeter weniger hat als der Aufstieg zum "Zunderstein", hatte ich überhaupt nicht bedacht. Rechts herum geht es nun also zurück durch die 2. und 1. Rinne über den schon bekannten Hinweg. Wer den langen Rückweg über die Hütte und die Teufelskapelle nehmen will, muss links herum erneut durch die 3. Rinne.

Mit Florian sind wir nach rechts und auf dem Hinweg abgestiegen. Zwar sind der Ausblick von der Hütte und die Felsen der Teufelskapelle wirklich beeindruckend, aber nicht so toll, dass man Kindern dafür den langweiligen Rückweg im Tal zumuten muss...

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Wir sind nicht wieder den rutschigen und steilen Pfad hinunter Richtung Bach gestiegen, sondern auf dem breiten (und nach dieser Tour ausgesprochen erholsamen) Fahrweg geblieben. Dem muss man gut 500 Meter folgen, bis man wieder auf einen schönen Waldweg abbiegt und schließlich am Sportplatz landet und danach wieder auf den Hinweg trifft.

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Gegessen haben wir erneut im Gasthof an der Brücke, aber das ist im Sommer auf jeden Fall nur draußen zu empfehlen! Drinnen wird man von Fliegenscharen umschwirrt, das macht wirklich keinen Spaß. Draußen sitzt man sehr schön, und lecker ist es definitiv! Und man hat nochmal einen schönen Blick auf Zundereck, "Zunderstein" und den Felszacken.

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Frank Steiner (Email)

Last modified: Fri Dec 2 17:41:44 CET 2016

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Trotzdem übernehmen wir natürlich für keine der vorgestellten Wanderungen eine Garantie für die Richtigkeit der Darstellung, für die Ungefährlichkeit oder die Eignung für andere Kinder als unsere eigenen. Jeder wandert auf eigene Gefahr und auf eigene Verantwortung und muss vor Ort selbst entscheiden, ob die vorgestellten Routen gefahrlos zu begehen sind oder nicht. Die Verwendung der Informationen dieser Webseite erfolgt auf eigenes Risiko. Für Unfälle, welche eventuell auf unsere Informationen zurück zu führen wären, wird nicht gehaftet.

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Das Hintergrundbild stammt von http://www.grsites.com.