Bergwandern mit Kindern im Isarwinkel: Speibenkäsgraben

wir
Speibenkäsgraben
April 2015
Updates
Sommer 2016
  • Der größte Teil des Jägersteigs zwischen Rißsattel und Speibenkäsgraben wurde irgendwann nach April 2015 zum größten Tteil saniert und ist nun viel einfacher und ungefährlicher zu begehen. Nur der Abschnitt zwischen dem östlichen der beiden neu entdeckten Aufstiege und dem Speibenkäsgraben ist immer noch sehr verwachsen und in einem der Grashänge etwas ausgesetzt.
  • Das PDF ist aktualisiert und enthält nun auch Hinweise auf die beiden alternativen Abstiege anstelle des Risser Kirchsteigs.
  • Der Aufstieg vom Speibenkäsgraben zum Schürpfeneck ist gefunden und hier beschrieben (mit weiterem Link zum Aufstieg). Somit ist der Rückweg über Spitzberg, oberen Pfad im Staffelgraben und Achneralmwiese möglich.
Achtung!
Wanderung mit besonders gefährlichen oder schwierigen Stellen! Nur für sehr erfahrene und trittsichere Kinder geeignet, Beschreibung und Bilder bitte sorgfältig durchlesen!
Ausgangspunkt: Wenige kostenlose Stellplätze nördlich der Isarbrücke bei Vorderriß, sonst auf dem Parkplatz des Gasthof Post südlich der Isarbrücke (da sollte man vorher um Erlaubnis fragen), ca. 1½ Stunden Autofahrt vom Südwesten Münchens entfernt.
Wanderkarte des Bayerischen Vermessungsamts mit Florian-Tour
Wanderkarte des Bayerischen Vermessungsamts mit allen wiederentdeckten Pfaden
Wanderkarte des Bayerischen Vermessungsamts mit den historischen Pfaden laut 1890
Google-Map mit Florian-Tour, die Ebenen mit allen bzw. den historischen Pfaden können links eingeblendet werden.
KML-Files: Florian-Tour, alle Pfade, historische Pfade
Der Streckenverlauf und die Positionsmarken sind freihändig eingezeichnet. Mit Hilfe von Karten und der Fotos versuche ich aber, den Weg so genau wie möglich nachzuvollziehen, so dass die Längenangaben im Großen und Ganzen stimmen sollten.
Länge:knapp 8 km mit 400 hm (klingt einfacher, als es ist ;-))
Unsere Zeit: 8½ Stunden inkl. vieler Pausen und Bachspielen; reine Gehzeit in gemütlichem Tempo knapp 6 Stunden
Die Etappen zur besseren Einschätzung (ohne Pausenzeiten zwischen den Etappen):
  • Parkplatz bis Speibenkäseinschnitt: 45 Minuten
  • Aufstieg bis zum Abzweig in den Speibenkäs: 20 Minuten
  • Querung hinein in den Speibenkäs bis zum Bach: 45 Minuten
  • Vom Bach bis zum Beginn der weglosen Querung zum Speibenkäsgraben: 30 Minuten
  • Weglose Querung zum Speibenkäsgraben: 20 Minuten
  • Aufstieg auf dem Rücken im Speibenkäsgraben: 1½ Stunden (langsames Tempo, inkl. ca. 20 Minuten Pausen)
  • Rückweg auf dem Jägersteig: 1¾ Stunden inkl. 15 Minuten Pause am Jägerstand
  • Abstieg über den Risser Kirchsteig: 40 Minuten inkl. 2 kleiner Bein-Ausruh-Pausen
Alter unserer Kinder: Florian war 10
Schwierigkeit:
Diese Tour besteht aus vier sehr unterschiedlichen Teilen: der erste Abschnitt, den man durch direkten Zustieg zum Speibenkäsgraben auch einfach auslassen kann, ist auf manchmal nur zu erahnenden Spuren und teilweise im weglosen Gelände für die Füße recht mühsam, dafür aber ziemlich ungefährlich. Ab dem Speibenkäsgraben wird das Laufen dann auf meist gut befestigten Pfaden deutlich einfacher, dafür passiert man im Aufstieg einige Abschnitte, die derart schmal und sehr ausgesetzt sind, dass sie nur mit Kindern begangen werden dürfen, die allerhöchste Trittsicherheit und keinerlei Anzeichen von Höhenangst aufweisen (für Erwachsene gilt natürlich dasselbe). Der Jägersteig nach dem Aufstieg ist dann wieder deutlich entspannter mit nur wenigen, "normal gefährlichen" Stellen, die es in Hängen immer gibt, und der Abstieg findet schließlich auf einem markierten und völlig unproblematischen Wanderweg statt.
Von Vorderriß geht es zunächst noch recht einfach an der Isar entlang, nur bei bei hohem Wasserstand muss man ein bisschen in den Geröllhang ausweichen. Nach dem Wasserfall steigt der Pfad an und wird schmal und kippelig, man bekommt schon einen Eindruck, wie die Füße sich im Verlauf des Tages immer wieder fühlen werden. Mit der Zeit wird der Hang immer abschüssiger und zuletzt sogar ausgesetzt, die senkrechten Felsabbrüche über dem Isarbett lauern nur 20-30 Höhenmeter unterhalb. Hier ist der Pfad aber sehr gut ausgeprägt und angenehm zu gehen, bei entsprechender Konzentration kommt man sicher durch diesen Abschnitt.
Der Abstieg in den Bach des Haupteinschnitts ist auf dem letzten Meter etwas schwierig, dann gerät man im steilen Grashang auf dem gut ausgebauten Pfad das erste Mal ins Schwitzen. Das verwelkte, rutschige Gras ist im Aufstieg kein Problem, genausowenig wie das viele Buchenlaub im weniger steilen Wald. Der Pfad wird nun das erste Mal undeutlicher und kippeliger und zieht bis zum Abdrehen Richtung Friedlalmwiese nochmal kräftig an.
Hinein in den Haupteinschnitt gibt es zwar im ersten Teil eine Pfadspur, die aber nur selten deutlich ist und das Laufen nur wenig erleichtert. Der weglose Anteil ist schon recht wild und anstrengend, da teilweise hohe Stufen im Gras zu überwinden sind und die Füße ziemlich viel Stabilisierungsarbeit leisten müssen (für gute Wanderschuhe mit Seitenhalt ist man hier sehr dankbar). Insgesamt ist es aber relativ ungefährlich, nur an einigen (z.T. frisch weggespülten) Stellen muss man aufpassen, dass man nicht abrutscht. Nach dem Bach wird der Pfad viel deutlicher und erleichtert das Laufen, aber auch hier muss man an manchen Stellen vorsichtig sein!
Die kurze weglose Querung hinüber zum Speibenkäsgraben ist dann für die Füße wieder anstrengender, weil man einige Zeit seitlich durch steile Hänge stapfen und viel stabilisieren muss. Ansonsten ist es aber weniger schwierig als die Querung in den Haupteinschnitt, und nachdem man die ersten, noch leicht ausgesetzten Meter passiert hat, ist es auch nicht mehr gefährlich. Wer noch nie weglos in Berghängen unterwegs war, wird vermutlich diese gesamte Querung durch den unteren Speibenkäs und weiter bis zum Speibenkäsgraben als sehr anstrengend und sehr schwierig empfinden, aber wer schon etwas Erfahrung in solchem Gelände gesammelt hat, kommt sicherlich gut zurecht. Ein Spaziergang ist es allerdings nicht, und auch Florian und ich haben uns danach erstmal eine Pause gegönnt.
Der Aufstieg im Speibenkäsgraben ist dann definitiv nur was für Leute ohne jegliche Höhenangst (Steffi würde ich hier auf keinen Fall hinlocken, denn die läge nach der ersten ausgesetzten Stelle am Boden und käme weder vor noch zurück). Es beginnt zunächst sehr erholsam und angenehm, da der Pfad nun richtig ausgebaut ist und sich in Serpentinen gemütlich hinaufschlängelt. Erst nach einiger Zeit wird er ab und zu ein bisschen undeutlicher, aber alles noch im ungefährlichen rechten Hang oder auf dem breiteren Rücken. Der Abgrund links lauert zwar schon, ist aber immer noch ausreichend weit entfernt. Im oberen Drittel wird der Rücken aber an einigen Stellen zum schmalen Grat. Nach rechts geht es nicht ganz so weit hinunter, aber wer an den falschen Stellen nach links fällt, kommt sicherlich nicht lebend unten an. Wer trittsicher ist, wird hier aber auch nicht stürzen, denn an den ganz schmalen Stellen, ist der Pfad flach, ohne Stolpersteine und mindestens 60 cm breit (meist sogar deutlich breiter). Die (psychische) Schwierigkeit besteht hier wirklich nur in den Tiefblicken zu beiden Seiten und dem leider manchmal nicht erfüllbaren Bedürfnis, sich irgendwo festhalten zu können. Die kurzen Abschnitte, wo man mit Händen und Füßen ohne erkennbaren Pfad ein paar Meter hinaufkraxeln muss, sind dann zwar schwieriger, aber dafür immer deutlich breiter, so dass hier keine unmittelbare Absturzgefahr besteht. Insgesamt ist der Abschnitt mit den schmalen Stellen zwar etwas länger, aber die wirklich stark ausgesetzten Passagen sind kurz und werden immer wieder von breiteren oder nach rechts hin weniger steil abfallenden Stellen abgelöst, wo man sich im Zweifel kurz hinsetzen und erholen kann. Konditionell anstrengend ist der gesamte Aufstieg wegen des meist gut erhaltenen Pfads übrigens fast gar nicht.
Nach Erreichen der teils drahtseilversicherten Felsen gibt es zwar rechts wieder einen optischen Halt, aber während bisher das Problem hauptsächlich in der Ausgesetztheit lag, wird nun der Weg tatsächlich schwierig, im Geröll stellenweise auch ziemlich rutschig, und hält auch zwei etwas luftige Stellen parat. Zwar helfen einige stabile Drahtseile und es geht auch längst nicht mehr so hinunter, aber ein Sturz wäre nach wie vor extrem gefährlich! Konzentration und Trittsicherheit sind weiterhin erforderlich und man sollte dicht bei den Kindern bleiben. Der Abstieg am Drahtseil über eine rutschige Rampe ist bei der richtigen Technik gut zu meistern, Klettersteighandschuhe für besseren Halt schaden im Zweifel nicht. Dass das Seil dem ersten Eindruck nach viel zu viel Spiel hat, verunsichert zunächst, macht aber schon Sinn, wie man bald merkt. Allerdings kann man dadurch nur einzeln absteigen und Kindern zwischendurch keine Hilfestellung geben.
Wer bei Erreichen des rettenden Einschnitts fertig mit den Nerven ist, kann steil aber ungefährlich bis auf den Rücken steigen und auf ihm im sicheren Waldgelände bis zum Rißsattel wandern (oder sogar vorher auf Waldwege wechseln, die aber ein erneutes Ansteigen nötig machen). Der Abstieg vom Rißsattel ist im obersten Abschnitt allerdings auch etwas ausgesetzt, der Pfad aber sehr breit.
Wer den Jägerpfad als Rückweg nimmt, erlebt eine ganz typische Hangquerung: meist ungefährlich, hin und wieder aber auch etwas stärker geneigte Hänge, und ein paar Mal geht es auch ziemlich steil direkt neben Pfad hinunter. Kein Vergleich natürlich zur Ausgesetztheit des Aufstiegs, da die Hänge auch meist etwas bewaldet sind oder unten eher flacher statt steiler werden, aber Konzentration und Trittsicherheit sind weiterhin erforderlich. Allerdings ist die Begehung deutlich einfacher geworden, seit fast der gesamte Pfad im Sommer 2015 renoviert wurde.
Der Abstieg über den gut ausgebauten Risser Kirchsteig ist dann einfach und ungefährlich. Nur in den ersten paar Minuten ist der Untergrund noch etwas steinig und unangenehm, dann wird der Pfad ausgesprochen erholsam, auch wenn es sich irgendwann ziemlich zieht, bis man unten fast neben dem Parkplatz die Straße erreicht. Wem so ein "Normalweg" zu langweilig ist, kann auch vorher über einen verwachsenen, aber gut zu findenden und sehr spannenden Pfad absteigen, ohne dabei die schönsten Stellen des Jägerpfads zu verpassen, und landet dann direkt am Parkplatz.
Vorbereitung/Kindereignung:
Für den Aufstieg gibt es 3 Grundvoraussetzungen: absolute Schwindelfreiheit, perfekte Trittsicherheit und Konzentrationsfähigkeit. Das erste kann man z.B. auf dem Stangensteig testen, wo die starke Ausgesetztheit neben einem sehr breiten Pfad beginnt. Sobald der schmaler wird, gibt es Drahtseile zum Festhalten. Sehr kurze, aber perfekt geeignete (weil ebenfalls zu beiden Seiten abfallende) Gratstellen zum Üben findet man auf dem Brunnbergkamm und der Lahnerschneid, auch die kurzen ausgesetzten Stellen auf der Schrofennäs-Tour eignen sich gut als Vorbereitung.
Trittsicherheit lässt sich am besten auf Touren trainieren, wo Pfade oder wegloses Gelände kraxelig, aber nicht oder nur sehr kurzzeitig gefährlich sind. Von den genannten ist die Schrofennäs schon recht anspruchsvoll, Brunnbergkamm und vor allem Lahnerschneid sind da deutlich einfacher. Sehr gut üben kann man auf jedem Fall bei recht ungefährlichen Wanderungen wie Roter Stein, Leonhardstein und Wilde Fräulein, oder, schon etwas schwieriger, Archtallaine, Jochberg oder Brecherspitz. Auf diesen Touren kraxelt man auch immer mal ein bisschen mit Händen und Füßen, was hier im oberen Teil ebenfalls kurz notwendig ist.
Um an den Drahtseilstellen am Ende des Aufstiegs und dem Jägerpfad nicht völlig überfordert zu sein, ist es auch nicht schlecht, wenn man schon mal ausgesetzte Stellen mit Seilen passieren musste. Am Stangensteig ist das sehr einfach, etwas passender sind da die Abschnitte in der Archtallaine, am Schönjöchl (wo man ebenfalls absteigen muss), der Schrofennäs oder auch am Zundereck. Wenn man mit den Kindern schonmal auf auf Klettersteigen war, ist das natürlich perfekt.
Ob man vor dem Aufstieg die untere Durchquerung des Speibenkäs mitnehmen möchte, hängt von der Kondition der Kinder ab. Wer schon einige der genannten Touren unternommen hat, ist auch für (fast) wegloses Gelände gut trainiert, aber wenn man Bedenken hat, dass die Beine dann an den ausgesetzten Stellen des Aufstieg schon etwas zittrig sind, lässt man den Schlenker einfach aus und steigt direkt zum Speibenkäsgraben hoch.
Ob man nun seinen Kindern die kurzen, extrem ausgesetzten Stellen zutraut oder nicht, muss natürlich jeder selbst beurteilen. Bei entsprechend hoher Trittsicherheit lassen sich die Abschnitte sicher passieren. An den ausgesetzten Stellen ist der Pfad gut, und dort wo mit Händen und Füßen gekraxelt werden muss, gibt es ausreichenden Sicherheitsabstand zum Rand. Mit Florian hatte ich überhaupt keine Bedenken (und mit Ariane wäre es genauso gewesen), da wir mit ihm ja schon seit Jahren in den Bergen unterwegs sind und er von Anfang an eine hohe Trittsicherheit selbst auf schwierigen Pfaden und niemals irgendwelche Anzeichen von Höhenangst gezeigt hat. Genauso wichtig ist seine Eigenschaft, dass er sich, obwohl er beim Gehen ständig irgendwas erzählt oder spielt, an schwierigen Stellen auf entsprechende Anweisung hin voll und ganz nur auf den Weg konzentrieren kann, und das auch mal für einen längeren Abschnitt. Wenn man feststellt, dass die Kinder sich trotz Ermahnung auch an schwierigen Stellen ständig ablenken lassen oder weiter plappern oder sich umdrehen etc., dann ist dieser Aufstieg zu gefährlich.
Bitte beachtet die Gefahrenhinweise.
Attraktivität: Die Tour besteht aus zwei sehr unterschiedlichen Teilen: Bei der unteren Querungen bekommt bei einen Vorgeschmack auf die wunderschöne verwilderte Natur und die verfallenden Pfade der Speibenkäs-Tour. Der Speibenkäsgraben hat mit den gut erhaltenen Pfaden einen zwar sanfteren und "aufgeräumteren" Charakter, ist aber mit dem schmalen Grat zwischen der hochaufragenden Felswand und dem tiefem Einschnitt und mit dem Jägersteig als Rückweg mindestens genauso schön und spannend!
Schon der Zustieg bis zum Speibenkäs-Einschnitt ist mit dem Wasserfall und dem kleinen Pfad mit den ständigen schönen Blicken ins Isarbachbett ausgesprochen attraktiv. Auch im Einschnitt selbst lässt sich wunderbar am nächsten kleinen Wasserfall spielen, die beinahe weglose Querung nach dem Aufstieg muss einem allerdings liegen. Das Suchen und Finden des Pfads ist ausgesprochen spannend, aber auch mühsam. Belohnt wird man, wenn man den Bach des Haupteinschnitts erneut quert. Hier ist es so wunderschön und friedlich, dass man sich irgendwann vom Spielen oder Dösen in der Sonne losreißen muss, wenn man die Tour noch schaffen will. Die restliche Querung bis zum Speibenkäsgraben ist einfacher, daher kann man die wirklich wunderschöne Natur noch besser genießen.
Der Speibenkäsgraben ist dann vor allem eins: beeindruckend! Nach der Querung durch die wilden Hänge unterhalb der Felsen hat man auf einmal den wunderschönen Blick auf den schmalen Rücken mit dem sich hinaufwindenden Pfad und dem plätschernden Bach unterhalb. Beim wenig anstrengenden Aufstieg schaut man abwechselnd in den tiefen Einschnitt oder auf die senkrechte Felswand des (alten) Schürpfeneck, und wer das Glück hat, dass es in den Tagen zuvor stark geregnet hat oder die Schneeschmelze noch nicht vorbei ist, bekommt zudem immer wieder kurze Ausblicke auf einen faszinierenden Wasserfall, der sich vom oberen Ende des Aufstiegs herunterstürzt.
Die schwierigen Stellen im oberen Teil des Aufstiegs sind dann für Abenteuerlustige richtig spannend! Sowohl die schmalen Gratstellen als auch die kraxeligen Felsstellen und der Abstieg am Drahtseil machen sehr viel Spaß, wenn man die tollen Blicke hinunter genießen kann und keine Angst davor hat. Danach lädt die "Chill-Zone",wie Florian sie getauft hat, zu einer langen und friedlichen Rast ein. Im Einschnitt nach den Felsen ist es windgeschützt und abgesehen von den paar Idiotenmotorrädern, die 10 km durchs ganze Tal zu hören sind, auch absolut still, weil der Blick auf die Bundesstraße vom Aufstiegsrücken abgeschirmt wird. Hier haben wir fast eine Stunde in der Sonne herumgelegen und minutenlang geschwiegen und nur auf die wenigen Geräusche gehört (wenige Vögel, Wind in verschiedenen Stärken, Baumknarzen, Steinschlag,...). Nach dem Bach im Haupteinschnitt des Speibenkäs die zweite wunderschön friedliche Stelle.
Der Rückweg über den spannenden Jägerpfad führt durch tolles und abwechslungsreiches Gelände, das bei sonnigem Wetter besonders schön ist. Kleine und große Einschnitte wechseln mit Waldgelände oder Grashängen, mal spaziert man gemütlich, mal muss man ein bisschen kraxeln, und immer wieder hat man tolle Ausblicke nach Süden aufs Grasköpfl, die Isar und den Rißbach. Einzig der Abstieg über den Risser Kirchsteig wird dann irgendwann langweilig und zieht sich, aber nach so einer aufregenden Tour ist das in gewisser Weise auch entspannend.
Für Florian und mich war unser zweiter Ausflug in das Speibenkäs-Gebiet vom Charakter her zwar ganz anders als der erste, aber trotzdem wieder richtig schön und sehr spannend!
Sonstiges:
Wetter:
  • Die beste Zeit für den Speibenkäs ist definitiv April/Mai, wenn der Schnee schon geschmolzen ist, das Gras aber noch verwelkt am Boden liegt oder gerade erst grün wird; oder der Spätherbst, wenn das Gras schon liegt, der Schnee aber noch nicht :-) Inwieweit die Pfade mit grünem, hohem Gras zu finden sind, weiß ich nicht, da ich diese Abschnitte immer nur im Frühjahr begangen habe. In den anderen Teilen der Speibenkäs-Wanderung habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass nicht nur das grundsätzliche Erkennen schwieriger war, sondern an vielen Stellen auch das Auftreten, wenn man den Untergrund zwischen den hohen Grashalmen nicht genau sehen konnte.
  • Diese Tour ist definitiv was für schönes Wetter! Der Haupteinschnitt des Speibenkäs und das Gelände am Rückweg über den Jägersteig sind bei Sonne viel schöner als bei bedecktem Himmel! Der Rücken im Speibenkäsgraben liegt dann zwar den ganzen Tag in der prallen Sonne, aber da man immer wieder in die Ostflanke ausweicht und sich auch genügend schattenspendende Bäume finden, dürfte der Aufstieg kein großes Problem sein (es sind ja auch nicht mal 250 Höhenmeter).
  • Bei Nässe sollte man die Tour unbedingt vermeiden! Die ausgesetzten Gratstellen und auch viele Stellen auf dem Jägersteig am Rückweg oder in den (fast) weglosen Abschnitten vor Erreichen des Speibenkäsgrabens sind dann definitiv zu gefährlich!
  • Ob es vom Schnee her schon geht, kann man hervorragend mit den Webcams auf dem Herzogstand prüfen. So sah es am 23.11.2014 aus (cam1, cam2, die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern), als ich im Herbst mit Florian im Speibenkäs war, und da waren selbst die schattigen Stellen fast vollständig schneefrei. Da sich die Tour im Speibenkäsgraben vollständig in der Südseite befindet, sollte sie bei so einer Schneelage auf jeden Fall möglich sein. Und so war es am 18. März 2014 (cam1, cam2) , als ich den Jägersteig nach dem Speibenkäsgraben als Rückweg genommen habe. Als Florian und ich bei unserem ersten Versuch im Speibenkäs am 26. Oktober im Bachbett umkehren mussten, weil der Schnee im Südhang zu hoch lag, sah es so aus: cam1, cam2.
    Ich hab die Bilder gespeichert, wenn das Archiv also mal nicht mehr funktionieren sollte, bitte eine Mail schreiben.
Misc:
  • Es gibt für diese Tour natürlich eine Wegbeschreibung zum Ausdrucken. Wer nach dem Speibenkäsgraben hinauf zum Schürpfeneck steigen und den Rückweg über den Spitzberg nehmen will, braucht zusätzlich das Speibenkäs-PDF und diese Ergänzung.
  • Gute Wanderschuhe sind für die gesamte Tour sehr wichtig, damit man nirgendwo ins Rutschen kommt oder auf den schlechten Pfadteilen/weglosen Abschnitten umknickt. Wer frühmorgens und im Sommer mit grünem Gras unterwegs ist, sollte vielleicht lieber eine Regenhose mitnehmen. Sonst kann es passieren, dass man nach kürzester Zeit klitschnasse Beine vom Tau hat, da das Gras auf dem Pfad teilweise hüfthoch wächst.
  • Im März, April und November hatten wir keine Zecken, im Mai zwei, aber im Juni nach der Speibenkäs-Tour mit Steffi habe ich auf der Rückfahrt ohne Übertreibung mehr als 25 Zecken (kleine, große, schwarze, rote) aus dem Fenster geworfen, die meine Hosenbeine hochkrabbelten. Man sollte die Kinder abends also zur Sicherheit sehr gründlich absuchen.
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Bitte beachtet bei allen Wanderungen mit weglosen Anteilen unbedingt die Hinweise zum Naturschutz.
Im Unterschied zur Tour durch den Speibenkäs folgt man hier fast immer den historischen Pfaden. Weglose Anteile gibt es nur, wenn man den Schlenker durch den unteren Speibenkäs macht, und dann auch nur auf wenigen kurzen Abschnitten, wo der Pfad entweder nicht mehr auffindbar war oder ein kurzes Verbindungsstück zwischen zwei Wegteilen fehlt. Diese Abschnitte liegen in sehr lichten Waldgebieten und offenen Hängen, so dass man keine speziellen Rückzugsgebiete oder Verstecke des Wilds betritt. Wenn man sich nach der Wegbeschreibung aus dem PDF richtet, hält man den weglosen Anteil so gering wie möglich.
Die Bilder wachsen ein bisschen mit, ein großes Browser-Fenster lohnt sich also :-)
Bilder mit rotem Rahmen können durch Anklicken vergrößert und wieder verkleinert werden (dazu bitte Javascript einschalten).
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Den Aufstieg im Speibenkäsgraben hab ich aufgrund dieses Beitrags im roBerge-Forum entdeckt. Er war der Anlass, dass ich mich überhaupt mit dem Gebiet beschäftigt habe, wobei ich auf die historischen Karten des Speibenkäs stieß und jede Menge alte Pfade wiederfand, die alle auf dieser Seite dokumentiert sind. Eine erste Tour durch den Speibenkäs hatte ich mit Florian schon letztes Jahr unternommen, heute sollte nun der spannende Grat im Speibenkäsgraben folgen.

Bei der Anfahrt von Osten nach Vorderriß hat man wegen der hohen Bäume leider nie einen ganz ungehinderten Blick von der Straße in den Speibenkäs, aber in einer Lücke ließ sich zumindest ein großer Teil der Aufstiegsrouten im Speibenkäs erkennen. Heute kommen wir unten von links, steigen rechts des Einschnitts hinauf und queren dann auf halber Höhe wieder nach ganz links hinüber in den Speibenkäsgraben. Diesen Schlenker kann man auch auslassen und direkt in den Graben hinaufsteigen, aber der Haupteinschnitt und der Pfad, der ihn durchquert, sind besonders schön, darum wollten wir den Teil noch mitnehmen.

Im Speibenkäsgraben geht es auf dem teilweise sehr schmalen Rücken hinauf, den man im rechten Bild sieht (von der Weide neben der Isarbrücke aus). Ganz oben kommt (gelb) die obere Querung aus dem Speibenkäs herüber, der aber nach meiner Einschätzung zu gefährlich ist, um ihn mit Kindern zu gehen. Die beiden grün eingemalten, einsamen Fichten kann man von unten mit einem Fernglas schon erkennen. Das ausgesetzte Gratstück beginnt am oberen Ende der blauen Linie und endet kurz nach der 2. Fichte.

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Los geht's an der Isarbrücke in Vorderriß. Der Parkplatz gehört zum Gasthaus Post, man sollte also fragen, ob man zum Wandern hier stehen bleiben darf. Auf der anderen Seite der Brücke gibt es aber auch 4-5 Stellplätze vor dem "Parkverbotszone"-Schild, die bei Badewetter natürlich schon früh belegt sind. Auf dem Uferweg gelangt man bald an diese Stelle, wo der Weg in die Isar gerutscht ist. Wenn es hier überschwemmt ist, kann man auf den kleinen Pfad im Hang ausweichen.

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Wer nur zum Wasserfallspielen hergekommen ist, findet kurz nach der Kiesstelle links neben dem Weg einen ebenerdigen Jägerstand mit einer schönen großen Wiese zum Spielen/Entspannen. Am Wasserfall gibt's auch eine, aber die ist nicht waagerecht. Der Uferweg wird nach dem Jägerstand erstmal zum Trampelpfad, und wer bei hohem Gras in der Früh unterwegs ist, läuft ab jetzt mit nasser Hose weiter :-)

Beim erfolglosen Speibenkäs-Versuch mit Florian im Oktober war der wieder breiter werdende Weg nach der Wiese überflutet. Verantwortlich ist ein Bachlauf mit einem schönen kleinen Wasserfall, zu dem man einen Abstecher unternehmen kann. Das Wasser versickert normalerweise vor Erreichen des Wegs, aber diesmal kam eine Menge Schmelzwasser hinzu.

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An der nächsten großen Wiese, auf der ein Trampelpfad hinunter zur Isar führt, kommt der Bach aus dem Speibenkäsgraben in einem doppelstufigen Wasserfall herunter. Eine schöne Spielstelle für warmes Wetter!

Kurz dahinter besteht die Möglichkeit, direkt zum Speibenkäsgraben hinaufzusteigen. Im Mai/Juni kann man zumindest die ersten 100 Meter entlangsteigen, um die Frauenschuh-Kolonien zu suchen.

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Unser Pfad führt nun am Isarufer entlang und steigt allmählich immer weiter an. Anfangs im dichten Wald ist es schwierig zu treten, weil der Untergrund so hubbelig ist. Je mehr man in die steiler werdenden Grashänge gelangt, desto besser wird aber der Pfad.

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Man hat immer wieder tolle Aussichten auf die Isar, sollte sich kurz vor Erreichen des Haupteinschnitts davon aber nicht ablenken lassen. Die Grashänge werden nämlich immer steiler und der Pfad schließlich ausgesetzt. Er ist hier zwar sehr gut zu laufen, aber man muss trotzdem sehr konzentriert gehen, denn unterhalb lauern die Felsabbrüche. Wenn man hier abrutscht, stoppt man erst wieder im Isarbett. Unter dem Baumstamm im Hintergrund kann man gefahrlos hindurchkriechen, als Erwachsener muss man sich allerdings schon ziemlich klein machen.

Vor dem Haupteinschnitt des Speibenkäs gibt es rechts eine schöne Aussichtsplattform mit bei jedem Wetter tollen Isarblick Richtung Zugspitze. Man kann alle Aufstiegsvarianten auch erreichen, wenn man vor dem Einschnitt links auf dem Pfad hochsteigt, so wie wir es letztes Mal gemacht haben, heute geht es aber in ihn hinein und auf der anderen Seite wieder hoch.

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Wenn man links hochsteigt, hat man einen Blick in den Speibenkäs und kann erkennen, wo unser Pfad verläuft, auf dem wir gleich in den Einschnitt queren werden. Erstmal geht's aber hinunter, dort findet sich ein schöner Wasserfall. Zur Isar hin kann man den Bach noch 2 Stufen hinunterkraxeln, dann bricht es aber ab.

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Beim Abstieg zum Bach muss man die letzte Stufe vorsichtig überwinden, sonst landet man in dem kleinen, etwa 50 cm tiefen Gumpen. Es gibt nur winzige Stufen im Fels, am besten steigt man rückwärts ab. Weiter links (von oben aus gesehen) geht's auch, um dem Gumpen zu entgehen, aber das Kraxeln ist dort nicht einfacher.

Auf der anderen Seite gibt es eine etwas kraxelige und leicht weggerutschte Stelle an den alten Balkenbefestigungen, aber die ist nicht so schwierig. Oder sagen wir mal: wer das als unangenehm empfindet, für den ist die heutige Tour sowieso nichts ;-) Im Hang geht es dann auf einem deutlichen, aber ziemlich steilen Pfad hinauf. Das rutschige Totgras, das zu jeder Jahreszeit auf dem Boden liegt, ist im Aufstieg kein Problem.

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Wenn man Mitte Oktober oder Mitte März so gegen 18 Uhr in diesem Hang absteigt, kann man einen wunderschönen Sonnenuntergang neben der Zugspitze bewundern, die sich da ganz hinten am Ende des Tals zeigt.

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Der Grashang wird in Richtung Einschnitt immer steiler, aber wenn man auf dem Pfad bleibt, sollte hier keine Gefahr bestehen, hinunterzukullern. Oben im Wald angelangt muss man je nach Jahreszeit ein bisschen die Augen offenhalten, um entweder überhaupt eine oder die richtige der vielen Spuren zu finden. Dafür ist es hier aber erstmal etwas weniger steil und man steigt erholsamer in und neben einem ganz kleinen Graben hinauf.

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Die Steigung zieht nochmal deutlich an, dann biegt der Pfad nach 2 steilen Serpentinen nach rechts ab und verläuft waagerecht Richtung Friedlalmwiese. Hier muss man sich nach links wenden, so als käme man auf dem Weg von der anderen Seite und würde geradeaus weiterlaufen, statt nach links unten abzubiegen. Anfangs ist von diesem in der historischen Karte verzeichneten Pfad aber nichts zu entdecken.

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Den Beginn des Pfads zu finden ist wirklich schwierig und ich empfehle sehr, das PDF zu nutzen. Wenn man zur kleinen Lichtung mit den vielen abgesägten Baumstämmen hochgestiegen ist und hinten an der richtigen Stelle hinunterschaut, taucht die Spur plötzlich auf und ist viel deutlicher erkennbar, als hier im rechten Bild. Auch wenn es noch anfangs noch ab und zu wieder undeutlich wird, so ist doch ganz eindeutig eine Stufe im Hang vorhanden, die dem Verlauf auf der historischen Karte entspricht.

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Diese abgerutschte Stelle war 2014 noch nicht da, man kann hier aber immer problemlos ein paar Meter höher durchs sehr stufige Gras kraxeln.

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Ungefähr so verläuft unser Querungspfad, vom Aufstieg durch den Speibenkäs kann man leider nicht viel erkennen. Der Aussichtsfelsen mit den zwei toten Bäumen ragt aber hervor.

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Nach dieser felsigen Rinne biegt der Pfad laut der alten Karte nach unten Richtung Bach ab, das hab ich aber nie weiter verfolgt, da ich bei der ersten Suche aus der Gegenrichtung kam, und dort führt der Pfad ganz eindeutig weiter oben in den Haupteinschnitt des Speibenkäs hinein. Darum habe ich eine weglose Verbindung von hier bis in den Einschnitt gesucht.

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Gibt's auch, aber das Gelände ist hier schon etwas mühsam und die Füße müssen ganz schön viel Arbeit leisten, damit man nicht umknickt. Wer mal einen ersten Test machen will, ob Kinder mit weglosem Gelände und schlecht ausgeprägten Pfaden zurecht kommen, der ist hier genau richtig: schwierig und anstrengend, aber nicht zu lang, und der Pfad taucht nachher wieder auf.

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Den letzten kleinen Graben vor dem Haupteinschnitt muss man weit genug oben durchqueren, sonst ist es gefährlich rutschig, und da geht's schon ziemlich viele Meter hinunter! Wer Lust hat, kann im Bach etwa 20 Meter hinaufsteigen und sich die tollen Felsen anschauen! Nach der Bachdurchquerung muss man sich noch ein paar Meter weglos und steil hinaufkämpfen,...

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...dann erreicht man den Haupteinschnitt, den man an einer der schönsten Stellen des Speibenkäs durchquert (oder hinaufsteigt). Egal ob morgens oder abends, im Schatten oder in der warmen Sonne, hier ist es einfach toll und man kann eine erste schöne Pause einlegen und in der Sonne dösen...

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...oder an den vielen kleinen Felsstufen mit kleinen Gumpen und Mini-Wasserfällen und -rutschen hervorragend spielen. Und das haben wir auch ausführlich getan, nachdem wir es heute nicht so eilig hatten wie im November, wo die frühe Dunkelheit drohte. Nach dem Bach gibt es wieder einen recht deutlichen Pfad, der sich die meiste Zeit recht angenehm läuft und (fast immer) eindeutig erkennbar ist.

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Eine schwierige, gefolgt von einer gefährlichen Stelle taucht im im rechten Foto im 2. Einschnitt nach dem Bach auf (auch hier kann man hinauf Richtung Speibenkäs abbiegen). Man erkennt aus dieser Richtung erst sehr spät, dass die letzten Meter zum Bach über dieser rutschige Felsstelle führen:

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Hinauf geht's ganz gut (hier Florian bei der Tour im November), aber hinunter muss man aufpassen. Man kann nur wenige Meter in den Bach abrutschen, der unterhalb dieser Stelle ziemlich flach verläuft, aber weh täte das sicher. Im Zweifel rutscht man auf dem Hosenboden hinunter in den Bach, wenn man den winzigen Stufen nicht vertraut. Man kann auch oberhalb durchs Gras in den Bach queren, da hat man zwar auch keinen besseren Halt für die Füße, kann sich aber zumindest mit den Händen im langen Gras festklammern.

Der Bach ist wie gesagt anfangs flach, dann stürzt er sich aber hinunter und darum wird der Hang auf der anderen Seite des Einschnitts ziemlich steil und man gelangt 20 Meter nach dem Bach an die Stelle im rechten Foto. Der Pfad ist nur fußbreit und kippt auch noch zum Abhang hin. Man kann versuchen, rechts vorbeizusteigen, da ist der Boden aber noch schräger und so richtig gut festhalten kann man sich rechts im Gras trotzdem nicht. Zur Beruhigung: später auf dem Grat ist es an den ausgesetzten Stellen nie so schmal und schwierig!

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Unterhalb der Felsen verlief früher der Aufstiegspfad in den Speibenkäs, der aber leider nur noch in wenig brauchbaren Bruchstücken existiert. Unser Pfad wird zwischenzeitlich mal etwas undeutlich...

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...dann erreicht man die Stelle, wo man entweder weiter auf dem Pfad über die schöne Lichtung nach unten zurück auf den Weg nach Vorderriß steigen kann, wenn man genug hat. Oder man quert einige weglose anstrengende Meter mit Händen und Füßen hinauf und trifft dort auf den alten Pfad, der zwar Richtung Speibenkäs schnell wieder verschwindet, dafür aber hinauf Richtung Schürpfeneck noch sehr lange Zeit vorhanden ist.

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Das ist der obere Pfad. Die Verbindung zur Lichtung mit dem Zugspitzblick verlief laut Karte durch den Laubwald links unterhalb, aber es war mir trotz langer Suche nicht möglich, noch irgendwelche Spuren zu finden. Wen es interessiert, wie die Bruchstücke des Aufstiegs in den Speibenkäs aussehen, die hinten rechts am gelben Pfeil abzweigen, der kann das auf der schon mehrfach verlinkten Übersichtsseite nachlesen. Unser Pfad ist jetzt zwar recht eindeutig, aber schwierig zu gehen, da die Füße wegkippen oder sich auf den ersten Blick so unscheinbar wirkende Hindernisse in den Weg legen, die aber in einem steilen Grashang tatsächlich ganz schön schwierig zu überwinden sind :-)

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Man erreicht rasch den Hang im rechten Bild (Achtung: zwar hat man durch die liegenden Baumstämme zwei Barrieren unter der Pfadspur, aber der Hang fällt vor allem weiter unten ganz schön steil ab). Dort zweigt der Aufstieg ab, der den Speibenkäs weiter oben querte, aber leider nur noch bis zu den Felsabbrüchen vorhanden ist. Die Querung dort oben zum Speibenkäsgraben ist wie gesagt zu gefährlich, der weglose Aufstieg zum Schürpfeneck aber eine sehr schöne und nicht zu schwierige Alternative für diejenigen, die nicht den anstrengenden Steilaufstieg im Speibenkäs selbst auf sich nehmen wollen.

Leider ist der Pfad, der hier unten zum Speibenkäsgraben querte, auch nicht mehr vorhanden.

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Auf den ersten paar Metern (rechts am Bildrand) ist der Pfad am Felsen noch erkennbar, danach verschwindet er aber spurlos in einem Grashang, der so steil ist, dass man sich ohne Graspickel besser nicht hineinwagen sollte. Es gibt aber eine relativ einfache weglose Möglichkeit zur Querung. Wenn man vor dem liegenden Baumstamm vor der Verzweigung nach links unten abbiegt, zeigt sich ein kleiner Durchlass zwischen den Schroffen.

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Neben dem Baumstumpf geht es ein paar Meter hinunter, danach wird es Grashang ungefährlicher, auch wenn der sehr steil ist. Es gibt aber viele Stufen auf den Grasballen, man muss nur vorsichtig treten, damit man nicht umknickt und runterkullert. Eine Spur gibt es hier nicht, auch wenn man die im Foto zu erkennen meint (ich denk auch vor Ort jedesmal wieder, da sei eine). Vor der Kante, wo man einen tollen Blick in den Einschnitt hat, sucht man sich entweder in Serpentinen einen Weg hinunter, oder rutscht wie Florian am Rand des Einschnitts auf dem Hosenboden übers glatte Gras hinunter :-)

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Kurz bevor man im Abstieg an dem toten Baum über die Kante fallen würde, biegt man rechts ab (wem das zu nah am Rand ist, der lässt die Kinder wirklich rechts durchs Gras rutschen!) und findet dort schon die Spur des Wildwechsels, die sich auch unten in den kleinen Fichten zeigt. Leider hört die gleich wieder auf und man muss etwas mühsam hinaufkraxeln, denn unter den Felsen quert es sich am leichtesten. Von dort muss man wieder ein paar Meter hinunter, was Florian wieder zum Rutschen nutzte.

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Danach quert fast auf einer Höhe hinüber zum Graben. Das ist insofern schwierig, als man hier ohne Stufen im Hang laufen muss und die Füße sehr kräftig stabilisieren muss, im nicht umzuknicken. Im rechten Foto sieht man den direkten Zustiegspfad (der an Frauenschuhen vorbeiführt) hinaufkommen. Die gesamte weglose Querung ist nur etwa 250 Meter lang, also rasch überwunden.

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Und da sind wir im Speibenkäsgraben angelangt. Wer genug Zeit hat, kann auch versuchen, den Bach noch ein bisschen weiter hinaufzukraxeln, es ist wirklich sehr schön in dem Einschnitt neben den hochaufragenden Felsen!

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Es gibt zwar ab und zu quer liegende Baumstämme und auch zwei (an ungefährlichen Stellen) abgerutschte Wegstücke, aber trotzdem ist es nach der bisherigen Wanderung eine ausgesprochene Erholung für die Füße! Ein richtig guter und angenehm zu gehender Pfad!

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Es ist anfangs fast gar nicht ausgesetzt, dann wird es links steiler und der Pfad kommt auch mal kurzzeitig etwas näher an Abhang heran. Meist bewegt man sich aber in der ungefährlicheren rechten Flanke.

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Wir haben in diesem Bild einen kleinen Flo versteckt ;-)

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Nach einem letzten ungefährlichen Waldstück tut sich unvermittelt der Blick auf den Grat auf und man merkt sich schon mal: Wenn schon fallen, dann nicht nach links! Für Leute mit auch nur geringer Höhenangst ist das natürlich nichts, und wem bei dem Anblick unerwartet schwindelig oder schlecht wird, der steigt lieber wieder ab, das geht auf dem Pfad bis ganz hinunter zum Wasserfall sehr gut! Ich zeige die schwierigen Gratstellen auf den Fotos ziemlich lückenlos, damit man sich wirklich gut überlegen kann, ob man sich das mit Kindern zutraut oder nicht. Hier zum Vergleich nochmal das Übersichtsfoto vom Anfang der Seite, wo man den Gratabschnitt sehen kann. Die untere der beiden dort grün markierten Fichten ist die am grünen Pfeil. Sie wird auf dem Übersichtsfoto von der weiter links stehenden, kleineren Fichte ein bisschen verdeckt.

Der kleine Wasserfall am roten Pfeil, den man nur in der Vergrößerung sieht, ist übrigens nur nach der Schneeschmelze vorhanden. Schade, denn er war wirklich schön.

Der Weg führt nicht die gesamte Zeit mitten auf dem Grat entlang, sondern weicht immer wieder kurz in etwas entspannteres Gelände nach rechts aus, so dass man sich im Zweifel immer wieder mal hinsetzen und beruhigen kann, wenn einem doch die Beine zittern. Ein paar Mal muss man nämlich wirklich genau auf dem Grat entlang und so geht es auch gleich los.

Die Spur, die hier noch ganzen unten am Rand erkennbar ist, verschwindet nach wenigen Metern und man muss selbst schauen, wo man hintritt. Hier sind erkennbar oft Gämsen unterwegs, daher ist der Boden stufig getreten und (zumindest bei Trockenheit) nicht rutschig, sondern bietet guten Halt. Es ist hier auch definitiv breit genug, dass keine Absturzgefahr besteht, wenn man in der Mitte bleibt.

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Das ist auch gut so, denn gerade hier am Anfang wäre ein Sturz zu beiden Seiten extrem gefährlich. Rechts wird es nach ca. 30 Metern besser.

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Links mal der Beginn des Grats von der oberen Querung zwischen Speibenkäs und Speibenkäsgraben aus gesehen. Am türkisen Punkt schützt ein Felsriegel vor dem Abgrund, dort ist auch der Pfad wieder kurzzeitig vorhanden und man kann sich das erste Mal zur Erholung ungefährdet hinsetzen. Bis dorthin muss man allerdings zwischen dem pinken und dem türkisen Punkt etwas kraxeln. Das ist aber viel angenehmer, als freihändig zu gehen, denn so kann man nicht umknicken und seitlich fallen. Durch die vielen Stufen geht das Kraxeln unter Zuhilfenahme der Hände ausgesprochen leicht. Man sollte genügend Abstand nach links halten, denn da bricht es senkrecht ab.

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Florian an dem Felsriegel (türkiser Punkt). Da darf man schon mal einen Blick riskieren. Ansonsten gibt's keine Gratfotos mit Florian, weil ich da trotz all seiner Trittsicherheit und Erfahrung doch lieber dicht hinter ihm geblieben bin. Nur für alle Fälle :-)

Bis zur toten Wurzel am gelben Punkt muss wieder ein Stück "balanciert" werden (ja, das Foto ist aus zweien zusammengesetzt, weil ich's verbummelt hab, das Gratstück als Ganzes aufzunehmen). Hier gibt es in der Mitte aber einen stufigen und und etwas abgeflachten Streifen, auf dem man sehr sicher vorankommt. Klar, umknicken und dann seitlich fallen sollte man hier nicht.

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Links auf halber Strecke zwischen türkisem und gelben Punkt (kurz nach dem Standort vom Foto drüber, vgl. roter Strich), rechts am gelben Punkt. Danach folgt noch ein kurzes, ziemlich schmales Gratstück mit einer kleinen Spur zwischen den Grasbüscheln, dann landet man in der sicheren rechten Flanke, die hier nicht mehr sehr steil ist und auch nicht allzu tief hinunterführt. Auch im linken Bild erkennt man schon, dass abgesehen vom Anfang, wo sich unterhalb des roten Punkts unten im Bach noch ein paar Felsstufen befinden, ein Sturz nach rechts mit Sicherheit nicht tödlich endet.

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Der Pfad bleibt erstmal in der rechten Seite bzw. dem nun wieder breiten Rücken, so dass man ausreichend Gelegenheiten findet, sich gefahrlos hinzusetzen oder zu legen...

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...und mal wieder die Ausblicke zu genießen. Rechts oben kommt die Querung aus Richtung Speibenkäs an, links verläuft sie weiter zum Rißsattel. Diesen Teil nehmen wir als Rückweg.

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Weiter hinauf geht es auf dem Pfad, der einmal ganz nah links an die Kante führt (die Stelle ist im PDF erklärt), danach geht es etwas kraxelig und kurzzeitig etwas weggerutscht, aber ungefährlich hinauf, bis man wieder auf dem Grat steht. Es folgt die vielleicht gefährlichste Stelle, da man ziemlich schmal zwischen Baum und Abbruch hindurch muss. Die Stufen am Baum sind hervorragend, wie eine kleine Treppe, aber die Gefahr des Umknickens ist auf Wurzeln oder Steinen natürlich immer etwas höher. Die beiden grünen Fichten sind die zwei aus dem Übersichtsfoto (die untere war oben mit dem grünen Pfeil markiert).

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Zwischen den beiden Bäumen geht es nochmal frei über den Grat. Sehr luftiges Gefühl, aber es ist breit genug und etwas abgeflacht, so dass man gut laufen kann. Rechts nochmal der Blick von der oberen Querung aus.

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Hinter der 2. grün markierten Fichte geht es einen Meter runter, und hier muss man nochmal vorsichtig sein: das ist die schmalste Stelle des gesamten Grats und da sollte man nicht mit dem Schwung von oben kommend auf dem Geröll ausrutschen und doch noch abstürzen. Und wenn doch, dann bitte nach rechts, denn links ist es immer noch enorm gefährlich!

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Gleich nach der schmalen Stelle stößt die obere Querung hinzu, es wird breiter und man kann sich erstmal wieder hinsetzen.Der Gratteil ist jetzt geschafft! Der restliche Weg durch die Felsen bis hinten in den großen Einschnitt ist zwar auch nicht leicht und immer noch an vielen Stellen absturzgefährdet, aber zum einen gibt es dort Drahtseile, zum anderen hat man rechts wieder die Felswand zum Anlehnen und nicht mehr das für manche Leute schlimme Gefühl, dass an beiden Seiten der Halt fehlt.

Anfang 2014 konnte ich hier ein paar wunderschöne "cumuli lenticulares" bewundern! Den Begriff hab ich merkwürdigerweise seit meinem Praktikum in der Flugwetterwarte vor 25 Jahren nicht mehr vergessen :-)

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Hinein in den Fels! Das Drahtseil beginnt gleich am Anfang und ist tatsächlich sehr stabil und mit z.T. erneuerten Ösen verankert. Es ist hier mehr ganz so gefährlich wie auf dem Grat, aber....

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...schon noch ausreichend! Zwischen den Drahtseilstücken ist der Pfad zwar geröllig, aber problemlos zu gehen. Auch die Serpentinen im Gras sind gut ausgeprägt. Ein bisschen aufpassen muss man an der zweiten Rechtskehre (grüner Punkt):

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Da bricht es geradeaus unvermittelt ab (s. rechtes Foto in der nächsten Zeile) und man könnte auch glauben, dass man irgendwo links außen herum muss, da es dort auch eine Art Spur zu geben scheint. Der Pfad geht aber rechts weiter hinauf...

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...und ist oberhalb der abgerutschten Stelle für einen Meter sehr ausgesetzt. Genau dort beginnt aber auch schon wieder ein Drahtseil! Rechts der Blick vom Anfang des Drahtseils aus in den Abbruch, in den Florian oben vom grünen Punkt aus hineinschaut.

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Man hat von hier auch einen guten Blick in den Einschnitt, aus dem der Jägersteig nach links herausführt. Alternativ kann man auch sehr steil hinauf auf den Rücken steigen und auf ihm bis zu Rißsattel entlang gehen. Wenn nach viel Regen oder bei Schneeschmelze der kleine Bach vorhanden ist, der den Wasserfall neben dem Grat verursacht, lohnt es sich, ihn hinaufzusteigen (gelber Pfeil, s.u.).

Erstmal geht es aber am Drahtseil hinunter. Ob man das seitlich oder beidhändig rückwärts macht, muss jeder selbst entscheiden. Auf jeden Fall sollte man das Seil immer fest im Griff haben, denn der Untergrund ist sehr geröllig und man ist trotz vieler Felsstufen schnell mal ein bisschen gerutscht. Und wie man an der halb verdeckten Latschenkiefer am linken Bildrand erkennt, geht es hinter dem Absatz, den Florian gerade erreicht, ziemlich steil runter! Wer Klettersteighandschuhe besitzt, kann die ruhig mitnehmen, denn wenn man bei heißem Wetter schwitzt, hat man keinen besonders guten Halt an dem recht dünnen Seil, wie ich bei meinem ersten Besuch feststellen musste. Bei unserer "Pullovertemperatur" heute war das aber kein Problem.

Dass Florian sich hier soweit nach hinten lehnt, hat übrigens einen Grund und ist darum auch längst nicht so gefährlich wie es aussieht: Das Drahtseil ist dem Anschein nach viel zu lang und viel zu locker, und so hat Florian am Zwischenanker eine richtige Schlaufe gebildet, an der er sich bequem und sehr sicher den letzten Meter hinunterlässt. Es kann darum auch immer nur einer am Seil gehen, und der muss es sich an jeder Öse erst wieder richtig nach unten durchziehen. Das hat aber schon seinen Sinn, wie man gleich sieht. Dort wo Florian gerade ankommt, kann man aber ohne Seil stehen und sich darum wieder "sammeln", wenn man dicht bei den Kindern bleiben will.

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Links sieht man, wieviel locker das Seil unterhalb von Florian herumhängt, aber am ganz am Ende des Abstiegs, wenn ein letzter sehr hoher Schritt hinab in die feuchte Rinne gemacht werden muss, erkennt man den Sinn: Hier ist der "Henkel", den das zu lange Seil bildet, der perfekte Halt, um völlig problemlos hinauf- und hinunterzusteigen! Das wäre bei einem straff gespannten Seil auf dem nassen und rutschigen Fels sehr viel schwieriger.

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Die unteren 3/4 des Drahtseilabstiegs. Unten in der nassen Rinne steht man sicher und zur Abwechslung auch mal ganz ungefährdet.

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Kaum geht man weiter, wird's links aber schon wieder steiler. In dem kurzen waagerechten Abschnitt hilft das (hier straffe) Drahtseil sehr gut, dann geht es wieder hinunter. Das Seil im Abstieg ist dann wieder sehr lose, aber deutlich dicker und daher trotz Rost angenehmer zu packen.

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Schwieriger wird's dann, wenn der Pfad nach links abbiegt und das Seil endet. Es ist hier nämlich ausgesprochen rutschig und immer noch so steil, dass man am besten ein bisschen seitlich kantet. 2015 war dann unten nach der Rechtskurve ein Stück des Pfads weggerutscht und es war tatsächlich gar nicht so leicht, diese Stelle oberhalb zu umgehen, da das Gras in dem Geröll keinen verlässlichen Halt für die Hände bietet. Wenn's mal gar nicht mehr geht, setzt man sich auf den Hosenboden und rutscht vorsichtig hinab in die Bachrinne

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Wer noch den Abstecher rechts hinauf unternehmen will (ohne Wasser ist es allerdings etwas langweilig), muss schon ganz schön kraxeln bis er an diese wirklich schöne Stelle gelangt. Das Wasser schlängelt sich in einer kleinen Felsrinne herunter, bis zu der man noch gut hinkommt, danach wurde es mir zu steil. Wer der Pfadspur weiter folgt, landet in dem schönen Einschnitt rechts. Das ist die perfekte Raststelle! Nicht nur, weil man nach dem langen Grat und den Felsen jetzt endlich mal wieder ganz ungefährdet herumlaufen kann (na ja, herumsteigen eher, es ist doch recht steil :-)), sondern auch, weil man hier durch die Felsvorsprünge das erste Mal an diesem Tag so von der Straße abgeschirmt wird, dass der Verkehr nicht mehr zu hören ist. Selbst der Schall der absoluten Vollidioten unter den Motorradfahrern ist deutlich gedämpft.

Wer statt über den Jägersteig lieber auf dem Rücken zum Rißsattel wandern will, oder nach dem Aufstieg zum Schürpfeneck zum Spitzberg und dann wie auf der Speibenkäs-Tour über Staffelgraben und Almwiesen weiterwandern möchte, muss erst einmal noch ein Stück hinauf bis auf den Rücken.

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Vor derm Jägersteig haben wir aber erstmal eine lange Pause eingelegt, heute hatten wir ja eine Menge Zeit. Es gibt tatsächlich eine Stelle, wo es schon ruhig ist, die Aussicht aber noch nicht durch die Bäume verdeckt wird. Unser "Chill-Zone", wie Florian sie nannte, wo wir nach dem Essen noch eine halbe Stunde still herumgelegen haben und nur gelauscht haben, was für Geräusche wir hören... Wind... Vogelgezwitscher... Insekten... ab und zu ein Vollidiot unten im Tal... zweimal Steinschlag, vielleicht eine Gams?

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Die meiste Zeit wird es auf dem Pfad nicht schlimmer ausgesetzt sein als im linken Bild, also mit einem breiten, wenig steilen Streifen, oder mit einem längeren, aber nicht so steilen Hang. Nur selten, und dann meist beim Betreten oder Verlassen eines Einschnitts, wird es schmal und zugleich sehr abschüssig. Rechts der Blick auf das "Schürpfeneck", das in den historischen Karten so heißt, heute aber namenlos ist. Etwa an dem roten Pfeil liegt die kleine Aussichtsplattform, auf die ich mich damals beim Aufstieg zum Schürpfeneck mit Steffi hinausgetraut habe, und an der man bei der inzwischen entdeckten Verbindung zwischen Speibenkäsgraben und Gipfel vorbeikommt. Im linken Bild sieht man im Hintergrund übrigens das Grasköpfl, dessen Besteigung über den nördlichen "Wasserfallpfad" wir im Sommer 2015 auch endlich geschafft haben.

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Seit der Renovierung im Sommer 2015 ist nur noch der erste Abschnitt des Jägerpfads schwierig zu begehen, dort muss man aber wirklich aufpassen. Anders als im April war die Spur im hohem Gras nur schwer erkennbar.

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Gleich zu Beginn bekommt man vorgeführt, dass die Hänge um die Einschnitte herum viel steiler werden. Hier muss man wirklich vorsichtig sein, vor allem mit höherem Gras...

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...muss man gut hinschauen, wohin man treten soll. Bei aller Konzentration auf den Pfad lohnt es sich aber, zwischendurch stehenzubleiben und ein bisschen herumzuschauen, um die Schönheiten der Umgebung nicht zu verpassen.

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Im April 2015 haben wir hier keinen Abzweig nach unten entdeckt, obwohl es den alten Aufstieg früher auch schon gegeben hat. Inzwischen ist die Spur aber so deutlich und geht nahtlos in den waagerechten Jägerpfad über, so dass man aus Richtung Speibenkäsgraben kommend nun das Gefühl hat, hier auf den "Normalweg" zu stoßen. Rechts sieht man den neuen Pfad, der gerade nach unten abgezweigt ist. Er wurde in den meisten Abschnitten erkennbar maschniell angelegt und ist weiter unten auch mit neuen Drahtseilen versichert. Wer nach dem Speibenkäsgraben möglichst rasch wieder nach unten will, kann hier absteigen, das geht auch hinunter sehr angenehm (Fotos vom Aufstieg findet man hier). Wer zwar keine Lust auf den Normalweg am Rißsattel hat, aber trotzdem noch die schönsten Abschnitte des Jägerpfads erleben möchte, kann erstmal weitergehen und später noch einen anderen Abstieg wählen.

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Alles, was ich damals vor allem im PDF an Warnhinweisen zum Jägerpfad schrieb, ist durch die Renovierung deutlich entschärft worden. Unklare Stellen, wo man den Verlauf nicht erkennt, gibt es selbst im hohen Augustgras keine einzige mehr, und die gefährlichen Stellen haben sich auf zwei ganz kurze reduziert. Auch das stellenweise gefährlich rutschige Totgras, auf dem Florian zweimal den Halt verloren hat und auf dem Hosenboden landete, ist im Moment nicht mehr vorhanden. Vielleicht wieder in ein paar Jahren...

Es wurden auch keinerlei Schäden an der Umgebung angerichtet (ich möchte wirklich mal wissen, was dass für ein Gerät ist... Man findet immer öfters solche neuen Pfade, die genau dieselbe Art von Wegstufe aufweisen...), so dass es nach wie vor ein wunderschöner, aber nun viel einfacher und gefahrloser zu begehender Pfad ist. Vielen Dank an die Sanierer :-) Damit wäre dann vermutlich auch geklärt, was die vielen gelben Fahnen und gespannten Garnfäden bedeuteten, die Florian und ich im April 2015 entlang des Pfads entdeckt hatten.

Die schwierigste Stelle von früher wurde sehr clever entschärft: Musste sich Florian letztes Mal noch mit viel Kraftaufwand und auf Reibung am Seil über die Platte hangeln, kann man nun ziemlich bequem in die Schlaufen treten. Die Durchquerung ist enorm einfach, aber nur, wenn man so wie Florian (in unserem 2. Versuche) seitlich geht und einen Fuß vor den anderen in die nächste Schlaufe setzt. Alles andere mit Gesicht zur Wand o.ä. ist unangenehm und wackelig. Jedenfalls eine sehr geschickte Variante, ohne Trittstifte in die Wand bohren zu müssen.

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Die Landschaft hat zu jeder Jahres- und Tageszeit ihren eigenen Reiz schön. Wer z.B. vom Parkplatz direkt auf den Jägerpfad aufsteigt und die große Runde über Schürpfeneck, Spitzberg und die Almwiesen nimmt, erlebt hier beim Sonnenaufgang wunderschöne Stimmungen.

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Bald nach Felsplatte mit den Drahtschlaufen sieht man schon von weitem den großen Einschnitt mit der drahtseilversicherten Stelle. Kurz danach öffnet sich der Blick nach links und wer genau hinschaut, erkennt den Jägerstand, zu dem man mit den Kindern einen Abstecher unternehmen kann.

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2015 war der Weg hinein in den Einschnitt mit die ausgesetzteste Passage, und 5 Meter nach Florians Position ging es auch noch ein gefährlich rutschiges Stück hinunter, das wir seitlich mit der Hand im Gras abgestiegen sind. Jetzt ist es zwar immer noch ausgesetzt, aber abgesehen von einer winzigen Stelle, wo der Fels am Boden in den Pfad hineinragt, hat man durchgehend ein waagerechte und perfekte zu gehende Spur. Leider konnte ich wegen der Lichtverhältnisse kein gutes Foto machen, aber der Verlauf ist ohne Gras eh besser erkennbar. Das Drahtseil (pink) ist erneuert und inzwischen viel besser gespannt. Einzig das kurze Stück nach dem Seil hinunter ist immer noch ein bisschen schwierig.

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Der Pfad ist jetzt perfekt, selbst das Seil ist im Moment gar nicht notwendig, aber bei dem bröseligen Untergrund sicher eine gute Zukunfsinvestition. Es ist nun in so kurzen Abständen gespannt, dass man nicht mehr wie früher einen Meter nach außen fällt, wenn man sich mal richtig reinlehnt. Wirklich sehr angenehm!

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Die damals die gefährlichste (weil so stark ausgesetzte) Stelle ist es heute auch noch, aber mit viel geringerem Risiko. Nach dem Seil geht es hinunter und um die Kurve, und dort besteht auf dem gerölligen Boden nach wie vor die Gefahr, dass man bei zu hohem Tempo ausrutschen und über den Rand schlittern könnte. Allerdings wurde der Pfad hier etwas vertieft und wie eine Steilkurve ein bisschen nach innen geneigt. Wenn man nicht leichtsinnig hinunterläuft, sondern langsam und vorsichtig geht (oder noch besser seitlich kantet), dann wird man, wenn man trotzdem ausrutschen sollte, wohl nur ungefährlich auf dem Hosenboden landen. Ich fühlte mich bei den mehrfachen Querungen auf der Suche nach den besten Fotopositionen (blöde Morgensonne :-)) jedenfalls sehr viel wohler als noch 2015.

Wenn man den Abstecher zum Jägerstand unternimmt (etwa 30 Meter vom Pfad entfernt), sollte man die Kinder auch nicht einfach losrennen lassen. Rechts der kleinen Trampelspur kommt erst 2x ein abschüssiger Grashang, danach taucht links die Abbruchkante auf. Da kann man dann allerdings problemlos von der Spur nach rechts in ungefährliches Gelände ausweichen. Der Jägersitz selbst steht absolut sicher und ist gefahrlos betretbar, an seiner Vorderseite würde ich aber nicht vorbeigehen. Man hat nochmal einen schönen Blick auf den unteren Teil es Rückens im Speibenkäsgraben, die obere Querung und das Schürpfeneck.

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Nach dem Jägerstand ist es nicht mehr weit bis zum Risser Kirchsteig, der vom Rißsattel herunterkommt. 2015 war auf diesem Abschnitt das welke, rutschige Gras auf dem Pfad besonders stark vertreten, nach der Renovierung war der Pfad völlig frei. Mal sehen, wie sich das in den nächsten Jahren entwickelt... Gefährliche Stellen gibt's aber keine mehr, die Hänge werden immer flacher. Man kann in Ruhe die Aussicht auf den (diesmal quasi ausgetrockneten) Rißbach genießen.

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Wer allerdings keine Lust hat, über den "Normalweg" vom Rißsattel herunter zu steigen (der zwar einfach und bequem ist, aber sich ein bisschen zieht und ein klein wenig langweilig ist), der muss die Augen offenhalten: Nach dem Jägerstand geht es an einer Stelle in einer richtigen Serpentine, die einige Meter ausholt, leicht hinunter. Kurz danach geht's um eine kleine Rechtskurve und man schaut in den Hang im rechten Bild. Der Pfad macht auch hier eine winzige Serpentine (im rechten Bild sind wir sie schon hinuntergegangen), und aus der Rechtskurve zweigt auch ein undeutlicher Pfad geradeaus ab, der nach der Renovierung schwieriger zu sehen ist, weil der Hauptpfad so deutlich ausgeprägt ist. Die Spur hatte ich zwar damals bemerkt, aber nie weiter verfolgt. Tatsächlich landet er aber unten direkt am Parkplatz und ist, obwohl teilweise stark verwachsen, eine gut zu findende und wirklich schöne Abstiegsalternative mit einigen spannenden Stellen, einem Drahtseil, einer Quelle mit alten rostigen Wasserohren und einer kleinen Hütte, in der es gluckert. Wer also noch nicht genug von abenteuerlichen Pfaden hat, steigt hier hinunter. Eine Beschreibung des Aufstiegs mit Bildern findet man hier.

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Nach einer letzten ungefährlichen Bachrinne landet man auf dem markierten und gut gewarteten Kirchsteig und nun geht es nur noch ganz einfach und ungefährlich hinab ins Tal.

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Man ist am Anfang sehr dankbar für diesen sehr einfach zu laufenden Pfad. Tatsächlich fühlen sich die Füße nach dem heutigen Tag wie im Himmel und ist es auch für die Konzentration sehr angenehm, einfach mal unbesorgt über den Weg zu schlendern. Aber es zieht sich! So etwa auf der Hälfte der 300 Höhenmeter macht sich das Gefühl breit "Puh, wir kommen dem Tal ja nicht wirklich näher...". So ging es mir auf meinen beiden Abstiegen alleine und bei der Tour mit Steffi. Mit Florian war es hingegen völlig anders. Der hat mir den gesamten Abstieg lang so ausführlich von sämtlichen technischen Einzelheiten und der Besatzung der "Flash" berichtet, ein Raumschiff, dass er mit seinem besten Schulfreund aus Versatzstücken der Enterprise und des Millenium Falken entwickelt hat, dass die 40 Minuten, die wir hinunter gebraucht haben, wie im Flug vergingen :-)

Im Sommer 2016 haben wir auf diesem Abstieg einen "Römerkopf" (mit Boxernase) in den Bergen entdeckt, den sieht man in der Vergrößerung des linken Bilds.

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Im unteren Drittel hat man immer öfter schöne Ausblicke, und irgendwann zum Ende hin geht's dann doch ganz schnell und man landet unten auf der Straße nur 150 Meter von der Brücke entfernt.

Alles in allem war es schon eine schwierige (und für die Füße anstrengende) Tour, die vor allem auf dem Grat ein hohes Maß an Konzentration erforderte, um sicher durch die schmalen Stellen zu kommen. Florian und mir hat aber nicht nur diese spannende Kraxelei Spaß gemacht, wir haben den gesamten Tag mit seinen kleinen, verwachsenen Pfaden, den Bächen, den tollen Felsen und den schönen Ausblicken sehr genossen. Vor allem auch, weil wir diesmal genug Zeit zum Spielen und zum "chillen" hatten und so die besonders schönen Stellen ausführlich "würdigen" konnten.

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Frank Steiner (Email)

Last modified: Thu Dec 8 12:08:10 CET 2016

Gefahrenhinweis/Haftungsausschluss: Bei vielen der vorgestellten Wanderungen gibt es durchaus ausgesetzte und gefährliche Stellen. Die Wege sind teilweise in schlechtem Zustand, und die Gefahr eines Absturzes besteht bei schmalen Pfaden am Hang immer. Typische Gefahren wie Steinschlag oder schlechtes Wetter sind zudem in den Bergen jederzeit vorhanden. Wir bemühen uns, in der Darstellung jeder Wanderung zu vermitteln, wie anstrengend und gefährlich sie aus unserer persönlichen Sicht war und wie gut unsere Kinder damit zurecht gekommen sind.

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