Bergwandern mit Kindern im Isarwinkel: Speibenkäs und Spitzberg

wir
Speibenkäs und Spitzberg (1366)
November 2014
Updates
Sommer 2016
  • Der Haupteinschnitt auf dem oberen Pfad im Staffelgraben (am Rückweg vom Spitzberg zur Achneralmwiese) ist nun endültig nicht mehr durchquerbar. Die "Gamsumgehung" wurde im letzten Winter weggespült. Die Felsplatte ist so gefährlich glatt, dass man auf jeden Fall die im PDF beschriebene Umgehung unterhalb nehmen sollte.
  • Wir haben zwei weiter Zustiegsmöglichkeiten zum Schürpfeneck entdeckt, beide führen auf den Jägerpfad zwischen Rißsattel und Speibenkäsgraben. Die Aufstiege und die Verbindung vom Ende des Jägerpfads/vom oberen Ende des Speibenkäsgrabens sind in diesem PDF beschrieben. Wem der Aufstieg im Speibenkäsgraben zu gefährlich und die (fast) weglosen Varianten durch den bzw. neben dem Speibenkäs zu schwierig sind, kann also auch einfacher aufs Schürpfeneck gelangen und den Rückweg über Spitzberg, Staffelgraben-Pfad und Achneralmwiese antreten.
  • Der Jägersteig zwischen Rißsattel und Speibenkäsgraben wurde irgendwann nach April 2015 saniert und ist nun viel einfacher und ungefährlicher zu begehen. Nur das letzte Stück zwischen dem östlichen der beiden neu entdeckten Aufstiege und dem Speibenkäsgraben ist immer noch sehr verwachsen und in einem steilen Grashang etwas ausgesetzt.
Ausgangspunkt: Wenige kostenlose Stellplätze nördlich der Isarbrücke bei Vorderriß, sonst auf dem Parkplatz des Gasthof Post südlich der Isarbrücke (da sollte man vorher um Erlaubnis fragen), ca. 1½ Stunden Autofahrt vom Südwesten Münchens.
Wenn man mehrere der Links auf den Bayernatlas öffnet, werden möglicherweise die alten KML-Files weiterhin angezeigt. Die kann man nach Einblenden der Themenkarten-Leiste (links) oben beim Klick auf "Ebenen auswählen" einzeln de-/aktivieren. Die Linien sind auf den Bayernatlas angepasst, in Google kann es darum sein, dass man ab und zu etwas neben dem Bach oder durch Felsabbrüche läuft :-)
Wanderkarte des Bayerischen Vermessungsamts mit Florian-Tour
Wanderkarte des Bayerischen Vermessungsamts mit allen wiederentdeckten Pfaden
Wanderkarte des Bayerischen Vermessungsamts mit den historischen Pfaden laut 1890
Google-Map mit Florian-Tour, die Ebenen mit allen bzw. den historischen Pfaden können links eingeblendet werden.
KML-Files: Florian-Tour, alle Pfade, historische Pfade
Der Streckenverlauf und die Positionsmarken sind freihändig eingezeichnet. Mit Hilfe von Karten und der Fotos versuche ich aber, den Weg so genau wie möglich nachzuvollziehen, so dass die Längenangaben im Großen und Ganzen stimmen sollten.
Länge:11½ km mit 650 hm (inkl. Umgehung des Hauptgrabens)
Unsere Zeit: 10 Stunden.
Beim Aufstieg haben wir einige Zeit durch das Rumprobieren verloren und deshalb nach der letzten "großen" Rast auf dem Spitzberg am Rückweg wegen der drohenden Dunkelheit nur noch kurze Pausen eingelegt. Das Gehtempo war aber die gesamte Zeit sehr gemütlich. Im Frühjahr hätten wir sicherlich noch eine Stunde mehr mit Spielen an den vielen Bächen und Wasserfällen oder Faulenzen auf den Almwiesen verbracht.
Zur Planung: perfekte Stellen für eine Rast sind die Lichtung mit dem Zugspitzblick (nach Beginn des Aufstiegs), der Aussichtsfelsen mit den 2 toten Bäumen im Speibenkäsaufstieg, der Spitzberggipfel (oder genauso der Ostgipfel), die Almwiesen und der letzte Abstiegshang mit Blick hinunter in die Isar (wo ich den Sonnenuntergang erlebte habe).
Die Etappen zur besseren Einschätzung (ohne Pausenzeiten zwischen den Etappen):
  • Parkplatz bis Speibenkäseinschnitt: 45 Minuten
  • Aufstieg zur Lichtung mit dem Zugspitzblick: 15 Minuten
  • Weiter bis in den Bach: 35 Minuten
  • Abstecher zur Aussichtsstelle vor Erreichen des Bachs (hin und zurück): 15 Minuten
  • Aufstieg zum Aussichtsfelsen durch Bach und Grashang (mit suchen und probieren): 1 Stunde
  • Vom Aussichtsfelsen auf den Rücken: 30 Minuten
  • Auf dem Rücken zum Spitzberg: 35 Minuten
  • (Abstecher zum Ostgipfel und zurück: ca. 20 Minuten Gehzeit)
  • Wegloser Abstieg vom Spitzberg bis auf den Waldweg: 30 Minuten
  • (Rückweg über Luitpolderalm mit Kindern (hochgerechnet aus Zeit mit Steffi): ca. 3 Stunden.)
  • Rückweg über Pfad oberhalb des Staffelgrabens: 5 Stunden
  • Vom Waldweg bis auf den Pfad: 25 Minuten
  • Bis zum Haupteinschnitt: 40 Minuten
  • Umgehung des Haupteinschnitts inkl. kleiner Pausen: 45 Minuten
  • Weiter bis zur Achneralmwiese: 35 Minuten
  • Zur Friedlalmwiese (Pfadvariante): 20 Minuten
  • Friedlalmwiese bis Speibenkäseinschnitt: 1 Stunde
  • Speibenkäseinschnitt bis Parkplatz: 45 Minuten
Alter unserer Kinder: Florian war 9½.
Schwierigkeit: Es gibt einige Varianten (s.u.), mit denen sich diese Tour entschärfen lässt, insbesondere kann man auf vergleichsweise einfachen und sicheren Wegen zurück zum Auto gelangen, wenn man es erst einmal auf den Rücken zwischen Schürpfeneck und Spitzberg geschafft hat. Die Route, die ich mit Florian gegangen bin, ist aber tatsächlich ziemlich schwer und sollte nur mit Kindern in Angriff genommen werden, die sehr hohe Trittsicherheit aufweisen und schon einige Erfahrung mit weglosen Wanderungen gesammelt haben.
Das Gelände ist hier insgesamt ziemlich schwierig, da die meisten Pfade verfallen sind und daher nur selten das Laufen erleichtern. Selbst auf den besser ausgeprägten Abschnitten ist es meist ein bisschen uneben, und das ständige leichte Stabilisieren macht sich auf Dauer in den Beinen deutlich bemerkbar. Obwohl wir hier viel weniger Höhenmeter absolvieren mussten als auf dem Mineckergrat oder der Schrofennäs, war dieser Tour insgesamt anstrengender. Es gibt zwar einige entspannte Abschnitte, aber auch der Rückweg ist die meiste Zeit für die Füße anstrengend und erfordert auch zum Ende nochmal Konzentration. Gefährliche Stellen gibt es zwar nur ganz wenige, aber die müssen tatsächlich auch mit Vorsicht passiert werden. Florian war durch unsere Touren aus diesem und dem letzten Jahr speziell auf so eine Art von Gelände "trainiert", aber ansonsten würde ich die Tour vielleicht doch eher für etwas größere Kinder empfehlen.
Von Vorderriß geht es zunächst noch recht einfach an der Isar entlang, nur bei bei hohem Wasserstand muss man ein bisschen in den Geröllhang ausweichen. Nach dem Wasserfall steigt der Pfad an und wird schmal und kippelig, man bekommt schon einen Eindruck, wie die Füße sich im Verlauf des Tages immer wieder fühlen werden. Mit der Zeit wird der Hang immer abschüssiger und zuletzt sogar ausgesetzt, die senkrechten Felsabbrüche über dem Isarbett lauern nur 20-30 Höhenmeter unterhalb. Hier ist der Pfad aber sehr gut ausgeprägt und angenehm zu gehen, bei entsprechender Konzentration kommt man sicher durch diesen Abschnitt.
Wenn man diesen Weg vor dem Speibenkäs-Einschnitt verlässt, gerät man das erste Mal ins Schwitzen. Der Hang bleibt noch eine Weile etwas ausgesetzt, der steil anziehende Pfad ist aber hier noch recht gut. Auf einer Lichtung verschwindet er und taucht im folgenden zwar immer wieder gut erkennbar auf, ist aber nur noch selten eine Erleichterung für die Füße. Man kann hier zum Aufstieg zum Schürpfeneck abzweigen (s.u.), ansonsten muss man bis zum Bachbett konzentriert gehen, um nicht abzurutschen oder umzuknicken. Zwei sehr kurze ausgesetzte Stellen sollte man sehr vorsichtig passieren, auch die Hände werden jetzt schon mal ab und zu gebraucht. Der Unterschied zu weglosem Gelände ist zwar noch vorhanden, aber sehr groß ist er nicht mehr.
Im Bachbett des Speibenkäs geht es dann die meiste Zeit recht angenehm hinauf, das Kraxeln auf Steinen ist nun mal deutlich einfacher als das Queren von Grashängen. In die muss man aber wieder hinein, nachdem es im Bachbett zu steil wird, und dann folgt der mit Abstand anstrengendste Teil der Wanderung. Man kann entweder dem historischen Wegverlauf folgen und auf den rechten Rücken wechseln (vom alten Pfad ist aber nichts mehr zu sehen), oder man steigt noch steiler aber kürzer in direkter Linie mit Hilfe einer kleinen Felsrinne nach oben. Beide Varianten sind sehr anstrengend und da der Südhang auch noch sehr locker bewachsen ist, gerät man hier mit Sonne selbst bei kaltem Wetter mächtig ins Schwitzen. Da es oft zu steil ist, um Serpentinen zu laufen, muss man immer wieder die Hände zu Hilfe nehmen. Es ist aber nicht so steil, dass es (wie z.B. am Kitzstein) gefährlich werden würde.
Nach Erreichen einer beeindruckenden Aussichtsstelle kann man weiter dem historischen Verlauf folgen und schräg nach oben queren, oder man nimmt den direkten Aufstieg zum Kamm, der der zwar sehr steil ist, aber dafür auch relativ schnell geschafft ist. Florian und ich empfanden das direkte Hinaufkraxeln mit Händen und Füßen als deutlich angenehmer als das schräge und kippelige Laufen im Steilhang, zumal einige Stufen und Wurzeln den Aufstieg stellenweise deutlich erleichtern.
Auf dem Kamm angelangt, kann man sich für eine Weile entspannen. Das Laufen auf einer Gamsspur ist hier sehr angenehm, der Rücken immer ausreichend breit und ungefährlich, und die 3 kleinen Anstiege haben nie mehr als 10 Höhenmeter und sind leicht zu bewältigen. Auch der flache Gipfelbereich ist breit und ungefährlich, ein hervorragendes Gelände zum Spielen und Ausruhen. Der kleine optionale Abstecher zum Ostgipfel ist ungefährlich, wenn man ausreichend Abstand zu den Felsabbrüchen hält. Die tolle Aussichtsstelle dort ist allerdings recht klein und bricht senkrecht ab, da muss man mit Kindern vorsichtig sein.
Der Abstieg Richtung Staffelgraben ist nicht ganz einfach, da das weglose Gelände zum großen Teil steil ist und auch die wenigen Gamsspuren rutschig und nicht unbedingt hilfreich sind. Abgesehen von den Steilabbrüchen, an die man aber nicht nah heran muss, ist die größte Gefahr das Umknicken. Allerdings dauert es auch nicht lange, bis man unten auf einem verwachsenen, aber sehr erholsamen Waldweg landet. Man bleibt, mit einer Abkürzung durch den Wald, eine kurze Weile auf Fahr- und Waldwegen und sollte diesen Abschnitt zur Erholung nutzen, bevor man auf den Pfad oberhalb des Staffelgrabens wechselt (alternativ kann man von hier aus auch über die Luitpolderalm und den Rißsattel zurückwandern).
Dieser Pfad ist erst vor Kurzem aus den Karten verschwunden und verfällt zusehends. Ob er in den nächsten Jahren passierbar bleibt, wird davon abhängen, wie stark er in den Felsrinnen ausgewaschen wird und ob sich im Zweifel Umgehungen finden lassen. Insgesamt ist er im Moment noch gut zu gehen, die meisten Gräben lassen sich problemlos passieren. Auch die Waldabschnitte dazwischen sind meist einfach und sehr entspannt zu bewältigen, auch wenn die Spur manchmal undeutlich oder für die Füße etwas anstrengender wird.
Es gibt aber an den Hängen, die in die Gräben hineinführen, auch immer wieder kurze ausgesetzte Stellen, an denen der Pfad momentan noch recht gut ausgeprägt und stabil ist, so dass man bei konzentriertem Gehen nichts zu befürchten hat (die einzige weggebrochene Stelle ist mit einem kurzen Seil versichert). In den Rinnen selbst gab es zwei kurze schwierige Stellen, an denen es rutschig war bzw. sich nur noch kleine Trittmöglichkeiten im Fels fanden. Beide nicht extrem ausgesetzt, aber schon mit einem nicht ganz ungefährlich Abgrund darunter. Bei einer Stelle musste ich Florian helfen, aber das war im Moment noch noch alles im vertretbaren Rahmen. Für Leute mit Höhenangst ist der Pfad aber insgesamt sicherlich schwierig.
Im Hauptgraben, an dem unterhalb des Spitzberg-Gipfels zwei Bäche zusammenfließen, sollte man mit Kindern unbedingt die Umgehung unterhalb wählen. Zwar konnte ich im Frühjahr und Herbst die glattgewaschene Felsplatte noch wenige Meter oberhalb überwinden, aber mit Florian erschien mir das zu gefährlich, also habe ich damals eine Umgehung gesucht. Die 70 Höhenmeter Abstieg vor dem Graben führen über eine stellenweise sehr steile und rutschige Gamsspur, dafür ist die Durchquerung ungefährlich und der Aufstieg auf der anderen Seite umso einfacher.
Nach dem letzten Graben (mit dem kurzen Drahtseil) darf man wieder eine Erholungsphase einlegen. Zur Achneralmwiese kann man entweder weiter auf minimalen (aber trotzdem einigermaßen gut zu laufenden) Pfaden absteigen, oder man wechselt auf einen stark verwachsenen Waldweg, der an der Wiese vorbeiführt. Auch weiter zur Friedlalm geht es entweder auf Pfaden und zur Hälfte weglos durch den Wald, oder langweilig und etwas länger, aber natürlich erholsamer über Wald- und sogar Fahrwege. Beide Wiesen sind für Kinder eine schöne Möglichkeit, mal wieder gefahrlos herumzutollen und sich zu erholen.
Nach der Friedlalmwiese wird der Pfad dann wieder schmal und verwachsen und ist mal besser, mal schlechter zu laufen. Mit Ausnahme einer kleinen Bachquerung über einen Felsstufe ist er aber lange Zeit völlig ungefährlich. Erst auf den letzten hundert Metern, bevor man schließlich Richtung Isar absteigt, wird der Pfad ganz unvermittelt sehr schmal und zugleich der Hang immer abschüssiger. Er läuft zwar weiter unten im Wald aus, so dass hier keine lebensgefährliche Absturzgefahr besteht, aber trotzdem muss man hier mit müden Beinen nochmal sehr konzentriert gehen.
Der Abstieg Richtung Isar ist anfangs auf schwachen Spuren für die Füße unangenehm und im Herbst mit viel Laub stellenweise rutschig, der Pfad wird aber genau rechtzeitig wieder besser, bevor er sich in Serpentinen den steilen Grashang hinabwindet. Ein Abrutschen könnte hier gefährlich werden, wenn man richtig ins Kullern gerät, aber es geht sich hier überraschend gut und war trotz des verwelkten Gras auch nicht übermäßig rutschig.
Unten angelangt geht es über den bekannten Pfad oberhalb der Isar zurück, so dass man sich anfangs wegen der ausgesetzten Abschnitte unbedingt noch einmal gut konzentrieren muss, bevor man im ungefährlicheren Waldgelände und schließlich am Wasserfall landet, von wo aus es ganz entspannt zurück geht.
Insgesamt war es eine wirklich schwierige und anstrengende Tour, nach der ich am nächsten Tag deutlich mehr Muskelkater in den Beinen hatte als nach dem Mineckergrat.
Bitte beachtet die Gefahrenhinweise.
Attraktivität: Traumhaft!
Drei Dinge machen den Reiz des Speibenkäs-Gebiets aus: Erstens das wunderschöne und wilde Gelände mit seinen locker bewaldeten Grashängen, dem Mischwald auf dem Kamm, den zahlreichen Bächen und den teils gewaltigen Felseinschnitten. Zweitens die absolute Einsamkeit, die durch den langen Zustieg zum Spitzberg ohne Einkehrmöglichkeiten und die Löschung aller Pfade aus den Karten sichergestellt wird (auch wenn man im Bereich der Wiesen aufgrund der Fahrwege ein bisschen "Zivilisation" trifft ;-)). Und drittens die Faszination, Pfade wiederzuentdecken, die vor mehr als 150 angelegt wurden, aber zum Teil wohl schon seit Jahrzehnten nicht mehr begangen werden. Natürlich ist das Ganze nur etwas für Liebhaber oder Leute, die die Abseits-Aufwärts-Hefte zu ihrer Lektüre zählen, aber die werden dafür auch mit einer traumhaft schönen Tour, ungewöhnlichen Blicken in die Isar und den Rißbach und einigen "magischen Stellen" belohnt, die so schön sind, dass ich dort oft über eine halbe Stunde gesessen und nur geschaut habe. 7 Mal war ich nun hier, und freue mich trotzdem jetzt schon wieder auf den nächsten Besuch!
Ob Kinder an dieser Art von Gekraxel und Erkundung von weglosem Gelände Spaß haben, sollte man allerdings vorher genügend ausprobiert haben, sonst ist es bei der enormen Anstrengung vielleicht die letzte Wanderung, die sie freiwillig unternehmen :-) Für Florian war es genau das richtige spannende Abenteuer, bei dem er eine neue Aufstiegsroute entdecken wollte (auch wenn das nicht ganz so klappte wie geplant).
Schon der Zustieg bis zum Speibenkäs-Einschnitt ist mit dem Wasserfall und dem kleinen Pfad mit den ständigen schönen Blicken ins Isarbachbett ausgesprochen attraktiv. Danach wird es spannend, da der Pfad allmählich verschwindet und man die Kinder selbst ein bisschen suchen lassen kann, bis man schließlich im oberen Speibenkäs landet. Dieser riesige, wilde Einschnitt mit seinen Wasserläufen, den steilen Hängen und den hochaufragenden Felsen an der Westseite, an denen man dicht vorbeisteigen kann, hat etwas unglaublich Faszinierendes! Egal, welche Route man für den Speibenkäsaufstieg nimmt, es bieten sich immer tolle Blicke hinauf und hinab. Florian hat natürlich das Gekraxel durch das Bachbett am meisten Spaß gemacht, mir erneut das Erreichen der Aussichtsstelle, von der aus man einen wunderschönen Blick hinab in den Speibenkäs, auf die Isar und das gegenüberliegende Grasköpfl hat.
Der Weg über den Kamm hat dann einen ganz anderen, sehr friedlichen Charakter im wunderschönen Mischwald. Das große Gipfelplateau am Spitzberg mit netter Aussicht Richtung Norden lädt in vollkommener Stille (nur der Staffelgraben war mit leisem Rauschen zu vernehmen) zum Dösen in der Sonne ein. Wer es spektakulärer mag, rastet am Ostgipfel und genießt die Blicke auf die Felsabbrüche des Spitzbergs oder hinüber zum Staffel.
Der beeindruckendste Teil ist aber wohl der Rückweg über den Pfad oberhalb des Staffelgrabens. Der Wechsel zwischen friedlichem Waldgelände und gewaltigen Felseinschnitten mit beeindruckenden Blicken hinauf oder hinab bis in den Staffelgraben ist unglaublich schön, und das bei jedem Wetter und zu jeder Tageszeit! Im Sommer mittags mit der Sonne im grünen Laub wirkt dieser Pfad mit dem plätschernden Wasser sehr lebhaft und fröhlich. Wer noch genügend Zeit hat, findet mit Kindern auch 2 sehr schöne und ungefährliche Spielstellen im Bach. Im Herbst hat das Ganze ohne Blätter und mit dem gelben Gras eine völlig andere, ruhigere Stimmung und eine Art "triste Schönheit". Die Felsrinnen wirken gewaltiger, manchmal fast bedrohlich, aber das auf eine ganz wunderschöne, majestätische Weise.
Der Wald um die Achneralm- und Friedlalmwiesen herum ist vor allem im Herbst ausgesprochen schön und farbenprächtig, die Wiesen selbst laden zu jedes Jahreszeit zum Herumtollen und entspannten Liegen im Gras ein. Der Pfad nach der Friedlalmwiese ist selbst an Herbstabenden noch lichtdurchflutet und sehr schön zu laufen. Man überquert ein paar nette kleine Bachläufe, an denen man nochmal spielen kann, bevor man sich steil zur Isar hinabstürzt. Wenn man es richtig plant, kann man hier einen wundervollen Sonnenuntergang erleben (das Zeitfenster dafür ist allerdings recht kurz, siehe Hinweise unten).
Florian und ich haben einen wirklich tollen, sehr aufregenden und spannenden Tag erlebt! Wer den speziellen Charakter solcher Touren mag, dem wird es hier bestimmt genauso gehen!
Sonstiges:
Vorbereitung:
Für diese Wanderung muss man unbedingt schon Erfahrung mit schwierigem, weglosem Gelände gesammelt haben, um zu wissen, wie lange man so ein unbequemes Gehen durchhält. Selbst Pfadspuren sind hier oft so schlecht, dass die Knöchel und Beinmuskeln insgesamt sehr viel Stabilisierungsarbeit leisten müssen, und das macht sich auf Dauer bemerkbar. Auch etwas steilere Hänge oder Felskraxeleien sollte man schon mal absolviert haben, Touren wie Lahnerkopf, Roter Stein, Leonhardstein und Brecherspitz sind hier sehr empfehlenswert. Aber selbst Mineckergrat, Zundereck oder Schrofennäs kann man auch ruhig vor dem Speibenkäs gehen, denn obwohl man dort wegen der Höhenmeter mehr Ausdauerkondition benötigt, gibt es mehr besser befestigte und einfachere Wege, insbesondere am Rückweg. Hier muss man sich hingegen im Mittelteil erholen und zum Ende hin erneut über schwierige zu tretende Pfade. Daher würde ich den Speibenkäs in der Variante mit Florian als einen Tick schwerer ansehen.
Varianten:
  • Ganz leicht: Wer mit Kindern vorsichtig antesten will, ob ihnen so ein Gelände liegt, kann erstmal nur die untere Querung durch den Speibenkäs unternehmen und danach wieder auf der östlichen Seite des Einschnitts absteigen und zurückgehen. Dazu bleibt man auf dem Pfad oberhalb der Lichtung, anstatt bei den diversen Möglichkeiten links hochzusteigen. Diese Querung ist zur Hälfte im PDF beschrieben, die gesamte Strecke findet man hier. Bei warmem Wetter lässt sich an den Wasserfällen und den Bachüberquerungen ein toller Wasserspieltag verbringen.
  • Leichterer Aufstieg: Weniger steil und deutlich weniger anstrengend geht es über den alten Pfad und dann weglos weiter auf's Schürpfeneck hinauf. Tolle Aussicht und etwas länger auf dem schönen Kamm entlang, für Kinder ist dieser Aufstieg aber vermutlich nicht so spannend wie die Bachkraxelei. Noch leichter geht es über die neu entdeckten Aufstiege (siehe PDF), da gibt nur ein sehr steiles und wegloses Stück, danach geht es bis zum Schürpfeneck weglos aber nicht mehr ganz so steil weiter. Siehe hier und hier.
  • Abkürzung: Wer den Rückweg verkürzen und den schwierigen Pfad oberhalb des Staffelgrabens vermeiden möchte, kann vom Ostgipfel über den Rücken (nicht die Variante links den Hang hinunter) zur Achneralmwiese absteigen. Bis zum Ostgipfel im PDF beschrieben, den Abstieg findet man hier skizziert.
  • Not-Rückweg 1: Wer mit dem schwierigen Pfad oberhalb des Staffelgrabens überfordert ist (oder wenn die Dunkelheit droht), kann nach dem Abstieg vom Spitzberg über einfache und breite Wege über die Luitpolderalm und den Rißsattel zurückgehen (hier auf dieser Webseite unten kurz als Option beschrieben). Dazu unbedingt die Vermessungsamtskarte ausdrucken!
  • Not-Rückweg 2: Wenn es im Bereich der Achneralmwiese schon dunkel zu werden droht, kann man von dort über Fahrwege ins Tal absteigen und über den südlichen Isar-Uferweg oder die Bundesstraße zurückgehen. Auch hierzu ist ein Ausdruck der Vermessungsamtskarte empfehlenswert.
Wetter:
  • Die beste Zeit für den Speibenkäs ist definitiv April/Mai, wenn der Schnee schon geschmolzen ist, das Gras aber noch verwelkt am Boden liegt oder gerade erst grün wird; oder der Spätherbst, wenn das Gras schon liegt, der Schnee aber noch nicht :-)
    Zwar lässt sich die Tour auch im Sommer gehen, aber das Gras ist hier im unteren Bereich enorm hoch. Der Aufstieg zum Schürpfeneck war im Juni mit Steffi fürchterlich, weil der Pfad, den ich schon zwei Mal begangen hatte, vollkommen unsichtbar geworden war, obwohl ich genau wusste, wo er verlief. Das quasi weglose Gehen war in diesem Bereich wirklich extrem unangenehm, erst nach dem Pfad im wirklich weglosen Teil wurde es besser. Mitte Mai konnte ich diesen Pfad noch gut erkennen, da kam das grüne Gras gerade eben unter dem verwelkten durch.
    Alle anderen Pfade lassen sich auch mit hohem Gras finden, aber das Auftreten ist deutlich erschwert, weil man zwar den Pfadverlauf erkennt, aber den Boden nicht mehr sieht und darum nicht weiß, wo man hintritt. So erging es mir vor allem auf dem Weg zwischen Friedlalm und Speibenkäs noch Ende Oktober, und das war bei dem eh schon kippeligen Untergrund wirklich unangenehm. Der Pfad oberhalb des Staffelgrabens war hingegen auch im Sommer problemfrei zu gehen, genauso wie der weglose Aufstieg, der Rücken und der Abstieg vom Spitzberg.
  • Der steile, weglose Aufstieg durch den Speibenkäs liegt fast den ganzen Tag in der Sonne, darum ist er nichts für heiße Tage. Selbst bei Florians und meinem Besuch mit 12 Grad im Schatten sind wir beim Aufstieg in der Sonne immer zwischen T-Shirt und Pullover geschwankt. Bei 25 Grad sollte man also lieber bewölktes Wetter haben oder den alternativen Aufstieg zum Schürpfeneck nehmen
  • Bei Nässe sollte man die Tour vermeiden, denn selbst mit Pfadspur kann es in den Grashänge an vielen Stellen rutschig sein und dann gefährlich werden.
  • Ob es vom Schnee her schon geht, kann man hervorragend mit den Webcams auf dem Herzogstand prüfen. So sah es am 23.11.2014 aus (cam1, cam2, die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern), als ich mit Florian da war. Nur oben auf dem Gipfelbereich des Spitzberg waren im Schatten ein paar umgehbare Schneefelder. Und so am 18. März 2014 (cam1, cam2) , als ich die obere Querung und den Jägersteig nach dem Speibenkäsgraben als Rückweg genommen habe. Am 3. April 2014 (cam1, cam2) bin ich weglos durch den Speibenkäs aufgestiegen, da lagen nur am Gipfel und im Abstieg dahinter im Schatten noch große Schneefelder, der Pfad oberhalb des Staffelgrabens war schneefrei. Als Florian und ich bei unserem ersten Versuch am 26. Oktober im Bachbett umkehren mussten, weil der Schnee viel zu hoch lag, sah es so aus: cam1, cam2.
    Ich hab die Bilder gespeichert, wenn das Archiv also mal nicht mehr funktionieren sollte, bitte eine Mail schreiben.
Misc:
  • Es gibt für diese Tour natürlich eine Wegbeschreibung, die man unbedingt mitnehmen sollte, denn selbst wenn man die Tour schon 5x gelaufen ist, kann man (bzw. ich) sich an einigen Stellen immer noch vertun :-/
    Das PDF ist leider sehr dick geraten, weil selbst in den nicht weglosen Teilen nicht nur die Wildwechsel, sondern auch die richtigen Pfade oft so schwer zu erkennen sind, dass man sich schnell mal verläuft. Wer selbst gerne nach verfallenden Pfaden sucht, wird hier eine Menge Freude haben, aber die vorgestellte Tour vermutlich nicht an einem Tag finden und schaffen. Wer also vor allem mit Kindern sicher durchkommen möchte, für den sind im PDF alle uneindeutigen Abschnitte detailliert beschrieben. Je nach Lichtverhältnissen ist das evtl. an einigen Stellen unnötig, aber ich bin selbst schon 2x auf dem Rückweg in die Dunkelheit geraten, weil ich zu lange für die Wegsuche benötigt habe, und das war kein Spaß.
    Der Abstecher zum Ostgipfel ist enthalten, alle Varianten wie der alternative Aufstieg zum Schürpfeneck oder der Abstieg vom Ostgipfel nicht. Die kann man bei Bedarf von der Speibenkäs-Seite ausdrucken. Für den einfachen "Notrückweg" über die Luitpolderalm oder den Abstieg von der Achneralmwiese zur Straße sollte man unbedingt eine Kopie der Vermessungsamtskarte (am besten mit KML-Overlay, s.o.) dabeihaben.
    Die beiden leichteren Aufstiege zum Jägerpfad zwischen Rißsattel und Speibenkäsgraben und weiter hinauf Schürpfeneck sind diesem PDF beschrieben.
  • Man sollte mit Kindern viel Reserve-Zeit einplanen! Da bei uns der Sonnenuntergang schon um halb 5 stattfand, mussten wir nach dem deutlich längeren als geplanten weglosen Aufstieg immer ein bisschen auf die Uhr schielen. Dadurch konnten wir viele der schönen Stellen nicht so in Ruhe genießen, wie wir es uns gewünscht hätten. Die schon recht langen Tage im April und Mai (Sonnenuntergang ist schon Mitte April genau wie Ende August erst um 20:00 Uhr!) sind also insgesamt perfekt, weil es da auch nicht zu heiß wird und die Chance auf Schneefreiheit in dieser Höhe schon recht groß ist. Im Herbst müsste man sehr früh starten (Florian und ich sind Ende November um 8 am Parkplatz los, 7 wäre besser gewesen, um nicht ins Dunkel zu kommen).
  • Stabile Wanderschuhe mit Halt für die Knöchel sind hier unerlässlich, wegen der Bachkraxelei sollten sie auch wasserdicht sein. Wer nicht ganz früh oder ganz spät im Jahr unterwegs ist, wenn das Gras noch vollständig liegt oder sogar gefroren ist, der sollte besser eine Regenhose als Überzug mitnehmen. Sobald das Gras steht und man nicht erst mittags losgeht, hat man nämlich nach kürzester Zeit klitschnasse Beine vom Tau.
  • Olle Klamotten und eine komplette Ersatzgarnitur im Auto sind bei dieser Wanderung sehr sinnvoll. Nicht nur, weil man beim Kraxeln im Speibenkäs oder beim Abstieg vom Spitzberg mit Sicherheit mal irgendwo ausrutscht, sondern vor allem wegen der zahlreichen umgestürzten Bäume, die man im Laufe des Tages übersteigt. Selbst bei trockenem Wetter gibt es da immer ein paar glitschige und schon stärkerer vermoderte, und vor allem bei Kinder mit nicht so langen Beinen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie mit grünlicher Hose (und vielleicht sogar Pullover) am Auto ankommen :-)
  • Im März, April und November hatten wir keine Zecken, im Mai zwei, aber im Juni nach der Tour mit Steffi habe ich auf der Rückfahrt ohne Übertreibung mehr als 25 Zecken (kleine, große, schwarze, rote) aus dem Fenster geworfen, die meine Hosenbeine hochkrabbelten. Man sollte die Kinder abends also sehr gründlich absuchen.
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Hinweise zum Naturschutz im Speibenkäs-Gebiet
Auch wenn der Speibenkäs anders als das benachbarte Fischbachl nicht mehr im Naturschutzgebiet Karwendel liegt, sollte man sich auch hier möglichst rücksichtsvoll bewegen, denn obwohl man sich die meiste Zeit auf den zumindest noch schwach vorhandenen, historischen Pfadverläufe bewegt, gibt es doch auch einige weglose Abschnitte. Offene Grashänge oder sehr lichten Wald betrachte ich dabei in Bezug auf Wild als kein Problem, denn sonst dürfte man nirgendwo mehr einen Wald betreten. Aber wo die Bäume dichter stehen, kann es natürlich sein, dass sich Tiere dort verstecken oder ihren Nachwuchs zur Welt bringen. Solche Bereiche sollte man meiden. Natürlich gilt in allen Bereichen, dass man versucht, keine nachwachsenden Fichten oder sonstige Pflanzen plattzutrampeln. Und natürlich, dass man keine unter Naturschutz stehenden Pflanzen mitnimmt etc. Das gilt insbesondere für den Frauenschuh!
Eine abweichende Meinung zur Begehung u.a. des Speibenkäs kann man hier nachlesen. Dort habe ich auch diverse Informationen u.a. vom Bayerischen Umweltministerium, dass einige Informationen zum Thema Wandern und Naturschutz zusammengestellt hat. Ich empfehle jedem, sich die Argumente des Mitarbeiters vom Landratsamt durch den Kopf gehen zu lassen und zu entscheiden, inwieweit man (unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorschriften) wegloses Wandern für sich selbst als vertretbar einstuft. In jedem Fall sollte man versuchen, die Verhaltensregeln im Wald zu befolgen, die ich ganz unten auf der Seite verlinkt habe.
Die Bilder wachsen ein bisschen mit, ein großes Browser-Fenster lohnt sich also :-)
Bilder mit rotem Rahmen können durch Anklicken vergrößert und wieder verkleinert werden (dazu bitte Javascript einschalten).
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Wen es interessiert, wie diese Wanderung im völlig unbekannten Speibenkäs entstanden ist, kann das auf dieser Seite nachlesen. Und im Übrigen bitte nicht wundern: die Fotos stammen aus 7 verschiedenen Begehungen, daher sind die Farben und Belaubungsgrade so unterschiedlich :-)

Bei der Anfahrt von Osten nach Vorderriß gibt es in der Früh die Chance auf wundervolle Stimmungsbilder an der Isar. Außerdem hat man das Tagesziel schön im Blick: Das heute namenlose Schürpfeneck links, das in der Karte von 1890 noch so heißt (nicht zu verwechseln mit dem niedrigeren Schürpfeneckberg weiter westlich oder dem gleichnamigen Berg südlich des Sylvensteinsees) und der Spitzberg rechts, dazwischen (verdeckt) der Speibenkäs.

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Einen ganz ungehinderten Blick in den Speibenkäs bekommt man von der Straße aus wegen der hohen Bäume leider nirgendwo so richtig, aber in dieser Lücke ließ sich zumindest ein großer Teil der Aufstiegsrouten (ungefährer Verlauf) erkennen. Eindeutig zu identifizieren sind der Aussichtsfelsen mit den beiden toten Bäumen und der Durchlass zwischen den Felsen beim alten Aufstiegspfad. Es sieht gar nicht so hoch aus und ist es mit knapp 600 hm auch tatsächlich nicht. Trotzdem war die Wanderung enorm anstrengend, da das Gelände fast immer schwierig ist.

Los geht's an der Isarbrücke in Vorderriß. Der Parkplatz gehört zum Gasthaus Post, man sollte also fragen, ob man zum Wandern hier stehen bleiben darf. Auf der anderen Seite der Brücke gibt es aber auch 4-5 Stellplätze vor dem "Parkverbotszone"-Schild, die bei Badewetter natürlich schon früh belegt sind.

Aufstieg zum Jägerpfad Direkt am Anfang des Uferwegs zweigt ein Aufstieg auf den Jägerpfad zwischen Rißsattel und Speibenkäsgraben ab. Wem die weglosen Aufstiege im Speibenkäs zu schwierig sind, kann hier einfacher auf das Schürpfeneck gelangen (das letzte Stück ist allerdings auch weglos).
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Auf dem Uferweg gelangt man bald an diese Stelle, wo der Weg in die Isar gerutscht ist. Wenn es hier überschwemmt ist, kann man auf den kleinen Pfad im Hang ausweichen.

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Links oben das Schürpfeneck (ein Teil der etwas gefährlichen und nicht für Kinder geeigneten oberen Querung zwischen Speibenkäs und Speibenkäsgraben verläuft entlang der blauen Linie). Der Uferweg wird auf der ersten Wiese zum Trampelpfad, und wer bei hohem Gras in der Früh unterwegs ist, läuft ab jetzt mit nasser Hose weiter :-)

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Beim erfolglosen Versuch mit Florian war der wieder breiter werdende Weg nach der Wiese überflutet. Verantwortlich ist ein Bachlauf mit einem schönen kleinen Wasserfall, zu dem man einen Abstecher unternehmen kann. Das Wasser versickert normalerweise vor Erreichen des Wegs, aber diesmal kam eine Menge Schmelzwasser hinzu.

Aufstieg zum Jägerpfad Ein paar Meter den Spielbach hinauf beginnt der 2015 renovierte Aufstieg zum Jägerpfad, der am westlichen Rand des Speibenkäsgrabens verläuft. Das ist die insgesamt einfachste Variante, um auf das Schürpfeneck zu gelangen.
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An der nächsten großen Wiese, auf der ein Trampelpfad hinunter zur Isar führt, kommt der Bach aus dem Speibenkäsgraben in einem doppelstufigen Wasserfall herunter. Eine schöne Spielstelle für warmes Wetter!

Kurz nach dem Wasserfall besteht die Möglichkeit, direkt zum Speibenkäsgraben hinaufzusteigen. Im Mai/Juni kann man zumindest die ersten 100 Meter entlangsteigen, um die Frauenschuh-Kolonien zu suchen.

Achtung: die Pfadauswahl auf dieser Seite funktioniert leider nur mit eingeschaltetem Javascript!
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Unser Pfad führt nun am Isarufer entlang und steigt allmählich immer weiter an. Anfangs im dichten Wald ist es schwierig zu treten, weil der Untergrund so hubbelig ist. Je mehr man in die steiler werdenden Grashänge gelangt, desto besser wird aber der Pfad.

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Oben im Hang haben wir hier eine Gamsfamilie mit einem kleinen Kitz (leider gerade hinter der Fichte und dem Gras nicht gut erkennbar) entdeckt, die uns misstrauisch beäugte und sich dann doch lieber langsam davonmachte.

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Man hat immer wieder tolle Aussichten auf die Isar, sollte sich kurz vor Erreichen des Haupteinschnitts davon aber nicht ablenken lassen. Die Grashänge werden nämlich immer steiler und der Pfad schließlich ausgesetzt. Er ist hier zwar sehr gut zu laufen, aber man muss trotzdem sehr konzentriert gehen, denn unterhalb lauern die Felsabbrüche. Wenn man hier abrutscht, stoppt man erst wieder im Isarbett. Unter dem Baumstamm im Hintergrund kann man gefahrlos hindurchkriechen, als Erwachsener muss man sich allerdings schon ziemlich klein machen.

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Vor dem Haupteinschnitt des Speibenkäs, gibt es rechts eine schöne Aussichtsplattform mit bei jedem Wetter tollen Isarblick Richtung Zugspitze. Auf der anderen Seite geht der Pfad weiter zur Friedlalm, von dort kommen wir nachher zurück.

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Unten findet sich ein schöner Wasserfall, der Bach hat allerdings keinen Namen. Zur Isar hin kann man ihn noch 2 Stufen hinuntersteigen, dann bricht es aber ab.

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Da ganz oben auf den Rücken wollen wir heute hin. Der Aufstieg westlich des Speibenkäs war der erste Pfad, der nur noch auf den historischen Karten verzeichnet war. Leider blieb er nur kurze Zeit so deutlich. Anfangs ist der Hang noch genauso abschüssig wie am Weg darunter, aber der Pfad ist auch hier gut ausgeprägt.

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Nur einmal ist der Pfad versperrt, aber der Baum lässt sich leicht umgehen. Insgesamt ist es deutlich steiler, als das rechte Foto glauben macht, und ich bin jedes Mal wieder ins Schnaufen gekommen.

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Der Pfad führt einige Male sehr nah an die Abbruchkante heran. Das ermöglicht tolle Blicke (da oben verläuft der Querungspfad durch den Speibenkäs), aber man muss sehr vorsichtig sein, denn es geht sehr steil hinunter! Rechts ist Florian an der einzigen Stelle, wo der Pfad ein bisschen weggerutscht ist. Man kann entweder im Geröll selbst links hinauf, oder die Stelle 2 Meter vorher durch den steilen, aber stufigen Grashang umgehen.

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Bei Erreichen der Lichtung verschwindet der Pfad und ich musste beim ersten Besuch sehr lange suchen. Man hat von hier aus nicht nur einen grandiosen Blick über Vorderriß zur Zugspitze,...

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...sondern erkennt in Aufstiegsrichtugn auch eine Felsstruktur mit einem grasigen Band dazwischen. Der Karte von 1890 zufolge, die ich auf die Google-Satellitenbilder georeferenziert hatte, sollte dort der Aufstiegspfad hindurchführen, und den habe ich tatsächlich auch gefunden. Mit Florian wollten wir heute aber eine veränderte weglose Variante im Speibenkäs selbst versuchen. Es muss hier auch laut Karte noch eine direkte Möglichkeit gegeben haben, um von der Lichtung zu dem alten Aufstiegspfad zu gelangen, aber die konnte ich nicht entdecken. Dafür aber den Pfad, der laut Karte den Speibenkäs auf halber Höhe durchqueren soll, und dem folgen wir jetzt erstmal. Anfangs ist er etwas zugewachsen, darum weicht man in eine kleine Rinne aus.

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Nach der Rinne tauchte tatsächlich wieder eine ganz schwache Spur auf, aber dass ich die überhaupt entdeckt habe, lag nur daran, dass die Mischung aus Gras und Laub damals perfekt war.

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An dem Baumstamm hab ich mir dann gleich die Hose derart zerrissen, dass ich den Rest des Tages quasi in kurzer Hose unterwegs war :-) Aber keine Angst, ich hab den Übeltäter abgesägt! Hinter den Fichten lauert ein kurzer, wegloser Grashang, auf dem ich erstmal 5 Meter hinuntergeschlittert bin. Am besten hält man sich links an den Fichten fest, danach wird der Pfad auf einmal deutlich erkennbar!

An dieser Stelle besteht zwar nicht die bequemste, aber die am besten zu beschreibende Möglichkeit, zum Pfadaufstieg zu wechseln. Denn der historische Pfad, der vom Speibenkäsgraben herüberkam, in den Speibenkäs wechselte und in ihm hinaufstieg, verlief nur wenige Meter oberhalb. Der Abschnitt von hier bis zum Pfadaufstieg Richtung Schürpfeneck ist noch vollständig vorhanden, vom weiteren Verlauf zum Speibenkäs gibt es leider nur noch sehr wenige Fragmente.

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Weglos durch den Speibenkäs
  • Für Kinder wohl die spannendere Variante wegen der Bach-Kraxeleien
  • Tolle Ausblicke in den Speibenkäs
  • Genialer Aussichtsfelsen
  • Sehr wildes und spannendes Gelände
  • Oben aber sehr steil und sehr anstrengend
  • Wenig Schatten im Steilhang, nichts für heißes Wetter
  • Ausreichend Erfahrung in schwierigem Grasgelände erforderlich
Auf altem Pfad (und weglos) zum Schürpfeneck
  • Hier macht vor allem das Entdecken des uralten Pfads Freude.
  • Spannender und kraxeliger Aufstieg, aber keine Bäche zum Spielen
  • Wunderschöne Landschaft
  • Tolle Fernblicke auf Isar, Rißbach und Zugspitze
  • Trotz wegloser und einiger steilerer Abschnitte insgesamt weniger anstrengend und schwierig
  • Die bessere Wahl bei heißem Wetter
  • Achtung: Nur im Frühjahr oder Spätherbst bei verwelktem/liegendem Gras machbar! Bei stehendem, grünen Gras ist der Pfad schwieriger als wegloses Gelände!
  • Diese Variante ist nicht im PDF beschrieben.

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Frank Steiner (Email)

Last modified: Tue Jun 20 11:41:40 CEST 2017

Gefahrenhinweis/Haftungsausschluss: Bei vielen der vorgestellten Wanderungen gibt es durchaus ausgesetzte und gefährliche Stellen. Die Wege sind teilweise in schlechtem Zustand, und die Gefahr eines Absturzes besteht bei schmalen Pfaden am Hang immer. Typische Gefahren wie Steinschlag oder schlechtes Wetter sind zudem in den Bergen jederzeit vorhanden. Wir bemühen uns, in der Darstellung jeder Wanderung zu vermitteln, wie anstrengend und gefährlich sie aus unserer persönlichen Sicht war und wie gut unsere Kinder damit zurecht gekommen sind.

Trotzdem übernehmen wir natürlich für keine der vorgestellten Wanderungen eine Garantie für die Richtigkeit der Darstellung, für die Ungefährlichkeit oder die Eignung für andere Kinder als unsere eigenen. Jeder wandert auf eigene Gefahr und auf eigene Verantwortung und muss vor Ort selbst entscheiden, ob die vorgestellten Routen gefahrlos zu begehen sind oder nicht. Die Verwendung der Informationen dieser Webseite erfolgt auf eigenes Risiko. Für Unfälle, welche eventuell auf unsere Informationen zurück zu führen wären, wird nicht gehaftet.

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