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Leite-Klettersteig (Nassereith)
Februar 2014
Ausgangspunkt:Großer, kostenloser Klettergarten-Parkplatz bei Nassereith (auf der Google Map im April 2014 noch nicht zu sehen), gut 1¾ Autofahrt vom Südwesten Münchens.
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Bitte beachten: Der Streckenverlauf und die Positionsmarken sind freihändig eingezeichnet. Mit Hilfe von Karten und der Fotos versuche ich aber, den Weg so genau wie möglich nachzuvollziehen, so dass die Längenangaben bis auf kleine Abweichungen stimmen sollten.
Länge:
Zustieg: 600 m / 60 hm
Klettersteig: 500 m / 200 hm (und 30 hm Abstieg)
Rückweg: 1 km / 230 hm
Unsere Zeit: 5¾ Stunden (Hinweise bzgl. der Zeiten). Hier war der Zeitunterschied zwischen Ariane und Florian besonders groß. Die reine Kletterzeit in der Felswand (vom Einstieg bis zum Steigbuch vor der langen Querung) betrug ohne Pausen 2½ Stunden. Davon hat Ariane bestimmt 2/3 nur auf uns gewartet.
Die Etappen (vgl. Topografie-Foto) zur besseren Einschätzung (ohne Pausenzeiten zwischen den Etappen):
  • Parkplatz bis Einstieg: 15 Minuten
  • Erster Abschnitt bis zum Notausstieg: 45 Minuten
  • Zweiter Abschnitt bis zum Absatz unter der Wandstufe: 55 Minuten
  • Dritter Abschnitt bis zum Marendeplatz/Steigbuch: 50 Minuten
  • Lange Querung bis hinunter ins Kar: 45 Minuten
  • Abstieg und Rückweg zum Parkplatz: 35 Minuten
Alter unserer Kinder: fast schon 9 und 11
Schwierigkeit: Der Leite-Klettersteig ist ein anspruchsvoller und anstrengender Steig und insofern ungewöhnlich, als es keine einzige Tritthilfe aus Eisen gibt. Stattdessen muss an vielen Stellen, wo sich keine natürlichen Tritte finden lassen, auf Reibung geklettert werden. 190 Höhenmeter klingen zwar nicht so wild, aber so ganz ohne Tritthilfen und mit vielen schwierigen und anstrengenden Stellen, die zwar nach oben hin weniger werden, aber bis zum Schluss nie ganz verschwinden, ist die Begehung auch für Erwachsene kein Spaziergang. Neben Kondition wird hier auch einiges an Armkraft verlangt, und wer Probleme mit Höhenangst hat, ist zusätzlich gefordert.
Kindereignung:
Grundsätzlich sollte man kurze Reibungsklettereien schon mal vorher geübt haben, um zu wissen, wie die Kinder damit klar kommen (siehe Tabelle).
Ansonsten hängt es stark vom Alter und der Fitness der Kinder ab. Ariane fand zwar einige der Reibungsklettereien auch etwas anspruchsvoll, insbesondere beim Festhalten mit einer Hand zum Umsetzen, kam aber insgesamt problemlos durch alle Abschnitte. Es war von der Länge und Schwierigkeit her das Richtige für sie. Herausfordernd und spannend, aber nicht zu schwer und nicht zu lang.
Florian brauchte eine spezielle Technik, um durch den Steig zu kommen. Er hat sich in den Passagen, die auf Reibung geklettert werden müssen, bei jedem Anker mit seiner Rastschlinge eingehakt, um die Karabiner umzusetzen, damit er das nicht mit einer Hand am Seil und in den Fels gestemmten Füßen tun muss. Anders hätte er es (zumindest auf Dauer) auch kräftemäßig nicht durchgehalten. Denn wo Ariane aufgrund ihrer langen Beine und Arme vielleicht nur 5 Schritte zwischen 2 Ankern benötigte, brauchte Florian 10, und die winzigen Felstritte, die Ariane ab und zu noch nutzen konnte, waren für ihn meist zu weit entfernt. 5 Meter steile Reibungskletterei waren darum für Florian bestimmt doppelt so anstrengend wie für Ariane.
Wichtig: Die Rastschlingen-Technik funktioniert besonders auf diesem Steig nur, wenn man die Rastschlinge problemlos und schnell einhaken kann. Dazu sollte man zumindest bei Kindern besser keine Schraubkarabiner verwenden.
Wenn man diese Technik verwendet, kann man also auch mit Kindern wie Florian auf diesen Klettersteig, wir mussten ihm nie helfen, und die zweimalige Nachsicherung war nur zusätzlich, Klettern und Umsetzen hat er auch dabei alleine bewältigt. Aber man muss zwangsläufig enorm viel Zeit einplanen. Denn Florian hat nicht nur an jedem Anker für das Umsetzen selbst Zeit gebraucht (Rastschlinge rein, Umsetzen, Rastschlinge raus), sondern sich in den steilen Passagen auch öfters mal 30 Sekunden ausgeruht. Es war stellenweise also wirklich mehr so ein Durchhangeln von Anker zu Anker, aber uns hat das überhaupt nicht gestört, wir hatten sowas schon vermutet und viel Zeitreserve eingeplant.
Und wenn jetzt jemand einwenden mag, dass es doch keinen Sinn macht, derart langsam mit einem Kind durch einen Klettersteig zu schleichen und sich dauernd auszuruhen: Florian hatte enorm viel Freude an dem Steig und war hinterher sehr stolz, weil er nicht wie auf einigen anderen immer wieder mal Hilfe brauchte, um auf den nächsten Krampen zu kommen etc., sondern alles ganz alleine geschafft hat, inklusive der Seilbrücke. Und warum soll man nicht mit einem Kind 5 Stunden für einen Steig brauchen, den ein Erwachsener in 1 Stunde durchsteigt? Sofern man sich drauf einstellt, dass es lange dauern wird, anstrengend ist und man viele Pausen machen muss, spricht da überhaupt nichts dagegen. Uns hat's allen sehr großen Spaß gemacht!
Bedenken muss man allerdings, dass Florian für sein Alter eher klein, aber sehr kräftig ist. D.h. wenn Kinder zwar dieselbe Reichweite haben, aber jünger sind als Florian, muss man schauen, ob es von der Armkraft her schon passt. Florian hat in der Judohalle das Hochklettern am Seil bis zur Decke oft geübt und schafft 15 echte Liegestützen (man braucht zum Hochziehen bei der Reibungskletterei ja nicht nur den Bi-, sondern auch sehr stark den Trizeps). Es ist also vielleicht keine schlechte Idee, die Kinder vor diesem Steig mal ein Seil hochklettern zu lassen und zu schauen, wie gut das geht.
Bei geringerer Reichweite als Florian muss man die Kinder über die Seilbrücke ziehen, und dann werden auch einige andere Stellen grenzwertig. Davon würde ich also eher abraten.
Warnung: Man sollte auf keinen Fall auf die Idee kommen, den Steig zu verkürzen, indem man den Notabstieg als Zustieg benutzt. Zwar verringert man dadurch die konditionellen Anforderungen deutlich, aber man muss mit Kindern den ersten Abschnitt bis zum Notabstieg unbedingt gehen, um festzustellen, ob sie mit den Reibungsklettereien klar kommen!
Schwierigkeit C/D im Schall-Klettersteigatlas (Bewertungsskala).
Topografie als PDF zum Ausdrucken (und hier auf ein Foto der Wand übertragen). Sie stammt aus unserem Klettersteig-Atlas Österreich, 4. Auflage, Mai 2011, Schall-Verlag, ISBN: 78-3-900533-63-2.
Die Einbindung hier erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Schall-Verlags für den privaten Gebrauch. Bitte verbreitet die Topo daher nicht im Internet weiter, sondern nutzt sie nur für euch selbst!
Griffhoehe
URLs via-ferrata.de klettersteig.com bergsteigen.com klettersteig.de
Ausrüstung
  • Klettersteigset
  • Helm (Steinschlag-Gefahr durch Gämsen!)
  • Handschuhe
  • Stabile Schuhe mit rutschfesten Sohlen (gute Wanderschuhe reichen)
  • Nachsicherungsset für kleinere Kinder
  • Rastschlinge: Für Kinder unbedingt notwendig, s.o. Für Erwachsene und sehr große Kinder (wie Ariane) besser 90 cm, damit man leichter an den nächsthöheren Anker kommt, für kleinere Kinder 60 cm, sonst hängen sie vor allem in den waagerechten Reibungsklettereien zu weit unten.
Nachsichern Kann man für Kinder wie Florian machen, muss man aber nicht unbedingt. In zwei plattigen Abschnitten haben wir Florian gesichert, aber er bewegte sich dort so sicher und hat seine Rastschlinge so geschickt eingesetzt, dass wir's danach gelassen haben (ohne Rastschlinge hätten wir in jedem Platten-Abschnitt gesichert!). Man sollte ein Nachsicherungsset aber auf jeden Fall dabei haben, falls weiter oben am Pfeiler oder nach der Seilbrücke die Kraft nachlässt und die Kinder unsicher oder zittrig werden.
Eignung für Kinder siehe oben
Vorbereitung / Vergleich: Das Reibungsklettern sollte man vorher unbedingt mal ausprobiert haben, bevor man es hier so massiv damit zu tun bekommt. Dazu eignen sich der Steinwand-Klettersteig (ganz in der Nähe, aber nur kurze Reibungsabschnitte) und der "Mein Land - Dein Land"-Klettersteig (leider etwas entfernt, aber deutlich mehr Reibungskletterei) sehr gut. Auch auf dem Konsteiner Teil des Oberlandsteig (sehr weit entfernt) kann man direkt nach der 2. Wandquerung gut das waagerechte Reibungsklettern üben.
Sonstiges:
  • Irgendwo habe ich gelesen, dass ausdrücklich darum gebeten wird, auf dem Rückweg nicht durch das Kar abzufahren, sondern dem Pfad zu folgen.
  • Der Steig ist wegen der südöstlichen Ausrichtung und der niedrigen Lage ein perfekter Kandidat für die Wintermonate! Selbst wenn im Tal noch ein bisschen Schnee liegt, ist die Wand nach 1-2 Sonnentagen mit hoher Wahrscheinlichkeit schneefrei und trocken. Hilfreich ist hier diese Webcam in Telfs, nur gut 20 km entfernt, mit Blick auf die Hohe Munde (2662 m). Die unterste Felswand über dem Wald, genau in der Bildmitte, beginnt unten schon auf ca. 1000 m. Auf dieser Höhe endet der Klettersteig in Nassereith. Wenn im Kar beim Abstieg noch Schnee liegt, sollte das kein Problem sein. Wenn man den Pfad nicht findet, geht man zur Not eben doch durchs Kar hinunter.
  • Der Steig ist umgekehrt aber nichts für richtig warmes und sonniges Wetter, denn da wird es in den Felsen schnell unerträglich heiß. Bei 10 Grad mit diesiger Sonne und wirklich heftigem Wind sind wir streckenweise nur im Pullover geklettert. D.h. ab 15 Grad mit Windstille und ohne Wolken reicht in der Sonne vermutlich ein T-Shirt. Wärmer sollte es dann wohl besser nur bei bedecktem Himmel sein.
  • Man sollte die Kinder auf dem Parkplatz auf die Toilette schicken (oder zur Not im Wald, bevor man in die Felsen einsteigt). Auf dem Steig ist das nämlich zumindest für Mädchen schwierig, und wenn man wie wir einige Stunden unterwegs ist, kann das sonst eng werden.
Zustieg:
Sehr einfach. Die 60 hm kann man entweder recht entspannt über den offiziellen Weg oder etwas kürzer über einen steileren Wiesenpfad angehen. Im Wald treffen beide Wege zusammen, dann dauert es nur noch 5 Minuten, bis man das Kar durchquert und am Einstieg landet.
Klettersteig:
Der Leite-Klettersteig ist bis zum Ende hervorragend und nach der neuen Norm gesichert, so dass das Seil immer genug Abstand zum Fels hat und die Kinder sogar die Anker als Tritthilfen benutzen können. Man kann den Steig in 4 Abschnitte unterteilen, 3 im Aufstieg und die lange Querung inkl. Seilbrücke (siehe auch Topographie-Foto unten). Dazwischen lassen sich bequem lange Rastpausen einlegen, so dass man die Anstrengungen ganz gut verteilen kann. Auch in den einzelnen Abschnitten wechseln schwierige und anstrengende Abschnitte mit erholsamen, so dass man nie das Gefühl bekommt, überfordert zu werden.
Unten geht's direkt steil und nicht ganz einfach los. Nach einem kurzen Stand folgt dann gleich die erste C/D-Platte mit anstrengender und schwieriger Reibungskletterei. Hier muss man schauen, wie gut man zurecht kommt, denn jetzt kann man noch leicht wieder nach unten zurück steigen. Wer diese erste Platte schafft, kann beruhigt sein: die restlichen C/D-Stellen sind technisch nicht schwieriger, höchstens mal ein bisschen länger und anstrengender. Wir haben Florian in der ersten Platte nachgesichert, weil wir da noch unsicher waren, wie er mit der Reibungskletterei klarkommt. Nach einem kurzen Erholungsabschnitt geht's durch die zweite C/D-Platte, danach erreicht man schon den Notabstieg und kann sich gemütlich hinsetzen und verschnaufen. Mit dem vorsichtigen Probieren, Nachsichern und Entdecken der Rastschlingen-Technik haben wir für diesen eher kurzen Abschnitt schon eine ¾ Stunde gebraucht.
Wer nun arg erschöpft ist, kann durch den Notabstieg zurück ins Tal steigen. Der folgende zweite Abschnitt ist der anstrengendste. Nach einer C-Platte mit etwas Reibungskletterei folgen ein paar nicht ganz so schwere Passagen (aber auch hier immer wieder kurze Stellen ohne Felstritte), dann kommt der schwierigste Abschnitt: Erst geht es über eine sehr steile und glatte Platte hinauf (C bei Schall, C/D bei anderen Topos und auch meiner Meinung nach; hier haben wir Florian nochmal nachgesichert, war aber auch wieder unnötig) und gleich danach weiter auf Reibung, aber diesmal waagerecht! Das war nach unserem Empfinden fast schwieriger, weil man hier nicht zügig hinaufsteigt, sondern mit etwas verkrampften Armen seitlich deutlich langsamer vorankommt. Diese Abfolge, erst hoch, dann quer, war insgesamt sehr anstrengend. Danach wird es aber direkt leichter und man erreicht schnell den Absatz unter der Wandstufe, wo man gemütlich eine zweite lange Pause einlegen kann.
Steffi empfand diesen zweiten Abschnitt als deutlich unangenehmer, denn man ist jetzt schon relativ hoch und schaut die meiste Zeit ungehindert hinab bis ins Kar. Da man sich beim Reibungsklettern aber eh schon viel unsicherer fühlt als auf breiten Eisenbügeln, waren die Tiefblicke hier für Steffi eine deutlich stärkere Belastung als auf anderen, genauso stark ausgesetzten Steigen wie z.B. dem Rongg-Wasserfall, der mit den vielen Bügeln fast eine Treppe durch den Felsen war.
Bis oben gibt es jetzt nur noch zwei schwierige Abschnitte. Der erste ist die fast senkrechte Wandstufe (C/D), durch die man sehr anstrengend auf Reibung klettern muss, danach wird es längere Zeit einfacher, wenn auch nicht so leicht, wie es von unten aussieht. Immer wieder kurze Platten, aber nicht mehr so steil und glatt wie bisher. Auch von der Ausgesetztheit ist dieser Abschnitt nach der Wandstufe deutlich angenehmer. Vor dem Erreichen des Steigbuchs mit bequemer Bank muss man noch einen Pfeiler überwinden, und der ist wirklich nochmal ziemlich schwierig (C bis C/D je nach Topo). Danach hat man es im Großen und Ganzen geschafft und kann sich wieder gemütlich ausruhen. Wir waren hier oben doch schon alle etwas geschafft, und auch wenn der kühle Fönsturm zwischenzeitlich ziemlich genervt hat, waren wir auch ein klein bisschen dankbar dafür, denn so sind wir wenigstens nie ins Schwitzen gekommen :-)
Im 4. Abschnitt, der langen Querung, sind die Reibungsklettereien immer nur kurz und nicht mehr so schwierig, es gibt jetzt auch immer wieder entspannte Geh-Abschnitte. Die Dreiseil-Brücke schwankt nicht und läuft sich sehr angenehm, da man sich mit beiden Händen festhalten kann. Nur der kurze Aufschwung hinter ihr ist nach oben hin nochmal etwas anstrengender und schwierig, dann ist man endgültig oben und muss bis zum Abstieg durchs Kar nur noch 2-3 kleine Felsstellen hinabkraxeln, ansonsten läuft man jetzt recht entspannt auf einem Pfad an der Wand entlang. Die Tiefblicke sind auf diesem 4. Abschnitt allerdings wieder deutlich unangenehmer, und gerade das Hinuntersteigen am Ende fand Steffi schwierig, denn man ist anfangs noch sehr weit oben. Und dann auf den Abgrund zuzusteigen, wenn man fast senkrecht nach unten schaut, ist nicht jedermanns Sache.
Abstieg:
Beim Abstieg muss man wirklich nochmal aufpassen und sehr konzentriert gehen. Direkt nach dem Drahtseil ist der Pfad sehr abschüssig und weggerutscht, danach waren unter dem dichten Laub die vielen Stolpersteine nicht zu sehen. Auf dem Weg durchs Kar muss man immer gut schauen, damit man die richtige Spur entdeckt, denn die wird manchmal sehr undeutlich oder verzweigt. Auch auf dem Pfad kann man ab und zu ein bisschen auf den Steinen abfahren, dazwischen gibt es immer wieder unangenehm rutschige Geröll-Abschnitte. Insgesamt kein wirklich erholsamer oder entspannter Abstieg. Selbst, wenn man in den Wald kommt, bleibt der Pfad noch einige Zeit sehr schmal und brüchig, erst nach unten werden die Pfade allmählich besser, bevor man auf den Zustiegsweg trifft. Wir haben beim Rückweg den Wiesenpfad genommen, der ist zwar etwas steiler, aber man spart sich doch einiges an Strecke.
Bitte beachtet die Gefahrenhinweise.
Attraktivität: Toll! Ein anspruchsvoller Steig mit richtiger schöner Reibungskletterei und Felsgekraxel. Sowas muss man natürlich mögen! Wer das leichtere "Dahingleiten" auf Eisenbügeln vorzieht, wird hier nicht glücklich werden, aber uns hat's richtig großen Spaß gemacht! Es gibt zwar weder grandiose Fernsichten noch Blickfänger wie einen Wasserfall und mit Ausnahme der Seilbrücke auch keine speziellen "Attraktionen". Aber das braucht's auch gar nicht, die Attraktion ist das Klettern selbst! Die Felswand ist so schön, spannend und abwechslungsreich, dass einem nie langweilig wird. Und gerade, wenn man das Gefühl bekommt "Jetzt reicht's mit der Anstrengung", ist die lange Querung nach dem Steigbuch genau das Richtige: erholsam, aber doch immer wieder mit kleinen spannenden Kraxeleien. Der Abstieg durch das Kar, das man immer wieder von oben bewundern konnte, ist ein sehr schöner Abschluss, auch wenn man sich gut auf den Pfad konzentrieren muss.
Insgesamt etwas völlig anderes als unsere bisherigen Steige, aber ein wirklich schönes Erlebnis! Insbesondere in diesem etwas trüben Winter, der weder zum Skifahren noch zum Wandern richtig taugt, war so eine sonnige Felswand eine willkommene Abwechslung (auch wenn der Fönsturm ruhig etwas sanfter oder wenigstens ein paar Grad wärmer hätte sein dürfen :-)).
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Durch die beeindruckende Felswand bei Nassereith führen unzählige Kletterrouten. Der Klettersteig liegt rechts hinter der Wand und ist von hier aus nicht zu sehen. Am Reiterhof vorbei gelangt man zum neuen Parkplatz, der auf Google Maps noch nicht zu sehen ist (Stand 04/2014) und locker 150 Autos aufnehmen kann. Auch darum (und nicht nur wegen der angenehmeren Temperaturen in der Wand) empfiehlt sich ein Besuch des Klettersteigs mit Kindern eher in den Wintermonaten oder bei weniger gutem (aber trockenem!) Wetter.

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Ein Fernglas mitzunehmen lohnt sich, dann können die Kinder in der Wand nach den Kletterern suchen :-) Der Klettersteig ist ab dem Parkplatz sehr gut ausgeschildert. Nach 150 m kann man entweder dem offiziellen Weg Richtung Wald weiter folgen oder über den Trampelpfad links hinauf abkürzen.

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Den Blick auf den Klettersteig hat man allerdings nur vom offiziellen Weg kurz vor dem Waldrand aus. In der Vergrößerung hab ich mal die Topographie von Schall eingezeichnet. Der Notabstieg ist hervorragend platziert, denn wenn man bis dorthin gekommen ist, kann man gut einschätzen, ob man den restlichen Steig schafft oder nicht. Bis zur Wandstufe ist es etwa nochmal genauso anstrengend, der 3. Abschnitt ist dann insgesamt etwas leichter und weniger anstrengend als die ersten beiden.

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Wenn der Weg ins Kar hinausführt, gelangt man direkt an den Einstieg, kann vorher aber nochmal die Seile in der Wand suchen. Einige Kletterer waren hier auch zu sehen, die untere Zweiergruppe haben wir zwischendurch immer wieder entdeckt.

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Am Einstieg hat man einen guten Blick auf die schwierigen Platten, an denen man nur mit Reibungskletterei weiterkommt.

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Eine schwierige Stelle gleich zu Beginn ist diese Felsvertiefung, in die Ariane rechts gerade hineinsteigt. Dort hinaus auf den nächsten Absatz ist sowohl rechts als auch links herum nicht ganz einfach, da muss man ein bisschen probieren.

Nein, ich hab nicht alle Anker des Steigs durchnummeriert :-) Aber damit die Perspektiven von unten und von oben besser vergleichbar sind, bekommen ein paar der Anker Nummern.

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Unterhalb der kleinen Höhle kann man nochmal gut stehen und schauen, ob alle Schuhe zugebunden und Gurte festgezurrt sind :-) Wenn es oberhalb der Höhle rechts um die Ecke geht, da wo Ariane links steht, folgt die erste Reibungsplatte, und da muss man gleich kräftig zulangen. Erst bei Anker 5,...

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...dann gibt es eine kurze Standmöglichkeit (allerdings nur für Ariane, bei Florians Reichweite war sie nicht nutzbar!), bevor man die 2. Platte hinauf muss, die Ariane rechts schon hinter sich hat. Dort gibt es keinerlei Tritte, man muss einfach kräftig ins Seil greifen und sich mit den Füßen in den Fels stemmen. Erst oben am Anker 6 kann man wieder stehen. Wer hier gar nicht zurecht kommt, kann jetzt auch noch gut wieder runtersteigen. Dieser Abschnitt (von unterhalb Anker 5 bis oberhalb Anker 6) ist die erste C/D-Passage aus der Topographie (warum bei Schall 2x C/D steht, ist mir nicht ganz klar. Vielleicht wegen der kurzen Standmöglichkeit oberhalb Anker 5, der das C/D unterbricht?).

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Da wir unsicher waren, wie gut Florian mit dieser ersten und schon gleich etwas längeren und anstrengenden Reibungskletterei zurecht kommen würde, haben wir ihn lieber nachgesichert, von unterhalb Anker 5 bis er oberhalb von Anker 6 stehen konnte. Ich war dabei an Anker 7 angesichert und stand dort, wo man Ariane im Bild drüber rechts sieht. Sein Klettersteigset hat er trotzdem eingehakt gelassen und an den Ankern 5 und 6 das Umsetzen der Karabiner trainiert, indem er sich dazu am Anker in die Rastschlinge gesetzt hat. Das war ganz gut, das erstmal mit Nachsicherung auszuprobieren, im Folgenden hat er es dann in allen Reibungsabschnitten so gemacht.

Ich kann das mit der Rastschlinge sehr empfehlen. Schnell kommt man so natürlich nicht voran, aber dafür besteht nicht die Gefahr, dass ein Kind in dem Alter plötzlich in einem Abschnitt nicht mehr kann, wo es keinerlei Auftritte gibt und der nächste Anker noch 1 m entfernt ist. Und das kann bei derart steiler Reibungskletterei von einer Sekunde auf die nächste passieren. Mit der Rastschlinge ruht man vor allem die Arme während des Umsetzens ganz automatisch ein bisschen aus.

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Oberhalb von Anker 6 wird es erstmal etwas einfacher, der B-Abschnitt oberhalb der C/D-Stelle. Wobei mit Florians Armlänge alles immer ein bisschen schwieriger ist :-)

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Gleich danach wird's wieder schwer und anstrengend, die 2. C/D-Passage aus der Topo. Im linken Bild muss man ab den Felszacken am unteren Bildrand bis zu Arianes Position auf Reibung klettern. Danach wird es kurz etwas leichter, aber ohne richtigen Stand, dann geht's das letzte Mal für diesen Abschnitt (nur kurz) über eine glatte Felsplatte hinauf.

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Oberhalb der Platte bei Anker 10 finden sich kleine Felstritt und man gelangt recht einfach (A/B) bis zur Verzweigung des Notabstiegs, wo man sich gemütlich hinsetzen und verschnaufen kann.

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Kurze Umsetz-Ruhepause an Anker 8 :-) Hier erkennt man auch gut, wieso Steffi im Folgenden immer lieber nach oben statt nach unten geschaut hat.

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Florian hat den Stand oberhalb von Anker 9 erreicht. Nach der Platte unter Anker 10 kommen wieder schöne stufige Felstritte bis zur Verzweigung. Es sieht aus dieser Perspektive nicht so aus, aber man kann dort entlang des Seils zum Abstieg wirklich gut stehen und sitzen, oberhalb des Grasbüschels im Vordergrund befindet sich eine kleine Stufe. Ariane sitzt nur deshalb in der Rastschlinge, weil ihr das immer viel mehr Spaß macht :-)

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Links der Blick am Notausstieg entlang ins Kar. Wir haben lange überlegt, ob wir mit Florian weitergehen sollen oder ob Steffi mit ihm lieber den Ausstieg nimmt. Technisch kam Florian gut zurecht, wir waren nur unsicher wegen der Kondition. Anhand zweier Topographien kamen wir letztendlich zu dem Schluss, dass wir 1/3 der Höhe schon geschafft hatten und nur das nächste Drittel nochmal ähnlich schwierig werden würde. Eine überholende Klettersteiggeherin hat das so in etwa bestätigt, und darum sind wir schließlich alle 4 weiter. Im Rückblick würde ich sagen, dass der folgende Abschnitt bis zur Wandstufe einen Tick anstrengender und schwieriger war als bisher, weil man auch schräg auf Reibung klettern muss, und das ist fast unangenehmer als senkrecht.

Sprich: Wer bis hierher keine Freude an der Art der Kletterei hatte oder in den Reibungsplatten unsicher war, oder wem jetzt die Arme schon richtig weh tun, der steigt besser aus. Weiter hinauf geht's im rechten Bild, eine C-Platte mit einigen glatten Reibungsabschnitten, aber auch ein paar kleinen Tritten zwischendurch. Insgesamt nicht ganz so schwierig, zumindest leichter als das, was Schall im weiteren mit C bewertet.

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Nach dem Aufschwung ist die Querung nach rechts relativ einfach, nur an einem kleinen Felsen (roter Punkt) muss man auf Reibung drumherum klettern. Man kann aber wieder stehen, bevor man umsetzen muss.

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Wenn man gut hinschaut, erkennt man die Serpentinen des Rückwegs im Kar, bevor der Pfad im Wald verschwindet.

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Der kleine Felsen, der auf Reibung umklettert werden muss. Rechts sieht man quasi die einzige Stelle auf dem Steig, wo Florian nur schwer ans Seil kam. Da es keinerlei Eisenkrampen gibt, konnten die auch nicht (wie sonst so oft) zu weit auseinander liegen oder zu weit unterhalb des Seils verlaufen. Ein großer Vorteil der Reibungskletterei :-)

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Der Aufschwung hinter der nächsten Ecke ist nur mit B/C bewertet und auch viel leichter, als man zunächst denken könnte. Rechts und unter dem Seil liegt zwar eine glatte Felsplatte, aber man übersteigt einfach das Seil und klettert links an einem kleinen Spalt entlang nach oben.

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Von oben sieht man gut die vielen kleinen Trittmöglichkeiten entlang des Spalts.

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Die anschließende Querung ist hingegen zumindest für nicht so große Kinder schwieriger, als sie aussieht. Anfangs läuft man noch gemütlich auf dem kleinen Felsvorsprung, dann hört er nach dem Gestrüpp am roten Pfeil auf und man muss erstmal bis zum Anker unterhalb des Baum kurzzeitig schräg auf Reibung klettern. Florian ist rechts schon am Anker angelangt, danach geht's aber noch kurz auf der Platte weiter...

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...und das ist mindestens genauso anstrengend wie vertikales Reibungsklettern, weil hier beide Arme ständig belastet sind und man mit seitlichen Schritten langsamer vorankommt. Zumindest haben wir das so empfunden. Danach hat man nochmal einen kurzen richtigen Stand (sowohl an Florians als auch an meiner Position), den man nutzen sollte, denn jetzt der kommt der anstrengendste Abschnitt des gesamten Steigs:

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Im Vergleich mit den bisherigen C/D-Stellen würde ich diesen Aufschwung auch eher so bewerten, denn es ist ziemlich glatt und steil, und man muss auch noch über die kleine Stufe, die Ariane rechts gerade bewältigt. Erst unterhalb von Anker 13 kann man wieder richtig stehen.

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Diesen Tritt zum Umsetzen an Anker 12 konnte Florian bei seiner Reichweite nicht nutzen. Daher musste er sich in 11 und 12 wieder mit der Rastschlinge einhängen.

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Den kleinen Stand unter Anker 13 sollte man kurz zum Verschnaufen nutzen, denn dann folgt direkt eine Querung (mit C bewertet), die man ebenfalls auf Reibung klettern muss, wie man es bei Ariane links sieht. Auch wenn das im rechten Bild gar nicht so schlimm wirkt, in Kombination mit dem vorherigen Aufschwung ist dieser ganze Abschnitt anspruchsvoll und anstrengend. Aber am "Drei-Finger-Baum" ist es geschafft, der noch folgende kurze Aufschwung ist leichter, und hinter dem Baum links oben wartet schon die Wandstufe, wo man sich wieder bequem ausruhen kann.

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Nachdem Florian sich schon bis Anker 11 ziemlich anstrengen musste und danach erst die kleine Stufe kommt, habe ich ihn hier nochmal nachgesichert. Das geht hier sehr gut, da man auch oberhalb des kleinen Felslochs stehen kann, so dass Florian angesichert bis ins Loch steigen konnte. Von dort ist das Umsetzen über Anker 13 bequem möglich. Trotz Nachsicherung hat Florian sein KS-Set drangelassen und setzt hier an Anker 12 gerade in der Rastschlinge um. Eigentlich war das hier unnötig, denn da ich genau senkrecht über ihm stand, hätte er sich jederzeit ins Nachsicherungsseil setzen können. Aber geschadet hat's auch nicht, denn so hat Florian gesehen, dass er die Strecke alleine bewältigen kann.

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Florian hat's fast geschafft, denn an meiner Position kann man wieder stehen und sieht den letzten Aufschwung bis zu dem großen Baum unterhalb der Wandstufe, wo Ariane irgendwo liegt und vermutlich eingeschlafen ist ;-)

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Der Aufstieg durch die Felsrinne ist nicht schwer, außer für Leute mit Höhenangst, die hier unvernünftigerweise zurückschauen.

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"Da seid ihr ja endlich!" :-) Wenn man sich unterhalb der Wandstufe nicht aussichern will (und Steffi hätte mich erschlagen, wenn ich das vorgeschlagen hätte ;-))...

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...kann man sich unterhalb auf die Stufen setzen oder sich ins Seil an der Wand einhängen, was die Kinder aus irgendeinem mir rätselhaften Grund immer viel schöner finden.

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Zeit, um mal in Ruhe einen Blick auf Nassereith zu werfen und danach unsere beiden Kletterer in der Wand zu suchen, die hier schon deutlich über uns sind...

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Nach ausführlicher Rast waren wir gestärkt für die letzte C/D-Stelle. Das sind nochmal einige Meter sehr steile und sehr anstrengende Reibungskletterei. Vor allem das Umsetzen an Anker 15 ist ohne Florians Rastschlingen-Trick wirklich schwierig, denn hier ist die Wand fast senkrecht und man hat keinerlei Halt für die Füße (gut, die beiden Jungs, die uns hier überholten, sahen das vermutlich anders, als sie mit 3 großen Schritten drüber hinwegsausten; genauso wie die Frau, die den gesamten Steig hoch und runter düste in der Zeit, die wir für das erste Drittel benötigten... Aber für uns war's sehr steil und sehr anstrengend :-)).

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Man hat erst (von unten aus gesehen rechts) neben Anker 16 wieder einen Tritt für den Fuß, aber dann geht es auch gleich deutlich einfacher weiter.

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Der Rest sieht von unten zwar eher trivial aus, aber das täuscht. Es gibt noch 2 als C klassifizierte Platten, allerdings sind die doch deutlich weniger steil, und irgendwie hat man sich inzwischen an das Reibungsklettern ja auch gewöhnt ;-) Rechts ist Ariane über die erste Platte schon drüber...

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...Florian auch, Steffi gerade auf ihr. Rechts geht Ariane die zweite Platte an. Vielleicht sind die Platten doch eher B/C, verglichen mit den anderen C-Stellen...

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Ariane entschwindet auf den kleinen Vorplatz unterhalb des Pfeilers. Der rot markierte Baum ist übrigens eine gute Standmöglichkeit zum kurzen Ausruhen.

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Steffi kommt gerade unterhalb des Pfeilers an, wo uns auch die letzten Sonnenstrahlen für heute nicht mehr wärmen konnten. Der Fönsturm, der bisher schon ab und zu recht unangenehm war, pfiff hier derart, dass er mir fast die Topo aus den Händen gerissen hätte.

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Die letzte wirklich schwere Hürde. Bei Schall C, bei anderen Topos C/D. Der Pfeiler sieht eigentlich ziemlich einfach aus und man merkt erst ganz oben, dass er wirklich schwer ist. Ariane hat es links vom Seil versucht, aber das war oben dann sehr schwierig, weil man keinen Halt für die Hände findet, um sich über die Felsstufe nach oben zu ziehen. Und das Seil ist auch zu weit weg, um sich daran festzuhalten. Es gibt da keine Fotos, weil ich Ariane von unten helfen musste, damit sie sicher hoch kommt. Florian hat es darum rechts versucht (ich bin Ariane links hinterhergestiegen und das war echt nicht angenehm).

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Um ganz links außen (von hier oben also ganz rechts außen) herum zu steigen, sind die Klettersteig-Äste zu kurz. Das Problem bei Florians Variante rechts herum besteht darin, dass man auf Reibung klettern und dazu senkrecht auf der Felswand stehen muss, so dass man nach dem Übersteigen des Seils entlang des gelben Pfeils unangenehm nach rechts kippt. Das ist auch insofern etwas blöd, weil man das linke Bein besser links vom Seil lassen sollte, damit oben auf den Absatz kommt, ohne über das Seil steigen zu müssen.

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Florian hat's ohne Hilfe geschafft, aber es war schon schwierig. Trotzdem würde ich zu dieser Variante raten. Von der Plattform, wo ich links und Florian rechts steht, kann man bequem umsetzen und kommt dann problemlos weiter.

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Die letzten Meter bis zum Steigbuch sind auf den Felsblöcken nicht schwierig, aber plötzlich wieder sehr ausgesetzt.

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Rechts geht's weiter, aber ein Abstecher zum Steigbuch muss natürlich sein. Wie man hier am Gras erkennt, stürmte der Wind (inzwischen gefühlt mindestens Orkanböen :-)) aus irgendeinem Grund immer nach Süden, während die Wolken über uns aus Süden kamen.

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Links einige Steiners, rechts einige Kogels (Schafmareben-, Gries- und Kreuzjoch-).

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"Im Prinzip" hat man es jetzt geschafft, es kommen noch 2 kleine Kletterstellen, die Seilbrücke und nach ihr ein nicht ganz einfacher Aufschwung. Aber die Passagen, auf denen man entspannt gehen kann, überwiegen jetzt deutlich. Leute mit Höhenangst fühlen sich hier weniger wohl, denn man hat jetzt permanent Tiefblicke ins Kar.

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Die erste Kletterstelle neben dem weihnachtlich geschmückten Baum. Dahinter hoch zum Warnschild muss man noch ein kleines bisschen mit Reibung klettern.

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Das Warnschild ist berechtigt, denn hier gibt es viel loses Geröll. Nach einem längeren entspannten Abschnitt folgt die letzte waagerechte Reibungskletterei. Die weiße Maserung unterhalb des roten Punkts sieht von unten (z.B. in dem Topographie-Foto) aus wie ein weißer Pfeil, der nach oben direkt auf das Drahtseil zeigt (zwischen "A-A/B" und "B/C").

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Nach der Reibungskletterei geht es recht einfach hoch zu dem Baum, und dort beginnt die Seilbrücke. Man kann sich hier auch nochmal bequem hinsetzen und stärken, bevor man sich auf die Brücke wagt. Florian konnte sie alleine gehen, mit einem Karabiner rechts und einem links eingehakt,...

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...allerdings gerade so :-) 5 cm kürzer hätten die Arme nicht sein dürfen. Der Ausstieg aus der Brücke ist sehr gut gelöst und problemlos zu bewältigen.

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Der letzte Aufschwung! Nochmal ein bisschen Reibungskletterei...

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...die nicht besonders lang ist, aber man muss nochmal kräftig zupacken. Schwierig wird es dann unerwartet, wenn das Seil abbiegt:

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Denn eigentlich steht man unten ziemlich gut, aber von dort geht es nicht weiter. Man muss wieder mit Reibung hinauf und dann den Schritt nach rechts oben machen. Vor allem für Florian war das nochmal eine schwierige Stelle. Dafür geht es aber jetzt aber nur noch bergab :-)

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Zweimal muss man über felsige Stellen etwas steiler nach unten, hier die erste. Steffi empfand das als unangenehm, weil man quasi auf den Abgrund zuklettert. Wie steil es hier ist, sieht man gleich noch.

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Der Beginn des Abstiegspfad durchs Kar ist als weiße Linie in dem roten Laub erkennbar.

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Unten verschwindet der Pfad im Wald. Rechts sieht man, wie steil es auch kurz vor dem Ende noch hinuntergeht.

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Nach Ende des Seils muss man gerade auf den ersten Metern aufpassen, dass man nicht vor lauter "Geschafft!"-Entspannung direkt auf der Nase liegt. Der Hang ist hier nämlich sehr steil (rechts an Florians Fußhaltung vielleicht erkennbar) und der Pfad ist rutschig und kippt zum Hang hin.

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Die zweite Schwierigkeit gleich zu Beginn war das Laub, unter dem die Steine nicht zu sehen waren und wir vorsichtig gehen mussten, um nicht umzuknicken. Danach war der Abstieg zwar angenehmer, aber die meiste Zeit immer noch recht steil, und bei bei einer Mischung aus Abfahrt ("Juhu!") und rutschigem Geröll ("Manno!") mussten wir die ganze Zeit gut auf den Pfad achten.

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Man könnte auch durch das Kar abfahren, aber es wird ausdrücklich darum gebeten, dies nicht zu tun. Im Wald bleibt der Pfad zunächst noch sehr schmal und brüchig. Weiter unten gibt es dann plötzlich Spuren in alle Richtungen. Vermutlich führen alle nach unten, wir haben uns im Zweifel rechts in Richtung Kar gehalten.

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Kurz nach den vielen Verzweigungen trifft man wieder auf den Aufstiegsweg, auf dem wir rechts hinaus ins Kar zum Einstieg gegangen sind. Weiter unten gabeln sich der offizielle Weg und der Wiesenpfad, den wir (weil deutlich kürzer) als Rückweg genommen haben.

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"Schau mal, unser armer Tourani steht da ganz allein!" Tatsächlich waren wir die Letzten auf dem Parkplatz. Aber wären wir früher zurückgekommen, wäre es noch zu früh zum Abendessen gewesen :-) Da wir nicht mehr lange suchen wollten, haben wir uns vom Navi zum nächsten Restaurant lotsen lassen. Das "H2O, Bistro und Restaurant am Hallenbad". Urgs, wie gut kann das Essen da wohl sein...na mal schauen... Und wie angenehm überrascht waren wir dann! Wirklich sehr leckeres und gutes Essen, auch ein paar ungewöhnlichere Dinge wie Spinatknödel oder Cornflakes-Kruste. Gute Portionen und nicht teuer, sehr zu empfehlen! Ist in der Google-Map eingezeichnet.

Ein gelungener Abschluss eines zwar anstrengenden, aber wirklich schönen Klettertages!

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Frank Steiner (Email)

Last modified: Wed Mar 2 14:14:32 CET 2016

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