Wandern mit Kindern in der Zugspitzregion Tirol: Leutaschklamm (Geisterklamm)

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Leutaschklamm (Geisterklamm)
Fotos: Oktober 2008, September 2009, April 2011
Ausgangspunkt:Parkplatz am südlichen Ortsende von Mittenwald, knapp 1½ Stunden Autofahrt vom Südwesten Münchens.
Achtung: Wenn man von Norden kommt und das Navi einen durch Mittenwald hindurchleitet, darf man nicht am Schild "Leutasch" nach rechts abbiegen, sondern muss noch 100 m weiter über die Brücke bis zur Parkmöglichkeit fahren. Sonst landet man am westlichen Ende der Klamm beim gebührenpflichtigen Parkplatz. Der hat allerdings auch Vorteile, denn dort gibt es einen Klettergarten, und man kann ohne viel Steigung die "kleine Runde" nur über die Brücke gehen, so dass man sich den Auf-/Abstieg über den Koboldsweg spart. Allerdings verpasst man dann die alte Klamm.
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Bitte beachten: Der Streckenverlauf und die Positionsmarken sind freihändig eingezeichnet. Mit Hilfe von Karten und der Fotos versuche ich aber, den Weg so genau wie möglich nachzuvollziehen, so dass die Längenangaben bis auf kleine Abweichungen stimmen sollten.
Kompass-Wanderkarte Zum Vergleich mit der Google-Map kann man links oben zum Satellitenbild umschalten.
Länge:6½ km inkl. alter Klamm und Abstecher zur Höllkapelle. Wer nur Teilwege gehen will, kann die Entfernungen auf der Webseite der Leutaschklamm anschauen (s.u.). Wir gehen in Form einer 8 und laufen daher sowohl den Koboldpfad als auch den Klammgeistweg vollständig ab.
Unsere Zeit/Alter der Kinder:Immer gut 4 Stunden (erstmalig mit 3 und 5, zuletzt mit 6 und 8 Jahren) inkl. 1-2 Rasten aber ohne evtl. Kaffeetrinken im Gasthaus Gletscherschliff. Man kann die Wanderung sicherlich deutlich verkürzen oder verlängern, je nachdem wie viele Tafeln man durchliest und wie viel man an den Stationen spielt. Wir sind immer recht gemütlich gegangen und haben ausreichend gespielt :-)
Schwierigkeit:
Mit 3 Jahren hatten wir Florian in der alten Klamm noch an der Hand, weil der Steg stellenweise nass und glitschig war, das Geländer kleine Kinder nicht vor dem Durchrutschen schützt und es auf der Felsseite zum Teil Lücken zum Reinfallen gibt. Mit 6 Jahren konnte er problemlos alleine laufen.
Die Stege im neuen Klammweg sind durch den Maschendraht selbst für kleinste Kinder gefahrlos, die könnten höchsten die Treppen runterpurzeln.
Der Anstieg vom Kiosk über den Koboldpfad zur Brücke hat ca. 100 hm und ist ein bisschen anstrengend, aber mit genügend Bänken versehen. Nach der Brücke geht's nochmal ähnlich steil und recht uneben 25 hm hoch, die man bei unserer Acht-Wegstrecke zweimal läuft, also insgesamt 150 hm. Ansonsten ist der Weg sehr einfach.
Bitte beachtet die Gefahrenhinweise.
Attraktivität:Eine schöne entspannte Wanderung mit vielen Spielmöglichkeiten für die Kinder, wodurch auch die Teilstrecken über nicht so spannende breite Wege ohne Gequengel gemeistert werden können. Der Weg über die Brücken und in die Schlucht eingehängten Stege mit Blick durch den Fußboden macht auch den Erwachsenen immer wieder Spaß (inzwischen 5x), auch bei Schnee und selbst bei (leichtem) Regen. Die alte Klamm ist auch sehr beeindruckend, allerdings reicht da ein Besuch.
Infos:
  • Ob die Klamm geöffnet hat, kann man hier unter "Aktuelles" nachschauen. Im Winter sind Kiosk und alte Klamm zeitweise geschlossen, die neue Klamm wird wohl nur bei Lawinengefahr gesperrt.
  • Der Weg wird offenbar sehr aktiv gepflegt, wie man am Kommentar von Andreas sehen kann. Insbesondere der doch etwas lange Weg zwischen dem Abzweig zum Gletscherschliff-Gasthaus und dem westliche Einstieg in die Klamm erhält immer mehr Attraktionen.
  • An der Kapelle kann man laut Andreas nicht mehr parken. Wer die anschauen will, muss also wirklich von der Klamm aus hochsteigen.
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Die Bilder wachsen ein bisschen mit, ein grosses Browser-Fenster lohnt sich also :-)
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Wir parken immer in Mittenwald an der Brücke bei der Flößerstatue mit beeindruckendem Blick auf das Karwendelgebirge. Hier darf man mit Parkscheibe 4 Stunden stehen (ab 18:00 Uhr bis zum nächsten Morgen), und da man die Scheibe immer auf die nächste halbe Stunde stellen darf, hat's bisher immer gereicht :-) Wenn hier die 4 Plätze voll sind, gibt es 50 m weiter ortsauswärts genug weitere. Wenn man den gesamten Weg in Form der 8 gehen will, hat der Start von hier aus den Vorteil, dass man den einzigen anstrengenderen Anstieg zu Beginn der Wanderung erledigt.

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Hinter der Brücke über die Isar geht es links rein und man geht an der Leutascher Ache entlang, die für die Klamm verantwortlich ist. Nach 200 Metern biegt sie ab und die kleine Straße wird zum Schotterweg. An der Biegung waren bisher immer Dutzende Enten zu beobachten, nur diesmal nicht. War vielleicht 'ne größere Kirchweih letzten Herbst ;-)

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Für die Kinder verläuft die meiste Zeit ein kleiner Trampelpfad oberhalb des Schotterwegs, so dass die insgesamt 900 Meter vom Parkplatz bis zum Kiosk schnell vergehen. Von dort geht der neue "Koboldpfad" rechts hoch.

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Zuerst gehen wir heute aber nach 3 Jahren mal wieder in die alte Klamm und überqueren dabei am dem kleinen Häuschen die Grenze nach Österreich. Der Eintritt kostet 2 Euro für Erwachsene und 1 Euro für Kinder (und das Fischfutter in der Klamm 20 cent :-)).

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Der Weg durch die alte Klamm ist mit 150 m relativ kurz, aber die Klamm ist durchaus beeindruckend und stellenweise so eng, dass sie wie eine Mini-Breitachklamm wirkt. Auf dem rechten Bild sieht man den Wasserfall am Ende des Wegs. Aufgrund der Gischt kriegt man hier nur noch Fotos ohne Blitz zustande.

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Vom Kiosk aus geht jetzt der Koboldpfad in vielen kleinen Serpentinen recht steil den Berg hoch. In fast jeder Biegung steht so eine Tafel, die einen über die Stationen der Eiszeiten informiert. Dadurch flitzen die Kinder ziemlich schnell den Berg hoch, weil sie immer zur nächsten Tafel wollen. Aber Vorsicht: Der Weg ist nicht ganz trivial, man kann da schonmal auf den kleinen Steinen ausrutschen oder über einen größeren stolpern.

Dieser neue Klammweg wurde übrigens 2003 zur Hälfe aus EU-Mitteln als grenzüberschreitendes Projekt gebaut. Vermutlich ist er darum gebührenfrei. Irgendwo auf dem Anstieg überquert man auch die Grenze. Die Kinder haben im Unterschied zu mir den Hinweis gesehen und mir nachher davon erzählt.

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Insgesamt geht's hier doch ca. 100 Meter hoch und das ist schon ein bisschen anstrengend. Aber es gibt mehrere schöne Stelle zum Ausruhen oder Rast machen. Wenn man oben ist, kann man dann schon die Brücke sehen. Links unten ist die Klamm, und man hört den Wasserfall auch. Aber besser nicht vom Weg weg gehen, um in die Klamm zu schauen, denn es geht dann bald sehr steil runter!

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Wir gehen jetzt erst links über die Brücke, da wir die Strecke als eine 8 laufen. Das hat den Vorteil, dass der spannendere Teil durch die Schlucht auf dem Rückweg kommt. Auf dem rechten Foto sieht man, wo wir nachher zurückkommen.

Nach der Brücke geht's nochmal ca. 25 Meter hoch, und das ist insofern der gefährlichste Teil des Wegs, als man hier am leichtesten mal stolpern und dann recht böse auf die spitzen Steine fallen kann. Das ist Florian diesmal auch tatsächlich passiert und tat ziemlich weh. Diesen Teil des Wegs gehen wir auf dem Rückweg ein zweites Mal.

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Nachdem man ein paar Minuten durch den Wald gelaufen ist und etwas über die Koboldsteine gelernt hat, kommt man an eine Raststelle, wo der Waldeg auf einen breiten Schotterweg stößt. Da gehen wir jetzt erstmal rechts und nachher auf dem Rückweg nach links. Die nun folgenden ca. 800 Meter sind ein bisschen langweilig, weil der Weg so breit ist. Er wird allerdings von 3 Stationen aufgelockert und außerdem haben wir den Kindern immer gesagt, dass wir jetzt zum spannenden Teil mit dem Klammgeist unterwegs sind, und das hat auch mit 3 Jahren schon geklappt :-) Ansonsten kann man hier auch gut "Bowling" spielen: Die Kinder sind Bowlingkugeln und werden mit großem Getöse angeschoben und man guckt, wie weit die Kugeln wohl rennen, äh, rollen!

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Dieses "Woodhenge" ist eine neue Station, die 2009 noch nicht da war; so wird der Weg bis zum Klammeingang auf dem rechten Foto jedenfalls noch kürzer :-) Überhaupt wurden seit unserem letzten Besuch fast alle Stationen renoviert (von den Koboldsteinen war letztes Mal z.B. kein einziger mehr vorhanden). Allerdings war's dafür diesmal auch voller als je zuvor....

Der breite Weg führt weiter zum Parkplatz, für uns geht's nach einem kurzen Training auf der Wackelbrücke rechts rein in den kleinen Pfad. Der Klammgeist hat wohl schon mal einen Späher geschickt, der sich hinter dem Baum versteckt ;-)

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Sollte mal jemand bei Schnee unterwegs sein, ist an diesem Mini-Abstieg Vorsicht geboten! Da sind wir mächtig ins Rutschen gekommen, und zu Beginn gibt's ja nichts zum Festhalten!

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Man läuft stellenweise direkt über Leutascher Ache. Wer sich Sorgen über ein Bad macht, sollte einen Blick über das Geländer Richtung Berg werfen: Die Aufhängung wirkt sehr stabil :-)

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Angst vor dem Klammgeist? Pah, ich doch nicht :-) Früher haben wir die Augen auch mal leuchten sehen, wenn wir uns vor das Gitter gestellt haben, so dass es etwas dunkler wird. Ich bin mir nicht sicher, ob die Anlage inzwischen defekt ist, oder es einfach nur zu hell war. Vielleicht sollte man mal eine Nachtwanderung probieren...

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Es gibt viele kleine Spielereien, die ich aber nicht alle fotografiert habe. Hier sieht man den steuerbaren Spiegel zum Runterschauen und den Rausch-Hörtrichter.

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Wer noch genug Puste hat, kann bei dieser etwas kleineren Brücke links hoch einen kurzen Abstecher zur Höllkapelle machen oder in der oberen Kehre auf der Bank noch einmal eine Pause mit tollem Ausblick einlegen.

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Wir gehen jetzt zum 2. Mal über die große Brücke und wieder hoch in den Wald an den Koboldsteinen vorbei bis zur Raststelle. Wer Zeit und Weg sparen will, kann natürlich auch links an der Brücke vorbei den Koboldweg wieder runtergehen, den wir am Anfang hochgekommen sind. Wer die 8 laufen will, biegt diesmal an der Raststelle links ab und überquert wieder die Grenze nach Deutschland.

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Nach kurzer Zeit durch den Wald kommt diese schöne Spielstelle, wo die Kinder Steinmusik machen und herumklettern können.

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Kurz danach ist man am Gasthaus Gletscherschliff angekommen (auf dem linken Foto rechts hinter den Bäumen zu sehen), wo man einen vom Gletscher zerkratzten Fels bewundern soll (na ja...). Diesmal haben wir hier zum ersten Mal einen Kaffee getrunken und die schöne Aussicht genossen. Durch das Tal fuhr sogar (lautstark pfeifend) ein ICE und das fand Florian viel toller als die ganze restliche Wanderung :-)

Nach dem Gasthaus geht's in ein paar Serpentinen auf einem erneut nicht so spannenden Fahrweg runter zum Kiosk, wo der Koboldweg losging. Zur Ablenkung gibt's hier einige Sagentafeln und einmal sogar einen kurzen parallel laufenden Kinderweg.

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Wir hatten im April ja nicht so tolles Wetter, aber wer zur richtigen Jahres- und Tageszeit unterwegs ist (rechts: 18. Oktober, 18 Uhr), kann auf dem Weg zurück zum Parkplatz das Alpenglühen bewundern.

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Auf allen 5 Wanderungen durch die Leutaschklamm sind wir hinterher (nach einem Tankabstecher nach Scharnitz :-)) auf der Straße, die von unserem Parkplatz aus gesehen ca. 30 Meter hinter der Abzweigung zur Leutaschklamm links nach Leutasch abgeht (in der Google-Map als "Leutascher Straße" beschriftet), bis zum westlichen Ende der Klamm (mit dem gebührenpflichtigen Parkplatz) gefahren. Die Straße ist landschaftlich sehr schön und man kann ab und zu kurze Blicke in die Schlucht erhaschen, z.B. kann man die Brücke vor dem Abzweig zur Höllkapelle kurz sehen.

Hinter dem Parkplatz kommen nacheinander das "Gasthaus Klammgeist" (im alten Zollhaus) und der "Gasthof zur Mühle". In beiden haben wir gut und preiswert gegessen (und mit Kachelofen (in der "Mühle" die kleine Stube links nach dem Eingang) und Kamin auch sehr gemütlich). Beim Mühlengasthof kann man im Sommer hinter dem Haus schön am Wasser spielen. Beim Klammgeist findet man über die Straße die Reste der Porta Claudia und kann sich vom Wirt die Geschichte des Tals im 30jährigen Krieg und unter Napoleon und Hitler erzählen lassen.

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Frank Steiner (Email)

Last modified: Wed Nov 9 16:44:03 CET 2016

Gefahrenhinweis/Haftungsausschluss: Bei vielen der vorgestellten Wanderungen gibt es durchaus ausgesetzte und gefährliche Stellen. Die Wege sind teilweise in schlechtem Zustand, und die Gefahr eines Absturzes besteht bei schmalen Pfaden am Hang immer. Typische Gefahren wie Steinschlag oder schlechtes Wetter sind zudem in den Bergen jederzeit vorhanden. Wir bemühen uns, in der Darstellung jeder Wanderung zu vermitteln, wie anstrengend und gefährlich sie aus unserer persönlichen Sicht war und wie gut unsere Kinder damit zurecht gekommen sind.

Trotzdem übernehmen wir natürlich für keine der vorgestellten Wanderungen eine Garantie für die Richtigkeit der Darstellung, für die Ungefährlichkeit oder die Eignung für andere Kinder als unsere eigenen. Jeder wandert auf eigene Gefahr und auf eigene Verantwortung und muss vor Ort selbst entscheiden, ob die vorgestellten Routen gefahrlos zu begehen sind oder nicht. Die Verwendung der Informationen dieser Webseite erfolgt auf eigenes Risiko. Für Unfälle, welche eventuell auf unsere Informationen zurück zu führen wären, wird nicht gehaftet.

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Das Hintergrundbild stammt von http://www.grsites.com.