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Brecherspitz (1683) (Ostgrat und Jägersteig)
Juni 2012
Ausgangspunkt:Großer Wanderparkplatz (4,- Euro/Tag) am Spitzingsattel, ca. 1¼ Stunde Autofahrt vom Südwesten Münchens. Wenn da alles voll ist, weiter zum Parkplatz der Taubensteinbahn und von dort 750 m zurück zum Sattel laufen.
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Bitte beachten: Der Streckenverlauf und die Positionsmarken sind freihändig eingezeichnet. Mit Hilfe von Karten und der Fotos versuche ich aber, den Weg so genau wie möglich nachzuvollziehen, so dass die Längenangaben bis auf kleine Abweichungen stimmen sollten.
Die Wanderkarte vom Vermessungsamt binde ich hier nicht ein, weil weder der Weg über den Ostgrat noch der Jägersteig verzeichnet sind.
Unten bei den "Hinweisen und Tipps" gibt es eine Beschreibung für den (fast) weglosen Teil als PDF.
Längeca. 5½ km mit 560 hm
Unsere Zeit: 7½ Stunden. Man darf sich von der kurzen Länge und den eher wenigen Höhenmetern nicht täuschen lassen: Das Gelände ist schwierig und darum sind wir nicht besonders schnell voran gekommen. Und der Abstieg dauert tatsächlich länger (4¼ Stunden inkl. Pausen) als der Aufstieg (3 Stunden inkl. Pausen), da vor allem die Querung der Geröllfelds Zeit kostet.
Die Etappen zur besseren Einschätzung (ohne Pausenzeiten zwischen den Etappen):
  • Parkplatz bis zur Kletterstelle: 45 Minuten
  • Überwindung der Kletterstelle: 10 Minuten
  • Von der Kletterstelle bis zum Gipfel (inkl. kurzer Pausen): 1 Stunde 15 Minuten
  • Vom Gipfel runter bis zum Beginn des Jägersteigs: 40 Minuten
  • Beginn des Jägersteigs bis zur "Gams-Aussicht" hinter dem Geröllhang: 1 Stunde 10 Minuten
  • Abstieg durch den Wald bis zum Parkplatz: 2 Stunden
Alter unserer Kinder: 7¼ und 9¼
Schwierigkeit: Für das Alter schon eine recht anspruchsvolle Tour. Hier werden sehr hohe und unterschiedliche Anforderungen an die Trittsicherheit der Kinder gestellt, denn sämtliche schwierige (und manchmal auch ausgesetzte oder ein bisschen gefährliche) Stellen sind nicht versichert, und der Abstieg ist mindestens so schwer wie der Aufstieg.
Direkt beim Parkplatz beginnt der ab und zu etwas kraxelige aber leichte Pfad, der durch Wald und zwei Windbruchschneisen mal etwas flacher, mal recht steil zur Kletterstelle führt. Er verliert sich nur im unteren Bereich ganz selten, aber wenn man die Grundrichtung beibehält, findet man ihn immer nach ein paar Metern wieder.
Zur Kletterstelle gibt's im Web verschiedene Meinungen, und wir hatten etwas Bammel vor ihr, weil selbst mancher Erwachsene sie als unangenehm und schwierig beschreibt. Aus dem Grund sind wir die ganze Tour auch erstmal ohne die Kinder gelaufen. Vor Ort hat sich die Kletterstelle dann als weniger schwer herausgestellt als angenommen, aber da es unterhalb ganz schön steil und weit runtergeht, würde ein Absturz hier wohl böse enden. Es gibt aber eine ziemlich gute Route, bei der man den Kindern von unten immer gut Hilfestellung leisten bzw. sie etwas absichern kann. Ich versuche, das unten mit den Fotos so zu beschreiben, dass man sich hoffentlich ein genaues Bild machen kann. Man sollte allerdings schon etwas Übung im Kraxeln haben, siehe "Vorbereitung".
Nach der Kletterstelle ist der Pfad ganz gut ausgebildet. Es gibt ein paar Felsstellen, die von der Schwierigkeit mit dem Leonhardstein vergleichbar sind. Kein Problem für den, der über die Kletterstelle gekommen ist. Vorsichtig sein muss man aber wegen der steilen Grashänge, die man quert und die sich auch unterhalb der Kraxelstellen finden. Wenn man dort ins Rutschen kommt, dürfte man nur schwer wieder Halt finden. Ab und zu führt der Pfad auch direkt und manchmal unerwartet an die Abbruchkante, einmal auch beim Kraxeln, daher sollte man die Kinder entweder nicht vorgehen lassen oder muss dicht hinter ihnen bleiben. Für Leute mit Höhenangst können diese Stellen etwas unangenehm sein, zwei davon kann man umgehen. Wenn man das Latschengelände erreicht, wird es bis zum Gipfel allmählich leichter, auch wenn noch einige Stellen ein wenig ausgesetzt sind oder mit Händen und Füßen überwunden werden müssen. Der Gipfel selbst ist breit und nicht ausgesetzt.
Wem der Aufstieg zu schwierig war, der sollte den Jägersteig vielleicht lieber meiden und kann stattdessen über den Südwestgrat zur Firstalm absteigen. Auf dem Grat gibt es zwar ein paar seilversicherte Stellen, aber die sind wohl nicht so wild, und danach kommen einfache und breite Wege zurück zum Parkplatz. Vom Abstieg über den Ostgrat ist prinzipiell abzuraten, weil die Kraxeleien nach unten bestimmt sehr unangenehm sind. Das Warnschild steht ja auch nicht umsonst da oben. Unser Abstieg über den Nordgrat bis zum Beginn des Jägersteig ist der leichteste Teil der Tour, geht aber mächtig auf die Knie, und man kann sowohl auf dem Pfad mit ein bisschen Geröll als auch auf den Felsen, über die man ab und zu runter muss, leicht ausrutschen.
Der Jägersteig erfordert insgesamt eine höhere Trittsicherheit als der Aufstieg. Direkt zu Beginn erfährt man, was einen erwartet, wenn man steile Grashänge absteigen bzw. queren muss und der Pfad dabei nicht mehr als ein Wildwechsel ist. An ein paar Stellen geht es durchaus weit runter, ein Fehltritt ist hier nicht erlaubt.
Der kurze Abstieg vom Grashang ins Geröllfeld ist die schwierigste und gefährlichste Stelle auf dem Jägerpfad, da es sehr rutschig ist und der Geröllhang daneben sehr steil abfällt. Bei einem Sturz besteht hier eine ziemlich hohe Verletzungsgefahr, aber man kann die Kinder ein bisschen absichern, siehe Fotos. Auch die 50 m nach dem Abstieg sind sehr schwierig und man rutscht immer wieder auf den Steinen, hier ist ein Wanderstock eine gute Hilfe. Danach wird es leichter, da die Neigung des Geröllfelds stetig abnimmt.
Wieder im Wald kann man zwar nicht mehr allzuweit runterfallen, aber dafür sehr leicht mal abrutschen, denn der Pfad ist bei der Querung der Grashänge ausgesprochen schwierig zu laufen, da er nicht waagerecht in den Hang hinein"gebaut" ist, sondern ähnlich abschüssig verläuft wie der Hang selbst. Das strengt die Füße auf Dauer auch ziemlich an. Wer hier keine Wanderschuhe anhat, die einen stabilen Seitenhalt geben, kann sich leicht den Knöchel verstauchen. Aber auch hier gilt: Je weiter man vorankommt, desto leichter und weniger steil wird es.
Der Jägerpfad ist vom Beginn bis 100 m nach dem Geröllfeld stellenweise schwer zu finden. Es gibt zwar relativ neue weiße Markierungen, aber die wurden beim Aufstieg angebracht und sind daher beim Abstieg nur selten zu sehen. Ende Mai ging es noch besser, aber Ende Juni war das Gras so hoch, dass wir den Pfad vor dem Geröllfeld teilweise nur gefunden haben, weil wir schon wussten, wo er ist. Im Geröllfeld selbst orientiert man sich an den Steinmandln, aber auch die lassen ab und zu große Lücken. Wer sich unsere Fotos gut anschaut oder die Wegbeschreibung ausdruckt, sollte aber keine Probleme haben. Dort sind alle wichtigen Zielpunkte und der Weg dorthin skizziert.
Konditionsmäßig ist die Wanderung mit den wenigen Höhenmetern und der eher geringen Länge keine so große Herausforderung. Allerdings ist es auf Dauer anstrengend, dass jeder Abschnitt auf andere Art und Weise schwierig zu laufen ist, und dass man sich ständig konzentrieren muss, um keinen Fehltritt zu begehen. Mit vielen Pausen war das aber gut zu meistern.
Mit jüngeren Kindern als unseren würde ich die Tour eher nicht machen.
Vorbereitung:
Damit man sich hier auf die Trittsicherheit, Konzentrations- und Kraxelfähigkeiten seiner Kinder verlassen kann, würde ich dazu raten, vorher einige andere Touren zu gehen.
Der Leonhardstein eignet sich hervorragend, um das Kraxeln auf Felsstellen ohne Ausgesetztheit ausführlich zu üben (wer dort den weglosen Aufstieg zur Duslaualm nimmt, trainiert auch gleich das Gehen in schwierigem Gelände). Wer zusätzlich noch den Oberlandsteig gehen kann, ist für die Kletterstelle bestens vorbereitet. Wer dafür zu weit südlich wohnt, kann stattdessen auch den Besler raufklettern, der ist mindestens so schwer wie die Kletterstelle hier, aber man ist die ganze Zeit angesichert.
Fast noch wichtiger ist die Vorbereitung auf die beinahe weglosen Grashänge des Jägersteigs. Dazu empfehle ich den Roten Stein. Dort kann man das Laufen im weglosen, schwierigen Gelände (auch mit diesem seitlichen Wegkippen der Füße) hervorragend üben, ein paar Kraxeleien gibt's auch, aber alles recht ungefährlich und nicht ausgesetzt.
Wer noch gar keine Erfahrung mit Felskraxeleien oder schwierigem Gelände hat, der sollte mit den Touren anfangen, wo die schweren Stellen immer nur kurz sind und sich mit einfachen Wegen abwechseln. Dazu eignen sich z.B. gut die Reichenbachklamm, das Burgberger Hörnle oder der Kofel.
Bitte beachtet die Gefahrenhinweise.
Attraktivität: Eine wunderschöne Tour! Ein ganzer Tag voll abenteuerlicher Wege in einsamer und wilder Natur, viel besser geht's aus unserer Sicht nicht mehr! Obwohl Steffi und ich ja zweimal innerhalb von 4 Wochen hier lang gelaufen sind, hat uns das zweite Mal wieder genauso viel Spaß gemacht.
Aber auch hier gilt wie schon beim Roten Stein: Der Weg ist das Ziel. Man muss an schwierigen Passagen, selbst wenn sie ein bisschen gefährlich sind, Freude haben und sie als schöne und spannende Herausforderungen betrachten, die einen Weg erst so richtig aufregend machen. Während die Kinder vor allem an den vielen Kraxeleien, an der entdeckten Gemse und beim Suchen nach Steinmandln und weißen Punkten (und an einer weiteren Attraktion, siehe Hinweise) großen Spaß hatten, haben Steffi und ich vor allem die wunderbare Natur und die Einsamkeit genossen, die man in den Bergen auf dieser Höhe nur ganz schwer findet. Normalerweise wäre die Brecherspitz sofort aus der Planung geflogen, weil man überall lesen kann, dass (Zitat:) "jeder Turnschuh-Tourist von der Firstalm hier hochlatscht" (Zitatende) :-) Tatsächlich waren beide Male auch ca. 15 Leute auf dem Gipfel und 5-10 weitere auf dem SW-Grat erkennbar. Auf dem Ostgrat ist uns hingegen bei den zwei Aufstiegen nur einmal eine Dreiergruppe begegnet, auf dem Jägerpfad waren wir beide Male allein mit den Gemsen.
Hinweise und Tipps:
  • Zum Jägerpfad findet man auf Karten oder (bisher) im Internet keine Hinweise. Wir haben die Beschreibung in der ersten Auflage des gedruckten Abseits Aufwärts-Hefts von Christian Muschik gefunden. Wer das Wandern auf unbekannten oder vergessenen Pfaden liebt, sollte sich das für ein paar Euro zulegen.
  • Nach Christian Muschiks Beschreibung findet man den Weg, muss aber einige Male suchen und braucht ein bisschen ein Gespür dafür, wo ein Weg durch ein Gelände führen könnte. Insbesondere für Familien, die sich mit Kindern nicht verlaufen wollen, haben wir eine hoffentlich eindeutige Wegbeschreibung als PDF mit allen wichtigen Zielpunkten auf dem Jägersteig erstellt. Wer sich selbst die Freude am Suchen nicht nehmen will, schaut sich unsere Fotos nicht an, sondern bestellt sich stattdessen Christians Heft. Oder (ganz harte Variante :-)) schaut unten nur, wo's losgeht und sucht danach nur noch nach weißen Punkten und Steinmandln. Das sollte auch klappen... Uns hat jedenfalls (beim ersten Mal ohne die Kinder) das Suchen richtig Spaß gemacht.
  • Es gibt noch eine weitere Attraktion für die Kinder auf der Tour. Wer sich entschlossen hat, mit seinen Kindern diese Wanderung zu unternehmen, kann mir zu dem Thema eine kurze Anfrage per Mail schicken.
  • Die Wanderung sollte nur bei absoluter Trockenheit durchgeführt werden, da vor allem die Grashänge bei Näße sicher sehr gefährlich sind. Wenn man vom Parkplatz aus einen Blick in den Osthang wirft (hinter dem Gästehaus) und dort mehr Schnee erkennt als auf unseren Fotos, sollte man auch lieber noch warten, denn direkt am Einstieg in den Jägerpfad hing Ende Mai noch ein recht großes Schneefeld oberhalb am Hang. Man kann auch diese Webcam mit Bildarchiv zu Hilfe nehmen. Der Gipfel unterhalb der Seilbahnrollen ist die Brecherspitz (man schaut direkt auf den Ostgrat), rechts davor sieht man den Hang der Wilden Fräulein. Wenn dieser Hang (und die Brecherspitz selbst) schneefrei sind, wird auch am verdeckten Osthang der Brecherspitz nicht mehr viel liegen.
  • Für den Geröllhang (und bei Bedarf auch für die Grashänge) ist es eine angenehme Hilfe, wenn man pro Person einen Wanderstock dabei hat.
  • Warnung: Man kann sich im unteren Teil des Jägerpfads zweimal verlaufen, indem man einem erkennbaren, aber falschen Pfad folgt. Diese Stellen sind unten auf den Fotos und im PDF markiert.
  • Warnung 2: Bei der Querung einer locker bewaldeten Schneise mit Latschenkiefern auf dem Jägerpfad kann man sich böse im Gesicht verletzen, wenn man nicht aufpasst. Auch das ist unten auf den Fotos und im PDF markiert und beschrieben.
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Nachdem man von der B307 auf die Spitzingstraße eingebogen ist, hat man das erste Mal einen guten Blick auf den Ostgrat, auf dem wir hochwollen, und davor auf den Osthang, in dem wir wieder runtersteigen. Bei der Anfahrt über die B307 hat man schon lange vor Schliersee die Brecherspitz ständig im Blick, da schaut man aber auf den Nordgrat.

Vom Parkplatz aus (4 Euro/Tag) erkennt man die Kletterstelle mit dem weißen Baumstumpf (in der Vergrößerung markiert).

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Direkt gegenüber des Parkplatzes, wo nach links der breite Fahrweg zur Firstalm führt, zweigt der kleine Pfad deutlich erkennbar in den Wald nach oben ab. Er ist zwar mit einem schräg stehenden Holzbalken versperrt, aber es gibt kein Verbotsschild. Ich bin vorher noch nach rechts zum Gästehaus mit dem roten Dach gegangen, um einen Blick auf die Ostwand zu werfen. Man kann einige markante Stellen erkennen, an denen der Jägerpfad im Abstieg vorbeiführt. Unten auf der Kuhweide kommen wir am Ende wieder raus. Hier gibt es noch einen schönen Blick auf den Jägerpfad von der Hangseite gegenüber.

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Auf dem schönen kleinen Waldpfad geht es aufwärts, ab und zu mit kleinen Kraxelstellen. Wenn sich der Pfad mal verliert, findet man ihn nach ein paar Metern immer wieder, wenn man die Richtung auf den Felsen zu beibehält. Ab und zu gibt es auch kleine Steinmandl zur Markierung, aber die sind eigentlich nicht nötig.

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Man durchquert zwei Windbruchzonen, danach geht es auf einmal steil im Wald nach oben, bis man unterhalb des Felsriegels rauskommt. Das ist der Ausläufer der Kletterstelle.

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Aufpassen: Wenn man den Wald verlässt, führt der Pfad unterhalb der Felsen das erste Mal an die Kante, wo man auch schon 20 m runterfallen kann.

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Man läuft auf deutlichem Pfad in einer großen Serpentine unter der Kletterstelle vorbei und dann nach oben zu ihr zurück. Wenn man genau hinschaut, erkennt man den weißen Baumstumpf und kann sich anschauen, wo man bei einem Absturz runterkullern würde :-/

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Im Schatten der Fichte kann man noch mal schön sitzen und Energie tanken, bevor man sich an die Kletterstelle wagt. Man findet im Netz verschiedene Aussagen über die Schwierigkeit von "Das hat ja sogar mein Hund geschafft" bis zu "Da war mir aber sehr mulmig".

Eigentlich ist die Stelle aber gar nicht besonders schwierig, das Problem ist nur, dass sie ungesichert ist und es darunter sehr steil abfällt. Das sieht man im rechten Foto. Man steigt neben dem Baumstumpf hoch, und da ist der Hang nun mal ziemlich steil.

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Den Pfad zum Baumstumpf kann man hier zwar fast nicht sehen, aber er ist da und begehbar :-) Hier rechts der Blick von oben nach Überwindung der Kletterstelle runter auf den den weißen Baumstumpf. Wenn man da mal fällt, hält einen wohl nichts mehr auf. Aus dem Grund sind wir auch nicht der roten Linie nach, wie das laut Fotos wohl die meisten Erwachsenen tun, sondern andersherum der blauen Linie entlang. Man kann sich mal die beiden Bäume merken, die man im linken Foto sieht.

Wenn jemand die Stelle dann gegangen ist, denkt er/sie vielleicht "Boah, wozu dieses Getue, so wild ist das doch gar nicht!" Ist es auch nicht! Aber wir hatten bei der Vorbereitung immer nur dieselben Fotos der Stelle von schräg unten oder ganz oben gefunden und konnten uns kein so rechtes Bild von der Schwierigkeit machen. Darum sind wir erstmal ohne Kinder hingegangen, weil wir Angst hatten, dass das für sie zu gefährlich ist. Die Stelle ist aber gut und auch relativ gefahrlos überwindbar, wenn man nicht, wie sonst auf den Fotos zu sehen, direkt neben dem Baumstumpf hochklettert. Ich versuche das mal ausführlich mit Fotos aus verschiedenen Blickwinkeln darzustellen, damit man einen realistischen Eindruck der Schwierigkeit und Ausgesetztheit bekommt. Die Zahlen dienen nur dazu, dass man dieselben Stellen in den verschiedenen Perspektiven wiedererkennt.

Bitte beachten: Die vorgestelle Route war für uns mit und ohne Kinder hervorragend zu bewältigen. Das heißt natürlich nicht, dass das automatisch für alle Kinder gilt oder dass es nicht einen besseren Weg nach oben gibt! Jeder muss das vor Ort selbst nochmal genau anschauen und beurteilen!

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Die meisten Erwachsenen steigen also von Position 3 aus weiter schräg nach vorne und oben, dann käme man am rechten der beiden Bäume aus dem vorherigen Foto raus. Da ist es aber steiler und man kann schlecht unterhalb der Kinder stehen, um sie abzusichern. Wir sind darum nur bis Position 3 und dann in Gegenrichtung nach oben. Wenn man im linken Bild auf Position 1 steht und nach oben schaut...

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...hat man diesen Blick. Von Position 2 sieht die Stelle aus wie im rechten Bild. Und da haben wir auf den Felsen die verblassten roten Markierungen mit Punkten und Pfeil entdeckt. Offenbar war diese Route früher mal offiziell markiert. Also haben wir die auch versucht :-) Der Baum hier ist der linke der beiden aus dem Bild von oben.

Der Vorteil dieser Route ist, dass man das Kind hervorragend von unten absichern oder unterstützen kann:

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Ein Elternteil kann auf Position 2 stehen, während das Kind mit dem anderen zur 5 klettert. Auf der 5 kann dann der zweite Elternteil nochmal sichern, wenn das Kind von 7 zur 8 klettern. An beiden Stellen, 2 und 5, hat man als Erwachsener einen stabilen Stand, so dass ein Abrutschen des Kindes aufgefangen werden kann. Man fällt hier ja nicht plötzlich einen Meter von der Felswand weg nach hinten, sondern wenn, dann rutscht das Kind irgendwo ab. Von der 8 aus kann man dann nochmal das Hochkraxeln zur 9 unterstützen und absichern.

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Zum Vergleich mal der Blick von oben. Steffi steht auf der 7, ich da, wo der kleine rote Pfeil an den Fels gemalt ist. Rechts stehe ich oberhalb des Baumstumpfs. Die meisten Erwachsenen gehen von der 3 aus dorthin, wo ich stehe. Sieht von hier auch gut machbar aus, aber im Vergleich erscheint uns die andere Strecke über die 5 und 8 definitiv sicherer mit besseren Stufen. Und nun mal von der Theorie zur Praxis:

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Steffi steht hier auf der 2. Von hier aus erkennt man, dass die Stufen von 2 zu 3 und 4 recht hoch sind. Für Florian aber problemlos zu bewältigen. Im rechten Bild steht Steffi schon auf der Nr. 7. Mehr Fotos gibt's mit den Kindern nicht, weil ich dann mit Sichern von Ariane beschäftigt war, die man im linken Bild oben neben der Fichte im Gras versteckt sitzen sieht :-)

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An Position 9 scheiden sich die Geister: Ich fand es leichter, rechts herum wie im rechten Foto zu steigen, und bin dort auch mit Ariane gegangen, Steffi fühlte sich links herum sicherer und hat Florian dorthin mitgenommen. Diese Route sieht man auf den nächsten beiden Fotos.

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Wer wackelige Knie hat, kann sich im rechten Bild erstmal gemütlich hinsetzen. Es geht zwar bei dem hellblauen Himmel gleich wieder runter, aber es ist hier breit genug.

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Zeit, um den schönen Ausblick auf den Spitzingsee und unseren Aufstiegsweg zu genießen.

Von der Nordkante aus (Achtung, hier kann man unvermittelt runterfallen) erkennt man tatsächlich ein kleines Stück des Jägerpfads als Linie im Geröllhang erkennen, wenn man weiß, wo man suchen muss. Wir haben es erst nachträglich auf den Fotos erkannt.

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Der Pfad ist jetzt eindeutig erkennbar und führt durch eine wunderschöne Landschaft.

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Es geht aber immer wieder mal nah an die Abbruchkante. Wer unter Höhenangst leidet oder Angst um die Kinder hat, kann die beiden gefährlichsten Stellen umgehen, hier Nummer 1.

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Die Grashänge sind steil, ein Abrutschen bei Näße dürfte extrem gefährlich sein, weil man sicher keinen Halt mehr findet. Bei Trockenheit ist der Pfad gut zu laufen. Der Jägerpfad später wird schwieriger sein.

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Es muss immer wieder gekraxelt werden, was die Strecke für die Kinder enorm attraktiv gemacht hat. An der Stelle im rechten Bild muss man aber aufpassen und geht besser vor! Hier gibt es zweimal eine "Lücke" (pinkes und rotes V) im Felsen, wo sich der Abgrund auftut.

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Man muss zu dem umgefallenen Baumstamm. Rechts der Blick durch die Lücke.

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Nach dem Baumstamm muss man sich ein bisschen links halten, denn rechts gibt es die zweite Lücke, hinter der es genauso runtergeht. Müßig zu erwähnen (man erahnt es im rechten Foto), dass hier der Hang natürlich auch steil abfällt :-D Wegen Stellen wie dieser (die aber auch am meisten Spaß machen) sollten die Kinder schon einige Erfahrung mit Bergpfaden und Kraxeleien haben.

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Es gibt aber auch immer wieder entspanntere Stellen, wo man die Schönheit des Ostgrats in Ruhe auf sich wirken lassen kann.

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Die zweite umgehbare "Nah am Rand"-Stelle. Auf dem linken Foto sieht es wegen des langen, nach rechts überstehenden Gras breiter aus, als es wirklich ist. Rechts das Foto vom Mai mit kurzem Gras. Die Abbruchkante ist fast senkrecht.

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Nach Erreichen des Latschenkiefer-Geländes gibt es noch diese eine etwas ausgesetzte Stelle (rechts im Rückblick), danach wird es bis zum Gipfel immer entspannter. Es bleibt aber kraxelig.

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Das Schild sollte man ernst nehmen. Viele Passagen waren hoch ok, aber runter würde ich sie zumindest mit Kindern auf keinen Fall gehen wollen. Wir trafen an der Kletterstelle mit dem Baumstumpf 3 Wanderer, die von oben kamen, als wir die Stelle gerade überwunden hatten. Die haben dann bestimmt 10 Minuten, während wir uns ausgeruht haben, beratschlagt, wie sie da von oben runterkommen sollen und wirkten nicht ganz so glücklich :-/

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Der Gipfel war beide Male richtig voll. Das liegt daran, dass man von der oberen Firstalm auch mit Turnschuhen bequem auf die Brecherspitz steigen kann, über den Südwestgrat im rechten Bild (siehe Vergrößerung). Wer auf Einsamkeit keinen so großen Wert legt, oder wem der Aufstieg doch ein bisschen zu schwierig mit den Kindern war, der kann auch hier zurückgehen. Der Jägersteig ist wie gesagt schwieriger zu laufen als der Aufstieg. Der Südwestgrat hat einige ausgesetzte Stellen mit Seilversicherung, aber gut ausgebildetem Pfad.

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Der Wendelstein im Hintergrund ist mit seiner riesigen Antenne nicht zu übersehen.

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Auf dem gegenüberliegenden Grat kann man in der Vergrößerung die Freudenreichkapelle erkennen. Man könnte auch die "große Gratrunde" machen und über Südwestgrat und den Grat mit der Freudenreichkapelle zur Ankelalm laufen und von dort wieder ein Stück hoch zum Nordgrat. Wir sind aber auf direktem Weg den Nordgrat abgestiegen. Auf dem rechten Foto unten im Kessel liegt die Ankelalm, der Jägersteig beginnt am roten Pfeil am Ende des Nordgrats.

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Der Abstieg ist eine nicht ganz einfache Mischung aus steinigen Passagen, teils (und bei Nässe sicher enorm unangenehmen) glatten Felsbändern und gerölligen Pfadstellen, auf denen man sehr leicht ausrutschen kann. Tatsächlich ist Florian hier auch über einen aus dem Pfad ragenden Stein gestolpert ist und hat sich kräftig das Knie angehauen.

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Im unteren Teil wird es flacher und einfacher. Auf dem rechten Bild folgt man noch dem Pfad nach links unten, der macht nur eine Kehre, es geht noch nicht zur Alm runter.

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Bevor es endgültig hinab zur Alm geht, zweigen wir rechts an. Der Zaun lässt sich leicht von oben und unten überwinden, da er nicht sehr straff gespannt ist. Auf dem Felsen im Hintergrund prangt ein deutlich sichtbarer weißer Punkt, auf den hält man zu. Vorher kann man die Kinder aber noch ein bisschen spielen lassen, denn das ist die letzte Gelegenheit zum sorglosen Herumtollen. Wenn man geradeaus an der Fichte im linken Foto vorbeigeht, hat man einen schönen Blick auf den Schliersee.

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Ab jetzt gilt es, nach weißen Punkten Ausschau zu halten, wenn man sich die Fotos nicht eingeprägt hat oder unseren Ausdruck nicht dabei hat. Beim rechten Foto stehe ich neben dem Felsen mit dem weißen Punkt. Man erkennt (in der Vergrößerung) unten deutlich ein Stück braunen Pfad links von dem Baum mit dem gebogenen Stamm. Im Mai kam man noch recht leicht hier runter, aber im Juni war ein Teil des Hangs weggerutscht, rechts braun zu sehen und viel größer als hier im Foto zu erkennen. Queren konnte man diese Erdrinne nur am unteren Ende, das haben wir gemacht, war aber auch nicht ganz einfach. Auf dem Weg nach dort unten bin ich einmal ausgerutscht und auf die Nase gefallen. Vielleicht wäre es leichter gewesen, die Stelle oberhalb zu umgehen, aber links hat man mehr Bäume, die einen halten können. Der Hang ist insgesamt steiler, als es auf dem Foto aussieht, wird unten vor dem Pfad aber flacher.

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Hier das von oben erkennbare Pfadstück. Daneben wird's wieder steiler und geht ganz schön weit runter.

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Der Pfad ist ab jetzt im besten Fall eine Trampelspur, die selten breiter als ein Fuß ist und oft genug fast genauso schräg verläuft wie der Hang. Ab hier bis zum Einstieg in den Geröllhang haben wir die Kinder oft an die Hand genommen und uns selbst zur Hangseite mit einem Wanderstock ein bisschen abgesichert.

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Dass man zwischen Baum und Felsbrocken nach links runter eine Serpentine laufen muss, kann man nur im Frühjahr erkennen. Im Juni war die Spur vollständig vom hohen Gras verdeckt, so wie im rechten Bild direkt nach der Serpentine. Man muss einfach waagerecht den Hang weiter, auf den herauslugenden weißen Felsbrocken zu und dahinter zwischen der kleinen und großen Fichte hindurch...

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...und erreicht den Felsbrocken mit dem weißen Punkt. Der Abstieg in den Geröllhang ist mit die schwierigste Stelle auf der Wanderung. Es ist steil und überall liegen kleine Kiesel, auf denen man wegrutschen kann. Zumindest auf den paar Felstritten direkt am Felsen hab ich die mit der Hand weggewischt, dann haben wir die Kinder einzeln runtergholt. Gut geht's, wenn man sich bei dem Kreuz hinstellt und mit beiden Händen fest in die Felsen bei den Kreisen klammert. Dann können die Kinder alleine absteigen und man steht ziemlich stabil als Sicherung.

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Unterhalb des Felsen ist der Hang ziemlich steil, darum sollte man einen Sturz hier unbedingt vermeiden. Danach wird die Neigung des Hangs immer flacher und es wird immer ungefährlicher.

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Jetzt gilt es den Weg durch den Hang zu finden. Dazu hält man Ausschau nach den Steinmandln, denn die weißen Punkte wurden beim Aufstieg angebracht und sind meistens aus unserer Richtung nicht sichtbar. Wir haben beim ersten Mal ohne Kinder an vielen Stellen den Pfad dadurch gefunden, dass wir fächerförmig auseinander gelaufen sind und uns dann umgedreht haben, um weiße Punkte zu suchen, denn die Steinmandl weisen einige große Lücken auf.

Der einfachste Weg führt erstmal waagerecht weiter am oberen Rand der Geröllfelds entlang (diese Linie erkennt man vom Ostgrat aus), bis zum großen Felsbrocken (Kreis), von dort aus senkrecht runter zum Steinmandl (Dach). Das geht leichter, als direkt auf das Mandl zuzulaufen oder das Geröllfeld abzuschneiden (haben wir beim ersten Mal beides ausprobiert) Von dort weiter waagerecht zum nächsten Mandl beim keilförmigen Felsen dahinter. Das "Fernziel" ist der gelb markierte Baum.

Bitte beachten: Der hier eingezeichnete Pfad führt entlang aller Steinmandl und weißen Punkte, die wir vor allem beim zweiten Mal zahlreich gefunden haben. Trotzdem kann es natürlich sein, das man besser durch den Hang kommt, wenn man von dieser Linie abweicht. Das muss wirklich jeder selbst entscheiden!

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Im Geröllhang hat jeder einen Wanderstock bekommen, um sich zur Not abstützen zu können. Auch wenn es hier nicht mehr so steil ist, rutscht man immer wieder nicht auf sondern mit den Steinen ein bisschen Richtung Tal.

Hinter dem keilförmigen Felsen mit dem zweiten Steinmandl steigt man den Hang hinunter zu den Latschenkiefern. Hier findet man ab und zu weiße Punkte auf dem Boden.

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In relativ gerader Linie zur Baumgruppe. Auf deren Rückseite steht die Fichte am linken Rand des rechten Fotos. Ebenfalls fast waagerecht, eher ein bisschen oben herum, auf die nächste Baumgruppe zu. Man erkennt schon einen kleinen Felsen an der Hanglinie rechts von den Bäumen. Das ist unser "Gemsen-Beobachtungsfelsen" :-)

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Weiter geht es links runter zwischen den Bäumen in den Wald, dort steht direkt ein Steinmandl. Aber erstmal sollte man weiter zum Felsen gehen, oberhalb und unterhalb finden jeweils 2 Leute Platz. Von dort hat man den wunderschönen Blick in den Osthang mit dem Grat, den wir hochgestiegen sind. Beide Male haben wir von hier aus links unten im Bereich um die dunkle Fichte herum Gemsen gesehen, die immer kurz misstrauisch zu uns hochgeschaut haben und dann in den Wald davongesprungen sind. Man erkennt auch schon das Gästehaus am Parkplatz.

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Weiter im Wald geht es von der Einstiegsstelle im Bogen nach rechts Richtung Felsen und weiter nach unten. Man erkennt mit Adleraugen (oder wenn man sich später am Computer die Fotos anschaut :-)) unten ein Steinmandl zwischen den Bäumen). An dem biegt man scharf rechts nach unten ab...

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...und im großen Bogen nach links. Man quert jetzt in ziemlich langen Serpentinen den Hang 3x hin und 3x zurück. Die Kehren sind bis auf die letzte gut erkennbar (siehe unten).

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Das Gelände ist jetzt abwechslungsreich, mal steile Grashänge mit minimalen Pfadspuren und großer Abrutschgefahr, mal dichterer Wald mit gutem Pfad, mal lockerer Mischwald. Der Pfadverlauf ist jetzt immer recht eindeutig, aber wenn man doch mal unsicher ist, hilft es, den Blick zu heben und weiter nach vorne zu richten. Dann erkennt man in der Regel irgendwo wieder ein Steinmandl.

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Auf den Grashängen war der Pfad besonders stark geneigt, was das Laufen sehr anstrengend gemacht hat, weil ständig die Füße zum Hang wegkippen. Ohne Wanderschuhe besteht hier die große Gefahr, sich den Knöchel verknacksen. Manchmal war es leichter, ein Stück oberhalb der Pfadspur zu laufen. Aufpassen: ab und zu finden sich kleine Stolperfelsen in Pfad, die man im Juni bei dem hochgewachsenen Gras nicht mehr sehen konnte.

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ACHTUNG! Auf der locker bewaldeten Schneise, die man insgesamt 3x quert, sind von den Latschenkiefern, an denen sich der Pfad teilweise dicht vorbeizwängt, Äste abgesägt worden. Offenbar pflegt doch irgendwer den Jägersteig noch. An einigen Stellen ragen jedoch spitze Bruchreste von den Ästen in den Pfad und zwar genau in Augenhöhe der Kinder. Ariane hätte sich um ein Haar ein Auge ausgestochen, sie ist mit der Schläfe nur 3 cm neben dem Auge hart in so eine Spitze gerannt.

Als Trost gab's kurz danach den kleinen Dino im rechten Bild zu entdecken (am Ende der 2. Hin-Querung). Den hatte ich schon nach der Gemsenstelle angekündigt, so dass die Kinder immer gespannt geschaut haben.

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ACHTUNG Nr. 2 Es geht nach dem Dino nochmal zurück (die Kehre liegt im dichten Wald, dort hängt eine orange Metallscheibe am Baum), dann wieder hin. Und dann heißt es aufpassen, dass man die letzte Kehre nicht verpasst! Nach längerer Zeit mit lockerem Mischwald geht es wieder in den Fichtenwald im linken Bild. Kurz danach kommt die Stelle rechts. Hier geht ein sichtbarer Pfad weiter geradeaus, links an dem keilförmigen Felsen vorbei, und der führt noch gut 200 m weiter, bevor er sich in einem steilen Hang verläuft. Das ist also falsch! Man muss rechts zurück, die weiße Markierung auf dem Baum weist darauf hin.

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Wenn man aus Versehen doch geradeaus läuft, führt der Pfad 20 m später über diese Wurzel oben drüber. Spätestens, wenn man da hochkraxeln muss, weiß man, dass man falsch ist! Obwohl wir ja nun schon das zweite Mal hier waren, haben wir nicht aufgepasst und sind mit den Kindern weiter geradeaus gelaufen und sogar über die Wurzel gestiegen und noch 50 m weitergelaufen. Nach der langen Tour waren wir irgendwie nicht mehr so wirklich konzentriert...

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ACHTUNG Nr. 3 Und gleich die nächste Falle, in die wir beim ersten Mal getappt sind :-) Nach der Kann-man-verpassen-Kehre läuft man den Hang wieder zurück, dann macht der Pfad einen kleinen Bogen nach links und man stößt an diesem großen Steinmandl T-förmig auf einen anderen Pfad. Das ist der Verbindungspfad zwischen Neuhaus und dem Spitzingsattel, aber das war uns damals nicht klar. Wir sind ein paar Meter in beide Richtungen, und links gab es einen weißen Punkt! Also sind wir dorthin und haben erst nach 20 Minuten kapiert, dass das falsch sein muss. Der weiße Punkt ist vermutlich dort, weil derjenige, der die Punkte angebracht hat, aus Neuhaus kam und kurz vor der Abzweigung die erste Markierung gesetzt hat.

Man muss also nach rechts und quert dann nach kurzer Zeit diese Geröllrinne und sieht in der Ferne wieder das Gästehaus neben dem Parkplatz.

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Über uns der Gipfel, vor uns der Ostgrat, an dessen Rand wir ab und zu mal von hier aus zu sehen gewesen wären.

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Nach der Rinne geht es noch einige Zeit auf etwa gleicher Höhe, manchmal sogar leicht aufwärts, durch den Wald...

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...bis man unterhalb des Gästehauses auf einer ziemlich matschigen Kuhweide wieder herauskommt und mit etwas Glück die Westausläufer des Jägerkamp in der Abendsonne bewundern kann. Ein schöner Abschluss für einen so ernorm spannenden und tollen Tag.

Gegessen haben wir beide Male sehr lecker beim "Schnapper Wirt", bei der Ortseinfahrt nach Schliersee auf der rechten Seite, kurz vor dem See.

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Frank Steiner (Email)

Last modified: Fri Jun 19 08:51:19 CEST 2015

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Trotzdem übernehmen wir natürlich für keine der vorgestellten Wanderungen eine Garantie für die Richtigkeit der Darstellung, für die Ungefährlichkeit oder die Eignung für andere Kinder als unsere eigenen. Jeder wandert auf eigene Gefahr und auf eigene Verantwortung und muss vor Ort selbst entscheiden, ob die vorgestellten Routen gefahrlos zu begehen sind oder nicht. Die Verwendung der Informationen dieser Webseite erfolgt auf eigenes Risiko. Für Unfälle, welche eventuell auf unsere Informationen zurück zu führen wären, wird nicht gehaftet.

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