Bergwandern mit Kindern im: Ankelspitz und Dürnbachgrat

wir
Ankelspitz und Dürnbachgrat
August 2015
Ausgangspunkt: Kostenloser Parkplatz am Rand von Neuhaus, knapp 1¼ Stunden Autofahrt vom Südwesten Münchens.
Wanderkarte des Bayerischen Vermessungsamts
Google-Map Die Satellitenbilder bei Google sind in diesem Bereich oftmals ziemlich "schief", darum hab ich die Pfade so eingezeichnet, dass sie mit den genaueren Bildern des Vermessungsamts übereinstimmen. Dementsprechend liegen sie bei Google öfters daneben.
KML-File
Der Streckenverlauf und die Positionsmarken sind freihändig eingezeichnet. Mit Hilfe von Karten und der Fotos versuche ich aber, den Weg so genau wie möglich nachzuvollziehen, so dass die Längenangaben im Großen und Ganzen stimmen sollten.
Länge:8½ km mit ca. 770 hm inkl. kleiner Gegenanstiege. Klingt leicht, fühlt sich aufgrund der Pfadbeschaffenheit aber nach doppelt so viel an.
Unsere Zeit: 9¼ Stunden in einem entspannten Tempo. Das abschließende Spielen im Dürnbach fiel allerdings weg, weil wir abends noch zum Grillen verabredet waren. Die Zeit sollte man im Zweifel noch mit einkalkulieren.
Man sollte die Uhr schon im Auge behalten, weil man beim Abstieg auf dem Grat und dem anschließenden Freudenreichsteig kein sehr hohes Tempo vorlegen kann. Wenn die Dunkelheit droht, ist man aber "gerettet", sobald man den Forstweg nach dem Abstieg vom Freudenreichsteig erreicht, ab dort kann man über Fahrwege zurück zum Parkplatz.
Die Etappen zur besseren Einschätzung (ohne Pausenzeiten zwischen den Etappen):
  • Parkplatz bis Beginn Aufstieg: 20 Minuten
  • Aufstieg zum Ankelspitz mit ein paar Mini-Pausen: 1 Stunde
  • Weiter zum Schlierseespitz: 20 Minuten
  • Bis zur Verzweigung Ankelsteig/Freudenreichsteig: 10 Minuten
  • Ankelsteig bis Fahrweg: 40 Minuten
  • auf Fahrwegen bis zur Ehardhütte: 10 Minuten
  • Aufstieg bis auf den Grat: gute ½ Stunde
  • Gratweg bis zur Verzweigung Ankelsteig/Freudenreichsteig: 1½ Stunden (zzgl. Pausen)
  • Freudenreichsteig: ½ Stunde
  • Abstieg vom Freudenreichsteig: 25 Minuten
  • Vom Forstweg hinunter in den Bach: ca. ½ Stunde inkl. bisschen Suchen und Rumprobieren
  • Aus dem Bach zur Straße: 10 Minuten
  • Rückweg über die Straße: ¼ Stunde
Die Abstiegsvariante über die verfallene Hütte in den Bach ist etwas länger und dürfte 10-15 Minuten mehr kosten. Der reine Straßenrückweg ab dem Forstweg hängt vom Gehtempo ab, er ist 2½ km lang.
Alter unserer Kinder: Florian war 10½.
Schwierigkeit: Diese Tour ist bzgl. der Anforderungen schwierig einzuordnen und man sollte nicht mit Kindern hierher kommen, ohne ein paar bestimmte Sachen schon mal ausprobiert oder geübt zu haben. Eins kann man aber mit Sicherheit sagen: Wer unter Höhenangst leidet, ist hier definitiv falsch!
Vorbereitung
Die eigentliche Schwierigkeit, die man auf einem felsigen Gratweg erwarten würde, ist gar nicht so groß: es lauern zwar einige steile Abbrüche neben dem Weg, in die man auf keinen Fall stürzen darf, aber dort ist der Pfad gut und zudem fast immer zu einer Seite ungefährlich, so dass es mit einer einzigen kurzen Ausnahme keine so gefährlichen Stellen gibt wie die Grate an der Lahnerschneid, der Schrofennäs oder dem Brunnbergkamm (gar nicht zu reden vom Speibenkäsgraben). Dafür muss man im Auf- und besonders im Abstieg ein paar Felsstellen durchkraxeln, die schon ziemlich steil und anspruchsvoll sind. Im (ja grundsätzlich leichter zu absolvierenden) Aufstieg befinden sich diese teilweise in oder neben sehr steil abfallenden Hängen, im Abstieg sind die Kraxeleien hingegen nicht ausgesetzt. Allerdings reicht es ja auch schon, wenn man nur 2 Meter fällt und auf einem spitzen Felszacken landet.
Es ist darum ausgesprochen wichtig, dass die Kinder in felsigen Kraxeleien geübt sind, wenn man nicht mittendrin steckenbleiben will. Im Aufstieg wieder zurück zum Ankelspitz abzusteigen zu müssen, wäre ab einem bestimmtem Punkt sehr schwierig, und wer erst im Abstieg durch die Latschengasse erkennt, dass die Kraxelstellen hinunter zu schwierig sind, der müsste den sehr langen Weg wieder zurück zu den Almen in Kauf nehmen. Der Leonhardstein mit seinen Kraxeleien hinauf und hinunter sollte auf jeden Fall vorher zur Übung begangen werden, auch den Roten Stein kann man dafür hernehmen. Perfekt geeignet wäre der Oberlandsteig, auf dem man die passenden Felsklettereien im Konsteiner Teil ja ohne Ansicherung begehen kann (bzw. muss). Wer natürlich sowieso mit seinen Kindern auf Klettersteigen unterwegs ist, dem reichen ein paar leichte Steige wie Norissteig, Huterlaner-, Steinwand- oder der Maroka-Klettersteig, bei dem man im Abstieg über den Henngrat auch gleich das Begehen eines Gratwegs und das Hinunterkraxeln sehr gut üben kann. Ohne Klettersteigerfahrung eignet sich auch die Zundereck-Tour mit dem Aufstieg in der Felsrinne und im steilem Gras- und Latschengelände als Übung. Wer keine Probleme mit Ausgesetztheit hat, der kann auch den Brunnbergkamm, die Lahnerschneid und die Brecherspitz zuerst machen, denn dort gibt es jeweils nur eine schwierige und/oder ausgesetzte Kraxel- bzw. Gratstellen, an der man im Zweifel noch rechtzeitig umdrehen oder gefahrlos zurückgehen kann (Lahnerschneid/Brecherspitz) oder die sich sogar umgehen lässt (Brunnbergkamm). Eine ebenfalls sehr gut geeignete Vorübung ist die Tour durchs Kaisertal. Insgesamt auch recht lang und immer wieder mit kippeligen Pfadteilen oder kleinen Kraxelstellen, aber auch immer wieder erholsamen und einfach zu laufenden Abschnitte. Und die ausgesetztem Abschnitte dort sind größtenteils seilversichert und können im Zweifel umgangen werden.
Auf eine andere, unerwartete Schwierigkeit sollte man vorbereitet sein: Man kommt zwar nur beim sehr steilen Aufstieg bis zum Ankelspitz richtig ins Schnaufen, stellt dann aber irgendwann fest, dass das lange Laufen auf sehr unwegsamen und kippeligen Pfaden ziemlich anstrengend und eine ganz schöne Herausforderung für Knöchel und Beinmuskulatur ist. Wer das nicht vorher schonmal auf etwas kürzeren Strecken geübt hat, bekommt möglicherweise spätestens am Freudenreichsteig Probleme mit umknickenden Knöcheln von überanstrengten Kinderbeinen. Auch hier bieten sich der Rote Stein, der Abstieg von der Brecherspitz und vor allem die Lahnerschneid an, wo man einige Zeit weglos durch steile Hänge quert, ansonsten gibt es genau dieselbe Art von kippelndem Pfad am Grasköpfl mit dem alten, nördlichen Weg über die Pürschschneid. Wer sich dort die kurze, aber ziemlich gefährliche Stelle am Stuhlbachjoch zutraut und durch die Wasserplatte zurückgeht, hat die perfekte Vorübung für das kippelige Laufen.
Ankelspitz und Schlierseespitz
Die Tour beginnt auf einem einfachen, manchmal rutschigen aber ungefährlichen Pfad neben dem Dürnbach. Nach einem kurzen Stück über Straße und Forstweg beginnt der Pfadaufstieg zum Ankelspitz. Er ist durchgängig ziemlich steil und selbst die Serpentinen bietet nur selten Erholung. Auch wenn der Wald angenehmen Schatten spendet, sollte man an warmen Tagen früh unterwegs sein. Im Grashang vor dem Gipfel zieht die Steigung dann nochmal deutlich an und ist teilweise nur noch mit kniehohen Stufen überwindbar. Abgesehen vom allerersten, etwas matschigen Teil ganz unten hat man aber selbst nach morgendlichem Regen auf dem gesamten Pfad erstaunlich guten Halt, da der Untergrund entweder steinig oder mit stufenbildenden Wurzeln durchsetzt ist.
Wen man gleichmäßig und nicht zu schnell geht, ist der Ankelspitz überraschend schnell erreicht. Der Gipfel ist klein und zu allen Seiten steil bis senkrecht abfallend, schon auf den letzten 10 Höhenmeter darf man darum keinesfalls vom Pfad abweichen. Man kann sich allerdings an ausreichend vielen Stellen sehr bequem und vor allem ungefährdet am Gipfel hinsetzen und die Aussicht genießen.
Der folgende Abschnitt bis zum Ankelsteig ist der schwierigste im Aufstieg. Gleich nach dem Ankelspitz muss man ziemlich steil mit Händen und Füßen hinaufkraxeln. Hier ist der Grashang unterhalb noch nicht so abschüssig, dass man beim Abrutschen gleich weg wäre. Aber wer hier entweder mit der Kraxelei oder der Ausgesetztheit Schwierigkeiten hat, muss sofort wieder umkehren! Das kurze Gratstück nach der Kraxelei ist die schmalste der (zu beiden Seiten) ausgesetzten Stellen der heutigen Tour. Der Pfad ist dort so gut, dass man einfach darüberspaziert, wenn man nicht unter Höhenangst leidet. Wer hier nicht das Gefühl hat, dass ihm aufgrund der Tiefe rechts und links die Knie weich werden, der muss sich in der Hinsicht auch um den Rest des Tages keine Sorgen machen.
Die zweite Kraxelei ist deutlich schwieriger: Es geht durch eine Grasrinne hinauf, die seitlich zwar nicht ausgesetzt ist, aber derart steil wird, dass man sich unbedingt mit den Händen im Gras festhalten muss, um bei einem nicht ganz sauber gestandenen Schritt nicht rückwärts wieder hinunterzustürzen. Am Ende kraxelt man über ein kurzes Felsstück, das zwar nicht gefährlich, aber rein vom Klettern her ein bisschen anspruchsvoller ist. Wenn man dort hindurch ist, hat man das schwierigste im Aufstieg hinter sich. Bis zum Gipfelkreuz des Schlierseespitz ist es nun deutlich weniger steil und immer zu mindestens einer Seite ungefährlich. Wo der Pfad vor dem Gipfelkreuz mal 20m lang sehr nah am Abbruch verläuft, kann man auch in den Grashang daneben ausweichen. Man läuft jetzt jetzt zwar mehr in der Sonne, aber da es nicht mehr so steil ist, gerät man auch hier nicht sonderlich ins Schwitzen.
Der Grat hinter dem Schlierseespitz sieht zwar ausgesetzt aus, aber er ist doch breiter als man zunächst denkt und so gut begehbar, dass bei konzentriertem Laufen keine große Gefahr besteht. Die Gratstellen auf Schrofennäs, Brunnbergkamm oder Lahnerschneid sind schmaler und schwieriger. Auch die von unten furchtbar gefährlich aussehende Kletterstelle am Ende des Grats ist gar nicht so wild: sobald man einsteigt, merkt man, dass es viel weniger steil ist und man hervorragenden Halt für Hände und Füße findet. Und auch die Ausgesetztheit wirkt aus der Entfernung viel schlimmer als an der Stelle selbst. Danach ist die Abzweigung von Ankl- und Freudenreichsteig schnell und ziemlich ungefährlich erreicht ("ziemlich" insofern, als man immer mal rechts oder links runterfallen könnte, dazu aber schon Hans-guck-in-die-Luft spielen oder mit Anlauf springen müsste...).
Wer mit dem Aufstieg zwischen Ankelspitz und Wegverzweigung arge Probleme hatte, wählt besser den Abstieg über die Ankelalm oder steigt über den Normalweg zu Brecherspitz oder Freudenreichkapelle. Der Abstieg über den Latschengrat bietet ähnliche Kraxelstellen, aber hinunter sind die naturgemäß nochmal ein Stück schwieriger.
Ankelsteig
Gefährlich ist es auf dem Pfad nur an 2 Stellen, an denen der Hang tatsächlich mal ohne Bewuchs steil abfällt. Bei der ersten sieht man das rechtzeitig und der Pfad ist bis auf eine kurze Felsstelle, die sich konzentriert aber auch problemlos durchsteigen lässt, sehr gut. Die zweite Stelle lauert etwas unerwartet als "Latschenloch", und wenn man gerade da umknicken würde, fiele man erstmal ein paar Meter hinunter in die Wiese. Und das mit dem Umknicken ist keine aus der Luft gegriffene Gefahr: der gesamte Pfad kippt mal mehr, mal weniger stark zum Abgrund hin, und das wird zum Ende hin immer schlimmer. Ein waagerechte Stufe findet man nur ganz selten. Das ist auf Dauer für die Füße und Beine ziemlich unangenehm und anstrengend und es empfiehlt sich, für die Kinder zwischendurch eine Pause einzulegen.
Die gut 200 Meter über den Fahrweg zur Alm sind in der prallem Sonne überraschend anstrengend und unangenehm und man fragt sich, wie man hier freiwillig von Neuhaus hinaufsteigen kann. Nach der Ankelalm geht's aber gleich wieder über den markierten Pfad zur Ehardhütte und von dort hinauf zum Sattel unterhalb der Freudenreichkapelle. Dieser Aufstieg ist ausgesprochen entspannt! Zwar ist es stellenweise etwas batzig, einmal sogar recht sumpfig, aber die Steigung ist angenehm und der Pfad hat gute steinige Stufen, so dass man rasch und ohne viel Anstrengung auf dem Sattel ankommt.
"Dürnwandgrat"
Das kurze weglose Stück vom Sattel auf den Grat ist zwar ein bisschen steil, aber trotzdem problemlos zu überwinden. Oben trifft man sofort auf den perfekt freigeschnittenen Weg und läuft nun längere Zeit sehr angenehm, entspannt und ungefährlich durch die Latschengasse mit gelegentlichen Wald- und Wiesenabschnitten. Nur ganz selten kommt der Pfad mal etwas näher an die Abbrüche in den Talkessel heran, aber da der Latschenbewuchs meist so dicht, dass man nicht mal abstürzen könnte, wenn man wollte. Hier ist der erholsamste Teil der Wanderung und man sollte die schönen schattigen Stellen schon etwas weiter unten, wenn es wieder waldiger wird, für ausreichend viele Pausen nutzen. Trotz praller Sonne ist es nicht anstrengend, da es immer leicht hinunter geht, selbst die kurzen Gegenanstiege im unteren, waldigeren Teil sind mühelos.
Sobald die ersten Felsen auftauchen, ist es mit Erholung allerdings vorbei. Es gibt nun 3 oder 4 (je nach Empfinden) kurze Abschnitte mit steilen Abbrüchen zur linken Seite, in die ein Absturz enorm gefährlich wäre. Der Pfad ist an diesen Stelle immer gut ausgeprägt und verläuft mit einer Ausnahme, wo man leicht hinuntersteigen muss, waagerecht. Zudem ist die rechte Seite immer mit dichten Latschen bewachsen, an denen man sich zur Not festhalten oder sogar ein bisschen in sie ausweichen könnte. Nötig ist das allerdings nicht, wenn man ganz normal und konzentriert geht. Nichts ist hier so ausgesetzt und gleichzeitig so kraxelig wie z.B. an der Schrofennäs oder der Lahnerschneid.
Die erste Kletterei hinunter ist allerdings schon anspruchsvoll. Unten stellt sich ein spitzer Zacken in den Weg, ein Abrutschen oder Stürzen wäre also sehr sehr gefährlich. Wer rückwärts absteigt, findet aber so perfekten Halt für beide Hände und Füße, als sei hier ein Routenschrauber aus der Kletterhalle am Werk gewesen. Die Umgehung des großen Felsens ist da schon schwieriger. Es gibt 3 Optionen, die unterschiedlich schwierig oder gefährlich sind, die erkläre ich bei den Fotos alle. Danach wieder auf dem Pfad geht es sofort in einen steilen und rutschigen und darum nicht ganz ungefährlichen Abstieg, gefolgt von einem ungefährlichen, aber nicht ganz leicht zu durchkletternden Felsspalt.
Die Kletterschwierigkeiten sind damit geschafft, der folgende Abstieg durch die Latschengasse ist ungefährlich, allerdings kommt man auch hier nicht schnell voran, da es steil bleibt und der Untergrund oft sehr schlecht und kippelig ist. Hier besteht mit die größte Umknickgefahr und das Festhalten an den Latschen sollte man ruhig nutzen, wo es möglich ist.
Freudenreichsteig
Hier ist es mit der Kippelei noch schlimmer als auf dem Ankelsteig. Im Sommer verbirgt sich die Spur an vielen Stellen unter hohem Gras, so dass man oft nicht sieht, wo man hintritt, und manches Mal auf einem wackeligen Stein oder einer Vertiefung im Pfad landet. Allerdings kippt hier alles nach rechts, was die Muskelbelastung vom Ankelsteig also wieder ausgleicht :-) Es ist bis auf zwei kurze Stellen völlig ungefährlich, die erste ist zwar mit einem Drahtseil versichert, das aber viel zu viel Spiel hat und dessen Ende etwas windig in den Latschen verknoten ist. Ob es einen beim Wegrutschen halten würde, ist unklar, aber die schräge Felsplatte bietet (bei Trockenheit) ausreichend Halt für die Füße und ließe sich zur Not auch unten umgehen. Die zweite Stelle ist etwas geröllig-rutschig mit abschüssigem Hang unterhalb, aber wer hier genau den Markierungen folgt und die Latschen zum Festhalten nutzt, kommt sicher hindurch. Es geht zwar insgesamt etwa 40 Höhenmeter wieder hinauf, aber anstrengend ist hier tatsächlich nur das schräge Laufen.
Sobald man die Weggabelung erreicht hat und den Pfad nach unten nimmt, wird es für die Füße sofort deutlich angenehmer. Zwar ist auch diese Spur nicht wirklich gut ausgeprägt und oft nur schwer zu erkennen, aber man läuft viel entspannter. Leider verliert sich der Pfad bei Erreichen des großen Windbruchs und man muss den letzten Teil bis zum Forstweg weglos zurücklegen, aber selbst das ist in dem wenig steilen Gelände angenehmer als es der Freudenreichsteig war.
Rückwegsvarianten
Es gibt 3 Optionen, wenn man den Forstweg erreicht hat: Ganz einfach, aber sehr langweilig (mit immerhin ein bisschen Möglichkeit, es spannender zu gestalten); oder spannend, aber im letzten Teil ziemlich schwierig; oder spannend und die ganze Zeit schwierig, dafür aber mit tollen Ausblicken.
Wer genug von schwierigem Untergrund hat, geht 2½ Kilometer über die Straße zurück. Ein paar Meter lassen sich abkürzen, denn man den Pfad über die verfallene Diensthütte nimmt, der erst nach ein paar Metern im dichten Wald auftaucht. Später gibt es noch die Möglichkeit, eine Weile neben der Straße durch den Wald zu stapfen, aber insgesamt ist diese Variante natürlich ziemlich öde.
Alternativ kann man von der Diensthütte einer kleinen Spur entlang des Abbruchs zum Dürnbach folgen, die vermutlich nur ein Wildwechsel ist, aber immer wieder auftaucht. Wenn man einen respektvollen Abstand zur wirklich steil abfallenden Kante einhält, ist es nicht schwierig und auch nicht gefährlich. Irgendwann verliert sich die Spur aber und man muss sich überlegen, wo man hinunter zum Bach steigt. Egal, wo man es versucht, es wird auf den letzten 20-30 Höhenmeter sehr steil. Das Abrutschen auf dem Hosenboden ist da nicht die schlechteste Wahl. Die letzten Meter in den Bach lassen sich nur an wenigen Stellen überwinden, da die Böschung meist sehr steil ist. Wer nicht zu früh runtergestiegen ist, landet am Ende des kleinen kartenverzeichneten Waldwegs, der an der Kapelle auf die Straße trifft. Von dort sind es nur noch 750 m zum Parkplatz.
Wer noch mehr Abenteuer will, folgt der immer undeutlicher werdenden Spur am Ende des Forstwegs bis zu den großen Abbrüchen über dem Dürnbach und steigt entlang der Kante hinunter. Das geht zwar überraschend gut, aber man muss sich schon mit ein bisschen Geschick seinen Weg durch den immer dichter werdenden Wald suchen, wenn man sich nicht kratzig hindurchzwängen will. Es gibt immer mindestens eine winzige Gasse, egal wie dicht es wird. Wir haben nicht einen Kratzer davongetragen, aber es ist schon abenteuerlich. Unten muss man ebenfalls die letzten 30 Höhenmeter steil hinab und eine ungefährliche Möglichkeit für die letzten paar Meter in den Bach suchen. Aus dem geht es nur wenige Meter hinauf und man steht auf dem besagten Waldweg.
Welche Variante man nimmt, sollte man davon abhängig machen, wie müde die Kinder schon sind. Auch wenn die Abenteuer-Varianten sicherlich anstrengender sind, merkt man das nach unserer Erfahrung weniger, als wenn man kilometerlang über die Straße trottet.
Bitte beachtet die Gefahrenhinweise.
Attraktivität: Diese Tour ist definitiv nur was für Kindern, die Spaß daran haben, mit Händen und Füßen zu kraxeln und sich durch unwegsames Gelände zu schlagen. Für Aussicht und Naturschönheiten interessieren die ja nicht unbedingt, und da muss es schon einen anderen Grund geben, dass man den steilen Aufstieg zum Ankelspitz und die kippeligen Pfade in Kauf nimmt. Für Florian war das vor allem das viele Gekraxel, die spannende Latschengasse auf dem Grat und der abenteuerliche Abstieg in den an dieser Stelle tollen Dürnbach.
Als Erwachsener nimmt man aber auch noch viele andere schöne Dinge wahr! Selbst der anstrengende Aufstieg zum Ankelspitz führt durch sehr schönes Wald- und Grasgelände, über dem kurz vor dem Gipfel zu beiden Seiten tolle Felsen aufragen. Der Ankelspitz selbst ist ein putziger kleiner Gipfel mit perfektem Panorama nicht nur zum Schliersee und Wendelstein und in den Talkessel der Brecherspitz, sondern vor allem auf den nächsten Teil des Wegs über den Westgrat. Und der ist in jeder Hinsicht wirklich klasse! Die gesamte Strecke bis zur Verzweigung des Pfads macht richtig viel Spaß, beim Kraxeln und Klettern und auf dem steinigen Gratweg genauso wie auf den entspannteren Pfadabschnitten und kleinen Waldstücken mit wunderschönen knorrigen Laubbäumen und Kiefern. Wer am Sonntag Vormittag unterwegs ist und das Glockenläuten aus dem Tal hier mitbekommt, ist versucht, einfach den Rest des Tages hier sitzenzubleiben, so schön und friedlich ist es.
Und wer sich von der Kippelei auf dem Ankelsteig nicht die Laune verderben lässt, wird auch das wunderschöne Gelände dort genießen können, das genau wie auf der anderen Hangseite am Freudenreichsteig diese typische schöne Mischung aus Latschen, Blumen, Laub- und Nadelbäumen aufweist, wie man sie im Bereich der Baumgrenze oder an sehr steilen Hängen so oft findet.
Fahrweg und Ankelalm lässt man am besten rasch hinter sich, dort wimmelte es selbst am Montag ziemlich. Der Aufstieg zum Sattel ist gleich wieder viel schöner, auch wenn einem am Wochenende eine Menge Leute aus Richtung Freudenreichkapelle entgegenkommen können. Dafür ist der Aufstieg aber sehr schön! Nicht nur das Gelände auf dem Hang selbst, sondern auch der tolle Blick in den Talkessel, der auf jeder Höhe einen Blick zurück wert ist! Vom Abstecher zur Freudenreichkapelle würde ich übrigens abraten. Es ist unangenehm steil (vor allem wenn man wieder runter muss), dazu ist es an der Kapelle überfüllt und die Aussicht bietet nichts, was man nicht vom Westgrat an anderer Stelle genauso schon hätte. Gerade mit Kindern spart man sich die Kraft lieber, die dieser Abstecher kostet.
Der sanfte Abstieg über den Westgrat ist von Anfang an wunderschön, und wer nicht unbedingt was Kaltes in einer der Almen trinken muss, der wartet mit einer großen Rast am besten bis hier oben. Egal, ob man im Wald oder auf der Wiese am Messpunkt oder später unter einem der Bäume sitzen will: es gibt eine Menge lohnende Stellen, wo man problemlos längere Zeit faulenzen möchte. Aber nicht das Sitzen, auch das Gehen am Grat macht großen Spaß! Die Aussicht ist klasse und man hat hier ein richtig "freies" Gefühl. Außerdem ist es sehr abwechslungsreich, da nach Wald und Wiese erst Latschen und dann wieder schönes Waldgelände folgen, bevor es an die spannenden felsigen Stellen und die Kletterei geht. Das hat Florian am meisten Spaß gemacht, obwohl er den gesamten Pfad auf dem Grat unglaublich toll fand! Aber richtiges Hinunterklettern im Fels hat ihm viel viel mehr Spaß gemacht als auf Klettersteigen oder in der Halle. Dass uns dabei auch noch ein Gleitschirmflieger entdeckte und ein paar Schnörkel direkt um uns herum flog, war natürlich eine zusätzliche Attraktion :-)
Am Freudenreichsteig hatte dann ich mehr Spaß als Florian, dem das kippelige Laufen allmählich zu viel wurde. Aber die Landschaft ist hier trotzdem toll, genau wie der Wald durch den sich der Jägersteig schließlich hinunterschlängelt.
Als Abstieg haben wir die abenteuerlichste Variante gewählt, weil wir nach Spuren des Pfads suchen wollten, der in alten Karten als Verlängerung des Forstwegs noch verzeichnet und tatsächlich auch vorhanden ist. Wer keine Probleme mit weglosem Gelände hat, kann hier eine Menge Freude haben! Neben den tollen Blicken in die Abbrüche ist das Hindurchschlängeln durch ganz unterschiedlich bewachsene und dichte Waldabschnitte sehr abenteuerlich und spannend, und unten im Bach ist es ausgesprochen wild mit vielen großen Felsbrocken und umgestürzten Bäumen. Die noch verbleibende Zeit des Tages lässt sich hier problemlos "verspielen"! Die Variante über die Diensthütte ist etwas weniger wild und führt in denselben schönen Bachbereich, aber wer gar keine Lust mehr auf wegloses den-Hang-hinunter-Rutschen hat, der muss sich mit der Straße zufrieden geben. Zwar kann man einen Teil sehr schön abkürzen und teilweise neben der Straße durch den Wald gehen, aber insgesamt ist es doch ziemlich viel langweiliges Getrotte und man sollte sich gut überlegen, ob die schwierigeren Abstiege nicht die bessere Wahl sind.
Für Florian und mich war es jedenfalls mit den vielen schönen Kraxelstellen eine perfekte Wanderung, die auch wegen der nicht ganz so vielen (und zum Teil sehr leicht zu überwindenen) Höhenmeter nicht besonders anstrengend, sondern mehr so eine Genusstour war.
Sonstiges:
  • Es gibt für diese Tour eine Wegbeschreibung zum Mitnehmen. Wer im Abstieg nicht über die Straße, sondern abenteuerlich in den Bach absteigen will, dem rate ich unbedingt dazu, sich für den Rückweg das Satellitenbild aus dem Bayernatlas mit dem entsprechenden Ausschnitt auszudrucken (und am besten mit der eingeblendeten Spur). So erhält man eine gute Vorstellung vom Verlauf der Kante, an der entlang man hinunter will.
    Wer die undeutlichen Serpentinen im Abstieg vom Freudenreichsteig verfolgen will, kann sich ebenfalls den Bayernatlas mit unserem Track ausdrucken, ich hab's exakt nachgezeichnet. Oder man nimmt sich eine der alten Karten mit, die inzwischen im Bayernatlas verfügbar sind. Die Abstiegsserpentinen sind in der Schummerungsausgabe von 1995 enthalten. Ich empfand es als sehr hilfreich, den Serpentinenverlauf ablesen zu können, wenn die Spur mal undeutlicher wurde.
  • Wegen der fürchterlich kippeligen Spuren auf dem Ankl- und Freudenreichsteig sind hier knöchelhohe Bergschuhe sehr zu empfehlen!
  • An warmen Tagen sollte man früh genug los, damit man den anstrengenden Aufstieg zum und nach dem Ankelspitz hinter sich bringt, bevor die Mittagshitze einsetzt. Alles weitere ist dann nicht mehr so wild. Als Florian und ich unterwegs waren, hatte es im Tal wolkenlose 27 Grad am Nachmittag, und das war perfekt. Wer im Juli/August so ungefähr 2½ Stunden nach Sonnenaufgang losgeht, kann den steilen Grashang unter dem Ankelspitz im Schatten aufsteigen, da die Sonne schon nicht mehr in ihn hinein, aber auch noch nicht über die Bäume an seiner Seite hinüber scheint. Da es nach dem Ankelspitz viele schattenfreie Abschnitte gibt, sollte man sich rundherum gut einschmieren, denn man wird abwechselnd von vorne und von hinten gebräunt ;-)
    Wer bei kühlen Nächten, aber heißen Tagen sehr früh unterwegs ist, sollte entweder eine kurze Hose oder rasch trocknende Funktionskleidung anhaben oder über Mitnahme einer Regenhose nachdenken. Wenn das hohe Gras unten nach Durchquerung des Bachs und danach im Aufstieg zum Ankelspitz noch nass vom Tau ist, kommt man sonst mit triefenden Hosenbeinen am Gipfelkreuz an und muss sich dort erstmal wieder trocknen.
  • Zecken hatten wir überraschenderweise trotz des langen Gras keine einzige.
  • Der absolute Pfad-such und -dokumentationsexperte für dieses Gebiet ist zweifellos Manfred Bromba, von dessen Seite ich auch die Berichte zu Ankl- und Freudenreichsteig (und überhaupt die ganze Idee für diese Tour) hatte. Wer evtl. noch ein bisschen im Dürnbach die Wasserfälle anschauen oder in den Dürnbachwänden herumkraxeln will, sollte auf Manfreds Seite im Suchfeld einfach mal "Dürnbach" eingeben.
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Wenn man über Schliersee anfährt, lohnt es sich, im Ort kurz anzuhalten und einen Blick vom Seeufer Richtung Brecherspitz zu werfen, der sich hier leider im Nebel verbirgt. Dabei hat man einen perfekten Blick auf auf den Grat mit Ankl- und Schlierseespitz und dem Felsen, den man beim Abstieg auf verschiedene Weisen umgehen kann, bevor der Pfad in den Nordhang wechselt. Mit einem Fernglas lässt sich auch tatsächlich der Freudenreichsteig an der Stelle mit dem Pfeil als ganz deutliche Spur erkennen (genau wie übrigens im Bayernatlas).

Wer am kostenlosen Wanderparkplatz von der Straße aus einen Blick nach oben wirft, erkennt das Gipfelkreuz des Schlierseespitz. Eigentlich wollte ich vom Parkplatz der Dürnbachstraße zurück bis zur Brücke folgen (siehe Karte), aber dann dachte ich mir, vielleicht gibt's ja am Bach entlang auch einen Pfad...

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...und siehe da, es gibt ihn :-)

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Vorbei an einem schönen Badegumpen zum Erfrischen nach der Wanderung gelangt man in eine große Wiese und entdeckt dort am Haus im Hintergrund auch den Hahn, den man bis zum Parkplatz hört. Wer hier im früh morgens und bei großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht entlang läuft, kommt im Zweifel am anderen Ende bis zur Hüfte klitschnass heraus. Hier hätte ich mir bei meinem ersten Besuch eine Regenhose gewünscht :-/ Neben dem Haus kommt von links die Straße über die Brücke.

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Man folgt der Straße ein paar Meter und biegt dann rechts ein. Hier erkennt man sogar beide Gipfelkreuze. Im Wald geht es nur kurz über einen Forstweg, dann kommt von links der Pfad herauf, der sich auf der anderen Seite oberhalb eines kleinen Hangrutsches fortsetzt.

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Nach Überwinden der kleinen abgerutschten Stelle am Einstieg, an der man auf dem Geröll sehr guten Halt hat, geht es auf einem erdigen und ab und zu etwas rutschigen Pfad hinauf. Stellenweise ist es recht steil, da sind die gelegentlichen Wurzelstufen sehr hilfreich. Wenn morgens das Sonnenlicht von der Seite hineinscheint, ist das ein wirklich wunderschöner Abschnitt! Auch hier kann man sich nochmal kräftig einnässen, aber als Florian und ich Anfang August kurz vor 9 Uhr hier ankamen, war der Hang von der Sonne schon getrocknet.

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Im wunderschönen lichten Wald verläuft der Pfad zwar in größeren Serpentinen, aber er wird nicht wirklich flacher und so bleibt der Aufstieg anstrengend. Richtig gut Stehen kann man zur Erholung meist nur an den Bäumen neben den Kurven, aber auf den Wurzelstufen kann man ab und zu ganz angenehm sitzen. Tatsächlich haben wir hier schon 2 kleine Pausen eingelegt.

Nach vielleicht 10 Minuten im Wald erreicht man die lange Grasrinne, und da wird es dann so richtig steil! Hier waren wir sehr froh, dass die Sonne schon wieder hinter den Bäumen auf der linken Seite verschwunden war, aber noch nicht über sie drüber schien, denn obwohl wir die Pullover ziemlich rasch von uns warfen, sind wir kräftig ins Schwitzen gekommen. Überraschenderweise ist der Pfad aber sehr gut zu gehen und fast nie rutschig! Entweder hat man Stufen oder gerölligen Untergrund mit richtig gutem "Grip". Für Florian waren die Stufen teilweise hüfthoch, aber auch ich kam mir vor wie auf einer Treppe, auf der man immer 2 Stufen auf einmal nimmt. Und wenn man denkt, es kann nicht noch steiler werden...

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...dann wird es genau das :-) Im Bereich der Bäume aber aufgrund der Wurzeln recht angenehm zu kraxeln. Im Rückblick wirkt es überraschenderweise gar nicht so steil...

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...hinauf hingegen schon. Tatsächlich gibt es bis zum Gipfel nur ganz wenige Abschnitte, wo es mal ein bisschen entspannter wird. Zecken sind wir überraschenderweise trotz des langen Gras nicht begegnet, dafür aber dieser Gämsenfamilie. Das war ganz lustig zu beobachten: die Mutter stieg immer weiter nach rechts raus und hinauf, sobald sie uns das erste Mal entdeckt hatte. Die Jungtiere waren hingegen sehr neugierig und sind immer stehengeblieben und haben geschaut, was wir machen, bis die Mutter rief oder sogar wieder zurückkam und sie weiterscheuchte :-) Von Panikflucht war hier jedenfalls nichts zu sehen (nur weil das die Jäger ja immer wieder gerne behaupten).

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Kurz vor Erreichen des kleinen Sattels zwischen Ankelspitz und dem weiter ansteigenden Grat, passiert man diesen knorrigen alten Baum (nein, das ist kein Fischaugen-Foto, das sieht da wirklich genauso aus). Der bietet sich doch geradezu an für... Florian hatte natürlich entsprechende Tauschware eingepackt :-)

Auf den letzten Metern zum Gipfel sollte man dann sehr gut darauf achten, genau auf dem Pfad zu bleiben. Nach links runter geht es zurück in die Aufstiegsrinne, auch ein tiefer Fall, aber nicht gleich tödlich. Wer hingegen nach rechts abstürzt...

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...überlebt das eher nicht, wie uns später dieser Blick vom Ankelsteig aus eindrucksvoll vor Augen führte. Florian befindet sich im vorigen Foto am gelben Pfeil, der rote zeigt auf das schmale Gratstück nach der ersten Kraxelstelle, siehe unten. Der Gipfel fällt in der Tat zu 3 Seiten extrem steil ab, besitzt aber ein zwar sehr kleines, aber flaches und sicheres Plateau. Auch auf den letzten Metern vor dem Gipfelkreuz kann man so wie Florian ganz ungefährdet sitzen und Rast machen. Zwar war der Aufstieg bis hierher durchweg anstrengend und sehr steil, aber dafür ist man auch ziemlich schnell oben. Nur knapp eine Stunde haben wir nach Verlassen des Forstwegs bis zum Gipfel benötigt, inklusive Geocache-Tauscherei und der paar kurzen Verschnaufpausen.

Der Blick hier oben ist natürlich in alle Richtungen eine Wucht! Ob zum Schliersee,...

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...oder zum Brecherspitz (ja, ganz offiziell sind die -spitz alle männlich...) mit der Ankelalm und dem Ankelsteig (an den markierten Stellen in der Vergrößerung erkennbar) in der Ostflanke des "Dürnbachgrats". Nachdem der Wald dort Dürnbachwald heißt und die Felsabbrüche auf der anderen Gratseite Dürnbachwände, darf man den Grat wohl so taufen :-) Selbst der Blick an der Gipfelbuchbox vorbei nach unten ist überaus beeindruckend, genauso wie...

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...weiter den Grat hinauf, wohin der Weg uns nun führt (links oben wieder der kleine Kraxelfelsen, den man im Abstieg umgeht). Der Abschnitt von hier bis zur Verzweigung von Ankl- und Freudenreichsteig ist der schwierigste und gefährlichste auf der ganzen Tour, und darum ist es gut, dass man ihn hinauf und nicht hinunter steigt. Zunächst muss man aber beim Abstieg vom Ankelspitz-Gipfel aufpassen, dass man bis hinunter zum Sattel wieder exakt auf dem Pfad bleibt und nicht ins Rutschen kommt. Dann geht es in die erste Kraxelstelle, die sich im linken Foto an der gestrichelten Linie hinter den Bäumen verbirgt (der orange Punkt markiert die zweite Felsstelle).

Tatsächlich ist diese Kraxelei hinauf gar nicht so schwierig, wie sie auf dem Foto aussieht. Erst geht es rechts sehr stufig durchs Gras, und an der felsigen Stelle...

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...hat man sehr guten Halt mit Händen und Füßen. Eine blaue Markierung zeigt den Ausstieg oben rechts an. Diese Stelle ist auch nicht schwieriger als das, was einen so am Leonhardstein erwartet, allerdings ist es hier deutlich ausgesetzter. Rechts stehe ich neben dem Zacken mit der blauen Markierung. Wenn man hier mal abrutscht, sollte man besser auf den ersten paar Metern wieder Halt finden, bevor man richtig Fahrt aufnimmt. Oben auf dem Foto mit dem Rückblick zum Ankelspitz sieht man diesen kleinen Kraxelhang vor dem roten Pfeil und erkennt gut, wie steil die Grashänge darunter abfallen. Zur rechten (im rechten Foto linken) Seite geht es nur wenige Meter hinab in die Aufstiegsrinne, dafür sind die aber fast senkrecht.

Wem schon beim Anblick dieser Hinauf-Kraxelei oder auch erst oben am markierten Felszacken schwindelig oder sonstwie unwohl wird, der sollte lieber versuchen, vorsichtig wieder hinab zu steigen und den bisherigen Aufstieg als Rückweg zu nehmen. Es kommen nämlich noch ausgesetztere Stellen und noch zwei Kraxeleien in derart steilen Hängen. Absolute Schwindelfreiheit und keinerlei Höhenangst sind Voraussetzung für's Weitergehen! Wenn man nämlich vom Zacken mit dem blauen Punkt nicht zurück, sondern nach vorne schaut...

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...erblickt man dieses kleine, extrem schmale und ausgesetzte Gratstück, das oben in dem Foto mit dem roten Pfeil markiert ist. Es ist nur sehr kurz, bis man das rettende Waldgelände im rechten Foto erreicht. Aber rechts geht's 10 Meter senkrecht in die Aufstiegsrinne, und links hat man ja gerade bzw. auf dem Rückblicksfoto schon gesehen. Es gibt keinerlei Grund, hier abzustürzen, denn der Pfad ist flach, gut ausgetreten und hat keine Stolpersteine oder -wurzeln. Ginge es nicht zu beiden Seiten so weit hinunter, käme niemand auf die Idee, dass man auf so einem Pfadstück stolpern könnte. Gefährlich ist es darum nur für Leute, die bei Tiefblicken zittrige Beine bekommen. Wer angstfrei und konzentriert geht, kommt sicher hinüber und kann in einer Hinsicht beruhigt sein: Es folgen im Lauf des Tages zwar noch ein paar ausgesetzte Gratstellen, aber die sind weniger schmal, weniger steil oder nur einseitig ausgesetzt mit sicherem Latschengebüsch auf der anderen Seite.

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Gleich nach den paar Bäumen geht es den Grashang hinauf, den man oben im Foto vom Ankelspitz aus erkennen konnte und an dessen oberen Ende sich die nächste Felskraxelei befindet. Hier wird es sehr schnell ganz breit ohne Absturzgefahr zu den Seiten. Aber was anfangs so harmlos aussieht, entpuppt sich rasch als immer steiler werdendes Gelände. Anfangs nur anstrengend, aber im Bereich um den markierten Laubbaum rechts ist es derart steil, dass man bei jedem Schritt aufpassen sollte, das man gut steht und sich beim Hinaufdrücken nach vorne lehnt und am besten immer noch mit beiden Händen im Gras festhält. Sonst hat man, insbesondere mit schwerem Rucksack auf dem Rücken, schnell mal das Gleichgewicht verloren (wie ich eine kurze Schrecksekunde merkte) und kippt rückwärts den Hang hinab (was ich durch einen Griff ins Gras verhindern konnte). Man würde unten zwar im flacher werdenden Hang wieder stoppen, aber vermutlich erst nach ein paar Rückwärtspurzelbäumen, die sicherlich keinen Spaß machen.

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Unmittelbar nach dem Laubbaum ist an der steilsten Stelle auch noch der Boden leicht weggespült und der Fels kommt zum Vorschein. Hier ist es schon recht schwierig, ohne Hilfe der Hände hinaufzukommen.

Rechts befindet sich Florian an der oben orange markierten Felsstelle. Die sieht harmlos aus, aber tatsächlich muss man (vor allem in seiner Größe) Hände und Füße schon sehr geschickt einsetzen, um mit sicherem Halt hinaufzukommen. Absturzgefahr besteht hier allerdings nicht, erst wenn man um die Kurve biegt, wo es nochmal hinauf geht, bricht es nach links wieder ab.

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Die kurze Kraxelei nach der Kurve ist nicht mehr so wild, man hat sehr guten Halt. Auch wenn man die beiden Kletterstellen im Rückblick von oben nicht sehen kann (sie befinden sich jeweils da, wo die Linie unterbrochen ist), ist es nicht ganz so steil, wie es im linken Foto wirkt, da täuscht die Perspektive. Hinunter wäre das sicherlich alles nicht sehr angenehm, aber hinauf geht es sehr gut, wenn man ein klein bisschen Kraxelerfahrung mit felsigen Stellen hat. Sollte man dennoch fallen (wozu man sich aber schon wirklich ungeschickt anstellen müsste), dann heißt es schnell wieder Halt finden, denn hinter der kleinen Baumreihe entlang der gelben Linie wird es deutlich steiler.

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Nach der Kraxelei folgt ein wunderschöner Abschnitt, zunächst auf dem Grat, dann in dem ungefährlichem kleinen Laubwald. Wer sich in dem steilen Aufstieg ein bisschen unwohl fühlte, kann hier eine ganz entspannte Erholungspause einlegen. Und wer Sonntags geht und (bei Kindertempo) so gegen 8 Uhr am Parkplatz gestartet ist, der wird hier irgendwo das erste Mal das Glockenläuten aus dem Tal vernehmen, und das ist dann wirklich schön!

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Wer in dem kleinen Wäldchen den Pfad verlässt und vor an den Waldrand steigt, hat einen guten Blick in die Osthänge des Dürnbachgrats. Da erkennt man auch die letzte Kraxelstelle im Aufstieg, die auf den/die/das(?) Dürnbachluß führt, die höchste Stelle laut Bayernatlas vor der Verzweigung von Ankl- und Freudenreichsteig. Rechts sieht man die Ankelalm unter dem Brecherspitz und weiter rechts im Schatten auch die weniger überlaufene Ehardhütte, wo Florian und ich uns gestärkt haben, bevor wir uns in die Kuhherde wagten.

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Nach dem Wäldchen geht es erstmal ungefährlich weiter, der Rücken ist etwas breiter, links geht es sanfter hinunter. Rechts ist der Abbruch zwar immer steiler, aber da ist das Gestrüpp so dicht, dass man sich schon viel Mühe geben müsste, um da hinunterzufallen. Aber Achtung: Das ändert sich kurz vor dem Gipfelkreuz. Plötzlich weichen die Bäume rechts zurück und unmittelbar neben dem Pfad tut sich unerwartet ein tiefer Abgrund auf. Wem der Pfad zu nah an der Kante verläuft...

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...der kann tatsächlich nach links ausweichen und die letzten Meter zum Gipfel durchs Gras hinaufkraxeln. Am Gipfelkreuz ist genug Platz, um sich gemütlich hinzusetzen, aber wer's lieber schattig mag, ist hier falsch. Die Aussicht ist nicht viel anders als am Ankelspitz, darum muss man hier nach dem Gipfelbrucheintrag auch keine lange Rast einlegen. Außer es läuten gerade wieder die Glocken, das genießt man besser im Sitzen :-) Den Büchern zufolge kommen sowohl auf Ankl- als auch Schlierseespitz ein paar Leute pro Woche. Dieser Abschnitt kann also schon fast nicht mehr als einsame Tour durchgehen ;-) Aber nach dem Sattel unter der Freudenreichkapelle wird sich das ändern...

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Nach dem Schlierseespitz geht's in den spannenden Gratabschnitt. Wie versprochen ist es nicht mehr so schmal und ausgesetzt wie gleich nach dem Ankelspitz und der Pfad verläuft auch meist ein bisschen neben dem Grat. Wer als Vorübung vielleicht die Lahnerschneid absolviert hat, wird feststellen, dass es hier leichter ist. Links sieht man am gelben Punkt die letzte Aufstiegs-Kraxelstelle, von der letzten Kletterei im Abstieg am gelben Pfeil hat man den tollen Blick auf den Gratverlauf im rechten Foto: Florian befindet sich gerade am roten Punkt.

Grundsätzlich gilt auf dem Grat übrigens, dass man im Zweifel lieber nach rechts (bei Blickrichtung des linken Fotos) fallen sollte als nach links. Wie man auch schon im Rückblicksfoto erahnen kann...

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...ist es rechts zwar auch steil, aber da folgt ziemlich schnell ein dichter Bewuchs, der einen aufhalten würde. Wenn man hingegen nach links unten Fahrt aufnimmt, kann es sehr lange dauern, bis man irgendwo da unten wieder stoppt. Da aber der gesamte Grat oben ein bisschen abgerundet ist, besteht kaum die Gefahr eines Absturzes, sofern man sich ein bisschen konzentriert und nicht beim Herumschlendern die Aussicht genießt, statt auf den Pfad zu schauen. Ich hatte mir aufgrund der Fotos im Web diesen Abschnitt viel schwieriger vorgestellt und war dann wirklich überrascht, wie einfach und ungefährlich er tatsächlich war.

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Die letzte Kraxelstelle sieht aus der Ferne furchtbar steil und schwierig aus, sie ist es aber gar nicht (in der Vergrößerung kann man sie aus einer anderen Perspektive besser erkennen). Je näher man kommt, desto weniger schlimm wirkt sie, und wenn man wie Florian rechts mitten drin ist, merkt man, dass man überall sehr guten Halt hat. Also nicht von dem Anblick aus der Ferne abschrecken lassen! Viel gefährlicher wäre es tatsächlich, auf den Metern davor, wo es keine eindeutige Spur mehr gibt, im felsigen Gelände umzuknicken. Ob man da direkt oben auf dem Grat bleibt oder wie wir ein bisschen weiter links steigt, muss man vor Ort selbst entscheiden. Es gibt hier ausreichend viele gute Stufen.

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Rückblick vom Dürnbachluß oberhalb der Kraxelstelle. Danach wird es auf der linken Seite deutlich flacher und ungefährlicher, rechts bleibt es steil. Ab hier gilt also: lieber links fallen :-) Florian hat der gesamte Abschnitt nach dem Ankelspitz bis hierher unglaublich viel Spaß gemacht! Das viele Gekraxel über Felsen oder Wurzeln und der kleine Pfad, der sich über oder neben dem Grat entlangschlängelt, war so richtig nach seinem Geschmack! Er ist allerdings auch völlig angstfrei, was Tiefblicke angeht.

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Meist verläuft der Pfad etwas links unterhalb des Grats oder es gibt Bewuchs auf der rechten Seite, nur einmal muss man noch gut aufpassen, wenn auf einmal der Abbruch für 4-5 Meter direkt neben dem Pfad auftaucht, der an dieser Stelle aber sehr gut zu gehen ist. An so einen guten Untergrund wird man auf dem Ankl- und dem Freudenreichsteig noch oft mit Wehmut zurückdenken ;-) Die Verzweigung liegt unmittelbar vor dem Wald, wir folgen jetzt erstmal dem Ankelsteig nach links, wo nach wenigen Metern der Aufstieg über den Grat abzweigt, auf dem wir zurückkommen.

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Der Ankelsteig ist landschaftlich einfach wunderschön, mit abwechslungsreichem Baumbestand, Grashängen und Felsen, und dazu jederzeit noch mit toller Aussicht. Der Pfad selbst ist leider deutlich schlechter als das, was man bisher vom Aufstieg gewohnt war. So kurze kraxelige Stellen wie im rechten Foto sind kein Problem, aber abschnittsweise gibt es gar keine waagerechte Stufe mehr, und so kippelt man bei jedem Schritt ein bisschen weg. Anfangs ist das noch nicht ganz so stark, aber zum Ende nimmt es immer mehr zu. Wer mit dieser Art des Laufens ganz große Probleme haben sollte, geht vielleicht besser nicht über den Freudenreichsteig zurück.

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Der Hang ist nicht sehr steil und zudem der Bewuchs so dicht, dass es auf dem Ankelsteig fast keine gefährlichen Stellen gibt. An sowas wie im linken Foto kann man natürlich mal blöd umknicken und 3 Meter ins Gras fallen, aber da liegt man dann erstmal und rollt nicht weiter. Die größte Gefahr ist hier wirklich ein verstauchter Knöchel.

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Links die einzig wirklich ausgesetzte Stelle, auch schon 20 Meter vorher ist der Grashang kurzzeitig sehr steil. Aber an diesen Stellen ist der Pfad tatsächlich gut und nicht kippelig, so dass bei konzentriertem Gehen keine Gefahr besteht.

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Ein bisschen erinnerte uns der schöne Pfad an den Weg vom Elferköpfl ins Pustertal. Ein kurze, bisschen schwierige Stelle ist der Einschnitt im rechten Bild. Beim Hineinsteigen wird es etwas rutschig, aber da kann man sich sehr gut an den Latschen festhalten.

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Auf der anderen Seite ist dann der Pfad an der markierten Stelle etwas abgerutscht, und da muss man schon sehr genau schauen und vorsichtig treten, damit man sicheren Halt für die Füße findet. Kurz nach dem Einschnitt kommt dann die letzte gefährliche Stelle, aber die ist echt nicht ohne: Unmittelbar neben dem Pfad tut sich ein bestimmt 5 Meter tiefes Loch auf, das man aber wegen des Latschenbewuchs fast nicht erkennen kann! Der Pfad ist hier ganz waagerecht und gut ausgetreten, aber wer da aus Versehen ein bisschen zu weit nach links gerät, hat plötzlich keinen Boden mehr unter dem linken Fuß.

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Danach verläuft der Pfad in allmählich immer dichterem Waldgelände und hat nochmal einen ganz anderen, aber genauso schönen Charakter, bis man schließlich auf dem Fahrweg landet. Es wird mir immer ein Rätsel bleiben, wie jemand freiwillig auf dem Hin- oder Rückweg kilometerlang über so einen Weg trotten kann, und die Leute, die wir da sahen, schauten auch alle nicht besonders fröhlich drein :-) Gott sei Dank müssen wir der Straße nicht lange folgen, die Ankelalm versteckt sich nur gut 200 Meter weiter hinter den Fichten.

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An der Ankelalm mit einer Menge Leute inkl. Turnschuhwanderern sind wir rasch vorbei, man sollte sich allerdings kurz vorher nochmal umdrehen und den Blick auf den Aufstieg zwischen Ankl- und Dürnbachluß inkl. Schlierseespitz genießen. Und wer von da weiter nach links hinaufschaut, kann schonmal den Grat bewundern, auf dem es nachher hinuntergeht. Ungefähr am orangen Pfeil befindet sich der Messpunkt der TU München, auf den wir noch stoßen werden.

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Nachdem an der Ankelalm zuviel Trubel war, sind wir rasch dran vorbei, haben dann aber auf auf der Ehardhütte Station gemacht und uns von den beiden sehr netten Almbäuerinnen etwas Kühles zu trinken servieren lassen. Der grandiose Blick den Talkessel hinauf zur Brecherspitz ist von dort hinten auch viel schöner als von der Ankelalm aus. Die Freudenreichkapelle ist leider gerade nicht zu sehen, weil sie sich hinter einer Fichte versteckt.

Zugegebenermaßen hatte unsere Pause auch damit zu tun, dass die Kuhherde unseren Aufstiegsweg derart bevölkerte, dass wir nach dem Erlebnis am Grasköpfl ein klein bisschen Bammel hatten. Also haben wir uns auf der schönen, schattigen Terrasse erstmal versichern lassen, dass die Kühe alle ganz friedlich sind (schön zu hören, denn die hatten alle ziemlich kräftige Hörner, wie wir feststellen konnten, als einige an die Tränke direkt an der Terasse kamen...). Dann hatten wir noch das Glück, dass die Herde sich etwas nach links verzog, im rechten Foto sieht man nur noch etwa die Hälfte der Kühe. Da haben wir uns dann hineingetraut, aber um die Kuh, die mitten auf dem Pfad stand, haben wir doch lieber einen großen Bogen (vorne herum :-)) gemacht.

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Der Aufstieg zieht sich ein bisschen, es sind ja immerhin 175 hm bis zum Sattel, und das Gelände ist zwar sehr schön, aber nicht abwechslungsreich. Dafür ist der Pfad trotz des sumpfigen Abschnitts weiter oben ausgesprochen erholsam und einfach zu gehen. Deswegen haben wir die Tour auch so herum gemacht und sind nach der Verzweigung in Ankl- und Freudenreichsteig nicht weiter den Grat hinauf. Das hab ich auch mal probiert, aber das ist schon recht anstrengend. Die Idee, die Höhenmeter bei dem warmen Wetter möglichst einfach zu überwinden, gefiel uns besser.

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Wem der Aufstieg zwischendurch mal keinen Spaß macht, der dreht sich einfach und und genießt die tollen Blicke hinunter ins Tal oder in die Ferne. Neben dem Wendelstein im Hintergrund schiebt sich irgendwann auch die große Wiese oberhalb der Jägerbauernalm ins Bild, über die wir unseren Weg zum Nagelspitz gesucht haben, bevor es nach rechts auf den alten, eigentlichen, höheren(!) Jägerkamp ging (der niedrigere, heutige ist der Gipfel weiter links :-)).

Oben angelangt kann man nach links noch einen Abstecher zur Freudenreichkapelle unternehmen (von der aus je nach Wochentag und Tageszeit ein ganzer Strom von Wanderern herunterkommen kann), aber mit Kindern rate ich davon ab. Der Aufstieg zwar schön kraxelig (macht allerdings auch nur hinauf Spaß, hinunter dann nicht mehr), aber auch sehr steil und kostet eine Menge Zeit und Energie, die man sich besser für die restliche Tour aufspart. Um auf den Grat zu gelangen muss man ein kurzes Stück weglos durch die Kuhweide...

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...und im Wald den leichtesten Weg hinauf suchen. Kaum ist man aber oben angelangt, erwartet einen ein überraschend deutlicher, freigesägter (und wohl erst vor kurzem nachgeschnittener) Pfad, auf dem es sich sehr angenehm geht. Viel besser als auf dem Ankelsteig.

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Der Gratweg ist auf der gesamten Länge traumhaft schön! Es gibt soviele Stellen, wo man länger sitzenbleiben möchte, und wer unten im Tal keine Erfrischung bei den Hütten braucht, steigt am besten noch hier hinauf und lässt sich entweder an einer der kleinen Lichtung im Waldgelände nieder oder auf dem schönen Wiesenkamm, an dessen Ende der Messpunkt steht. Wir sollten abends rechtzeitig zum Grillen wieder da sein und wollten ja auch noch den unbekannten Abstieg in den Dürnbach suchen, sonst hätten Florian und ich uns hier bestimmt eine Stunde in den Schatten gelegt und die Stille (mit ein bisschen Kuhglockenuntermalung) genossen. Vor allem nach dem kurzzeitigen Trubel im Tal und beim Aufstieg zum Sattel ist die vollkommene Einsamkeit hier oben einfach wunderschön.

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Aufgrund der großzügig freigeschnittenen Latschengasse ist der Pfad nur an ganz wenigen Stellen nicht auf Anhieb erkennbar. Gleich zu Beginn darf man sich nicht vom Zaun irritieren lassen: Der Pfad geht einfach weiter geradeaus, wenn der Zaun abbiegt. Am einfachsten kann man ihn aber vor der kleinen Fichte übersteigen, neben deren Stamm ein kleiner Baumstumpf als Trittstufe dienen kann. Drunter durch geht aber ohne Rucksack auch.

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In diesem Teil des Grats ist es links flacher und ungefährlich, der Hang rechts ist deutlich steiler. Allerdings so dicht bewachsen, dass man sich nicht wirklich Sorgen machen muss. So wie im linken Foto sieht es aus, wenn der Hang mal nicht dicht bewachsen ist, und da hat man in der Gasse gut 2 Meter Platz.

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Es geht insgesamt immer leicht hinunter, nur selten muss man dem dichten Bewuchs mal ausweichen und paar Meter hinunter...

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...und wieder hinauf steigen. Aber selbst diese kleinen Steigungen können einen in der prallen Sonne ins Schwitzen bringen, denn in den Latschen wird es vor allem bei Windstille schnell richtig heiß. Bei warmem Wetter ist es also definitiv eine gute Idee, hier hinunter- statt hinaufzusteigen. Rechts erkennt man im Hintergrund einen Laubbaum neben einem Felsen. Dort wechselt man auf die linke Gratseite und beginnt mit dem Abstieg in den felsigen Stellen. Bis dahin ist es noch sehr gemütlich, darum sollte man diesen Teil ausführlich genießen.

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Nach einiger Zeit wird das Gelände plötzlich waldiger und man findet (endlich!) wieder kühlenden Schatten. Hier bieten sich einige Stellen an, um nochmal eine schöne Rast zu machen, bevor man sich auf dem Pfad durch die Felsstellen wieder konzentrieren muss. Der Waldabschnitt ist ausgesprochen schön, dafür gibt es dort aber einige kleine Gegenanstiege.

Wer die Kraxelei vermeiden möchte, der kann auch hier, wo der Wald beginnt, einfach nach links hinunter absteigen, bis er den Freudenreichsteig erreicht. Dass das geht, hat mir eine Einheimische erzählt, die ich in den Felsstellen traf. Sie steigt den Grat immer bis hierher hinauf und dann durch Wald hinunter. Auf älteren Karten findet man in diesem Bereich auch tatsächlich einen Pfad zwischen Grat und Freudendeichsteig eingezeichnet, aber so wirklich vorhanden ist der laut Manfred Bromba nicht mehr. Was ich von oben und unten so sehen konnte, ist das Gelände aber in der Tat nicht sonderlich steil und sollte sich bequem durchsteigen lassen. Das kann man gleich im Rückblick aus den Felsstellen auch nochmal sehen.

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Kurz nachdem der Pfad auf die linke Seite gewechselt ist, bricht der Hang ab und man erreicht die erste felsige Stelle. Die ist ganz typisch für den folgenden Verlauf: Es geht links steil und mit gefährlichen Felszacken hinunter, auf die man lieber nicht fallen will. Der Pfad selbst ist schmal und kommt oft nah an den Abgrund heran, ist aber aufgrund der Felsen sehr stabil und nicht bröckelig. Und auf der rechten Seite gibt es immer Latschen zum Festhalten. Von diesen kurzen ausgesetzten Stellen gibt es 4 (wenn ich mich richtig erinnere), diese hier ist mit die schwierigste, weil man etwas hinuntersteigen muss, und da rutscht man ja am ehesten mal aus. Florian und ich fanden es nicht schwierig, man sollte den Kindern halt einschärfen, dass sie sich an solchen Abschnitten immer gut auf den Weg konzentrieren. Es gibt zwischen den ausgesetzten Stellen immer zumindest kurze ungefährliche "Erholungsgebiete".

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Hier die Stelle im Rückblick. Der Pfad geht schon recht steil hinunter, aber man erkennt auch, dass er sehr stufig ist. Unterhalb befindet sich einer von zwei großen Wiesenhängen, die man auf dem Freudenreichsteig passiert, der etwa entlang der gelben Linie verläuft, sich aber hinter Bäumen verbirgt.

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Die erste (von nur zwei) richtigen Kraxelstellen. Wenn man sie rückwärts absteigt, findet man perfekte Tritte und Griffe und kommt gut hinunter. Fallen darf man hier aber auf keinen Fall, denn auf halber Höhe lauert ein sehr spitzer Felszacken, der schlimme Verletzungen verursachen würde. Florian kam hier ganz leicht hinunter, allerdings kraxelt er natürlich auch schon seit Jahren über kleine Felsen und Klettersteige, seit Anfang des Jahres auch noch in der Halle. Daher kann ich nicht unbedingt einschätzen, wie schwer diese Stelle für ungeübtere Kinder ist. Ich denke mal, wer den Leonhardstein oder sowas wie den Oberlandsteig absolviert hat, kommt hier gut zurecht. Wer als Erwachsener zuerst absteigen will, findet unten stabile Standpositionen, um die Kinder zu unterstützen. Nach dem spitzen Felszacken kann man ganz einfach vorwärts hinabsteigen.

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Nach der ersten ist der Pfad den übrigen ausgesetzten Stellen immer waagerecht und ganz problemlos zu laufen. Stolpern und nach links fallen wäre natürlich schlecht, aber wer sich auf seine Füße konzentriert, dem wird das nicht passieren.

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Wer mal eine kurze Rast einlegen möchte, findet dazu jetzt einige grandiose Aussichtspunkte, an denen man auch ungefährlich sitzen kann. Das gilt allerdings nicht für den vermutlich schönsten, an dem ich rechts gerade stehe. Es geht nach vorne senkrecht runter, und der Pfad biegt erst 1 Meter vor der Kante nach rechts unten ab. An dieser Stelle muss man wirklich vorsichtig sein, dass man nicht zu weit geradeaus läuft. Aber dafür ist die Aussicht auch wirklich unfassbar schön! Neben dem Grat am Schlierseespitz (dessen Gipfelkreuz man in der Vergrößerung sehen kann) kann man auch schonmal den eigentlichen Pfadverlauf über den nächsten Felsen "bewundern", den man mit Kindern aber lieber unterhalb umgeht. Geübte Kraxler können entweder über den Gipfel oder entlang der türkisen Linie zur kleinen Kletterstelle auf der Rückseite gelangen, die aber im Abstieg nicht ganz leicht ist.

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Der Weg auf den Gipfel ist erstaunlich leicht, da man in den Felsen sehr guten Halt findet. Er ist allerdings sehr luftig, und nachdem die Aussicht nichts wirklich Neues zu bieten hat, kann man ihn sich mit Kindern ruhig sparen. Vor allem, weil der Abstieg ziemlich steil und rutschig ist.

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Man kann den Felsen auch noch weiter unten umgehen, nämlich vor dem toten Baum, aber das ist eher wieder schwieriger und vor allem muss man auf der Rückseite wieder mehr hinauf. Wer der blauen Linie folgt, muss dann so wie im rechten Bild zu sehen in die Grasrinne absteigen, das ist zwar auch steil...

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..., aber stufig und geht insbesondere mit Hilfe der Latschen zum Festhalten recht gut. Der kurze Aufstieg in der Grasrinne zurück zum Grat ist dann allerdings enorm steil und rutschig, hier sollte man auf jeden Fall die Hände einsetzen und alles (Gras, kleine Latschen, Wurzeln) nutzen, um sich festzuhalten!

Achtung: Wer sich das gleich folgende, nicht ganz leichte Abkraxeln durch die Felsen sparen will, der kann auch einfach (schon vor dem Felsen, oder auch hier in der Grasrinne) rechts hinunter bis auf den Ankelsteig absteigen. Diese Variante findet sich in mindestens zwei anderen Beschreibung (auch bei Bromba) und sollte ungefährlich und wohl auch ohne allzu großen Latschenkampf gehen. Wir haben uns gegen diese Möglichkeit entschieden, weil Florian gerne im Fels kraxelt und weil ich es immer schöner finde, einem Pfadverlauf zu folgen als weglos zu gehen, selbst wenn die Pfadspur schwierig ist.

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Links der "offizielle" Abstieg unter dem Felsen. Tatsächlich lässt sich auch diese Stelle rückwärts sehr gut absteigen, da es auch rechts im Fels (gut versteckte) Wurzel"henkel" gibt, an denen man sich hervorragend festhalten kann. Schwierig ist es dann aber, vor allem mit Rucksack, sich auf dem Absatz am türkisen Punkt umzudrehen, denn das kleine Band ist sehr schmal. Nachdem man dort noch gut 2 Meter stürzen könnte und dann in der steilen Grasrinne mit Sicherheit noch weiter kullern würde, hielt ich das mit Florian für keine gute Idee.

Es geht auch so schon schwierig genug weiter, denn vom Grat geht es so hinunter wie im rechten Bild. Oben ist es zwischen den Felsriegeln noch sehr stufig, aber vom roten Punkt aus...

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...sieht das Ganze dann so aus, steil und rutschig. Hier muss man wirklich sehr vorsichtig sein und sollte am besten seitlich steigen und immer mit einer Hand Halt im Gras suchen. Zwar würde man nicht weit stürzen, weil einen unten die Latschen aufhalten, aber wer will schon 3-4 Meter über solche kleinen Felszacken rutschen :-( Am besten nimmt man daher auch die Variante oberhalb der Latsche, denn die eignet sich hervorragend zum Festhalten (der ursprüngliche Pfad führte links und dann unter der Latsche vorbei). Am blauen Punkt folgt dann, nach einem kurzen sicheren Stand, gleich die nächste Herausforderung:

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Dieser Felsspalt lässt sich unterhalb umgehen, und das tut der Pfad womöglich auch (so ganz klar ist das hier alles nicht erkennbar), aber dann muss man in dem rutschigen Hang noch weiter absteigen, und das war nach meinem Empfinden die unangenehmere Wahl. Das Hinabklettern in der Rinne ist allerdings auch nicht ganz einfach, denn es gibt im unteren, steileren Bereich nur winzige Tritte rechts und links. Am besten macht man es genau wie Florian und stemmt sich abwechselnd mit beiden Händen bzw. beiden Füßen in den Fels und sucht sich dann jeweils neuen Halt für die beiden freien Füße/Hände. So hangelt man sich langsam hinunter. Überflüssig zu erwähnen, dass das Florian einen Heidenspaß gemacht hat :-)

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Das war's mit den Felskraxeleien! Zeit für eine kleine Pause, und passenderweise erhielten wir in dem Moment Besuch von einem Gleitschirmflieger, der die Thermik so geschickt nutzte, dass er sich nur kurze Zeit später weit über uns befand.

Wer glaubt, jetzt geht es in dem landschaftlich sehr schönen Hang gemütlich nach unten, den muss ich leider enttäuschen :-( Im Unterschied zum Pfad oberhalb der Felsen ist es jetzt steil, stellenweise rutschig und oft sehr kraxelig. Kein reines Vergnügen, aber dafür kann man die permanent schöne Aussicht nun ohne Absturz-Angst genießen. Außerdem gibt es zwischendurch schon auch immer wieder kurze waagerechte Pfadteile, wo man angenehm gehen kann, und der Pfad ist überall so schön freigesägt, dass kein Latschenkampf notwendig ist. Wer wissen will, was ihn beim Abstieg über den Jägersteig vom Pendling erwartet, der bekommt hier einen kurzen Eindruck. Am Pendling dauert dieses Hinabsteigen aber bestimmt 5x so lang.

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Eine trickreiche Stelle kurz vor Erreichen des Ankelsteigs: Hier einfach geradeaus hinunterzuklettern, ist vorwärts wie rückwärts echt ganz schön schwierig! Erst im dritten Versuch hab ich eine gute Lösung gefunden: man setzt sich am blauen Punkt hin, lässt sich dann im Aufstehen an den Baum "fallen", schwingt an ihm herum, steigt dann rüber und rückwärts hinab. Da sind dann die Latschen als perfekte Geländer nutzbar. Wer sich jetzt denkt "Mei, wieso steigt man nicht direkt rückwärts von oben runter und hält sich fest...": ja, probiert's ruhig mal :-)

Rechts befindet sich Florian schon auf dem Freudenreichsteig. Der ist noch ein bisschen schlechter in Schuss als der Ankelsteig, aber zur Abwechslung knicken die Füße nun nach rechts um. Was hier das Laufen schwieriger macht als auf dem Ankelsteig ist das stellenweise hohe Gras, unter dem der Pfad manchmal vollständig verschwindet. So sieht man auch die gelegentlich vorhandenen Stolpersteine nicht und muss wirklich etwas vorsichtig gehen. Die Knöchelverstauch-Gefahr ist in solchen grasigen Abschnitten sehr hoch.

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Gleich am Anfang gibt es eine seilversicherte Stelle, aber Achtung: Man sollte die kurze Felsplatte lieber ohne Hilfe des Seils überqueren! Das hat nämlich nicht nur viel zu viel Spiel, das Ende mit dem herausgerissenen Metallanker ist auch sehr provisorisch in die Latschen geknotet worden. Vermutlich hält das sogar, aber wer wirklich abrutschen sollte, der würde mit dem Seil in der Hand womöglich bis über die Kante torkeln, bis es endlich straff gespannt ist.

Wer mit normalen Wanderschuhe und bei trockenem Wetter unterwegs ist, findet auf der strukturierten Felsoberfläche perfekt Halt, um auch freihändig sicher hinüberzukommen. Am Ende, wo Florian gerade steht, kann man sich dann auch in den Latschen festhalten. Wem das zu unsicher aussieht, der kann auch ein paar Meter vorher absteigen und die Platte unten umgehen, aber das ist sicherlich ein bisschen mühsam.

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Gleich danach die zweite etwas schwierige Stelle in diesem etwas bröseligen Hang. Der Pfadverlauf ist nicht gut erkennbar, aber es gibt zwei blaue Punkte, die man nur sieht, wenn man sehr gut hinschaut. Aber wer dann genau an denen entlang steigt, findet den am wenigstens rutschigen Weg. Unterhalb des rutschigen Teils ist es nicht so abschüssig und sehr grasig, so dass man bei einem Sturz wieder Halt finden kann. Deutlich ausgesetzter wird es erst oben nach dem 2. Punkt, aber da ist der Pfad wieder als waagerechte Stufe vorhanden und man kann sich zusätzlich noch an an den Latschen festhalten. Daher ist dieser Abschnitt gar nicht so wild wie er vielleicht aussieht.

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Der Freudenreichsteig ist zwar insgesamt noch einen Tick schwieriger zu gehen als der Ankelsteig, dafür ist in meinen Augen aber landschaftlich auch noch ein Stück schöner! Durch den höheren Waldanteil, die größeren Rinnen und die Felsstrukturen ober- und (in Form der Dürnbachwände) unterhalb ist es hier abwechslungsreicher und wilder. Wer noch genug Zeit hat, findet auch hier viele schöne Pausenstellen, um die Natur und die weite Aussicht in Ruhe zu genießen. Während des Gehens ist das leider nicht immer möglich, da man oft sehr auf den Untergrund achten muss.

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Das ist der große Wiesenhang, in den man von der ersten ausgesetzten Stelle am Grat hineingeschaut hat. In die riesige Schuttrinne, die man unten erkennt, hat man leider keinen Blick, obwohl der Pfad ganz dicht an ihrem oberen Ende vorbeiläuft (auf den Satellitenfotos des Vermessungsamts ist das hervorragend zu erkennen).

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Typische Kippel-Ausgleich-Bewegung :-) Das verrostete Drahtseil erkennt man erst spät, aber es ist tatsächlich auch überflüssig, verglichen mit den Stellen, die wir heute alle schon ohne Seilversicherung passieren mussten. Man kann aber erahnen, wie gut gepflegt und angenehm zu laufen der Freudenreichsteig früher einmal gewesen sein muss, als er von den Almbetreibern noch aktiv genutzt wurde.

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Der letzte, wunderschöne Grashang, bevor der Steig an dem Laubbaum nach Süden abbiegt. Man sollte in dem hohen Gras schon wissen, dass man auf diesen Laubbaum zielt, sonst kann es leicht passieren, dass man den Steig trotz zweier blauer Punkte zwischendurch verliert.

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Nach einem letzten Blick zurück in den wilden Nordhang biegt der Pfad um die Ecke und plötzlicher ist alles etwas sanfter und weniger aufregend. Angenehmer für die Füße wird der Pfad allerdings nicht, eher im Gegenteil. Die Spur ist im hohen Gras zwar ausreichend gut erkennbar, aber gerade in dem Wiesenhang im rechten Bild ist der Unterschied zum weglosen Queren nur noch sehr gering. Aber die Rettung naht :-) Denn nach diesem Hang folgt unmittelbar noch ein kleinerer, und dann...

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..stößt man am Waldrand auf diese markierte Verzweigung. Wer den Freudenreichsteig weiter gehen möchte, findet bei Manfred Bromba Informationen und Fotos dazu (auf der Seite sind oberhalb der Fotos die Tourenberichte verlinkt, in denen der Freudenreichsteig vorkommt).

Wie sehr uns das Queren auf dem kippeligen Pfad angestrengt hat, haben wir erst hier richtig gemerkt, denn das Laufen ist auf einmal viel angenehmer, regelrecht erholsam! Zwar wird die Spur weiter unten auch wieder etwas schlechter, aber grundsätzlich ist der Pfad hier viel weniger kippelig und er neigt sich nicht zur Seite, sondern nach vorne! Ein sehr angenehmes Gefühl, auf einem glatten Untergrund hinunterzugehen :-)

Auch wenn es der Wald nur aus Fichten besteht und auf den Fotos langweilig aussieht: Das dichte Stammgewirr mit dem Gras dazwischen hatte etwas sehr Schönes! Vielleicht auch, weil es so gänzlich anders war als alles, was wir bisher auf der Wanderung gesehen haben.

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Den Pfadverlauf zu erkennen ist allerdings je nach Lichtverhältnissen und Grashöhe nicht immer ganz einfach, vor allem wenn er auf den Abschnitten ohne Gras von einem blätterigen Bewuchs verdeckt wird, der auch überall rechts und links wuchert. Wenn da noch die Sonne in den Wald scheint, sieht man fast nichts mehr :-) Grundsätzlich ist der Verlauf aber ziemlich regelmäßig: Er pendelt zwischen dem großen Graben im rechten Bild und einem kleineren (nicht der im linken Bild) hin und her, und meist sind die Kehren ganz gut zu erkennen, weil man vorher schon die Spur unterhalb sieht. Aber obwohl der Pfad zwischen den Kehren in ziemlich gleichmäßig abfallenden Linien verläuft, habe ich ihn mit Florian einmal verloren, weil ich die Karte nicht mehr dabeihatte.

Wenn das passiert, ist das aber kein Drama. Im Zweifel steigt man etwa 20m von der großen Rinne entfernt nach unten und wird dann früher oder später die Spur wieder kreuzen. Lohnend ist aber auf jeden Fall ein Ausdruck der Karte bzw. des Satellitenbilds, denn die Verzeichnung in der alten Vermessungsamtskarte entspricht tatsächlich absolut exakt dem tatsächlichen Pfadverlauf. Und wenn man, so wie ich bei meinem ersten Besuch, genau weiß, dass die nächste Kehre wieder genau genau am Rand liegt oder schon nach der Hälfte der vorigen Querung erfolgt, dann ist es viel leichter,den Pfad auch zu erkennen.

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Nach etwa 100 Höhenmetern erreicht der Pfad den Windbruchhang und wendet sich nach links. Ihm jetzt weiter zu folgen, ist sinnlos, denn er verschwindet, sobald er den Bereich der hunderten kleinen Buchen erreicht. Sich dort weglos hindurchzuzwängen, ist wirklich kein Vergnügen. Besser steigt man rechts in die Rinne, neben der es die ganze Zeit hinunter ging, und auf der anderen Seite wieder hinauf auf den kleinen Rücken. Dort ist der Boden frei von Gestrüpp und man kann ziemlich angenehm auf das Ziel zusteuern, dass man unten schon erkennt: den Forstweg.

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Hier kann man sich nun entscheiden: entweder geht man links herum die ganze Zeit über die Straße (mit einer kleinen Abkürzmöglichkeit über eine verfallene Diensthütte). Oder man wählt einen der beiden Waldabstiege auf Wildwechseln und weglos hinunter in den Bach, auf dessen anderer Seite wieder ein Pfad hinauf zur Kapelle an der Straße führt. Auf diese Weise spart man immerhin ca. 1¾ Kilometer Straßengelatsche (die restlichen 750 m lassen sich dann nicht vermeiden), braucht aber noch einige Abenteuerlust, denn gerade die letzten ca. 30-40 Höhenmeter bis zum Bach sind nicht ganz einfach. Wer bisher noch keine dreckige Hose hat, kann das dort problemlos nachholen :-) Spannend und schön sind die beiden Abstiege allemal, der linke über die verfallene Hütte ist etwas gefährlicher, da die Spuren oft nah an der Kante verlaufen.

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  • einige Wasserfall-Aussichten
  • nur für Kinder, die immer noch abenteuerlustig sind
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  • sehr spannender Abstieg im Wald
  • aussichtsreicher und weniger gefährlich als die Variante linksherum
  • deutlich verwachsener als die Variante linksherum, am Ende vergleichbar rutschiger Abstieg
  • insgesamt etwas kürzer
  • ebenfalls nur für Kinder, die immer noch abenteuerlustig sind

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Frank Steiner (Email)

Last modified: Wed Oct 26 09:06:15 CEST 2016

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